Zeittafel zur Geschichte von Preußen.
Die Einteilung der Jahrhunderte in vor und nach der Zeitenwende.
Zeitpunkte in der Geschichte.
v. u. Z.
- ca. um 250 Millionen Jahre v. u. Z. Europa
- » Im Trias allgemeine Hebungen und Senkungen der Erdkruste, Ablagerung von Sand, Ton, Gips, Kalk und Salz sowie das Entstehen des Bernsteinvorkommens in der Ostsee, das dann viel später nach und nach auch an den Strand im Prußenland gespült wird. Der sich im Laufe des Perms mit der Kollision Sibiriens gebildete Superkontinent Pangaea (Pangäa) beginnt in der Trias langsam wieder zu zerfallen.
- ca. um 200 Millionen Jahre v. u. Z. Europa
- » Im Jura zerfiel der Superkontinent Pangäa (Pangaea) weiter und zergliederte sich in Laurasia (Nordamerika, Europa) und den südlichen Großkontinent Gondwana.
- ca. vor 2,4 Millionen Jahren bis ca. 11 000 v. u. Z. Altsteinzeit in Europa
- »Zeitabschnitt, in dem die Menschen als Jäger und Sammler umherzogen und ihre Werkzeuge und Waffen meist aus Stein herstellten. Älteste Zeit der erforschten bekannten Menschheitsgeschichte, die man fachsprachlich auch als Paläolithikum bezeichnet und der längst Abschnitt der Steinzeit ist. In diese Zeit lernen die Jäger und Sammler der Altsteinzeit die systematische Herstellung von Steinwerkzeugen, was ein entscheidender Schritt in der Menschwerdung war.
- ca. um 230.000 Jahre v. u. Z. Europa
- » Der Neandertaler (wissenschaftlich Homo neanderthalensis) lebt bis ca. um 30.000 Jahre v. u. Z. als Jäger und Sammler in Europa.
- ca. um 40.000 Jahre v. u. Z. Europa
- » Der Homo sapiens, also wir als der Jetztmensch, erscheinen in Europa und der Neandertaler ist nach ca. 10.000 Jahren des nebenher Lebens Geschichte (ausgestorben).
- ca. um 20.000 Jahre v. u. Z. Europa
- » Das Ende der Eiszeit beginnt nun auch im Norden von Europa.
- ca. um 11.000 Jahre v. u. Z. Jungsteinzeit in Europa
- » Nach dem Ende der jüngsten Eiszeit gibt es erste Spuren einer Wiederbesiedlung nach Rückgang der Vereisung auch im Norden von Europa. Man spricht auch vom Ende der Altsteinzeit und dem Beginn der Jungsteinzeit, die bis ca. 2.000 Jahre v. u. Z. in Europa geht. Es ist die Zeitperiode, in der die Menschen sesshaft wurden und dank des wärmeren Klimas zu Ackerbau und Viehzucht übergingen.
- ca. um 7.500 Jahre v. u. Z. Europa
- » Im Norden von Europa beginnt der Abbau von Kupfer und daher spricht man auch von der kupfernen Steinzeit.
- ca. um 5.800 Jahre v. u. Z. Europa
- »Die Bandkeramische Kultur ist die älteste bäuerliche mitteleuropäische Kultur der Jungsteinzeit („Neolithikum“) mit nachweisbaren permanenten Siedlungen. Es ist eine Kultur, die sich vom Vorderen Orient kommend bis nach Zentral Europa ausdehnte.
- ca. um 4.800 Jahre v. u. Z. Europa
- »Die Menschen der Streitaxt-Kultur oder wie man heute sagt Schnurkeramik-Kultur dringen von Osteuropa aus dem Gebiet der sogenannten Jamnaja-Kultur, ein Gebiet um die Flüsse Dnister, Bug und Ural, nach zentral Europa vor.
- ca. um 4.600 Jahre v. u. Z. Europa
- » Die Glockenbecherleute und ihre Kultur dringen von der Iberische Halbinsel kommend über Frankreich nach zentral Europa bis in das Gebiet des heutigen Ungarn vor.
- ca. um 3.200 Jahre v. u. Z. Europa
- » Ankunft der Indoeuropäer aus Zentralasien zum Ende der Steinzeit, damit zusammenhängend die Entwicklung von neuen Kulturen in Europa und handwerkliche Techniken wie in Zentralasien und Persien. Die Sprache weist eine sehr hohe Ähnlichkeit zu dem indischen Sanskrit auf und wird daher als Indogermanisch bezeichnet. In Preußen siedelt zu der Zeit die Haffküsten-Kultur, eine regionale Ausprägung der Glockenbecherkultur, die zum baltischen Zweig der indogermanischen Sprachen gezählt wird. Aber im Allgemeinen weiß man sehr wenig über die Ur- und Frühgeschichte im Ostsee Raum.
- ca. um 3.000 Jahre v. u. Z. Europa
- » Durch die Familiengräber von Eulau kann die Existenz einer prähistorischen Kernfamilie zweifellos das erste Mal nachgewiesen werden. So konnte durch DNA-Untersuchungen eine eindeutige genetische Beziehung der Bestatteten zueinander belegt werden. Da alle 13 Familienmitglieder gewaltsam ums Leben kamen, spricht man auch vom "Massaker von Eulau".
- ca. um 2.800 Jahre v. u. Z. Europa
- » Von der Ukraine kommend, also vom Osten kommend, wandern Steppenhirten der Schnurkeramik-Kultur (Streitaxt-Kultur) in Europa bis zur Elbe und besiedeln von ca. 2800 bis ca. 2000 v. u. Z. das Gebiet beiderseits des Flusses.
- ca. um 2.600 Jahre v. u. Z. Europa
- » Entstehung der ersten bronzezeitlichen Hochkulturen im Mittelmeerraum wie die minoische und die mykenische Kultur. Die minoische Kultur auf Kreta, die nach dem mythischen König Minos benannt ist, gilt als die früheste bronzezeitliche Hochkultur Europas und dauerte von ca. 3000 bis ca. 1300 Jahre v. u. Z., als sie zu Ende ging. Die mykenische Kultur wird als die erste bronzezeitliche Hochkultur auf dem europäischen Festland angesehen und dauerte von ca. 1800 bis ca. 1150 Jahre v. u. Z., als sie zu Ende ging.
- ca. um 2.500 Jahre v. u. Z. Europa
- » Vom Südwesten kommend wandern ab ca. 2.500 v. u. Z. Angehörige der Glockenbecherkultur in Europa ein und breiten sich bis ca. 1900 v. u. Z. zur Elbe hin aus und verdrängen bzw. assimilierten die Schnurkeramik-Kultur. Es entsteht so von ca. 2300 v. u. Z. bis 1600/1500 v. u. Z. die Aunjetitzer Kultur als eine frühe Hochkultur in Mitteleuropa. Die berühmte Himmelsscheibe von Nebra ist das bekannteste Artefakt aus dieser frühen Bronzezeit Mitteleuropas und zeigt astronomische Darstellungen und religiöse Symbole.
- ca. um 1.900 Jahre v. u. Z. Europa
- » Im Norden von Europa beginnt durch Handel nun auch die Bronzezeit. Es entsteht rund um die Ostsee die Kultur der nordischen Bronzezeit (1900 v. u. Z. - 530 v. u. Z.), die durch ihre Hügelgräber uns bekannt ist.
- ca. um 1.775 Jahre v. u. Z. Europa
- » Um ca. 1775 v. u. Z. wird wahrscheinlich in Nebra die „Himmelsscheibe von Nebra” als Teil der Aunjetitzer Kultur geschmiedet.
- ca. um 1.400 - 450 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die Stammesgruppen des frühgermanischen Kulturkreises im Norden breiten sich bis etwa 450 v. u. Z. nach Süden bis an die deutsche Mittelgebirgsschwelle (Bayerischer Wald, Böhmischer Wald, Erzgebirge, Riesengebirge), nach Westen bis in die nördlichen Niederlande sowie nach Osten bis zur unteren Weichsel aus. Aufgrund sich verschlechternder Klimaverhältnisse in Skandinavien drängen Nordgermanen wie Goten, Burgunder und Rugier über die Ostsee ins Weichselgebiet vor. Die Balten werden dadurch ab ca. 1.000 v. u. Z. aus allen Gebieten westlich der Weichsel nach Osten verdrängt.
- ca. um 1.300 Jahre v. u. Z. Europa
- » An einer Brücke am beschaulichen Flüsschen Tollense in Mecklenburg-Vorpommern, findet die erste bekannte größere Schlacht in Europa statt, die durch archäologische Befunde belegt ist.
- ca. um 1.274 Jahre v. u. Z. Ägypten
- » Pharao Ramses II., führt im Streitwagen seine Armee in die für die damalige Zeit gewaltige Schlacht von Kadesch gegen die Hethiter. Die Schlacht endet unentschieden, weil Ramses nur mit der helft seiner Armee kämpfte. Als Folge der Schlacht wird später der erst bekannte Friedensvertrag der Welt zwischen den Ägyptern und Hethitern geschlossen.
- ca. um 900 Jahre v. u. Z. Europa
- » Die Griechen Übernehmen zwischen 900 bis 800 Jahre v. u. Z. die phönizische Schrift und entwickeln daraus ihr eigenes Alphabet. Dieses griechische Alphabet wird zur Grundlage zahlreicher späterer Schriftsysteme. Wie das phönizische Alphabet, so wurde auch das griechische Alphabet ursprünglich von rechts nach links geschrieben, erst viel später setzte sich die heutige Schreibrichtung von links nach rechts durch und zeitweise waren sogar abwechselnd beide Schreibrichtung in Gebrauch. Abgeleitete bekannte Alphabete sind z. B. das Gotisches Alphabet, das Kyrillisches Alphabet und das Lateinisches Alphabet.
- ca. um 800 Jahre v. u. Z. Europa
- » Die Etrusker fertigen Totenmasken mit Bernsteinaugen an. Der Bernstein stammt von der Ostseeküste (Funde aus Cerveteri, nördlich von Rom).
- ca. um 750 Jahre v. u. Z. Europa
- » Der Dichter Homer verfasst zwischen 800 bis 700 v. u. Z. seine berühmt gewordenen Epen „Ilias” und „Odyssee”, wobei bis heute nicht zweifelsfrei feststeht ob es Homer je gab. Mit den Epen beginnt in Europa aber die klassische Geschichtsschreibung sowie die europäische Kulturgeschichte.
- ca. um 600 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die Bronzezeit geht zu Ende und im Gebiet zwischen Weser und Ostsee entwickelt sich nach Ansicht vieler Wissenschaftler die Jastorf-Kultur als die Keimzelle der späteren germanischen Stämme. Wahrscheinlich zur gleichen Zeit entwickelt sich aus der gemeinsamen Sprache der Bewohner Mitteleuropas durch die natürliche Flussgrenze des Rheins und der Berggrenze der Alpen links rheinisch die keltischen Völker und rechts rheinisch die germanischen Völker. Die Menschen der Jastorf-Kultur beginnen damit, kleine Geräte aus Eisen zu schmieden, dieses Metall verdrängt langsam die weichere Bronze. Die Menschen leben verstreut auf Bauernhöfen oder in kleinen Dörfern und wirtschaften für ihren Eigenbedarf. Technisch sind sie vergleichsweise rückständig, alle schwieriger zu produzierenden Güter wie Waffen aus Eisen oder Goldschmiedearbeiten müssen von den fortschrittlicheren Kelten importiert werden. Einfluss der La-Tène-Kultur.
- ca. um 508 Jahre v. u. Z. Europa
- » Die erste Demokratie entstand durch die Reformen des Kleisthenes von Athen in Athen auf dem peloponnesischen Gebiet in Griechenland, was durch Schriften gut belegt ist.
- ca. um 500 Jahre v. u. Z. Europa
- » Erste Beutezüge der Skythen nach dem Ostsee Raum belegt.
- ca. um 440 Jahre v. u. Z. Europa
- » Der Grieche Herodot von Halikarnassos, geboren zwischen 490/480 v. u. Z. in Halikarnassos und gestorben zwischen 430/420 v. u. Z. in der griechischen Kolonie Thurioi am Golf von Tarent, berichtet über das Elektron (Bernstein), einem kostbaren Naturprodukt mit magischen Kräften aus dem Norden Europas. Er war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber, Geograph und Völkerkundler der heute als „Vater der Geschichtsschreibung“ gilt.
- ca. um 340 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Aus der Zeit um 340 vor Christus wird von einer großen Sturmflut an der Nordseeküste, der sogenannten "Kimbrischen Flut", berichtet.
- ca. um 325 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Der griechische Entdecker Pytheas von Massalia unternimmt eine Schiffsexpedition zur Erforschung Nordwesteuropas, wo er über Schottland bis an die Küsten Jütlands und Südwestnorwegens gelangte. Er ist der erste uns bekannte antike Abenteurer, der sich so weit in den Norden vorgewagt hat und von den dortigen Völkern berichtet. So erwähnt er auch die an der Nordseeküste siedelnden Stämme der Guionen und Teutonen.
Er berichtet auch von den Aisten (Prußen), die im Frühjahr an ihren langen seichten Stränden den angespülten Bernstein ernten, den Pytheas als erster Autor überhaupt zutreffend als fossiles Baumharz beschrieb.
Die späteren Prußen werden im Altertum von den anderen Völkern auch „Aestier”, „Aisten” oder „Prusai” genannt. Wahrscheinlich erhielt die Ostsee von den Aisten abgeleitet auch ihren heutigen Namen.
Pytheas wurde allerdings von den Gelehrten der damaligen Zeit als Lügner verleumdeten, sie hielten so eine Reise für schier unmöglich. Er beobachtet das für Griechen unbekannte Phänomen von Ebbe und Flut als erster und bringt es auch richtigerweise mit den Mondphasen in Zusammenhang. Als erster Grieche sieht er Treibeis und berichtet vom Polarlicht und der Mitternachtssonne, alles gänzlich unbekannte Phänomene im Mittelmeerraum. - ca. um 230 - 200 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die germanischen Bastarnen und Skiren wandern nach Südosten bis an die Schwarzmeerküste. Die Vandalen wandern von Jütland bis an die Oder und die Langobarden dringen bis zur unteren Elbe vor. Ostgermanische Stämme besiedelten das Weichsel-Gebiet.
- ca. um 200 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die Rugier wandern aus Nordjütland kommend bis an die Weichselmündung und lassen sich an der pommerschen Küste nieder. Die Burgunder, von der Insel Bornholm kommend, lassen sich im Küstengebiet der Oder nieder.
- ca. ab 200 Jahre v. u. Z. Europa
- » Zwischen 200 v. u. Z. und 500 u. Z. gibt es Bernsteinhandel mit Rom und Griechenland.
- ca. um 120 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Große Stammesteile der Kimbern, Teutonen und Ambronen verlassen infolge einer Klimaveränderung ihre Heimat in Jütland (Dänemark) auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten. Auf der jahrelangen Wanderung schließen sich auf der Suche nach neuen Siedlungsplätzen weitere Germanen dem Zug an. Während ihrer jahrelangen Wanderungen drangen sie auch weit in keltisches und römisches Gebiet vor.
- » Die Germanen gelangen jetzt ins Blickfeld der antiken römischen Beobachter. In der Antike galten völkerkundlich alle Stämme, die hinter den Alpen in Mittel-, Nord- und Osteuropa zwischen Kelten und Skythen waren, als Germanen. Die Bezeichnung Germane ist aber als Oberbegriff eine Fremdbenennung die wohl von den Kelten stammt und nur simpel einfach „Nachbar” heißt. Die rechts des Rheins siedelnden Völker blieben noch lange weitgehend außerhalb des Horizonts der antiken Beobachter und wurden, als man von ihnen erfuhr, zunächst für Kelten gehalten. Von den Stämmen hinter Elbe oder Weichsel wusste man nichts, zumindest nicht Genaues, alle Infos basierten nur auf Hörensagen. Selbst die gallischen Feldzüge (58–52 v. Chr.) von Caesar brachten nur wenig Licht ins dunkle Wissen.
- ca. um 113 - 101 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Als sich Kimbern, Teutonen und Ambronen dem Gebiet der Römer näherten, senden diese Truppen, die jedoch mehrmals unterlagen. So fallen allein in der Schlacht von Arausio, in der heutigen Provence, im Jahre 105 v. u. Z. rund 80 000 römische Legionäre. Drei Jahre später, nachdem die Kimbern bis auf die iberische Halbinsel gezogen waren und zusammen mit den Teutonen weite Teile Galliens verwüstet haben, rüsten sie zum Sturm auf Italien. Der Treck teilt sich und dringt von zwei Seiten vor. Doch in der Schlacht bei Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) werden die Teutonen und Ambronen von den Römern unter der Führung von Gaius Marius vernichtet. Am 30. Juli 101 v. u. Z. besiegen die Römer in der Po-Ebene auch die Kimbern. Doch der Schock, dass Barbaren bis nach Oberitalien eindringen konnten, sitzt tief. Anfangs ein siegreicher kämpf gegen Rom, der aber letztendlich mit der vollständigen Vernichtung und Versklavung der den Treck überlebenden Kimbern, Teutonen und Ambronen endeten. Doch Kimbern, Teutonen und Ambronen sind nicht ausgerottet, denn ihre Heimat ist weit weg im Norden, noch unerreichbar für Rom.
- ca. um 100 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Entstehung der ältesten bekannten germanischen Runen. Die Germanen verdrängen die Kelten endgültig von Mitteleuropa nach Südwesten. Die verbleibenden Kelten gehen nach und nach in den Germanen auf.
- 100 Jahre v. u. Z. Rom
- » Der römische Staatsmann und Feldherr Gaius Julius Cäsar († 15. März 44 v. u. Z. ermordet in Rom) wird am Festtag des Apollo, dem 13. Juli 100 v. u. Z. in Rom geboren. Er entstammte aus dem angesehenen altrömischen Patriziergeschlecht der Julier und absolvierte daher die Ämterlaufbahn. Nach dem Römischen Bürgerkrieg von 49 bis 45 v. u. Z. den er gewann, errang er die Alleinherrschaft in Rom. Nach seiner Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit fiel er am 15. März 44 v. u. Z. einem Attentat zum Opfer.
- Um 80 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Der griechische Geschichtsschreiber Poseidonios von Apameia (lat. Posidonius, * 135 v. u. Z. im syrischen Apameia - † 51 v. u. Z. in Rom) war zu seiner Zeit der wohl bedeutendste griechische Universalgelehrte des klassischen Altertums aus dem syrischen Apameia. Obwohl in Syrien geboren, war er griechischer Herkunft. Nach dem Studium in Athen ließ er sich auf der Insel Rhodos nieder, für die er immer wieder auch in diplomatischer Mission tätig wurde. Poseidonios war besonders in Rom geachtet, nicht zuletzt, weil er die römische Ordnungsmacht in der damaligen Weltpolitik vorbehaltlos akzeptierte. In seinem 30. Buch, ca. 80 v. u. Z. geschrieben, welches aber leider verloren ging und nur als Fragment im 4. Buch des Athenaios von Naukratis (ca. 190 u. Z.) erhalten blieb, berichtet er kurz über die Essgewohnheiten eines kleinen Stammes am Rhein, der wilder sei als die Kelten: „Die Germanen dagegen, tragen zur Mittagszeit gliedweise gebratenes Fleisch auf und trinken Milch dazu und den Wein ungemischt.“ Wahrscheinlich war Poseidonios der Erste, der das Wort Germanen (germanoí) benutzte. Diese und wohl auch andere Nachrichten dieser Art ließen im 1. Jahrhundert v. u. Z. bei Römern und Griechen diesen neuen ungebräuchlichen ethnografischen und zugleich auch geografischen Begriff aufkommen.
- 73 - 71 Jahre v. u. Z. Rom
- » Spartakus Aufstand, der Sklavenaufstand unter Führung des geflohenen Thrakischen Gladiators Spartacus aus der Gladiatorenschule in Capua beginnt im Römischen Reich und geht bis zur völligen Vernichtung des Sklavenheeres in der Schlacht in Lukanien 71 v. u. Z (Schlacht am Silarus). Etwa 60.000 Sklaven wurden in dieser Schlacht getötet, ca. 6.000 Überlebende Sklaven wurden später entlang der Via Appia zwischen Capua und Rom zur Abschreckung gekreuzigt.
- Um 72 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Größere Gruppen von Germanen überschreiten, weil zu Hilfe gerufen von den Sequanern, den Rhein und lassen sich im Elsass nieder. Anführer dieser Verbände, die später zusammenfassend als Sueben bezeichnet werden, ist der erste historisch belegte „germanische König” Ariovist.
- um 70 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Ariovist greift mit suebischen und anderen Stämmen in die keltischen Auseinandersetzungen zwischen Sequanern und Haeduern ein und besetzte das Elsass für die Sueben.
- 58 Jahre v. u. Z. Rom
- » Gaius Julius Cäsar beginnt 58 v. u. Z. den Gallischen Krieg.
- » Während ihres Eroberungsfeldzugs in Gallien treffen die Truppen des römischen Feldherrn Gaius Julius Caesar das erste Mal auf germanische Verbände der Sueben, die auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten sind. Im September kommt es im Elsass, in der Nähe von Mühlhausen (französisch Mulhouse), zur Schlacht mit einem kleinen Sueben Verband, der unter Ariovist Führung stand. Ein Großteil der Germanen, darunter der gesamte Tross wird getötet, nur wenige, unter ihnen aber Ariovist und die gesamte Reiterei, retten sich über den Rhein. Ariovist zieht darauf hin alle Krieger der Sueben Stämme am Rhein zusammen.
- 58/57 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Der germanische Stamm der Nervier beteiligt sich im Winter 58/57 v. u. Z. an einer mächtigen antirömischen Koalition gegen Caesar. Sie besteht aus zahlreichen belgisch Gallischen und germanischen Völkerschaften unter der Führung des Königs Galba von dem belgischen Volksstamm der Suessionen. Sie wurden jedoch von Caesars Truppen vernichtend besiegt und unterworfen.
- 55 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die germanischen Stämme, Usipeten und Tenkterer, flüchten mit ihren Familien vor Angriffen anderer Germanen über den Rhein und dringen in Nordostgallien ein. Verhandlungen mit den Römern über Siedlungsgebiete scheitern und Caesar greift daraufhin die Eindringlinge an und begeht seinen ersten Völkermord. Weder Frauen, Kinder oder Alte werden verschont. Von angeblich 430 000 Usipeten und Tenkterer, nach Gaius Julius Caesars eigenen Angaben, sterben die meisten. Fliehenden, die jenseits des Flusses Zuflucht suchen, setzt Caesar nach. Zu diesem Zweck lässt er eigens eine Brücke bauen und erstmals betreten römische Truppen das rechtsrheinische Germanien, wo sie zahlreiche Dörfer und Gehöfte in Brand setzen. Ariovist zieht mit großen Verbänden suebischer Krieger, so wie Verbände von anderen germanischen Stämmen ihm entgegen. Der römische Feldherr Gaius Julius Caesar erkennt die Gefahr und zieht sich sofort über den Rhein wieder zurück und lässt die Brücke wieder Abreißen, denn sein Hauptziel heißt Gallien.
- 54 - 55 Jahre v. u. Z. Britannien
- » Gaius Julius Cäsar unternimmt zwei Invasionsversuche in Britannien und musste jedes Mal fluchtartig die Insel wieder mit seiner Flotte verlassen. Von den Galliern gewarnt hatten die Britten die Römer schon bei der Landung am Strand angegriffen, wobei viele Römer durch die Gezeiten (Flut und Ebbe) ertranken und durch einen guerillaartigen Krieg zwangen sie die Römer alsbald wieder zum Rückzug aufs Festland. Als Meister der Propaganda verkauft Caesar das Scheitern natürlich erfolgreich als großen Erfolg. Erst unter Kaiser Claudius ab dem Jahre 43 n. u. z. gelingt den Römern die Eroberung von Britannien Stück für Stück.
- 54 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Die Ubier bitten Rom um Schutz vor den vordrängenden Sueben, denen sie laut Caesar tributpflichtig waren und wurden so zu Freunden Roms ernannt.
- 53 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Als Verbände der Sueben aufständischen Galliern zu Hilfe eilen wollen, lässt Caesar eine zweite Brücke über den Rhein schlagen. Die Sueben verteidigen den Rhein siegreich und Caesar muss vor den Germanen aufs linke Rheinufer zurückweichen und auch diese zweite Brücke muss abgerissen werden bis auf ein kleines Brückenstück und einen Wachturm auf der linksrheinischen, also gallischen Seite.
- 52 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Der Rhein wird von Caesar nun zur Grenze gegen die Germanen erklärt, denn vorerst musste man nach dem Sieg über Vercingetorix und die Gallier in der vernichtenden Schlacht von Alesia ganz Gallien befrieden.
- 51 Jahre v. u. Z. Germanen
- » Nach der Niederschlagung kleinerer Aufstände endet der Gallische Krieg und Gallien wird endgültig eine römische Provinz. Der Rhein markiert nun endgültig die Grenze zwischen dem römischen Imperium und dem noch unbekannten freien Germanien. Der Rhein wurde für viele Jahre zur Grenze zwischen römischer und germanischer Kultur.
- Um 50 Jahre v. u. Z. Germanen
- » In Rom erscheinen Gaius Julius Cäsar (* 13. Juli 100 v. u. Z. in Rom - † 15. März 44 v. u. Z. in Rom) "Commentarii de bello Gallico", die Berichte vom Gallischen Krieg. Darin widmet der Feldherr den Völkern rechts des Rheins ausführliche Exkurse und gibt ihnen einen gemeinsamen Namen: Germanen. Die Germanen selbst verwenden diese Bezeichnung noch nicht für sich. Die Stämme besitzen weder ein Zusammengehörigkeitsgefühl noch politische Zentralstrukturen. Wichtigstes Bindeglied ist ihre gemeinsame Sprache und die Religion. Regional gab es zwar erste Anzeichen für die Herausbildung eines Königtums, siehe Ariovist und Galba. Die Römer hatten überhaupt keine Vorstellung von der Größe Germaniens und von der Vielzahl der Völker, die hinter dem Rhein auf sie warteten. Der Begriff Germanen umfasst alle Völker jenseits des Rheins.
- 49 Jahre v. u. Z. Rom
- » Der römische Senat fordert die Auflösung von Caesars Armee die insgesamt zehn Legionen umfasst. Pompeius (*106 - † 48 v. u. Z.) wird beauftragt, Italien vor einem Einmarsch Caesars zu verteidigen. Caesar fällt mit der 5.000 Mann starken dreizehnten Legion (Legio XIII Gemina) am Grenzfluss Rubikon, der Italien von der Provinz Gallia cisalpina (wörtlich „Gallia diesseits der Alpen‟) trennt, am 10. Januar 49 v. u. Z. in Italien ein. Während Pompeius sich zurückzieht um seine Streitkräfte auf dem Balkan zu sammeln wird Caesar in Rom zum Diktator ernannt. Die "Würfel sind gefallen" lateinische Übersetzung "alea iacta est". Es beginnt ein Bürgerkrieg der von 49 - 45 v. u. Z. Dauern wird.
- 48 v. u. Z. Rom
- » Mit der siegreichen entscheidenden Schlacht von Pharsalos am 9. August 48 v. u. Z. in der Nähe Pharsalas im Nordgriechischen Thessalien war der Bürgerkrieg eigentlich zugunsten von Gaius Iulius Caesar entschieden, doch er sollte noch 3 sinnlose Jahre weitergehen.
- um 47/46 v. u. Z. Rom
- » Publius Quinctilius Varus (*47/46 v. u. Z. - † 9 u. Z.), wird als Sohn des Sextus Quinctilius Varus geboren der sich 44 v. u. Z. an die Seite der Caesarenmörder stellt.
- 44 v. u. Z. Rom
- » Ermordung des Gaius Iulius Caesar (deutsch: Gaius Julius Cäsar) am 15. März 44 v. u. Z., sein Neffe Gaius Octavius tritt das Erbe des Diktators an.
- 43 v. u. Z. Rom
- » Das Zweite Triumvirat (drei Männer), aus Marcus Antonius (*83- † 30 v. u. Z.), Gaius Octavius und Marcus Aemilius Lepidus wird auf fünf Jahre geschlossen mit dem Ziel der Sicherung des politischen Erbes von Gaius Iulius Caesar.
- 42 v. u. Z. Rom
- » Nach der Niederlage in der Doppelschlacht bei Philippi in Makedonien gegen Marcus Antonius und Gaius Octavius lässt sich Sextus Quinctilius Varus, der Vater des durch die Varusschlacht bekannten Publius Quinctilius Varus, durch einen seiner Freigelassenen Sklaven erdrosseln.
- 38 v. u. Z. - 19 v. u. Z. Germanen
- » Im Zuge des immer stärkeren Expansionsdruckes der Sueben wurden die Ubier immer weiter nach Westen an das Ostufer des Rheines gedrängt. Nach dem Aufstand der Treverer unterwarfen sie sich ganz Rom. Der gallische Statthalter Marcus Vipsanius Agrippa (*64/63 - † 12 v. u. Z.) begann den Stamm der Ubier links des Rheins anzusiedeln beim heutigen Köln, den Chatten wurde ein Gebiet nördlich des Mains zugewiesen. Eine planmäßige Umsiedlung der Ubier fand aber erst nach Agrippas zweitem Aufenthalt als Statthalter im Jahre 19 v. u. Z. statt. Ein Vertrag sicherte den Ubiern nun den Status von Bundesgenossen der Römer zu. Die bekanntesten Städte, die auf Siedlungen der Ubier zurückgehen, sind Novaesium (Neuss), Bonna (Bonn) und Oppidum Ubiorum, die spätere "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" (Köln). Hier stand auch der Ara Ubiorum (Altar der Ubier). Er wurde von den Römern im Jahre 9 v. u. Z. errichtet und sollte den Ubiern und später auch anderen germanischen Stämmen als Heiligtum dienen. Köln war in den Planungen von Kaiser Augustus wohl als Hauptstadt einer neuen geplanten Provinz Germania Magna bis zur Elbe vorgesehen.
- 33 v. u. Z. Rom
- » Die politische Einheit der beiden Machthaber Marcus Antonius und Gaius Octavius zerbricht. Octavius (der spätere Kaiser Augustus) rüstet gegen Marcus Antonius, der sich nach Ägypten zur ägyptischen Königin Kleopatra VII. (*69 - † 30 v. u. Z.) zurückgezogen hat.
- 31 v. u. Z. Germanen
- » Bei der am 2. September 31 v. u. Z. alles entscheidenden Seeschlacht bei Actium unterlagen die Flotte von Antonius und Kleopatra vernichtend der Flotte von Octavians und Agrippas. Das unterlegene Liebespaar flieht nach Ägypten und begeht im folgenden Jahr nach der Einnahme von Alexandria durch Octavian Selbstmord.
- 27 v. u. Z. Germanen
- » Beginn der Regierungszeit des Kaisers Augustus (*63 v. u. Z. - † 14 u. Z.). Octavius erhält den Ehrentitel Augustus ("der Erhabene") und eine außerordentliche Befehlsbefugnis über alle noch nicht befriedeten Provinzen (imperium proconsulare) vom Senat verliehen. Beginn der Alleinherrschaft in Rom.
- 25 v. u. Z. Germanen
- » In Gallien eingedrungene Germanen werden von dem römischen Statthalter der Provinz Gallia Comata, Marcus Vinicius, über den Rhein zurückgeschlagen.
- 19 v. u. Z. Germanen
- » Der römische Statthalter in Gallien, Marcus Vipsanius Agrippa, siedelt die Ubier auf deren eigenen Wunsch auf die linke Rheinseite bei Köln um. Dieser Germanenstamm ist bereits seit dem Gallischen Krieg Caesars mit dem Imperium verbündet. In ihrer neuen Heimat werden die Ubier rasch romanisiert und sie übernehmen die römischen Sitten sowie die Bauweisen und zumindest die Eliten der Ubier lernen auch Latein.
- 17/16 v. u. Z. Rom
- » Der Legat Marcus Lollius versucht mit der Ⅴ. Legion Gallica den Ansturm von Sugambrer, Usipeten und Tenkterer zu stoppen, die bei Vetera (Xanten) über den Rhein schritten. Die römische Truppe wurde jedoch vernichtend geschlagen, wobei auch zur Schande der Ⅴ. Legion Gallica der Legionsadler verloren ging. Der Verlust des Feldzeichens einer Legion wird in der römischen Welt als besonders schmachvoll empfunden. Nach dieser Schlacht wurde die stark dezimierte Legion Ⅴ. Gallica aufgelöst. Usipeten und Tenkterer hatten für Gaius Julius Caesars Verbrechen an ihnen Rache geübt und keinen Römer verschont.
- 16 v. u. Z. Germanen
- » Arminius († um 21 v. u. Z.) der Befreier Germaniens, wird als Sohn des Segimer II. der ein Gau- und Stammesfürst der Cherusker ist, geboren.
- 16 - 13 v. u. Z. Rom
- » Die Schande der V. Legion könnte auch der Grund dafür gewesen sein, dass Kaiser Augustus (regiert 31 v. u. Z. bis 14 u. Z.) sich persönlich von 16 bis 13 v. u. Z. in Gallien aufhielt, um mit dem Statthalter Agrippa eine stabile römische Grenz- und Aufmarschlinie an den Rhein und später bis an die Elbe zu organisieren, um offensiv ins Land des Feindes vorzustoßen. Unter Kaiser Augustus beginnt somit die militärische Sicherung des Rheins durch römische Legionen. Insgesamt wurden römische Truppen bis zur Stärke von 5-6 Legionen ergänzt um Hilfstruppen in Festen Militärlagern entlang am Rhein verteilt. Zuvor waren germanische Stämme über Jahre immer wieder in die römischen Provinzen eingedrungen.
- 15 v. u. Z. Germanen
- » Die Stiefsöhne von Kaiser Augustus, Nero Claudius Drusus und Tiberius Claudius Nero greifen die Stämme in der Alpenregion bis hin zur Donau an und erobern das Gebiet für Rom.
- 12 v. u. Z. Germanen
- » Nero Claudius Drusus, Stiefsohn von Kaiser Augustus, greift die Stämme zwischen Rhein und Elbe an und unterwirft unter anderem Cherusker und Brukterer. Entlang der Flüsse Lippe und Main werden römische Stützpunkte errichtet.
- 9 v. u. Z. Rom
- » Durch einen Reitunfall kommt Drusus auf dem Rückzug zum Rhein im Jahre 9 v. u. Z. um und sein Bruder Tiberius muss den Krieg alleine fortsetzt. Um die Sugambrer besser kontrollieren zu können, siedelt er sie auf der linken Rheinseite in jenem Gebiet, das sie zuvor immer wieder geplündert hatten an.
1. Jhd. u. Z.
- 1 u. Z. Rom
- » Unruhen erschüttern den Nordwesten von Germanien immer wieder, doch Tiberius, Oberbefehlshaber der Truppen im Norden, schlägt diese bis 1 u. Z. alle auf mehreren Feldzügen nieder.
- 2 u. Z. Germanen
- » Die Römer betrachten das Gebiet bis zur Weser hin, womöglich sogar bis an die Elbe, in ihrem Größen Wahn als befriedet und die Germanen für besiegt. Sie hatten überhaupt noch keine Vorstellung von der Größe des Germanischen Siedlungsgebiet und von der Bevölkerungsmasse. Im besetzten Gebiet der Germanen entstehen erste kleinere römische zivile Siedlungen wie z. B. Waldgirmes an der Lahn im heutigen Hessen, wo Germanen und Römer miteinander Handel treiben.
- 4 u. Z. Germanen
- » Tiberius zieht von der Rheinmündung über die Flüsse Lippe und Ems bis zur Weser und lässt, um das eroberte Gebiet zu befrieden sowie zu kontrollieren, neue Legionslager errichten.
- 5 u. Z. Germanen
- » Der Markomanne Marbod (* um 30 v. u. Z. - † 37 u. Z. in Ravenna), einer von den nur wenigen frühen bekannten Germanenherrschern, die den Königstitel tragen, ist auf dem Höhepunkt seiner Macht. Sein in den Ansätzen nach dem römischen Vorbild zentralistisch strukturiertes Reich erstreckt sich von seinem Kernland, den Landschaften Böhmen und Mähren, bis an die Ostsee. Seine Streitmacht umfasst ein stehendes Heer von 70 000 Fuß- und 4000 Reitersoldaten.
- 7 u. Z. Germanen
- » Der Politiker und Feldherr Publius Quinctilius Varus wird Statthalter und Oberbefehlshaber der Truppen in Germanien. Er führt dort römische Verwaltungsstrukturen und das römische Recht ein. In ihren Übermut betrachteten die Römer das germanische Gebiet schon als Provinz und damit offiziell als Teil des Imperiums.
- 9 u. Z. Germanen
- » Im Saltus Teutoburgiensis (es ist in der Forschung mehr als umstritten, ob dieser Ort mit dem heutigen Teutoburger Wald gleichzusetzen ist) gerät der Feldherr Varus mit drei Legionen in einen Hinterhalt germanischer Krieger, die der Cherusker Arminius anführt. Ein Großteil der mehr als 15 000 Römer stirbt in einer dreitägigen Schlacht, ihr Befehlshaber Publius Quinctilius Varus stürzt sich angeblich in sein Schwert. Anschließend überrennen die Germanen die römischen Lager zwischen Weser und Rhein. Die römische Expansion ins Barbarengebiet wird dadurch jäh unterbrochen und ja, in Rom befürchtet man sogar einen Sturm auf die Rheingrenze - doch der bleibt aus.
- 10 u. Z. Rom
- » Tiberius hat von 6 bis 9 u. Z. unter Aufbietung einer Armee von 15 Legionen einen Aufstand in Pannonien und Illyrien niedergeschlagen. Nun wurde er nach der schmachvollen Niederlage des Varus aufgrund seiner großen militärischen Erfahrung in Germanien wieder zum militärischen Oberbefehlshaber der Legionen am Rhein. Er sicherte den Rhein und organisierte die militärische Verteidigung. Doch die Germanen blieben hinter dem Rhein. Tiberius beschränkte sich zwischen 11 und 12 u. Z. auf Strafexpeditionen ins Land der Germanen. Eine Rückeroberung des Raumes zwischen Elbe und Rhein war nicht sein Ziel. Anfang 13 u. Z. kehrte Tiberius nach Rom zurück, sein Neffe und Adoptivsohn Nero Claudius Germanicus übernimmt nun das Oberkommando der römischen Truppen am Rhein.
- 13 u. Z. Rom
- » Nero Claudius Germanicus, Neffe und Adoptivsohn des Tiberius, übernimmt das Oberkommando der römischen Truppen am Rhein. Nach vereinzelten Vorstößen startet er im Jahr 15 einen groß angelegten Angriffskrieg ins Barbarenland. Nicht immer gehen die Römer dabei siegreich aus den Schlachten hervor, mehrfach erleiden sie immense Verluste. Nach dem Verlust weiterer 2 Legionen zieht daher Kaiser Tiberius (*14 - † 37 u. Z.) im Jahr 16 u. Z. alle Legionen aus Germanien zurück.
- 14 u. Z. Rom
- » Kaiser Augustus stirbt am 19.08.14 in Nola. Etwa einen Monat später erfolgt die feierliche Ernennung von Tiberius zum neuen Kaiser in Rom. Germanicus kann am Rhein eine Meuterei der Truppen verhindern und lehnt eine Ernennung zum neuen Kaiser durch die Truppen ab.
- 15 - 16 u. Z. Rom
- » Germanicus unternimmt gemeinsam mit dem Oberbefehlshaber des römischen niedergermanischen Heeres, Aulus Caecina Severus, Feldzüge gegen die Chatten, Brukterer und Cherusker. Hierbei finden sie im Gebiet der Brukterer eines der verlorenen Feldzeichen des Varus. Der Cherusker Segestes, der von Arminius Belagert wird, wird aus der Belagerung befreit, dessen schwangere Tochter Thusnelda, die Frau von Arminius, wird gefangen genommen. Germanicus und Caecina suchen den Ort der Niederlage des Varus auf und lassen die Gefallenen bestatten. Auf dem Rückweg zum Kastell Vetera erleiden die Legionen des Caecina in einer mehrtägigen Schlacht eine Vernichtende Niederlage durch Arminius, der die Römer wieder einmal in einen Hinterhalt gelockt hatte. Germanicus verliert weitere 2 Legionen seines Heeres durch eine Springflut. Mit neuen römischen Truppen befreit Germanicus das belagertes Kastell Aliso an der Lippe. Er führt einen weiteren Feldzug in die Stammesgebiete der Cherusker, Chatten und Marser durch, dabei wird das zweite verlorene Feldzeichen des Varus bei den Marsern gefunden. Germanicus schlägt Zwei Schlachten gegen Arminius bei Idistaviso und am Angrivarierwall im Bereich der Weser, dabei bringen die Cherusker mit ihren Verbündeten den Römern erhebliche Verluste bei. Germanicus muss sich hinter den Rhein zurückziehen, doch auf dem Rückzug wird es noch schlimmer. Germanicus verliert erhebliche Teile seines Heeres und der Flotte bei einem Unwetter auf der Nordsee.
Kaiser Tiberius beordert Germanicus zurück nach Rom und stellt nach den hohen Verlusten alle römischen Militäroffensiven im rechtsrheinischen Gebiet ein. Germanien wird fürs erste aufgegeben.
Die römischen Militärschläge von 8 Legionen hatten die Germanen weder vernichtet noch entscheidend geschwächt, vielmehr hat der gut organisierte germanische Widerstand die Angriffsmaschine der Römer gestoppt und ihr hohe Verluste zugefügt. Rom musste erkennen, dass die Größe sowie auch die Hartnäckigkeit des Widerstandes der Arminius-Koalition schließlich zu stark waren, so dass letztendlich der Abbruch der Eroberungsversuche erzwungen wurde. Der Vernichtungskrieg des Germanicus war total gescheitert, aber die römische Propaganda konnte das nicht verkünden, sondern musste einen Sieg feiern. Die Arminius-Koalition war sosehr vernichtet, dass sie im Jahre 17 u. Z. in der Lage war, das Reich des Markomannen-Königs Marbod in Böhmen erfolgreich anzugreifen. Während Germanicus zum Zeichen seines vermeintlichen Sieges über die germanischen Stämme einen Triumph Zug durch Rom feiert, ist der Aufbau einer befestigten Grenze am Rhein das Gebot der Stunde. - 17 u. Z. Germanen
- » Die Entscheidungsschlacht zwischen den Germanen. Nach dem Rückzug der Römer hinter den Rhein brechen schon lange schwelende innergermanische Konflikte offen aus. In einer großen Schlacht treffen die rivalisierenden Fürsten Arminius und Marbod mit ihren jeweiligen Verbündeten aufeinander. Dieser Konflikt sollte entscheiden, welcher der beiden Machtblöcke künftig den elbgermanischen Raum zwischen Rhein und Weichsel beherrschen würde. Arminius musste eine weitere Ausdehnung des Reiches von Marbod verhindern, und da dieser sich den Römern als Bündnispartner anbiederte. Arminius hatte Marbod nach der Varusschlacht selbst ein Bündnis gegen Rom angeboten und sandte ihm daher auch das Haupt des Varus, das dieser jedoch an Augustus weitersandte und somit einer germanischen Koalition eine Absage erteilte. Semnonen und Langobarden, die von Marbod abgefallen waren, verstärkten nun die Streitmacht des Arminius, aber sein Onkel Inguiomer war mit seiner Gefolgschaft zu Marbod übergelaufen und so waren die Heeresstärken von je ca. 50.000 - 60.000 Mann relativ ausgeglichen, was dazu führte, dass diese Entscheidungsschlacht keinen eindeutigen Sieger hatte. Da Marbods Heer erheblich geschwächt war, scheute er sich davor, den Kampf zu erneuern und überließ dem Gegner Arminius das Feld und zog sich in sein Kernland zurück. Dies wurde ihm als Schwäche vorgeworfen und schon im folgenden Jahr stürzt ihn der rivalisierende Adelige Markomanne Catualda. Marbod musste ins römische Exil fliehen und um Asyl bitten, das ihm in Ravenna gewährt wurde. Der Hermunduren König Vibilius stürzte noch im selben Jahr Catualda der dann ebenfalls ins römische Exil fliehen musste. Die Markomannen geraten nun unter die Herrschaft der Quaden.
- 21 u. Z. Germanen
- » Arminius wird von einem seiner Verwandten ermordet.
- 28 u. Z. Germanen
- » Die Friesen rebellieren in den heutigen Niederlanden gegen die von Rom geforderten Tributzahlungen. Sie sollen der Armee besonders hochwertige Ochsenhäute liefern. Legionäre schlagen den Aufstand unter schweren Verlusten nieder.
- 50 u. Z. Rom
- » Die Römer gründen die Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln). Die Bevölkerung besteht unter anderem aus Angehörigen des linksrheinischen Stammes der Ubier - romanisierte Germanen. Etwa zur gleichen Zeit fallen Chatten und Chauken mehrfach ins nun römische Gallien ein.
- 69 u. Z. Rom
- » Machtkämpfe um den römischen Kaiserthron haben das Imperium in eine schwere Krise gestürzt, was die Bataver nutzen, um sich gegen Rom zu erheben. Bis hierhin stellten die Bataver als treue Verbündete Roms sogar die Leibgarde der Kaiser. Den Aufständischen unter ihrem Anführer Julius Civilis schließen sich auch Gallier. Sie brennen Legionslager nieder und Gründen sogar ein eigenes Reich, das erst nach mehr als einem Jahr durch römische Soldaten endgültig vernichtet wird.
- 70 u. Z. Rom
- » Im südlichen Teil des freien Germaniens zwischen Rhein und Donau wird die römische Expansion wiederaufgenommen, Legionäre besetzen das Land und errichten Legionslager zur Sicherung.
- 77 u. Z. Germanen
- » In seinem enzyklopädischen Werk über die Naturgeschichte, das 37 Bände umfasst, beschreibt Gaius Plinius Secundus Maior besser bekannt als Plinius der Ältere († 25. August 79 in Stabiae am Golf von Neapel beim Vulkanausbruch des Vesuvs) die Geografie Nord- und Osteuropas und liefert eine Übersicht über die Völker Germaniens. Er unterscheidet fünf Hauptstämme und berichtet über ihre Essgewohnheiten, Kleider sowie Bodenschätze des Landes.
- 81 u. Z. Rom
- » Kaiser Domitian (* 24. Oktober 51 in Rom - † 18. September 96 in Rom) war vom 81 u. Z. bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Er unternahm mehrere Feldzüge gegen die Chatten, einen der größten Germanenstämme. Auch hier gehen die Römer nicht immer siegreich aus den Schlachten hervor, mehrfach erleiden sie immense Verluste, doch Domitian konnte schließlich mit der Errichtung des Limes, des römischen Grenzwalls zwischen Rhein und Donau, beginnen.
- Um 85 u. Z. Rom
- » Kaiser Domitian gründet westlich des Rheins die Provinzen Germania Inferior (mit Gebieten der heutigen Niederlande, Deutschlands und Belgiens) und Germania Superior (Schweiz, Ostfrankreich, deutscher Südwesten) neben der bereits bestehenden Provinz Raetia (das Teile der heutigen Schweiz, Österreichs, Süddeutschlands und Norditaliens umfasst). Soweit man weiß, bleiben die römischgermanischen Beziehungen die nächsten 80 Jahre im Grenzraum weitgehend friedlich und vom Handel dominiert.
- 98 u. Z. Rom
- » Der römische Historiker und Senator Publius Cornelius Tacitus (* um 58 u. Z.; † um 120) veröffentlicht seine Schrift "De origine et situ Germanorum liber" (kurz: "Germania") - die wichtigste Schriftquelle zu den Germanen aus dieser Zeit. Ausführlich berichtet er von den Völkern zwischen Rhein und Weichsel, an Nord- und Ostsee. Er beschreibt deren Lebensweise, Sitten und Gebräuche - etwa, dass die Menschen an Losorakel glauben und in heiligen Hainen ihren Göttern huldigen. Einzelne Passagen des Werkes sind allerdings ideologisch verfälscht. Denn die Germanen dienen Tacitus als Gegenbeispiel zum Verfall der Sitten in Rom. In seiner ethnografischen Schrift Germania erwähnt er den Volksstamm der Aestii als die östlichen Nachbarn der Goten im Weichseldelta. Es ist aber bis heute fraglich, ob er damit die Balten allgemein oder die Prußen explizit gemeint hatte. Das Verfälschen der Wahrheit hat eine sehr lange Tradition in Rom.
2. Jhd. u. Z.
- Um 100 u. Z. Rom
- » Um den Zu- und Abfluss von Handelswaren zu kontrollieren und die Provinzen vor Raubüberfällen zu schützen, beginnen die Römer mit der Errichtung des Obergermanisch- Rätischen Limes, einer befestigten Grenze, die südöstlich von Bonn am Rhein beginnt und südwestlich von Regensburg an der Donau endet. Er hat eine Gesamtlänge von ca. 550 km. Gründung von Colonia Ulpia Traiana (Xanten) - einer von vielen Städten links des Rheins, in denen die römische Zivilisation erblüht: Tempel, Thermen, Theater markieren einen scharfen Kontrast zum kargen Leben im freien Germanien.
- Um 100 u. Z. Germanen
- » Die Goten brechen von Skandinavien aus über die Ostsee nach Gothisskandza (Danzig) an der Weichselmündung auf. Die Aestier (Prußen) unterwerfen sich den Greutungen einen Teilstamm der Goten, die vom Gebiet der unteren Weichsel nach Osten bis zum Fluss Passarge vorgerückt sind und daraufhin auch die Kontrolle über den Bernsteinhandel Übernehmen.
- Um 130 u. Z. Rom
- » Um die riesigen Territorien seines Reiches besser abzusichern, errichtet Kaiser Hadrian (117-138) mehrere befestigte Grenzwälle, etwa in Britannien den nach ihm benannten Hadrians Wall. Auch den Rätischen Limes oder wie er auch genannt wird Obergermanisch-Rätische Limes, der die römischen Provinzen Obergermanien nach Osten und Rätien nach Norden hin von Germanien abgrenzte, lässt der Herrscher kontinuierlich ausbauen. Aus einer Schneise mit einfachen Wachposten von ca. 550 km Länge wird nach mehreren Ausbauphasen schließlich eine Grenze mit ca. 900 Wachtürmen sowie ca. 120 Kastellen. In Obergermanien ist es ein durchgehender Holzpalisadenzaun mit Graben und Wachtürmen, aber in Rätien ist es eine etwa 3 m hoher und bis zu 1,2 m dicke Steinmauer mit Wachtürmen aus Stein. Weiterführende Infos gibt es hier Der Obergermanisch-raetische Limes.
- Um 140 u. Z. Germanen
- » Der griechische Wissenschaftler Klaudios Ptolemaios aus Alexandria in der römischen Provinz Ägypten verfasst ein acht-bändiges Werk zur Geographie der Welt, Geographike Hyphegesis. Im zweiten Buch gibt es ein Kapitel über das barbarische Germanien (Germania magna) in diesem Kapitel beschreibt und lokalisiert er allein nur zwischen Rhein, Donau, Weichsel und Ostsee ca. 68 Stämme sowie ca. 95 Orte, Siedlungen und Handelsplätze.
- Um 150 u. Z. Germanen
- » Die Stämme der Angrivarier, Chauken und Cherusker bilden im Elbe-Weser-Dreieck den neuen Stammesverband der Sachsen.
- » Als die älteste erhaltene Runeninschrift gilt derzeit die Zeichenfolge ”harja” auf dem aus einem Geweih gefertigten Kamm von der dänischen Insel Fünen. Er stammt aus dem Moor von Vimose und wird auf die Zeit um ca. 150 - 200 u. Z. datiert.
- 166 u. Z. Germanen
- » Germanische Scharen um die Markomannen verwüsten die Donauprovinzen und ziehen bis nach Oberitalien. Auch zahlreiche weitere Stämme nutzen in diesen Jahren die Schwäche des Imperiums: Chaukische Piraten verheeren mehrfach die gallische Küste, Chatten dringen über den Limes ins Reichsgebiet ein. Erst 180 u. Z., 14 Jahre nach dem Beginn der Markomannenkriege, gelingt es Kaiser Mark Aurel (161-180), die Feinde vollständig zu besiegen. Als Wahrzeichen seines Triumphs wird in Rom eine Säule errichtet, auf der Reliefs die dramatischen Ereignisse zeigen. Es ist eines der wenigen und daher wichtigsten Bildzeugnisse über die Germanen.
3. Jhd. u. Z.
- Um 200 u. Z. Germanen
- » Die Greutungen (Goten), die ursprünglich im östlichen Pommern und dem Weichselmündungsgebiet siedelten, dringen allmählich in die Ebenen nördlich des Schwarzen Meeres vor, wo sie sich später in Ost- und Westgoten trennen.
- Um 230 u. Z. Rom
- » Der Politiker und Schriftsteller Lucius Claudius Cassius Dio veröffentlicht eine römische Geschichte in 80 Büchern, in der er auch von den Germanen berichtet. Es ist das letzte große erhaltene römische Geschichtswerk bis zum Ende des 4. Jahrhunderts. Für die Zeit bis etwa 350 gibt es somit keine weiteren verlässlichen schriftlichen Nachrichten über die Situation im Inneren Germaniens.
- 233 u. Z. Germanen
- » Scharen von Germanen Fallen unter Führung der Alamannen plündern und brandschatzen in die römischen Provinzen Raetia und Germania Superior ein. Kaiser Severus Alexander (222-235) schlägt sie zunächst zurück. Doch von nun an überfallen germanische Stämme immer wieder das Reichsgebiet. Ein Teil des Heeres vor Mogontiacum meuterte und erhob den für die Rekrutenausbildung zuständigen Offizier Maximinus Thrax zum Kaiser. Auf Befehl des Maximinus Thrax wurden Kaiser Alexander und seine Mutter Mamaea im Feldlager in der Nähe von Mogontiacum im März 235 u. Z. in ihrem Zelt ermordet. Es beginnt die Epoche der Soldatenkaiser. Auch Maximinus Thrax regierte nicht lange und wurde 238 u. Z. ebenfalls von meuternden Soldaten ermordet.
- 238 u. Z. Germanen
- » Die Goten überfielen zusammen mit den Karpen die römische Stadt Histria südlich der Donaumündung am Schwarzen Meer und eroberten sie. Nach Plünderung der Stadt und Erpressung von jährlichen Tributen zogen sie wieder ab. Damit beginnt aber eine jahrzehntelange Phase von Invasionen und Beutezügen germanischer Stämme im ganzen südöstlichen Europa. Die Vandalen ziehen durch das Karpatenbecken (Pannonisches Becken) und die Gepiden durch die Provinz Dacia (heute Rumänien), die Heruler ziehen durch Kleinasien und Griechenland.
- 248 u. Z. Germanen
- » Als zehn Jahre später Kaiser Philippus Arabs nach Siegen über die Karpen die Zahlung der Tribute einstellte, fielen die Goten unter ihrem Anführer Kniva im Jahr 250 mit mehreren großen Kriegergruppen nach Dakien, Thrakien, Mösien und Illyrien ein und verheeren die ganzen Balkanprovinzen. Der mittlerweile neue Kaiser Decius wurde in mehreren Schlachten besiegt und fiel schließlich 251 zusammen mit seinem Sohn Herennius in der Schlacht von Abrittus, einem römischen Kastell mit Zivilsiedlung im heutigen Bulgarien. Kaiser Decius war der erste römische Herrscher, der im Kampf gegen die Barbaren getötet wurde.
- 259 u. Z. Germanen
- » Germanische Stämme durchbrechen auf breiter Front den Limes und fallen in die römischen Provinzen ein. Die Juthungen in Raetia und Norditalien, die Franken, deren Name hier zum ersten Mal in den spärlichen Schriftquellen auftaucht, in Niedergermanien und Nordgallien sowie weitere Stämme in Obergermanien und Südgallien. Zahlreiche archäologische Funde zeugen von den Überfällen in dieser Zeit. Im Rhein versunkene Beute wie Geschirr, Münzen und Schmuck, Brandspuren in Legionslagern und eingeschlagene Schädel in den Ruinen von römischen Gutshöfen. Die Römer geben schließlich die durch den Obergermanisch- Rätischen Limes markierte Grenze auf und ziehen sich wieder hinter Rhein und Donau zurück.
- 270 u. Z. Germanen
- » Germanen fallen in Oberitalien ein, werden aber von den Römern zurückgeschlagen. Kaiser Aurelian lässt daraufhin Rom mit einer Mauer umgeben, denn selbst das Zentrum des Reichs ist nicht mehr sicher vor den Barbaren.
- 271 u. Z. Germanen
- » Kaiser Aurelian (270-275) besiegt die Goten 271 u. Z. auf ihrem eigenen Territorium nördlich der Donau. Kaiser Aurelian gab allerdings die nördlich des Flusses gelegene Provinz Dakien auf, die daraufhin von den Goten und ihren Verbündeten besiedelt wurde. Aber dadurch kehrt in den Balkanprovinzen wieder etwas Ruhe ein und es begann eine längere Friedenszeit zwischen Römern und Goten.
- 275 u. Z. Germanen
- » Franken plündern linksrheinische Städte und stoßen bis nach Gallien vor. Im Jahr darauf treibt der neu römische Kaiser Probus (276-282 u. Z.) die germanischen Plünderer zurück über den Rhein. Um die linksrheinischen Provinzen dauerhaft vor Invasionen zu schützen, lässt er auf der rechten Seite des Stroms zahlreiche Kastelle errichten, die mit regulären Truppen bemannt werden. Bis zur Mitte des folgenden Jahrhunderts leben Römer und Germanen weitgehend friedlich nebeneinander. Viele Germanen strömen in das Imperium, wo sie Aussicht auf Tätigkeiten im Handel oder Karrieren bis in die höchsten Ränge der Armee haben.
- Ab 284 u. Z. Rom
- » Der neue Kaiser Diokletian (284-305 u. Z.) führt einer umfassenden Verwaltungsreform durch und stabilisiert damit das Römische Reich. Da die außenpolitische Lage trotz der Erfolge Aurelians noch immer bedenklich war und ein Herrscher alleine unmöglich an allen Brennpunkten des Reiches gleichzeitig sein konnte, führte Diokletian das Herrschaftssystem der Tetrarchie ein, bei dem zwei Seniorkaiser (Augusti) und zwei Unterkaiser (Caesares) über einen jeweils eigenen Reichsteil herrschten. Die Soldaten neigten immer wieder dazu, siegreiche Feldherren zu Kaisern auszurufen, was zu zahlreichen Usurpationen geführt hatte, dem wollte Diokletian damit entgegenwirken. Die Herrschaft wurde so auf mehreren Schultern verteilt, aber das Reich noch nicht aufgeteilt.
- 289 u. Z. Germanen
- » Erste gesicherte Erwähnung der Alamannen. Offenbar handelt sich um einen Sammelbegriff für eine Vielzahl kleinerer Stämme, die das von den Römern geräumte Limesgebiet nördlich der Donau und östlich des Rheins besiedeln.
- Um 290 u. Z. Germanen
- » Erstmals wird die Existenz zweier verschiedener gotischer Völker erwähnt. 20 Jahre zuvor haben sich die Römer aus ihrer vormaligen Provinz Dacia zurückgezogen und das Gebiet so für die Besiedelung durch barbarische Völker freigemacht. Während jener Teil der Goten, der allmählich in das verlassene Territorium nördlich der unteren Donau einsickerte, nun als Terwingen (und später als Westgoten) bezeichnet wird, bürgert sich für die im ursprünglichen gotischen Siedlungsgebiet am Schwarzen Meer verbliebenen Germanen der Name Greutungen (später Ostgoten) ein. über das Schicksal der Greutungen in den folgenden Jahrzehnten ist nur wenig bekannt. Die Terwingen werden spätestens im Jahr 332 u. Z. Vertragspartner Roms und leben bis 375 u. Z. in friedlicher Nachbarschaft zum Imperium.
4. Jhd. u. Z.
- Ab 303 u. Z. Rom
- » Am 23. Februar 303 erließ Kaiser Diokletian (284 - 305 u. Z.) in der neuen Reichshauptstadt Nikomedeia in Kleinasien ein Verfolgungsedikt gegen Christen und leitete so die letzte und brutalste Welle der römischen Christenverfolgung ein. Aber er war auch der einzige römische Kaiser, der am 1. Mai des Jahres 305 freiwillig aus dem Amt ins Privatleben schied. Das System der Tetrarchie ist vor allem von seiner Autorität zusammengehalten worden.
- 312 u. Z. Rom
- » Durch die Siegreiche Schlacht von Kaiser Konstantin gegen seinen Rivalen Kaiser Maxentius am 28. Oktober 312 u. Z. an der Milvischen Brücke in Rom, wo dieser umkommt, es war die Entscheidungsschlacht, kommt es in deren Folge zum Aufstieg des Christentums. Kaiser Konstantin unterstützt und fördert das Christentum.
- Um 350 u. Z. Germanen
- » Der gotische Bischof Wulfila, Nachfahre verschleppter Christen aus Kleinasien, übersetzt wohl als Erster die Bibel in eine germanische Sprache. Dafür entwickelt er aus griechischen und lateinischen Buchstaben sowie Runen ein neues Alphabet - die gotische Schrift. Wenige Jahre zuvor ist Wulfila mit einigen Tausend Glaubensbrüdern vor Christenverfolgungen im Reich der Terwingen in die römische Provinz Moesia geflüchtet. Laut Jordanes stellen sich die Prußen zu dieser Zeit durch Verträge unter die Herrschaft des Ostgoten Ermanerich (Greutungen).
- 356 u. Z. Germanen
- » Zum ersten Mal erwähnt eine römische Quelle die Sachsen - ein Volk, zu dem sich vermutlich Stämme wie die Angrivarier, Chauken und Cherusker zusammengeschlossen haben. Sächsische Piraten überfallen von Norddeutschland aus die Küsten Belgiens, Britanniens und Galliens.
- 357 u. Z. Germanen
- » Alamannen besetzen römische Städte wie Speyer, Mainz und Koblenz, werden jedoch im Herbst bei Straßburg geschlagen und fürs erste wieder aus dem Imperium vertrieben.
- Um 375 u. Z. Germanen
- » Mit der Unterwerfung des Ostgotenreiches durch die Hunnen beginnt eine neue Völkerwanderung. Die Hunnen, Reiternomaden aus Zentralasien, fallen zuerst in Osteuropa ein und rücken später weiter nach Mitteleuropa vor. Mehrere Völker fliehen vor den angreifenden Kriegerscharen in Richtung Westeuropa. Großkhan Attila errichtet ein Großreich, das vom Ural bis zum Rhein reicht.
- 376 u. Z. Germanen
- » Auf der Flucht vor den Hunnen bitten große Teile der Westgoten und Ostgoten um Aufnahme ins Römische Reich. Zwar wird ihnen die Erlaubnis von Kaiser Valens (364-378) erteilt, doch findet der übertritt über die Donau und die versprochene Ansiedelung der Flüchtlinge im Reich unter chaotischen Bedingungen statt. Von der Korruption der Provinzverwalter und von Hungersnöten geplagt, erheben die Goten sich schließlich gegen die römischen Verwalter und ziehen plündernd durch die Balkanprovinzen des Reiches.
- 378 u. Z. Germanen
- » In der Schlacht bei Adrianopel (heute Edirne) vernichten die Gotenverbände, geführt von Fritigern ein römisches Heer, das unter Befehl des Ostkaisers Valens stand, Kaiser Valens selbst fällt im Kampf. Diese Katastrophe zwingt später Kaiser Theodosius I. (379-395), nach erfolglosem Kampf den Westgoten 382 u. Z. Siedlungsgebiete im Reich anzubieten und ihnen weitgehende Autonomie zu gewähren. Die Westgoten (Terwingen) wurden als Föderaten im Gebiet des heutigen Bulgarien angesiedelt.
- 385 u. Z. Rom
- » Theodosius I. (* 11. Januar 347 in Cauca, Hispanien - † 17. Januar 395 in Mediolanum), wurde auch Theodosius der Große genannt, war von 379 bis 394 Kaiser im Oströmischen Reiche und von September 394 bis Januar 395 für einige Monate der letzte Alleinherrscher des Gesamtreiches. Er erhob das Christentum faktisch zur alleinigen Staatsreligion im Römischen Reich und erließ Gesetze gegen das Heidentum sowie gegen die christliche Häresie.
- 395 u. Z. Rom
- » Im Jahre 395 wird das Römischen Reiches nach dem Tode Kaisers Theodosius I. endgültig in ein Weströmisches und ein Oströmisches Reich aufgeteilt. Aus der östlichen Hälfte des Römischen Reiches wurde nach dem Ende des Weströmischen Reiches das Byzantinische Reich mit der Hauptstadt Byzanz, die aber nach dem Tod Kaiser Konstantins 337 u. Z. zu dessen ehren, in Konstantinopel umbenannt wurde.
5. Jhd. u. Z.
- ca. 400 u. Z. Balten
- » Durch die weitere Expansion der Hunnen werden die slawischen Völker weiter nach Norden gedrängt, was wiederum die Balten noch weiter in den Norden zurückdrängt.
- 406 u. Z. Germanen
- » Zur Jahreswende 406/407 u. Z. setzen Vandalen, Sueben und weitere germanische Gruppen über den Rhein bei Mainz. Brandschatzend und plündernd ziehen sie in den folgenden Jahren durch Gallien bis nach Spanien.
- 410 u. Z. Germanen
- » Die Westgoten unter ihren König Alarich I., 394 erneut von den Hunnen aus ihrer Heimat vertrieben und seither auf der Wanderung quer durch das südliche Europa, nehmen nach dreimaliger Belagerung Rom ein, erstmals seit 800 Jahren wird die Metropole des Imperiums erobert und geplündert. Doch die strategische Bedeutung der Einnahme ist gering. Denn die Zentralregierung des Weströmischen Reiches residiert seit 402 in Ravenna. Zuvor hatten schon viele Einwohner die einstige Hauptstadt verlassen. Lebten im Jahr 330 u. Z. noch etwa eine Million Menschen in Rom, sind es um 410 u. Z. wohl nur noch wenige Hunderttausend.
- 418 u. Z. Germanen
- » Die Westgoten lassen sich als Vertragspartner Westroms im heutigen Südwestfrankreich nieder. Dort gründen sie das Königreich von Tolosa (Toulouse).
- 428 - 430 u. Z. Germanen
- » Die legendären Sachsen Hengist und Horsa kommen als Söldner in Britannien an, es beginnt die angelsächsische Landnahme.
- 429 u. Z. Germanen
- » Die Vandalen sind im Westen von Spanien angekommen und ca. 80 000 von ihnen überqueren die Straße von Gibraltar unter der Führung von Geiserich und setzen sich in Nordafrika, der Kornkammer des Römischen Reiches, fest. Im Jahre 435 u. Z. überlässt der weströmische Kaiser Valentinian III. (425-455) dem König der Vandalen und Alanen Geiserich einen großen Teil der eroberten Gebiete. Bald darauf erkennt er ihn, auch wenn Africa offiziell Teil des Imperium Romanum blieb, faktisch als eigenständiger Herrscher in seinem vandalischen Königreich an.
- 435 u. Z. Germanen
- » Gundahar († 436), König der Burgunder, fällt in die römische Provinz Belgica I ein, wird aber vom römischen Heermeister Flavius Aëtius (* um 390 - † durch Mord im September 454 in Rom) zurückgeschlagen. Ein Jahr darauf besiegen hunnische Hilfstruppen Westroms die Burgunder bei Worms, ca. 20 000 burgundische Krieger sterben. Einen Großteil der überlebenden siedelte der römische Heermeister Flavius Aëtius in Gallien an, bald lassen sie sich zwischen dem Genfer See und der Rhône nieder. Diese Ereignisse bilden wohl den historischen Kern des Nibelungenlieds, das vom Untergang der Burgunder am Hof des Hunnenkönigs Etzel erzählt.
- um 450 u. Z. Germanen
- » Sachsen aus Norddeutschland und Angeln aus Jütland wandern nach Britannien aus. Sie verbreiten die germanische Sprache auf der Insel und legen so den Grundstein für die Entstehung des Englischen. Die Römer haben sich bereits 40 Jahre zuvor weitgehend von der Insel zurückgezogen. Starke Bevölkerungsabnahme in den küstennahen Gebieten Ostfrieslands als Folge der Auswanderung der Sachsen nach Britannien, der völlig entvölkerte Raum wird nach und nach von den Friesen besetzt.
- 451 u. Z. Rom
- » In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im Norden Galliens kämpften die vom römischen Heermeister Flavius Aëtius kommandierten Burgunder, Römer, Westgoten und Franken gegen die Hunnen unter König Attila, die sich mit den Ostgoten und Gepiden verbündet hatten. Der Sieg der römischen Koalition stoppt den Vormarsch der Hunnen in Europa.
- 453 u. Z. Hunnen
- » Attila stirbt überraschend in seiner Hochzeitsnacht an einem Blutsturz, schon bald darauf zerfällt sein Großreich in viele Kleinreiche und seine Krieger werden Vertrieben.
- 455 u. Z. Germanen
- » Die Vandalen und Alanen setzen unter König Geiserich († 25. Januar 477 in Karthago) mit einer starken Flotte aus Nordafrika nach Italien über und plündern Rom nach der Einnahme systematisch aus. Da die Vandalen Arianiche Christen sind, werden die Einwohner und vor allem die Kirchen weitgehend verschont.
- 476 u. Z. Rom
- » Odoaker (* um 433; † März 493 in Ravenna), der germanische Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde, setzt den 16-jährigen Kaiser Romulus Augustulus ab. Damit besiegelt ein Germane das Ende des Weströmischen Reiches, wenngleich dessen Verwaltungsstrukturen weitgehend erhalten bleiben. Odoaker unterstellt sich formal dem oströmischen Kaiser, tatsächlich regiert er unabhängig als König von Italien sehr erfolgreich.
- 482 u. Z. Germanen
- » Chlodwig I. (* 466 - † 27. November 511 bei Paris) aus dem Geschlecht der Merowinger wird König eines Teilstamms der Franken, die er in den folgenden Jahren unter seiner Herrschaft mit brutaler Gewalt vereint. Nach und nach erobert er große Gebiete in Gallien, besiegt die Westgoten und formt als einziger Germane ein Reich, das die Wirren der Völkerwanderung überdauern wird und aus dem später Frankreich und Deutschland hervorgehen.
- 493 u. Z. Germanen
- » Die Ostgoten siedeln sich unter der Führung von König Theoderich in der Toskana an. Theoderich der Große († 30. August 526 in Ravenna), Anführer der Ostgoten, ermordet mit eigener Hand Odoaker und erhebt sich zum Alleinherrscher Italiens, das er von Ravenna aus regiert. Theoderich ist offenbar ein ebenso beliebter wie toleranter Monarch: Seine italischen Untertanen vergleichen ihn mit glanzvollen Kaisern des vergangenen römischen Imperiums und errichten ihm Statuen. Die Prußen schicken dem Ostgotenkönig Theoderich in Ravenna Bernstein, um die Handelsaktivitäten wieder aufzunehmen laut Cassiodorus dem Römer.
6. Jhd. u. Z.
- um 500 - 1000 u. Z. Germanen
- » Heidnische germanische Stämme besiedeln immer noch das ganze Gebiet zwischen Rhein und Weichsel, von Slawen ist weit und breit nichts zu sehen. Wie auch die müssen ja erst einmal erfunden werden, so wie einst auch die Germanen. Zwichen 500 - 600 u. Z. ist die Hochzeit der Völkerwanderung.
- Ab 500 bis 800 u. Z. Germanen
- » Heidnische germanische Stämme drängen nach Norden ins Ostbaltikum, Litauer und Letten werden zur Ostsee abgedrängt. Aus Schweden kommende Wikinger (Germanen) dringen immer wieder ins Samland und Memelland ein. Die Handelsbeziehungen nach Süden zwischen den abgewanderten Goten und Prußen reißen nicht ab. Nach der Abwanderung der Goten findet aber eine Aufspaltung der Prußen in verschiedene Stammesgebiete mit unterschiedlichen kulturellen Entwicklungen statt. Diese sogenannte Dekadenzperiode trifft aber nicht auf das Samland und Memelland zu, hier findet stattdessen mithilfe der Wikinger (Dänen) eine starke Eigenentwicklung statt.
- Um 505 u. Z. Germanen
- » Chlodwig I. aus dem Geschlecht der Merowinger tritt vom Heidentum zum Athanasianischen christlichen Glaubensbekenntnis der Reichskirche des Römischen Reichs als einziger germanischer König über. Die germanischen Reiche, die wie die West- und Ostgoten oder auch die Burgunder und Vandalen, die den christlichen Glauben in der Form des Arianismus angenommen hatten, gingen alle im Laufe der Zeit Unter.
- 509 u. Z. Germanen
- » Der fränkische Stammesfürst Chlodwig I. besiegt die letzten römischen Heere in Gallien.
- 511 u. Z. Germanen
- » Nach Chlodwigs I. Tod teilen dessen vier Söhne das Frankenreich nach fränkischen brauch unter sich auf.
- 523 u. Z. Prußen
- » Laut Legende soll auf der Prußenburg Honeda, dem späteren Balga, durch König Waidewut die Grundrichtlinien der Prußischen Gesellschaft aufgestellt wurden sein. So sollte z. B. jeder prußische Mann nur noch ein Weib haben.
- 526 u. Z. Germanen
- » Am 30. August 526 u. Z. stirbt Theoderich der Große, König des Ostgotenreichs aus dem Geschlecht der Amaler in Ravenna. Der Tod Theoderichs leitete das Ende der ostgotischen Herrschaft über Italien ein, da es bald zu Thronstreitigkeiten kam. Kaiser Justinian ergriff die Gelegenheit und ließ das weströmische Kernland durch seine Generäle Belisar und Narses bis 552 erobern. Die Rückeroberung führte dazu, dass viele antike Traditionen abbrachen und verloren gingen.
- 532 u. Z. Germanen
- » Das Frankenreich erobert und unterwirft das Thüringerreich an der Unstrut ebenso wie das Reich der Burgunder an der Rhône.
- 533 u. Z. Ostrom
- » Der oströmische Kaiser Justinian I. (527-565 u. Z.) befiehlt eine Strafexpedition gegen das Reich der Vandalen in Nordafrika, das im Jahr darauf von den Truppen des Generals Flavius Belisarius vernichtet wird.
- 536 u. Z. Germanen
- » Die Ostgoten geben ihre Gebiete nördlich der Alpen an die Alemannen und Bajuwaren ab.
- 541 u. Z. Ostrom
- » Im Jahre 541 tritt erstmals in Ägypten eine Pestepidemie auf die durch ihre Wucht auch in den Gesichtskreis der Geschichtsschreiber trat. Im Frühjahr 542 erreichte sie schon die Kaiserresidenz Konstantinopel, die damals über 500.000 Einwohner zählte, doch Kaiser Justinian I. überlebt und man spricht nun von der „Justinianische Pest“. Diese ausgebrochene Pandemie (Beulenpest) verbreitet sich schon bald darauf im gesamten spätantiken Mittelmeerraum und verursachte verheerende Bevölkerungs- und Wirtschaftsverluste. Obwohl sie 544 im Byzantinischen Reich für erloschen erklärt wurde, flackerte sie 577 schon wieder auf und blieb im Mittelmeerraum lange Zeit endemisch. In unregelmäßigen Abständen, etwa im 15- bis 25-jährigem Rhythmus, kam es bis 770 immer wieder zu Ausbrüchen von apokalyptischen Ausmaßen laut Augenzeugen. Es hat insgesamt 15, womöglich sogar 17 Pestwellen in diesem Zeitraum gegeben. Siehe dazu mehr unter Justinianische Pest auf Wikipedia.
- um 550 u. Z. Germanen
- » Der römisch-gotische Gelehrte und Geschichtsschreiber Jordanes berichtet in seiner Getica über die Ästier oder Aisten (lateinisch Aestii), die als friedliche Bauern vom Fischfang und vom Einsammeln des Bernsteins an der südöstlichen Ostseeküste lebten.
- 552 u. Z. Ostrom
- » In der Schlacht am Milchberg südlich von Neapel schlagen Truppen des oströmischen Feldherrn Narses nach einem 17 Jahre dauernden Krieg den letzten bedeutenden Widerstand der Ostgoten nieder, deren König Teja fällt. Damit endet die eigenständige Existenz dieses Volkes. Italien steht jetzt zwar ganz unter oströmischer Herrschaft, aber das Römische Reich ist am Ende. Die überlebenden Goten unterwarfen sich teils den Byzantinern, teils flohen sie zu den Franken. Verschiedene Stadtkommandanten leisteten noch ein paar Jahre Widerstand gegen Narses. Die ostgotische Geschichte endet im Jahre 555 u. Z. mit der Kapitulation der Letzten gotischen Einheiten nördlich von Salerno.
- 561 u. Z. Franken
- » Chlothar I. (* um 495 - † Dezember 561 in Compiègne) stirbt, er war ein Frankenkönig aus dem Geschlecht der Merowinger. Nach seinem Tod teilten die überlebenden vier Söhne Charibert I., Guntram I., Sigibert I. und Chilperich I. das Reich untereinander auf, was schon bald zum merowingischen Bruderkrieg führte, der erst 613 mit der Wiedervereinigung des Gesamtreiches unter Chlothar II. (* um 584 - † Winter 629/630) endete. Chlothar II., genannt der Junge, stammte aus dem Geschlecht der Merowinger und war von 613 bis 629 König aller Franken. Siehe dazu mehr unter Chlothar II. auf Wikipedia.
- 568 u. Z. Germanen
- » Unter ihrem König Alboin (* vor 526 - † 28. Juni 572/573 in Verona) ziehen rund 100 000 Langobarden, begleitet von Angehörigen anderer germanischer Völker, aus dem Karpatenbecken nach Italien. Sie erobern von den Oströmern etwa die Hälfte der Apennin-Halbinsel und begründen ein Reich mit der Hauptstadt Pavia, in der Wirtschaft und Kultur in den folgenden zwei Jahrhunderten eine neue Blütezeit erleben. Dieser letzte große Zug eines germanischen Volkes durch ehemals römisches Territorium markiert auch das Ende der Völkerwanderungszeit.
7. Jhd. u. Z.
- 614 u. Z. Franken
- » Chlothar II. (* um 584 - † Winter 629/630) erlässt das sogenannte Edictum Chlotharii, mit dem er die Verwaltung des Landes als Zugeständnis der Teilhabe an der Macht in die Hände des grundbesitzenden fränkischen Adels legte und so den Grundstein für den späteren Aufstieg der Hausmeier schuf, insbesondere auch der Karolinger. Pippin der Ältere wird im Jahre 615 zum Hausmeier des Frankenkönigs Chlothar II. Siehe dazu mehr unter Pippin der Ältere auf Wikipedia.
- 623 u. Z. Franken
- » Dagobert I. (* wohl um 610 - † 19. Januar 639 wohl in Épinay-sur-Seine) aus dem Geschlecht der Merowinger wird als Sohn von König Chlothar II. im Jahre 623 Unterkönig in Austrasien und ab 629 bis 639 König der Franken. Auch er musste dem mächtigen fränkischen Adel weitere Zugeständnisse machen.
- 631 u. Z. Germanen
- » Erste urkundliche Erwähnung der Sorben in der Chronik des Fredegar. Laut Fredegar-Chronik unterliegt der Frankenkönig Dagobert I. gegen den Slawenherrscher Samo in der Schlacht um bzw. an der Wogastisburg. Siehe dazu mehr unter Schlacht um Wogastisburg auf Wikipedia.
- 639 u. Z. Franken
- » Als Dagobert I. (* wohl um 610 - † 19. Januar 639 wohl in Épinay-sur-Seine, nördlich von Paris) stirbt, markiert sein Tod den Beginn des Niedergangs der merowingischen Königsdynastie und den Aufstieg der Hausmeier in den jeweiligen Reichsteilen, die in der darauffolgenden Zeit schrittweise die tatsächliche Macht im Frankenreich übernehmen. Die nachfolgenden Könige sind nur noch Marionetten der Hausmeier. Siehe dazu mehr unter Hausmeier auf Wikipedia.
- 658 u. Z. Germanen / Slawen
- » Das Reich des Slawenherrschers Samo zerfällt nach dessen Tod um 658 wieder in einzelne slawische Stammesgebiete.
- 687 u. Z. Franken
- » Pippin der Mittlere (* um 635 - † 16. Dezember 714 in Jupille bei Lüttich) aus dem Geschlecht der Arnulfinger wird durch seinen Sieg in der Schlacht bei Tertry im Juni 687 zum Hausmeier im gesamten Frankenreich und legte damit die Grundlage zum weiteren Aufstieg der Pippiniden fest, was ihren späteren Aufstieg zur königlichen karolingischen Dynastie erst ermöglichte. Die Schlacht wurde zwischen den Truppen Pippins des Mittleren, Hausmeier Austrasiens einerseits und denen des Merowingerkönigs Theuderich III. und dessen neustrischem Hausmeier Berchar andererseits im Norden Frankreichs, in der Picardie ausgetragen. Theuderich III. war König der fränkischen Teilreiche Burgund, Neustrien und Austrasien, doch die Macht in Austrasien hatte faktische Pippin in seiner Funktion als dortiger Hausmeier inne und deswegen attackierten Theuderich III. und Berchar Austrasien um die Gesamtherrschaft des Königs durchzusetzen. Pippin gewann nicht nur die Schlacht, sondern im Ergebnis verlor Theuderich III. die Macht über Neustrien und Burgund an Pippin, der damit zum Hausmeier des fränkischen Gesamtreichs wurde. Ein Friedensabkommen beließ Theuderich III. und Berchar Pro forma ohne wirkliche Macht im jeweiligen Amt. Den Griff zur fränkischen Königskrone wagte Pippin aber noch nicht.
- 690 - 695 u. Z. Franken
- » Pippin der Mittlere erobert zwischen 690 - 695 ganz Friesland und annektiert es. Dies war die Voraussetzung für die Christianisierung der Friesen durch den angelsächsischen Mönch Willibrord (* um 658 in Northumbria, im späteren England - † 7. November 739 in Echternach, heute Luxemburg), der zum Missionsbischof der Friesen mit Sitz in Utrecht geweiht wurde. Daher wird er auch als „Apostel der Friesen“ bezeichnet. Der später heilige Willibrord (Villibrordus) hatte 697/698 in Echternach ein Kloster gegründet, in dem er nach der Missionszeit immer mehr Zeit verbrachte und wo er auch in der Nacht vom 6. auf den 7. November 739 verstarb. Siehe dazu mehr unter Willibrord auf Wikipedia.
8. Jhd. u. Z.
- 700 u. Z. Preußen
- » Das Land der Prußen das einmal Preußen heißen wird, orientiert sich immer mehr nach Norden. Daher kommt im 8. - 10. Jh. u. Z. durch den skandinavischen Einfluss auch die Leichenverbrennung in Mode.
- 711 u. Z. Germanen
- » Das Reich der Westgoten auf der Iberischen Halbinsel unterliegt den arabischen Invasoren. Der letzte Gotenkönig Roderich fällt im Kampf in der Schlacht am Río Guadalete die am 19. Juli 711 begann und acht Tage bis zum 26. Juli dauerte. Seine Niederlage gegen ein arabisch-berberisches Heer führte zum Untergang des Westgotenreichs.
- 714 u. Z. Franken
- » Pippin der Mittlere starb nach langer Krankheit in Jupille bei Lüttich und wurde im Tal der Weser (französisch Vesdre), etwa 7 km südöstlich von Lüttich in Chèvremont beerdigt. Schon vor seinem Tod brach der Konflikt um seine Nachfolge aus den letztendlich sein außerehelicher Sohn (Bastard) Karl Martell 717 für sich entschied. Die außereheliche Zeugung mit einer Nebenfrau (Konkubine) war damals bei den Franken noch kein Ausschlusskriterium von der legalen Erbfolge.
- 717 u. Z. Franken
- » Karl Martell (* zwischen 688 und 691 - † 15. Oktober oder 22. Oktober 741 in der Königspfalz Quierzy, im heutigen französischen Département Aisne) stieg auf zum fränkischen Hausmeier, einem Amt, auf dessen Besetzung die merowingischen Könige keinen Einfluss mehr hatten. Die wichtigsten weltlichen und geistlichen Posten des Frankenreiches besetzte er mit Gefolgsleuten, die ihm treu ergeben waren. Unter seiner Führung setzte sich die bereits begonnene Entwicklung hin zu einer königsgleichen Machtposition der Hausmeier im frühen 7. Jahrhundert weiter fort, bis mit Pippin dem Jüngeren, seinen Sohn, ein karolingischer Hausmeier König der Franken wurde und die alte Dynastie der merowingischen Könige endgültig ablöste.
- 719 u. Z. Germanen
- » Der angelsächsische Mönch Bonifatius wird von Papst Gregor II. am 15. Mai 719 mit der Missionierung der heidnischen Völker in Germanien beauftragt. Siehe dazu mehr unter Mönch Bonifatius auf Wikipedia.
- 732 u. Z. Franken
- » Karl Martell (* zwischen 688 und 691 - † 15. Oktober oder 22. Oktober 741 in der Königspfalz Quierzy, französisches Département Aisne) erweiterte durch militärische Aktivitäten das Fränkische Reich und schufen die militärische Grundlage für die spätere Expansion der karolingischen Könige, insbesondere seines Enkels Karls des Großen. Uns ist er allerdings besonders wegen seines Sieges in der Schlacht bei Poitiers 732 gegen Araber und Berber bekannt und in Erinnerung geblieben, da er zum Retter des christlichen Abendlandes stilisiert wurde. Durch seine militärischen Erfolge bekam er den Beinamen Martellus („der Hammer“). Sein Sieg beendete die Expansion der Araber nach Zentraleuropa.
- 747 u. Z. Franken (Germanen)
- » Karl der Große wird um 747 oder 748 u. Z. geboren und stirbt am 28. Januar 814 u. Z. in Aachen. Von 768 u. Z. bis 814 u. Z. war er König des Frankenreichs und am 1. Weihnachtstag, dem 25. Dezember 800 u. Z. erlangte er in Rom durch Papst Leo III. als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike wieder die Kaiserwürde.
- 751 u. Z. Franken (Germanen)
- » Der fränkische Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger, Pippin der Jüngere (* 714 - † 24. September 768 in Saint-Denis bei Paris), wird zum König des Frankenreiches (Rex Francorum) ausgerufen, dass Reich, das sein Vater Karl Martell bereits de facto unter seiner Herrschaft wiedervereinigt hatte. Der letzte Merowinger König Childerich III., wird durch eine Versammlung der Franken in Soissons abgesetzt, heute würde man dazu Staatsstreich sagen und in das Kloster Sithiu (Abtei Saint-Bertin) gebracht, damit ist die Reihe der Könige aus dem Geschlecht der Merowinger unblutig beendet worden. Jetzt regieren Könige aus dem Geschlecht der Karolinger.
- 754 u. Z. Germanen
- » Bonifatius, einer der bedeutendsten germanischen Missionare, der etwa die Chatten (Hessen) mit Feuer und Schwert zum Christentum bekehrt hat, wird während einer Missionsreise in das Land der Friesen bei der zwangstaufe friesischer Stammesangehöriger am Ufer des Flusses Boorne bei Dokkum verdientermaßen erschlagen. Er wird seit dem 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche als
Apostel der Deutschen
verehrt. Man beachte den Zeitpunkt, beginn der Reformation, die man von katholischer Seite ja auch mit Feuer und Schwert bekämpft hat. - 768 u. Z. Franken (Germanen)
- » Der fränkische Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger Pippin der Jüngere (* 714 - † 24. September 768 in Saint-Denis bei Paris) stirbt und das Reich wird unter seinen Söhnen aufgeteilt. Karlmann I. herrscht im südlichen Reichsteil und Karl (später der Große) im nördlichen Reichsteil. Nach dem Tod von Karlmann I. herrscht Karl ab 771 im Gesamtreich und nach der Ermordung der Ehefrau sowie der beiden Kinder von Karlmann I. ab 774 uneingeschränkt als König der Franken über das ganze fränkische Reich. Er sollte der bedeutendste Herrscher aus dem Geschlecht der Karolinger werden. Siehe dazu mehr unter Karl der Große auf Wikipedia.
- 772 u. Z. Franken (Germanen)
- » Karl der Große fällt mit einem fränkischen Heer in Sachsen ein. Nach anfänglichen Erfolgen glaubt der Frankenkönig, das heidnische Nachbarvolk unterworfen zu haben. Durch die Zerstörung der ”Irminsul”, dem sächsischen Hauptheiligtum auf der Eresburg, schlägt den Franken schon bald hartnäckiger Widerstand entgegen. Siehe dazu mehr unter Sachsenkriege Karls des Großen auf Wikipedia.
- 774 u. Z. Franken (Germanen)
- » Karl der Große besiegt die Langobarden und erobert Pavia, er lässt sich zum König der Langobarden krönen und schlägt deren Reich seinem Reich zu. Ermordung der Ehefrau und der beiden Kinder des Karolingers Karlmann I., des Bruders und Mitkönigs Karls des Großen, die zum Langobardenkönig Desiderius geflüchtet waren.
- 780 u. Z. Franken (Germanen)
- » Um 780 lässt Karl der Große an der Elbe und Saale befestigte Grenzmarken zum Schutz des Fränkischen Reiches gegen die noch heidnischen Germanenstämme gründen.
- 782 u. Z. Franken (Germanen)
- » Als Reaktion auf weitere Aufstände der Sachsen befiehlt Karl der Große das Blutgericht von Verden: die Hinrichtung von angeblich 4500 sächsischen Rebellen.
- 785 u. Z. Franken (Germanen)
- » Der Sachsenherzog Widukind unterwirft sich Karl dem Großen und lässt sich wohl in der Königspfalz Attigny um die Weihnachtszeit taufen. Doch noch bis 804 u. Z. dauern die Unruhen in seiner Heimat an. Doch dann ist die verbrecherische Zwangschristianisierung des letzten großen heidnischen Volkes zwischen Rhein und Elbe vollendet. Viele Sachsen fliehen über die Elbe zu den noch heidnischen Elb- und Ostseegermanen.
- 793 u. Z. Wikinger (Germanen)
- » Mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne an der englischen Ostküste beginnt die große Zeit der Wikinger. Die Expeditionen und Raubzüge dieser germanischen Dänen, Schweden und Norweger führen bis zur Ostküste Amerikas, nach Nowgorod und Kiew sowie ins Mittel- und Schwarze Meer. Bis zum 11. Jahrhundert nehmen die Wikinger das Christentum an. Spätestens damit endet auch in Skandinavien das Zeitalter der Germanen.
- 500 - 800 u. Z. Europa
- » Zur Zeit der Völkerwanderung zwischen 500 und 800 u. Z. drangen verstärkt Völker ins Baltikum und Osteuropa ein, die man später als Slawen bezeichnete. Aus Schweden drangen Wikinger auch bis ins Samland und Memelland vor und nach anfänglichen Feindseligkeiten entwickelte sich ein schwungvoller Handel. Im Memeldelta fanden die Wikinger einen sicheren Hafen, den sie Ruß nannten, von dem aus sie über die Flusswege weiter nach Osten vordrangen. Der Hafen könnte Namensgeber für das Gebiet um Nowgorod und Kiew sein, das die Wikinger später ebenfalls Ruß nannten.
9. Jhd. u. Z.
- 800 u. Z. Franken (Germanen)
- » Der König der Franken, Karl der Große, lässt sich am 1. Weihnachtstag, dem 25. Dezember 800 u. Z. in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser krönen. Damit tritt ein Franke, ein Germane, die Nachfolge der römischen Imperatoren an. Unter ihm hatte das Frankenreich seine größte Ausdehnung erreicht, von den Pyrenäen bis nach Kärnten und von Norddeutschland bis Mittelitalien erstreckt sich sein Reich.
- 805 - 806 u. Z. Franken (Germanen)
- » Kaiser Karl der Große besiegt die Daleminzer und andere Stämme der Heiden und zwingt sie zu Tributzahlungen und Stellung von Truppenkontingenten zur Heeresfolge.
- 814 u. Z. Franken (Germanen)
- » Kaiser Karl der Große (*747 - † 28. Januar 814 u. Z.) stirbt in Aachen. Sein Sohn Ludwig der Fromme (* Juni/August 778 bei Poitiers - † 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein) er war der einzige legitime Erbe, der seinen Vater überlebte und wurde daher schon zu Lebzeiten Kaiser Karls als Ludwig I. zum Mitregenten erhoben. Nach dem Tod von Kaiser Ludwig den Frommen 840 wurde im Vertrag von Verdun 843 das Reich unter den drei Söhnen Ludwigs aufgeteilt. Entsprechend der fränkischen Erbfolge hatte jeder männliche Nachkomme den Anspruch auf einen gleichgroßen Teil des väterlichen Erbes. Dies führte zur Entstehung des Westfrankenreichs das spätere Frankreich und des Ostfrankenreichs, dem späteren Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
Dieser Akt der Reichsteilung gilt im Allgemeinen als die Geburtsstunde von Frankreich und Deutschland. - 850 - 1000 u. Z. Prußen
- » Dänische Wikinger falle ins Gebiet der Prußen ein aber die Prußen machen ihrerseits Beutezüge bis Dänemark und sogar bis Island (Island Saga). Die Feindseligkeiten mit Dänemark sollten schon bald in Freundschaft übergehen, durch den gegenseitigen Menschenraub, der nicht ohne Folgen blieb.
- 862 u. Z. Franken (Germanen)
- » Gemäß Nestorchronik begann der Wikinger Rjurik ab 862 in Nowgorod zu herrschen und legt den Grundstein der Dynastie der Rurikiden die bis ins späte 16. Jahrhundert über Russland herrschten. Die Herrschaft Rjuriks soll bis 879 gedauert haben. Das Gebiet, auf das sich seine Macht erstreckte, umfasste auch Städte wie Rostow, Susdal, Polozk und andere. Als sein Nachfolger gilt Oleg der Weise, der die Herrschaft als Regent für Rjuriks Sohn Igor innehatte. In seinem Bestreben, den gesamten Weg von den Warägern zu den Griechen zu kontrollieren, eroberte Oleg im Jahr 882 Kiew und die umliegenden Gebiete, womit die Geschichte der historischen Kiewer Rus beginnt.
- 880 u. Z. Franken (Germanen)
- » Mit dem Vertrag von Ribemont kam die Teilungen des Frankenreiches nun endgültig zum Abschluss. Der Vertrag zwischen dem ostfränkischen König Ludwig III. der Jüngere (* um 835 - † 20. Januar 882 in Frankfurt am Main) und den Enkeln Karls des Kahlen, Ludwig III. (Frankreich) (* um 864 - † 5. August 882 in Saint-Denis bei Paris) und Karlmann II. (* 866 - † 6./12. Dezember 884 bei Les Andelys) wurden die Grenzen neu geregelt. Ein wichtiger Vertragsinhalt war, dass nun auch der Westteil Lotharingiens (Lothringen) an das Ostfrankenreich kam. Ludwig III. (Frankreich) als Ältester Enkel erhielt das Kernland des Reiches um die Francia und Neustrien, während Karlmann in Aquitanien und Burgund regieren sollte. Da Ludwig III. (Frankreich) schon 882 verstarb wurde Karlmann II. als Alleinherrscher zum König des Westfränkischen Reiches. Dieser Vertrag von Ribemont zementierte endgültig die Trennung des Frankenreichs in ein West- und Ostreich.
- 890 u. Z. Wikinger (Germanen)
- » Wulfstan von Haithabu unternimmt im Auftrag des Königs Alfred dem Großen eine Bootsfahrt, um den dänischen Handelsstützpunkt Truso, nahe der heutigen Stadt Elblag, an der Bernsteinstraße zu besuchen. Diese Handelsniederlassung besaß einen multiethnischen Charakter, da neben den beheimateten Prußen und Skandinaviern auch Slawen und Friesen ansässig waren. Er berichtet von den Sitten und den Fähigkeiten der Prußen, selbst im Sommer Eis herzustellen.
10. Jhd. u. Z.
- 905/906 u. Z. Reich
- » Im Auftrage des Sachsenherzogs Otto unternimmt sein Sohn Heinrich, der spätere König Heinrich I. von Deutschland (919 - 936 u. Z.), Feldzüge gegen den westslawischen sorbischen Stamm der Daleminzer und macht diese tributpflichtig.
- 911 u. Z. Reich
- » Mit dem Tod von König Ludwig IV. genannt das Kind im Alter von ca. 18 Jahren endet die ostfränkische Linie der Karolinger und Konrad I. aus dem Geschlecht der Konradiner wird am 10. November 911 zum neuen König gewählt, aber er kann in den 7 Jahren seiner Herrschaft nicht für Stabilität im Reich sorgen.
- 912 u. Z. Reich
- » Heinrich I. (* um 876; † 2. Juli 936 u. Z. in der Pfalz Memleben), aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger, wird Herzog der Sachsen ('sachse' - althochdeutsch für Schwertgenosse). Er trug den volkstümlichen Beinamen der Vogler. Das Stammesherzogtum Sachsen bildete sich Ende des 9. Jahrhundert in West- und Ostfalen unter Führung des Fürstengeschlechts der Liudolfinger heraus.
- 919 u. Z. Reich
- » Von den Herzögen des Heiligen Römischen Reiches, die Bezeichnung deutscher Nation, kommt erst viel später in Gebrauch, wird Herzog Heinrich von Sachsen zum König Heinrich I. von Deutschland gekrönt (919 - 936 u. Z.). Er ist der erste deutsche König aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger (Ottonen). Der Aufstieg der Sachsen von einem unterworfenen, unterdrückten und zwangsmissionierten Volk hin zum führenden Volk innerhalb des Reichs in nur einem Jahrhundert nach der Unterwerfung gehört historisch zu den bemerkenswertesten Erfolgen des Mittelalters.
- 928 - 929 u. Z. Reich
- » Feldzug von König Heinrichs I. gegen die Sorben. Im Winter 928/929 besiegt er die Heveller und erobert ihre Hauptburg Brennabor (Brandenburg). Im Frühjahr 929 u. Z. erobert er die Hauptburg Gana der Daleminzer am Jahna-Bach, im heutigen Kreis Oschatz. Dabei sollen alle Erwachsenen Daleminzer umgebracht und die Kinder versklavt wurden sein.
- 929 u. Z. Reich
- » König Heinrich I. begründet auf einem Bergsporn an der Elbe, dem heutigen Meißner Burgberg, ein befestigtes Militärlager, aus dem sich später die Burg Meißen entwickelt.
- » Zum Schutze des Überganges über die Mulde bei (Bad) Düben wird eine steinerne Burg errichtet.
- 932 u. Z. Reich
- » Von der Burg Meißen aus bringen königliche Truppen den sorbischen Stamm der Milzener (um Bautzen) unter die Botmäßigkeit von König Heinrichs I., anschließend zieht er gegen die Lusizer (sorbischer Stamm in der Lausitz) und zerstört ihre Feste Liubusua die wahrscheinlich beim heutigen Luckau gelegen hat.
- 933 u. Z. Reich
- » König Heinrich I. besiegt am 15. März 933 u. Z. (Namenstag des heiligen Longinus) die Ungarn in der „Schlacht bei Riade‟ (wahrscheinlich am Zusammenfluss von Helme und Unstrut gelegen). Den Beginn der Schlacht hatte Heinrich auf den Tag des Heiligen Longinus gelegt, um die siegbringende Kraft der kurz zuvor von dem burgundischen König Rudolf II. erworbenen Heilige Lanze, die dem heiligen Longinus zugewiesen wurde, in den Mittelpunkt der Bitte um himmlischen Beistand zu stellen. Heinrich erscheint nun durch den Sieg über die Ungarn als der von Gott bestätigte Herr des Reiches und Beschützer der Christenheit.
- 934 u. Z. Reich
- » König Heinrich I. konnte durch einen Angriff die Dänen zu Tributzahlung und zur Annahme des christlichen Glaubens bewegen.
- 936 u. Z. Reich
- » König Heinrich I. stirbt am 2. Juli 936 u. Z. in der Pfalz Memleben. Ihm folgt am 7. August 936 sein Sohn Otto I. (* 23. November 912 - † 7. Mai 973 in Memleben) aus dem Geschlecht der Liudolfinger als Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreiches (regnum francorum orientalium) nach. Ab 951 ist er auch König von Italien und 962 wird er auch zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Er wurde später unter der Bezeichnung „Otto der Große“ bekannt.
- » Im Auftrag König Ottos I. führt der sächsische Graf Hermann Billung einen Feldzug gegen die Redarier (Heidenstamm, der südöstlich der Müritz siedelt) siegreich durch. Hermann Billung wird Markgraf über die Redarier, Obodriten, Wagrier und Dänen. Beginn der Einrichtung von Markgrafschaften in den eroberten heidnischen Gebieten.
- 936 u. Z. Böhmen
- » Einfall der Böhmen unter ihrem Herzog Boleslav I. (Boleslav der Grausame) in die deutschen Ostgebiete, um gegen benachbarte thüringische Stämme zu kämpfen, die sich unter den Schutz von Otto I. König des Ostfränkischen Reichs (regnum francorum orientalium) stellten, da er auch als Herzog von Sachsen ihr Nachbar war. Herzog Boleslav I. stammte aus dem Geschlecht der Přemysliden, einem böhmischen (tschechischen) Herrschergeschlecht.
- 939 u. Z. Reich
- » König Ottos I. setzt den ostsächsischen Grafen Gero († 20. Mai 965 in Gernrode) in der „Sächsischen Ostmark“ ein, um die Tributherrschaft über die slawischen Stämme östlich der mittleren Elbe und der Saale in seinem Namen als Stellvertreter auszuüben. Um 939 - 940 erhält Gero als Sachse den ursprünglich karolingischen Markgrafentitel von König Ottos I. verliehen, was ihn aus der Masse der anderen sächsischen Grafen hervorhob. Nach dem Tode Geros im Jahre 965 wurde die „Sächsische Ostmark“ von Ottos I. in fünf Marken aufgeteilt und zwar in die Nordmark (Altmark) an der mittleren Elbe, die Mark Lausitz, die Mark Meißen, die Mark Merseburg sowie die Mark Zeitz südlich.
- 955 u. Z. Reich
- » König Otto I. Siegt am 10. August 955 in der „Schlacht auf dem Lechfeld‟ war der endgültige Endpunkt der Ungarneinfälle und sein größter militärischer Sieg überhaupt. Das in der Schlacht auf dem Lechfeld von Otto I. gezeigte Sankt Michaels Banner des Erzengels Michael und die Heiliger Lanze sowie der positive Ausgang der Schlacht bewirkten, dass der Erzengel Michael zum Schutzpatron Deutschlands erwählt wurde. Auch Boleslav I. (Boleslav der Grausame) kämpfte an der seit Otto I. mit einem eigenen Kontingent auf dem Lechfeld gegen die Magyaren. Der katastrophale Ausgang der Schlacht bewirkte das die Plünderungszüge der Magyaren (Ungarn) in Mitteleuropa vorbei waren.
- » König Otto I. Siegte nur wenig später am 16. Oktober 955 auch in der „Schlacht an der Raxa‟ im heutigen Mecklenburg-Vorpommern gegen ein Slawenheer aus Abodriten und Wilzen, Zirzipanen und Tollensanen unter ihrem Anführer Stoignew. Ihr Anführer sowie 700 slawische Gefangene wurden enthauptet, woraufhin sich die Slawen Otto I. unterworfen haben und Tribut leisteten.
- 962 u. Z. Reich
- » Das Heilige Römische Reich expandiert auch unter den Nachfolgern Karls des Großen nach Osten. Als Otto I. 962 die Kaiserkrone übernimmt, haben die sächsischen und bayerischen Markgrafen bereits mehrere heidnische Stämme unterworfen. Das führt zu einem stärkeren Zusammenschluss der heidnischen germanischen und slawischen Stämme zwischen Weichsel und Oder. Der Hakenpflug ist das wichtigste Produktionsinstrument. Es gibt Weberei, Töpferei und Metallbearbeitung. Einige Namen dieser Stämme sind bekannt. Der Stamm der Slezanen siedelte im heutigen mittleren Schlesien und in Niederschlesien die Stämme der Dziadoschanen und Bobrzanen sowie in Oberschlesien die Stämme der Opolanen und Goleszycer. An der mittleren Warthe lebte der große Stamm der Polanen (Feldbewohner), was darauf verweist, dass es sich um ein Bauernvolk handelte. Zwischen der Oder und der Weichsel Flussmündung siedelte der Stamm der Pomoranen und an der mittleren Weichsel der Stamm der Masowier. An der oberen Weichsel siedelten mit dem Zentrum Krakow die Wislanen und östlich der Weichsel die Lechen.
- » Otto I. wird von Papst Johannes XII. am 2. Februar 962 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Sein Reich reichte damals von der Norddeutschen Tiefebene im Nord-Westen bis zum Baltikum im Nord-Osten über das heutige Polen bis nach Norditalien im Süden. Das später sogenannte Heilige Römische Reich hatte hier in diesem Akt seinen Ursprung.
- 965 u. Z. Reich
- » Der spanische Jude Ibrahim ibn Yaqub bereiste bis 973 das Ostfrankenreich (regnum francorum orientalium) und berichtet in seiner Reisebeschreibung über die östlich vom pommerschen Gebiet an der Ostsee lebenden Nachbarn, den „Brus“ oder wie sie sich selbst nannten „prusai“ (Prussen).
- 966 u. Z. Polen
- » Gesicherte Informationen über die Entstehung des polnischen Staates gibt es erst ab diesem Datum. Es ist das Jahr, in dem Mieszko I. aus dem Geschlecht der Piasten sich taufen lässt. Mieszko ist Kaiser Otto I. tributpflichtig für sein Land zwischen Oder und Warthe. Indem er dieser Pflicht nachkommt, erkennt er faktisch die Oberhoheit des Kaiserreichs an.
- 968 u. Z. Polen
- » Um der Vereinnahmung durch die Interessen des sächsischen Markgrafen und der kirchlichen Expansion an der Ostgrenze des Römischen Reiches zu entgehen, erkennt Mieszko I. offiziell die kaiserliche Oberhoheit an und ist zu Bündnissen bereit. Gleichzeitig weitet er aber seine Hoheitsgrenzen bis zur Ostsee aus.
- » Magdeburg wird auf Wunsch von Otto I. zum Erzbistum erhoben. Ziel ist Missionierung der Slawen.
- 973 u. Z. Reich
- » Otto I. (der Große) stirbt am 7. Mai 973 in Memleben, Nachfolger wird sein Sohn Otto II, (* 955 - † 7. Dezember 983 in Rom) der schon seit 967 als Kaiser mitregiert.
- 981 u. Z. Polen
- » Mieszko I. verliert die polnischen Grenzgebiete an den Flüssen Bug und San an das Kiewer Reich.
- 982 - 986 u. Z. Polen
- » Mit den Truppen des Heiligen Römischen Reiches kämpft Mieszko I. gegen die vom Reich abgefallene Liutizen und Obodriten zwischen Elbe, Oder und Ostsee. Es sind die ersten gemeinsamen deutsch-polnischen Feldzüge.
- 983 u. Z. Reich
- » Otto II. stirbt am 7. Dezember 983 in Rom, sein Sohn Otto III. wurde bereits als Dreijähriger zum deutschen König gewählt. Zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wird er erst 996 u. Z. gekrönt. Durch einen Aufstand der Heiden gehen die östlich der Elbe von Siedlern gegründeten Grenzmarken dem Deutschen Reich bis 1147 wieder verloren.
- 990 u. Z. Reich
- » Mit den Milzenern in der Oberlausitz verliert der letzte sorbische Stamm seine politische Unabhängigkeit. Mit der militärischen Eroberungspolitik durch den deutschen Staat ging auch eine gewaltsame Christianisierung der heidnischen Gebiete einher.
- 990 u. Z. Polen
- » Ein Konflikt zwischen dem Herzog von Polen Mieszkos I. und dem Herzog von Böhmen Boleslav II. der Fromme führt zur Eroberung Schlesiens und zur Angliederung der Region Kleinpolen an der oberen Weichsel (Krakau). Nun umfasst das Territorium Mieszkos I. das ganze Flussgebiet der Oder und der mittleren und unteren Weichsel. Sein Herrschaftsgebiet wird dem Schutz des Heiligen Stuhls unterstellt. In den ab 990 einsetzenden offenen Grenzstreitigkeiten zwischen Polen und Böhmen unterstützte das Heiligen Römischen Reiches die polnische Seite.
- 992 u. Z. Polen
- » Mieszko I. stirbt und sein Sohn Boleslaw Chrobry (der Tapfere) übernimmt als Boleslaw I. Chrobry die Herrschaft, die er bis zu seinem Tod im Jahre 1025 ausüben wird. Er setzt die erfolgreiche Politik seines Vaters in enger Zusammenarbeit mit Kaiser Otto III. fort und sichert so dem Piastenreich die Vormachtstellung an der nun ebenfalls christianisierten Ostflanke des Heiligen Römischen Reiches.
- 995 u. Z. Reich
- » Unter Herzog Boleslaw I. Chrobry erzwingen die Polen nach langen, schweren, verlustreichen Kämpfen für etwa 30 Jahre auch die Herrschaft über Hinterpommern.
- 997 u. Z. Polen
- » Bischof Adalbert von Prag (Adalbert Vojtech) aus dem böhmischen Adelsgeschlecht der Slavnikiden, zieht mit Soldaten von König Boleslaw I. Chrobry von Polen ins prußische Land, stieß dabei bis zur Ostsee vor, wird aber in Tenkitten (russisch Ljotnoe) am 23. 4. 997 bei einem erfolglosen Versuch, die Prußen im Samland zum christlichen Glauben zu bekehren, verdientermaßen erschlagen, weil er einen heiligen Hain missachtet hatte. Mit der gewaltsamen Missionierung des böhmischen Bischofs Adalbert von Prag, die mit den Eroberungsversuchen des polnischen Herzoges Boleslaw I. Chrobry einherging, werden die Prußen erstmals historisch erwähnt. Die Gebeine des ermordeten Missionars werden durch Herzog Boleslaw I. Chrobry nach Gnesen überführt. Adalbert von Prag wurde schon 999 u. Z. von Papst Silvester II. heiliggesprochen und die nun einsetzenden Wallfahrten bestärkten Boleslaw darin, die Stadt Gnesen zu einem Erzbistum zu erheben.
11. Jhd. u. Z.
- 10. Jh. - 11. Jh. u. Z. Prußen
- » Die Feindseligkeiten zwischen Wikinger und Prußen hören auf, stattdessen reger Handel und kultureller Austausch. Wikinger-Krieger lassen sich als Kaufleute im Land der Prußen nieder und hier vor allem im Samland. Schalauer unterhielten Heiratsbeziehungen mit Dänemark (König Knut, 854 u. Z. literarische Quellen der Dänen). Prußische Kultur an der Ostseeküste in höchster Blüte, geprägt durch starken skandinavischen Einfluss.
- 1000 u. Z. Reich
- » Treffen zwischen Otto III. und Boleslaw I. Chrobry am Grab Adalbert von Prag (poln.: Wojchiech). Das Erzbistum (Kirchenprovinz) Gnesen wird durch Kaiser Otto III. gegründete und die drei Bistümer Kolberg, Krakau und Breslau werden ihm unterstellt. Mit der Gründung des Erzbistums erlangte Polen die kirchliche Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich. Der Besuch gilt als die diplomatische Anerkennung und Bekräftigung der Zugehörigkeit zum Heiligen Römischen Reich. Die Reise des Kaisers war mit einer Aufwertung der Herrschaft Boleslaw I. Chrobry über Polen als Freund des Kaisers verbunden. Das Ganze geht als "Akt von Gnesen", in dem das Piastenreich erstmals als "Polonia" bezeichnet wurde, in die Geschichte ein. Bolesław I. Chrobry der Tapfere (* 965/967 - † 17. Juni 1025) aus der Herrscherfamilie der Piasten wird im Jahre 1000 erster König von Polen bis 1025.
- 1000 u. Z. Polen
- » Bolesław I. Chrobry der Tapfere (* 965/967 - † 17. Juni 1025) aus der Herrscherfamilie der Piasten wird im Jahre 1000 erster König von Polen bis 1025. Mit der Gründung eines unabhängigen Erzbistums Gnesen und seiner Krönung zum König begründete Bolesław die dauerhafte polnische Emanzipation vom Heiligen Römischen Reich.
- 1002 u. Z. Reich
- » Otto III. stirbt am 23. oder 24. Januar 1002 in Castel Paterno bei Faleria in Italien. Boleslaw I. Chrobry verweigert seinem Nachfolger Heinrich II. die Huldigung als König. Er erhebt Ansprüche auf das Erbe des im selben Jahr ermordeten Markgrafen Ekkehard von Meißen und besetzt dessen Markgrafschaft und außerdem noch die Ober- und Niederlausitz.
- 1003 u. Z. Reich
- » Als Sohn von Dubrawka von Böhmen selbst ein spross der Herrscherfamilie der Premysliden bringen die Thronwirren in Prag Boleslaw I. Chrobry auch die Herrschaft über Böhmen und Mähren ein. Er weigert sich allerdings, Heinrich II. den üblichen Lehnseid dafür zu leisten, was zu langandauernden Kriegen zwischen dem Reich und den Piasten führte, die bis zum Frieden von Bautzen 1018 gehen sollten.
- 1004 u. Z. Reich
- » Nach einer militärischen Demonstration im Bund mit den heidnischen Liutizen gegen Polen zieht Heinrich II. nach Italien, wo er in Pavia zum König gekrönt wird. Boleslaw Chrobry muss das im Jahr zuvor eroberte Böhmen herausgeben und dem König huldigen.
- 1005 u. Z. Reich
- » Krieg zwischen Heinrich II. und Boleslaw I. Chobry, der aber den Besitz der Ober- und Niederlausitz behaupten kann.
- 1009 u. Z. Prußen
- » Der als "Apostel der Preußen" bezeichnete Missionar Brun von Querfurt wird zusammen mit 18 Gefährten bei einem Bekehrungsversuch mit Feuer und Schwert am Löwentinsee von Prußen gefangen genommen und am 9. 3. 1009 verdientermaßen enthauptet. Er war zum Erzbischof der Heiden ernannt worden und vorher Domherr in Magdeburg sowie Hofkaplan von Otto III. gewesen.
- 1014 - 1035 u. Z. Prußen
- » König Knut von Dänemark herrscht auch über das Samland.
- 1014 u. Z. Reich
- » Heinrich II. wird in Rom von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Der Papst überreichte bei der Krönung dem Kaiser eine mit einem Kreuz gezierte goldene Kugel, die als Reichsapfel später ein fester Bestandteil der Reichsinsignien wurde.
- 1018 u. Z. Dänemark
- » Knut der Große (* um 995, † 12. November 1035 in Shaftesbury), König von Dänemark seit 1018-1035, in England seit 1016 und in Norwegen seit 1028. Er errichtete ein großes Nordseereich, das bald nach seinem Tod aber wieder zerfiel. Er pflegte freundschaftliche Beziehungen zu Kaiser Konrad II., den dessen Sohn Heinrich (III.) hatte Knuts Tochter Gunhild geheiratet. Unter Knut wurde die Eider zur endgültigen Grenze zwischen dem Dänischen Reich und dem Heiligen Römischen Reiches.
- 1018 u. Z. Polen
- » Im Kriegen mit Heinrich II. geht Bolesław I. Chrobry im „Frieden von Bautzen“, der am 30. Januar 1018 auf der Ortenburg zu Bautzen geschlossen wurde, als unabhängiger Herrscher und Herr der Lausitzer Marken sowie Mährens hervor. Durch Heinrich II. erhielt er die Lehnsfreiheit über die Mark Lausitz und das Milzener Land im Gebiet der heutigen Oberlausitz. Er greift auch mehrmals mit deutschen und ungarischen Hilfstruppen in die Thronwirren der Kiewer Rus ein und besetzte im Sommer 1018 zeitweise die Stadt Kiew.
- 1030 u. Z. Polen
- » Unter der Herrschaft von Mieszko II. Lambert (* 990 - † 10. Mai 1034) er war ab 1025 König von Polen und entstammte dem Adelsgeschlecht der Piasten. Er war der zweite Sohn von König Bolesław I. aus dessen dritter Ehe mit Emnilda, der Tochter des Herzogs der Sorben. Zwischen 1030 und 1032 kam es zu einem größeren heidnischen Aufstand der Polen gegen die katholische Kirche. Es wurden viele Bischöfe, Priester und Feudalherren ermordet, aber letztendlich wurde mit der Hilfe von kaiserlichen Rittern der Aufstand durch seinen Bruder Bezprym niedergeschlagen. Mieszko II. führte seit 1031 einen Zweifrontenkrieg zum einen gegen das Heilige Römische Reich und zum anderen gegen die Kiewer Rus. Daher führte der Aufstand dazu, dass Mieszko II. aus Polen nach Böhmen fliehen musste. Da Bezprym 1032 ermordet wurde, konnte Mieszko II. auf den Thron zurückkehren, musste sich aber 1033 Kaiser Konrad II. unterwerfen. Die heidnisch geprägten Aufstände flammten bis 1040 immer wieder auf. Erst der Sohn von Mieszko II. Lambert, Kasimir I. Karl brachte langsam wieder Ordnung in das von Kriegen zerrüttet Land.
- 1034 u. Z. Polen
- » Kasimir I. Karl (genannt „der Erneuerer“, * 26. Juli 1016 - † 28. November 1058 in Posen) war der Sohn des polnischen Königs Mieszko II. Lambert aus seiner Verbindung mit der Nichte Kaisers Otto III., der deutschen Prinzessin Richeza. Kasimir war somit Urenkel des Kaisers Otto II. und gehörte somit zum deutschen Hochadel. Er entstammte aber im Mannesstamm der polnischen Dynastie der Piasten und war nach dem Tod seines Vaters von 1034 bis 1058 Herzog von Polen. Kasimir I. der Erneuerer, verlegte den Herrschersitz aus dem vom tschechischen Herrscher Břetislav I. zerstörten Gnesen nach Krakau, aber Gnesen blieb weiterhin Sitz des wichtigsten polnischen Erzbistums und damit des polnischen Primas. Somit wurde Krakau 1038 zur Hauptstadt von Polens.
- 1050 u. Z. Reich
- » Heinrich IV. (* 11. November 1050 vermutlich in der Kaiserpfalz Goslar - † 7. August 1106 in Lüttich) aus der Herrscherfamilie der Salier geboren, er war der älteste Sohn des Kaisers Heinrich III. und der Kaiserin Agnes. Er wurde schon 1053 Mitkönig, ab 1056 römisch-deutscher König und war von 1084 bis zu seiner durch seinen Sohn Heinrich V. erzwungenen Abdankung am 31. Dezember 1105 Kaiser. Bekannt ist er vor allem wegen des sogenannten Investiturstreits mit Papst Gregor VII. der 1076 zur Absetzung und Exkommunikation des Königs führte bis zum berühmten Gang nach Canossa 1077, wo sich der König dem Papst unterwarf und vom Bann gelöst wurde.
- 1068 u. Z. Pommern
- » Das Swantewit-Heiligtum auf Arkona ist nun, nachdem das Hauptheiligtum Rethra zerstört wurde, das religiöses Zentrum der Heiden westlich der Oder.
- 1095 u. Z. Frankreich
- » Papst Urban II. (weltlich Eudes de Lagery), war römisch-katholischer Papst von 1088 bis 1099 und rief auf der „Synode von Clermont“ durch eine entflammende Rede am 27. November 1095 unter freiem Himmel die Gläubigen zum 1. Kreuzzug auf. Die berauschten Masse antworteten auf den mitreißenden Appell angeblich mit frenetisch skandiertem "Deus lo volt" (Gott will es) und als äußeres Zeichen heftete Urban den willigen Kreuzfahrern ein weißes Kreuz auf die rechte Schulter. Er gewährte allen Teilnehmern des Kreuzzuges einen vollkommenen Ablass und unterstellte sie und ihren Besitz unter den Schutz der Kirche sowie des "Gottesfriedens". Als erster Papst der Geschichte rief Papst Urban II. zu einem Kreuzzug auf, aber selbst erlebte den Erfolg des 1096 aufgebrochenen Kreuzzugheeres nur noch zum Teil, da er am 29. Juli 1099 starb, obwohl Jerusalem schon am 15. Juli 1099 nach verlustreichem Kampf von den Muslimen erobert wurde. Siehe dazu mehr unter Urban II. auf Wikipedia.
- 1096 u. Z. 1. Kreuzzug
- » Nach dem Papst Urban II. im Jahre 1095 zum 1. Kreuzzug und damit zur Eroberung Palästinas aufgerufen hatte begaben sich 1096 mehrere Ritterheere aus Europa auf den Weg. Sie begaben sich auf eine bewaffnete Pilgerfahrt. Siehe dazu mehr unter 1. Kreuzzug auf Wikipedia.
- 1099 u. Z. 1. Kreuzzug
- » Anfang Juni 1099 erreichten die Kreuzfahrer des 1. Kreuzzugs Jerusalem und begannen mit der Belagerung doch die Stadtmauern waren ohne Belagerungsmaschinen nicht zu überwinden. Die große Hitze sowie Nahrungs- und Trinkwassermangel führte zu Krankheiten was die Angreifer demoralisierte. Am 13. Juni 1099 begann man ohne Hilfsmittel anzugreifen und scheiterte trotz unermüdlichen Anrennens. Aus dem entfernten Samaria konnte Bauholz beschafft werden mit dem man Belagerungstürme, Rammen und Katapulte baute mit deren Hilfe die Kreuzfahrer nach einem fünfwöchigen, verlustreichen Kampf am 15. Juli 1099 die Stadt einnahmen. Siehe dazu mehr unter Eroberung Jerusalems auf Wikipedia.
12. Jhd.
- 1112 u. Z. Pommern
- » Die verbündeten Pommern und Prußen fallen ihrerseits in Polen ein.
- 1120 u. Z. Polen
- » Die pommersche Hauptstadt Stettin wird von Herzog Boleslaw III. Schiefmund (* 20. August 1085 - † 28. Oktober 1138) von Polen eingenommen. Große Teile Pommerns werden dem polnischen Piastenstaat angliederte und durch den Pommernherzog Wartislaw I. wird die polnische Lehnsoberhoheit anerkannt und die Verpflichtung angenommen, das Christentum anzunehmen sowie Tribut und Heerfolge zu leisten. Aber 1135 musste Boleslaw III. Schiefmund seinerseits für einen Großteil Pommerns die Lehnsoberhoheit des Heiligen Römischen Reichs anerkennen.
- 1122 u. Z. Reich
- » Friedrich I., (* um 1122 - † 10. Juni 1190 im Fluss Saleph nahe Seleucia, Türkei), später genannt Barbarossa, was im italienischen „Rotbart“ bedeutet wird um 1122 als Sohn von Friedrich II. von Schwaben (* 1090 - † April 1147 in Alzey) aus dem Geschlecht der Staufer und seiner Mutter Judith (* um 1100 - † um 1131) aus dem Hochadelsgeschlecht der Welfen um 1122 geboren. Friedrich Barbarossa war von 1147 bis 1152 als Friedrich III. Herzog von Schwaben, von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und ab 1155 auch Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Kaiser Friedrich Barbarossa ertrank 1190 auf dem Dritten Kreuzzug nahe der Stadt Seleucia, die heute Silifke heißt, im Fluss Saleph, der heute Göksu hießt.
- 1124 u. Z. Pommern
- » Bischof Otto von Bamberg (* um 1060 - † 30. Juni 1139) unternimmt auf Wunsch von Herzog Boleslaw III. Schiefmund die erste Missionsreise nach Pommern. Otto von Bamberg wurde 1189 heiliggesprochen und gilt als der „Apostel der Pommern". Der Bischof und seine Priester begannen die Christianisierung Pommerns zunächst bewaffnet mit Äxten und Lanzen sehr gewaltsam. Er zerstörte zahlreiche Tempel der slawischen Götter.
- 1125 u. Z. Reich
- » Lothar III., (* um den 9. Juni 1075 - † 3. Dezember 1137 bei Breitenwang in Tirol) bekam das Herzogtum Sachsen von König Heinrich V. 1106 verliehen und wurde nach dem Tod von Kaiser Heinrichs V. nun fast 50-jährig am 24. August 1125 selbst zum König der Deutschen gewählt. Von 1133 bis 1137 war er auch Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Lothar III. wurde auch Lothar von Supplinburg genannt, da er aus dem Adelsgeschlecht der Grafen von Supplinburg stammte.
- 1128 u. Z. Pommern
- » Bischof Otto von Bamberg geht auf seine zweite Missionsreise nach Pommern. Diesmal hat er mit Unterstützung des deutschen Königs Lothar von Sachsen Erfolg. Pommern tritt nach der Taufe vieler Menschen endgültig zum Christentum über.
- 1134 u. Z. Brandenburg
- » Albrecht von Ballenstedt (Albrecht der Bär) wird von Kaiser Lothar von Supplinburg auf dem Reichstag zu Halberstadt mit der Nordmark (Altmark) belehnt.
- 1136-1138 u. Z. Brandenburg
- » Albrecht der Bär und die ostelbischen Heidenstämme bekämpfen sich.
- 1138 u. Z. Polen
- » Nach dem Tod von Boleslaw III. Schiefmund zerfällt Polen in Teilfürstentümer. Die Senioratsverfassung wird 1138 eingeführt und dauert bis 1295 fort, nach ihr sollten die Söhne von Boleslaw III. als sogenannte Juniorherzöge unter der Aufsicht des Ältesten der Dynastie, also dem Senior, die ihnen jeweils unterstehenden einzelnen Landesteile regieren. Das Land zerfiel daraufhin 1138 in sechs Herzogtümer: Kleinpolen, Großpolen, Pommern, Pommerellen, Schlesien und Masowien, die nun das sogenannte „Seniorat Polen“ bildeten. Dies führte zu einer feudalen Zersplitterung und zu einer starken politischen Schwächung Polens im 13. Jahrhundert und einige Landesteile erlangten dadurch sogar ihre Unabhängigkeit von Polen wie Westpommern unter den Greifen 1181 und Pommerellen unter den Samboriden 1227. Siehe dazu mehr unter Boleslaw III. Schiefmund auf Wikipedia.
- » Das polnische Teilfürstentum Masowien, das zwischen Narew und Bug lag, war beim Zerfall Polens 1138 selbstständig geworden und versuchte nun selbst die Prußen zu unterwerfen, doch diese wehrten sich heftiger gegen alle Eindringlinge.
- 1138 u. Z. Reich
- » Der Staufer Konrad III., (* um 1093 - † 15. Februar 1152 in Bamberg) seit 1116 Herzog im östlichen Franken, ab 1120 Herzog von Franken, wird am 13. März 1138 in Aachen zum römisch-deutschen König gekrönt. Er war schon von 1127 – 1135 Gegenkönig von Lothar III., seinem Vorgänger gewesen und von 1138 an bis zu seinem Tod gewählter König im römisch-deutschen Reich. Die heute in Wien aufbewahrte Reichskrone wurde wohl für ihn als Zeichen seiner königlichen Würde und Macht angefertigt, aber Konrad hat nie die Kaiserwürde erlangt.
- 1140 u. Z. Pommern
- » Auf der Insel Wolin im Ort Wolin wurde das erst Bistum in Pommern gegründet, das unmittelbar dem Papst unterstellt war aber schon 1176 wurde es nach Cammin verlegt.
- 1141 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Innozenz II. gibt dem Bischof Heinrich von Mähren die Erlaubnis, den heidnischen Preußen das Evangelium zu verkündigen, der Papst ermahnt den Bischof allerdings, auch wenn er den Heiden das Evangelium zu predigen für nützlich halte, dennoch möglichst bald zu seiner Herde zurückzukehren.
- 1147 u. Z. Brandenburg
- » Papst Eugen III. ruft zum ersten Wendenkreuzzug auf, an dem sich Fürsten und Ritter beteiligen. Havelberg, die Prignitz und das Land Ruppin werden besetzt und christianisiert, die Adligen gründen selbstständige Herrschaften.
- 1150 - 1300 u. Z. Reich
- » Einwanderung fränkischer, flämischer, thüringischer und sächsischer Bauern in die Markgrafschaft Lausitz (Ostmark).
- 1150 u. Z. Brandenburg
- » Slawische Gebiete fallen nach dem Tod des kinderlosen Slawenfürsten Pribislaw (getauft Heinrich) testamentarisch als Reichslehen an den Brandenburger Albrecht der Bär.
- 1152 u. Z. Reich
- » Am 4. März 1152 wurde Friedrich I., (* um 1122 - † 10. Juni 1190 im Fluss Saleph nahe Seleucia, Türkei) aus dem Geschlecht der Staufer, der später aufgrund seines roten Bartes Barbarossa genannt wurde, wird nach dem Tod seines Onkels Kaiser Konrad III., zum neuen römisch-deutschen König gewählt.
- 1155 u. Z. Reich
- » Am 18. Juni 1155 wurde der deutsche König Friedrich I. Barbarossa durch Papst Hadrian IV. in Rom zum Kaiser des Heiliges Römisches Reich (lateinisch Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium) gekrönt.
- 1157 u. Z. Brandenburg
- » Albrecht der Bär schlägt im Bund mit dem Magdeburger Erzbischof einen Aufstand der heidnischen Heveller nieder.
- 1157 u. Z. Reich
- » Erstmals wird in einer kaiserlichen Urkunde die Bezeichnung (Begriff) „Heiliges Römisches Reich‟ (lateinisch Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium) verwendet.
- 1160 u. Z. Reich
- » Heinrich der Löwe fällt im Bund mit dem dänischen König in das Gebiet der heidnischen Obodriten unter Fürst Miklos ein, das obodritische Schwerin wird erobert.
- 1160 u. Z. Brandenburg
- » Das Gebiet im Bereich zwischen der Elbe, Havel und Spree wird systematisch durch Bauern, Bürger und Adlige aus dem Schwabengau, den Niederlanden und dem Rheinland besiedelt.
- 1164 u. Z. Pommern
- » Die Pommern-Herzöge Kasimir I. und Bogislaw I. werden Lehnsleute Heinrich des Löwen.
- 1165 u. Z. Brandenburg
- » Der Havelberger Dom wird eingeweiht. Grundsteinlegung für den Brandenburger Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg am 11. Oktober 1165. Der Dom ist das erste, vollständig in unverblendetem Backstein ausgeführte Bauwerk der Mark Brandenburg.
- 1170 u. Z. Brandenburg
- » Der Dom zu Havelberg wird am 16. August 1170 durch Bischof Wichmann von Magdeburg eingeweiht.
- » Der Begründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, Albrecht der Bär, geboren um 1100 u. Z., stirbt am 18. November 1170.
- » Die Stadt Brandenburg als „Wiege der Mark" bekommt durch Markgraf Otto I. das Stadtrecht nach deutschem Recht. Eine ausgestellte Urkunde des Markgrafen Otto I. von 1170 bezeichnet Brandenburg als Stadt.
- 1171 u. Z. Brandenburg
- » Gründung des Zisterzienserklosters Zinna bei Jüterbog.
- 1177 u. Z. Polen
- » Kasimir II. der Gerechte (* 1138 - † 5. Mai 1194 in Krakau) aus der Dynastie der Piasten wird 1177 Herzog von Kleinpolen in Krakau und somit Seniorherzog von Polen und ab 1186 auch Herzog in Masowien und Kujawien. Kasimir war der fünfte und jüngste Sohn des Herzogs Boleslaw III. Schiefmund aus der Ehe mit seiner zweiten Gemahlin Salome von Berg. Da er im Todesjahr seines Vaters geboren wurde, war im Testament seines Vaters für ihn kein Teilherzogtum vorgesehen. Er musste auf das Ableben eines älteren Bruders warten.
- 1178 u. Z. Brandenburg
- » Die Zisterzienser legen die Klosterabtei Oliva bei Danzig an.
- 1180 u. Z. Brandenburg
- » Das Zisterzienserkloster Lehnin wird als erstes Kloster in der Mark von Markgraf Otto I. als Hauskloster der brandenburgischen Askanier gegründet.
- 1180 u. Z. Reich
- » Sturz von Heinrich dem Löwen auf dem Hoftag in Gelnhausen Ende März 1180. Heinrich der Löwe wurde als Majestätsverbrecher verurteilt und seine Reichslehen, die Herzogtümer Sachsen und Bayern eingezogen. Heinrich musste für sieben Jahre ins Exil nach England zu seinem Schwiegervater.
- 1181 u. Z. Pommern
- » Zwischen Pommern und dem Deutschen Reich wurde ein unmittelbares Rechtsverhältnis durch Kaiser Friedrichs I. (Barbarossa) hergestellt. Er erkannte die eigenständige Herrschaft von Bogislaw I. an und bestätigte mit der Fahnenbelehnung, der slawischen Fürstendynastie der Greifen, den Herzogstitel zu. Pommern gehörte jetzt zum Lehnsverband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (HRR).
- 1184 u. Z. Pommern
- » Pommern wird nach einer Seeschlacht im Greifswalder Bodden von Dänemark erobert und bis nach der Schlacht bei Bornhöved 1227 gehalten. Pommern wurde nach 1227, mit Ausnahme des Fürstentums Rügen und des ostpommerschen Herzogtums der Samboriden ein Teil des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Auflösung.
- 1187 u. Z. Rom
- » Papst Gregor VIII. (* um 1105 als Albertus de Morra - † 17. Dezember 1187) ruft am 29. Oktober 1187 mit der Päpstlichen Bulle „Audita tremendi‟ zum 3. Kreuzzug auf, da Sultan Saladin (* um 1137/1138 - † am 3. März oder 4. März 1193) nach einer kurzen Belagerung Jerusalem für die muslimische Herrschaft wieder zurückerobert hat.
- 1189 u. Z. Reich
- » Beim 3. Kreuzzug und der Belagerung von Akkon an der syrischen Küste stiften Lübecker und Bremer Kaufleute ein deutsches Hospital, die Hospitalgemeinschaft zur Krankenpflege trägt den Namen „Orden des Spitals Sankt Marien vom Deutschen Hause“.
- 1190 u. Z. Reich
- » Kaiser Friedrich I. genannt Barbarossa (* um 1122 - † 10. Juni 1190 im Fluss Saleph nahe Seleucia (Silifke), heute Türkei) aus dem Adelsgeschlecht der Staufer stirbt am 10. Juni 1190. Er war von 1147 bis 1152 als Friedrich III. Herzog von Schwaben, von 1152 bis 1190 gewählter römisch-deutscher König und von 1155 bis 1190 Kaiser des Heiligen Römische Reichs (Sacrum Romanum Imperium). Siehe dazu mehr unter Friedrich I. auf Wikipedia.
- 1190 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Päpstliche Bestätigung der Bezeichnung „Orden des Spitals Sankt Marien vom Deutschen Hause“ (lat. Ordo domus Sanctae Mariae Theuticorum).
- 1193 u. Z. Polen
- » Der Herzog von Kleinpolen, Kasimir II. der Gerechte (* 1138 - † 5. Mai 1194 in Krakau) unternahm einen siegreichen Kreuz- und Rachefeldzug gegen die heidnischen Sudauer (Jadwinger) in Preußen. Nach einem Jahr kehrte er vom Feldzug nach Krakau zurück und starb unerwartet am 5. Mai 1194 während eines Festmahls.
- 1198 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Der Deutsche Orden wird in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt.
- 1198 u. Z. Pommern
- » Innozenz III., weltlich Lotario dei Conti di Segni, (* 22. Februar 1161 - † 16. Juli 1216 bei Perugia) war von 1198 bis 1216 Papst der römisch-katholischen Kirche. Noch 1198 rief er den Vierten Kreuzzug aus, der allerdings das Heilige Land nie erreichte aber durch die Plünderung von Zadar 1202 und von Konstantinopel 1204 endgültig das Schisma zwischen katholischer und orthodoxer Kirche festschrieb.
- 1199 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Der Papst verleiht den Brüdern des Ritterordens die Tracht der Templer, allerdings mit schwarzem Kreuz auf weißem Mantel. Ordensmitglieder leisten Mönchsgelübde (Armut, Keuschheit, Gehorsam) und verpflichten sich zum Kampf gegen die Heiden.
13. Jhd. u. Z.
- 1201 u. Z. Prußen
- » Der Missionsbischof Albert I. von Buxhövden (* um 1165 bei Bremen - † 17.1.1229 Riga) gründet am Unterlauf der Düna die Stadt Riga. Er war seit 1201 deren erster Bischof und 1207 wurde er mit Livland von König Philipp von Schwaben belehnt und zum Reichsfürsten ernannt. Die Stadt wurde nach dem Vorbild seiner Geburtsstadt Bremen angelegt.
- 1202 u. Z. Prußen
- » Stiftung der "Brüder des Ritterdienstes Christi", genannt Schwertbrüderorden, durch Bischof Albert.
- 1205 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Otto II. von Brandenburg (* nach 1148 - † 4. Juli 1205) genannt „der Freigiebige“ stirbt. Er war von 1184 bis zu seinem Tode Markgraf von Brandenburg und entstammte aus dem Geschlecht der Askanier. Da er keinen Nachkommen hatte, wurde sein Halbbruder Albrecht neuer Markgraf von Brandenburg.
- 1210 - 1239 u. Z. Prußen
- » Hochmeister Hermann von Salza (* um 1162 - † 20. März 1239 in Salerno) war von 1210 bis 1239 der 4. Hochmeister des Deutschen Ordens.
- 1210 u. Z. Prußen
- » Bei neuerlichen Christianisierungsversuchen der Prußen gelingen dem Abt Christian (später Bischof Christian von Preußen) erste Erfolge. Papst Innozenz III. stellt die Mönche in Preußen unter den Schutz des Erzbischofs von Gnesen.
- 1210 u. Z. Polen
- » Herzog Konrad I. von Masowien (* 1187 oder 1188; † 31. August 1247) war ab 1199 Herzog in Masowien, ab 1202 Herzog in Kujawien, Sieradz und Łęczyca, führte zahlreiche erfolglose kriegerische Unternehmungen gegen die Prußen durch, welche aber nun ihrerseits erfolgreich nach Masowien vorrückten und erst nach Erfüllung von Tributforderungen wieder abzogen. Bis 1220 werden unter dem Vorwand der Missionierung unzählige polnische Kriegszüge zur Eroberung des Siedlungsgebietes der Prußen durchgeführt, um einen Zugang zur Ostsee zu gewinnen, aber alle Versuche scheiterten. Der Papst hatte schon im Jahre 1209 auf Wunsch Konrads einen Kreuzzug gegen die Prußen genehmigt.
- 1212 u. Z. Prußen
- » Papst Innozenz III. trägt dem Generalkapitel der Zisterzienser am 10.08.1212 auf, diejenigen Missionare, die vom Erzbischof von Gnesen schriftlich zur Predigt des Evangeliums in Preußen legitimiert sind, in dem heiligen Werk nicht zu hindern, noch hindern zu lassen.
- 1212 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Innozenz III. ermahnt die Herzöge von Polen und Pommern am 13.08.1212, den Neubekehrten in Preußen keine Frondienste aufzuerlegen, und zeigt ihnen an, dass er den Erzbischof Heinrich von Gnesen beauftragt habe, mit kirchlichen Zensuren dagegen einzuschreiten.
- um 1212 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Albrecht II. (* vor 1177 - † 25. Februar 1220) er war von 1205 – 1220 Markgraf von Brandenburg und ließ die Burgen Oderberg und Hohenfinow als Stützpunkt zur Verteidigung gegen die Heiden errichten.
- 1215 u. Z. Prußen
- » Der Zisterzienser Christian von Oliva (* um 1180 - † 4. Dezember 1245) war Abt des mit deutschen Zisterziensern besetzten Klosters Lekno bei Gnesen. Papst Innozenz III. hat auf dem Laterankonzil 1215 Christian von Oliva zum Missionsbischof von Preußen ernannt und damit wurde er zum ersten Bischof von Preußen. Sein fester Missionsstützpunkt war das im christlichen Herzogtum Pommerellen und damit außerhalb des Missionsgebiets gelegene Kloster Oliva.
- 1216 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Kardinal Cencio Savelli wird am 18. Juli 1216 zum Papst Honorius III. (* um 1148 in Rom - † 18. März 1227 in Rom) gewählt, er ist für die Kirchengeschichte von größter Bedeutung, denn er bestätigte die Regeln der Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter.
- 1217 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Honorius III. ruft zum Kreuzzug gegen die heidnischen Prußen auf. Er verleiht dem Bischof von Preußen am 03. März 1217 die Erlaubnis, Teilnehmende, die die Neubekehrten gegen das Wüten der Heiden schützen, mit dem Kreuz zu bezeichnen und ihnen Ablässe wie den Pilgern nach Jerusalem zu erteilen. Er erteilte dem Bischof auch die Vollmacht, Bistümer zu gründen und Kathedralen erbauen zu lassen. Der Papst ermahnte aber die Neubekehrten Prußen zu einem christlichen Lebenswandel. Papst Honorius III. entbindet sogar die nicht vermögenden Kreuzfahrer in den Gebieten Mainz, Köln und Salzburg von ihrer Pilgerfahrt nach Jerusalem und ermahnt sie zu einer Heerfahrt zur Hilfe der Gläubigen in Preußen. Aber alle diese Bemühungen blieben vergebens.
- 1217 u. Z. Prußen
- » Papst Honorius III. entbindet am 16.04.1217 den Erzbischof von Gnesen, Heinrich I. Kietlitz, von der Pilgerfahrt nach Jerusalem und gestattet ihm, Kreuzfahrer zur Abwehr der Heiden daheim zu behalten, besonders die aus den beiden Herzogtümern, die an Preußen grenzen. Der Papst verbietet aber, dass die Kreuzfahrer das Land der getauften Preußen ohne Erlaubnis des Bischofs mit bewaffneter Hand betreten.
- 1218 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Honorius III. befiehlt dem Bischof von Preußen, den benachbarten Christen den Verkauf von Eisen, Waffen und Salz an die heidnischen Prußen zu verbieten.
- 1219 u. Z. Reich
- » Am 16. Januar 1219 ereignete sich die Erste Marcellusflut. Der 16. Januar ist der Tag des heiliggesprochenen Papstes Marcellus I. († 309), nach welchem die Sturmflut ihren Namen erhielt. Nach Schätzungen fielen dieser schweren Sturmflut, die an der Nordseeküste die Deiche überstieg und die Häuser sowie ganze Ortschaften wegspülte, ca. 35.000 bis zu 50.000 Menschen zum Opfer. Besonders schwer wurde Westfriesland in den heutigen Niederlanden getroffen.
- 1222 u. Z. Prußen
- » Der polnische Herzog Konrad I. von Masowien (* 1187 oder 1188; † 31. August 1247) schenkt einen großen Teil des von den heidnischen Prußen abgenommenen Landes dem Bischof Christian von Preußen, der das Bistums Kulm im Jahr 1222 gründet. Papst Honorius III. bestätigte diese Schenkung im Jahr 1223. Der Bischof Christian tritt das Land samt aller herrschaftlichen Rechten wiederum 1230 an den Deutschen Orden ab.
- 1224 u. Z. Prußen
- » Die heidnisch Prußen fallen in Pommerellen ein und zerstörten die Klöster Oliva und Zuckau. Swantopolk II. (* um 1195 - † 10. Januar 1266) der Große, Herzog von Pommerellen, verbündete sich daraufhin mit dem Deutschen Orden.
- 1225 u. Z. Ungarn
- » Der Deutsche Ritterorden wird aus Siebenbürgen vertrieben. Siebenbürgen ist auch als Transsilvanien bekannt.
- 1225 u. Z. Prußen
- » Der polnische Herzog Konrad I. von Masowien (* 1187 oder 1188 - † 31. August 1247) und Hermann von Salza, Hochmeister des Deutschen Ordens, schließen einen Beistandsvertrag, um das an die Prußen verlorene Kulmerland, benannt nach dem Dorf Kulm an der Weichsel, zurück zu gewinnen. Im Falle der Rückgewinnung soll der Orden das Kulmerland als feste Basis zum Eigentum überschrieben bekommen.
- 1226 u. Z. Polen
- » Herzog Konrad I. von Masowien (* 1187 oder 1188; † 31. August 1247) bittet den Deutschen Orden, ihm bei Überlassung einer festen Basis zu helfen, die heidnischen Prußen nicht nur abzuwehren, sondern auch zum christlichen Glauben zu bekehren.
- 1226 u. Z. Prußen
- » Der Hochmeister des Ordens, Hermann von Salza, lässt sich das vom masowischen Herzog als Basis und Besitz angebotene Kulmer Land im März 1226 vom Stauferkaiser Friedrich II. feierlich durch die berühmte Goldene Bulle von Rimini übertragen. Der Kaiser bestätigt und garantiert dem Deutschen Orden die von Herzog Konrad von Masowien beabsichtigte Schenkung des Kulmerlandes und gibt ihm die volle Landeshoheit und Abgabenfreiheit für die in Preußen zu erwerbenden Gebiete. Der Kaiser belehnt den Deutschen Orden, großzügig im Voraus, auch mit dem Besitz aller durch die Bekehrung der „Heiden“ gewonnenen Gebiete im Prußenland. Der Kaiser erteilte dem Hochmeister kraft kaiserlichen Rechts sogar den Auftrag (Befehl), das Land der heidnischen Prußen zu besetzen, die Bewohner für das Christentum zu gewinnen, einen Staat zu errichten und diesen als Reichsfürst zu vertreten. Diese Gebietsübertragung durch Kaiser Friedrich II., war nur möglich, weil nach damaliger Rechtsauffassung der gewählte deutsche König und gekrönte und gesalbte Römische Kaiser einen universalen Herrschaftsanspruch auf herrenloses nicht christliches Land besaß.
- 1226 u. Z. Pommerellen
- » Herzog Swantopolk II. der Große von Pommerellen aus der Dynastie der Samboriden erteilt „den Rittern Christi“ alle und jegliche Freiheiten in seinem Lande.
- 1227 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Kardinal Ugolino dei Conti di Segni (* um 1167 in Anagni - † 22. August 1241 in Rom) wird am 19. März 1227 als Gregor IX. der Blutige wird zum Papst der katholischen Kirche gewählt. Für die Kirchengeschichte von Bedeutung, denn er förderte die Orden der Franziskaner und Dominikaner und bekämpfte die Häretiker durch die Inquisition. Gregor war ein unnachsichtiger Gegner der Katharer (Albigenser) und der Waldenser, die er wegen Häresien bis zur Vernichtung verfolgt. Von nun an brannten durch Bespitzelung und Denunziation die Scheiterhaufen in Europa.
- 1228 u. Z. Polen
- » Da der Deutsche Orden jedoch auf seine Präsenz warten lässt, gründet Konrad auf Anraten des Bischofs Christian von Oliva den Ritterorden von Dobrin. Die wenigen deutschen Ritter, die diesem Orden angehören, können den Widerstand der Prußen jedoch nicht brechen.
- 1228 u. Z. Reich
- » Kreuzzug von Kaisers Friedrich II nach Palästina. Dort krönte er sich im Jahr 1229 (er heiratete die Erbtochter des Königs von Jerusalem) selbst zum König von Jerusalem.
- 1229 u. Z. Prußen
- » Papst Gregor IX. der Blutige erlässt erneut eine Kreuzzugsbulle gegen die heidnischen Prußen und entsendet Bischof Wilhelm von Modena als besonderen Legaten ins Prußenland.
- 1230 u. Z. Polen
- » Vertrag von Kruschwitz. Herzog Konrad von Masowien übergibt das Kulmer Land „gegen das Versprechen des Beistandes im Kampfe wider die heidnischen Prußen“ dem Orden zum ewigen Besitz.
- 1230 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Gregor IX. bestätigte 1230 dem Orden die Schenkung des Herzogs Konrad nebst allem, was die Ordensbrüder im Lande der Heiden noch in ihre Obhut bringen würden.
- 1230 u. Z. Reich
- » Kaiser Friedrich II., König von Jerusalem und Sizilien, dankt am 14. Juni in Capua der Gemeinschaft der Stedinger, ungeachtet der Vertreibung der Mönche aus Stedingen, nehmen 1228 auch Stedinger am Kreuzzug teil, dass sie den Hochmeister Hermann von Salza und seine Ordensbrüder unterstützt und sich um deren Förderung bemüht haben. Er verfügt, den Deutschen Orden bei seinen Vorhaben auch weiterhin beizustehen und nicht zu gestatten, das andere dessen Besitzstand schmälern.
- um 1230 u. Z. Brandenburg
- » Die Askanier erobern bzw. erwerben Köpenick, Mittenwalde, die Gebiete nördlich der Spree, den Barnim bis zur Oder und Teltow bis zum Fluss Dahme.
- 1231 u. Z. Prußen
- » Der Orden nimmt mit einem kleinen Teil seiner Ritter und Hilfstruppen unter dem Landmeister des Dt. Ordens für Preußen Hermann Balk an der Weichsel den Kampf auf und erobert, dem Lauf der Weichsel folgend, Teile des Prußenlandes, die er durch den konsequenten Bau fester Burgen sichert. Landmeister Hermann Balk setzt über die Weichsel. Anlage der Ordensburgen Kulm (1232 mit magdeburgisch-kulmischem Stadtrecht) und Thorn 1231 (polnisch Torún 1231 mit kulmischem Stadtrecht) als erste Siedlung im Kulmerland. Um 1236 wurde aufgrund der permanenten überschwemmungsgefahr die Siedlung Thorn um 7,5 km verlegt. Am 28. Dezember 1233 erhielt Thorn mit der Kulmer Handfeste das Stadtrecht und somit ist es die älteste Stadt Preußens. Es beginnt der Christianisierung der Prußen.
- 1231 u. Z. Pommern
- » Die brandenburgischen Markgrafen aus dem Geschlecht der Askanier erhalten vom Kaiser Friedrich II. die Lehnshoheit über Pommern zugesprochen. Mit dieser Verleihung der Lehnshoheit über Pommern an die brandenburgischen Markgrafen tritt Pommern in den Dunstkreis der brandenburgischen Geschichte ein.
- 1232 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Gregor IX. ermahnt die Brüder des Predigerordens in Böhmen zur Kreuzpredigt gegen die Prußen, welche nach Berichten der Bischöfe von Masowien und Breslau große Verwüstungen angerichtet haben.
- 1233 u. Z. Prußen
- » Ein großes Heer von Kreuzrittern findet sich an der Weichsellinie ein. Darunter befanden sich der Burggraf Burchard IV. von Magdeburg, der Askanier Graf Friedrich von Anhalt-Zerbst sowie polnische Teilfürsten wie der Herzog Heinrich der Bärtige von Breslau, Konrad von Masowien, die Fürsten von Kujawien und Groß-Polen, aber auch Herzog Swantopolk II. der Große von Pommerellen. Papst Gregor IX. fordert das Kreuzheer in Preußen zu Ausdauer, Einigkeit und Gehorsam im Kampf gegen die Heiden auf.
- » Anlage einer Burg in der Landschaft Queden auf dem Schloßberg bei Unterberg an der Weichsel, der Burgbau wurde dann später durch den militärstrategisch befähigte Ritter Burckhard von Magdeburg in das besser geeignete Marienwerder verlegt.
- » Hermann von Salza verleiht die Kulmer Handfeste als landesherrliches Privileg in den neuerworbenen Gebieten.
- 1234 u. Z. Prußen
- » Angesichts der beginnenden militärischen Erfolge, erklärt Papst Gregor IX. am 3. August 1234 in der Bulle von Rieti im Einvernehmen mit Kaiser Friedrich II. alles vom Orden eroberte Land vorsichtshalber ausdrücklich zum Eigentum des Stuhles Petri, das dem Deutschen Orden - gegen die Zahlung eines Jahreszinses - mit allen Hoheitsrechten und Einkünften überlassen wird. Er übergibt das Kulmerland und Teile des Prußenlandes dem Orden als "Eigentum des heiligen Petrus" zu ewigem Besitz mit der Weisung, dass dieses Land die keiner anderen Herrschaft unterstellt werden dürfe, auch nicht jener des Kaisers. Das Ordensland steht jetzt unter dem Schutz des Heiligen Stuhls. Er schärft den Rittern des Deutschen Ordens aber auch ein, in der Eroberung des Landes der heidnischen Prußen tapfer auszuharren und sich dadurch die Vergebung zu erwerben. Der Kampf gegen die Prußen wird zu einem Kreuzzug erklärt.
- 1234 u. Z. Pommern
- » Barnim I. (* um 1210/1218 - † 13. November 1278 in Altdamm) Herzog im Teilherzogtum Pommern-Stettin, ab 1264 Herzog des ganzen Herzogtums Pommern schenkt dem Templerorden das Land Bahn, erste Erwähnung Bahns als Stadt in der Schenkungsurkunde. Nach der Auflösung des Templerordens 1312 ging die Herrschaft über das Land Bahn an den Johanniterorden über.
- 1236 u. Z. Prußen
- » Ein neues Kreuzfahrerheer traf an der Weichsellinie ein. Befehlshaber waren der junge Markgraf Heinrich III., der Erlauchte von Meißen (* um 1215 in Meißen - † 15. Februar 1288 in Dresden) und der gleichfalls noch sehr junge Markgraf Otto III. von Brandenburg, genannt der Fromme (* 1215 - † 9. Oktober 1267 in Brandenburg an der Havel). Mit ihrer Hilfe gelang die Besetzung ganz Pomesaniens. Der Orden war bei seinem Eroberungswerk unbedingt auf die Hilfe von Kreuzrittern aus dem Reich und aus den polnischen Teilstaaten angewiesen. Dafür sorgten immer neue päpstliche Kreuzzugsmahnungen. Zudem sah das deutsche Rittertum des Hochmittelalters in den Heidenfahrten ins Land der Prußen noch eine gottwohlgefällige gemeinsame Aufgabe.
- » Der Schwertbrüderorden erleidet am 22. September 1236 gegen die heidnischen Litauer eine vernichtende Niederlage in der Schlacht von Schaulen. Sowohl der Herrenmeister als auch der Größte Teil der kampffähigen Ritter und Gefolgsleute waren gefallen. Die letzten Schwertritter konnten in der Folge nur mit Mühe Riga halten. Der Landmeister Hermann Balk vom Deutschen Orden entsandte nach einem Hilferuf 60 Deutschordensritter mit Gefolge, um den Schwertbrüdern Hilfe zu leisten. Gemeinsam konnte der Fall Rigas abgewendet werden. Die vernichtende Niederlage der Schwertbrüder führte dazu, dass sie 1237 als Livländischer Orden im Deutschen Orden aufgingen.
- » Die vor 1233 gebaute Burg Klein Queden verlieh Landmeister Hermann Balk, als er sie nicht mehr brauchte, 1236 zusammen mit 300 flämischen Hufen Land (ca. 5.500 ha) an den Edelmann Dietrich von Depenow, aus dessen Namen sich der Ortsname Tiefenau ableitete. Dieses war die erste Landvergabe des Ordens in Preußen. Die Burg Klein Queden wurde schon 1263 wieder aufgegeben.
- 1236 u. Z. Pommern
- » Im Vertrag von Kremmen erkennt Wartislaw III. die brandenburgischen Markgrafen als seine Lehnsherren an und tritt an diese das Land Mecklenburg-Stargard ab.
- 1237 u. Z. Prußen
- » Die Ordensburg Elbing wird errichtet und unter deren Schutz entwickelt sich rasch der erste Seehafen des Ordens zu einer deutschen Stadtsiedlung mit Lübischen (Lübecker) Recht.
- » Vereinigung des Deutschen Ordens mit dem Orden der Schwertbrüder, die im Auftrag des (deutschen) Bischofs von Riga die heidnischen Liven, Letten und Esten unterworfen hatten.
- » Hermann Balk setzt die Dominikaner in der Prußenmission ein.
- 1238 u. Z. Prußen
- » Der Deutsche Orden hat nun das Land der Prußen vollständig unter Kontrolle, nach dem Zug um Zug die einzelnen Stammesgruppen im Kampf besiegt worden.
- » Papst Gregor IX. trägt seinem Legaten Bischof Wilhelm von Modena (* um 1184 in Piemont - † 31. März 1251 in Lyon) auf, alle die, welche im Sklavenstande die Taufe annehmen würden, für freie Christen zu erklären.
- 1238 u. Z. Livland
- » Berlewin, der Vertreter des Deutsche Ritterordens in Livland, entsendet zwei für die damalige Zeit moderne Kriegsschiffe, die „Pilgrim" und die „Friedland", die der Markgraf Heinrich von Meißen dem Orden geschenkt hatte, zur Erkundungsfahrt von Elbing aus in das unbekannte Frische Haff, um einen Platz für eine Burg zu finden. Sie fanden auf dem hohen Haff Ufer eine stark prußische Burg vor, die Haff und Land beherrschte. Die Kreuzfahrer unternehmen einen Angriff auf die Burg, der aber misslingt und sie mussten sich verlustreich zurückziehen.
- 1239 u. Z. Prußen
- » Bei der zweiten Fahrt, ein Jahr später in das Frische Haff, gelang es den Ordensrittern, die Besatzung der alten Prußenburg zu schlagen und auf diesem Platz die starke Burg Balga zu erbauen. Die Burg Balga wurde in der Folgezeit zum Stützpunkt des Ordens zur weiteren Eroberung des alten Prußengaues Natangen. Das spätere Gebiet der Komturei Balga umfasste einen Großteil jenes Gebietes, die später die Kreise Heiligenbeil und Preussisch Eylau bildeten.
- 1240 u. Z. Prußen
- » Herzog Otto von Braunschweig und Lüneburg (* 1204 - † 9. Juni 1252 in Lüneburg), ein Enkel Heinrich des Löwen, unternimmt mit 700 Panzerreitern eine Preußenfahrt (Kreuzfahrt) nach Osten und kann mit dem Orden zusammen die Prußen vernichtend schlagen.
- » Herzog Swantopolk II. der Große von Pommerellen , verleiht der Kaufmannssiedlung Danzig das Stadtrecht nach lübischem Recht.
- 1240/41 u. Z. Prußen
- » Die Deutschordensburg Cruceburg, das spätere Kreuzburg in der Provinz Natangen wird an der Stelle einer alten Prußenburg zu einer starken Ordensburg ausgebaut.
- » Durch den Ordensmarschall Heinrich von Plötzke wurde bereits 1315 Kreuzburg das Stadtrecht nach der Kulmer Handfeste verliehen.
- 1242 u. Z. Russland
- » Der Schwertbrüder Orden wird bei dem Versuch, mit deutschen und dänischen Rittern und estnischen Hilfstruppen nach Nowgorod vorzustoßen, von Heerführer Alexander Newski (* um 1220 in Pereslawl-Salesski - † 14. November 1263 in Gorodez) Fürst von Nowgorod auf dem vereisten Peipussee vernichtend geschlagen. Die Folge war ein sieben Jahre währender Aufstand der Prußen.
- 1242 u. Z. Prußen
- » Erster großer Aufstand der Prußen unter der Führung des Natangen Heinrich (Herkus) Monte, dem Sohn eines zum christlichen Glauben übergetretenen Prußen. Monte hatte in Magdeburg die Klosterschule besucht und war in militärischen Dingen ein fähiger Mann Zudem war er jetzt ein glühender Feind des Ordens. Alle Burgen in diesem Gebiet, bis auf Elbing und Balga gehen verloren. Nur die Burgen an der Weichsel bleiben im Besitz des Ordens. Herzog Swantopolk II. der Große von Pommerellen unterstützt den Aufstand der Prußen.
- 1243 u. Z. Pommern
- » Der Stadt Stettin wurde durch den pommerschen Herzog Barnim I. (* um 1210/1218 - † 13. November 1278 in Altdamm) von Pommern 1243 das Magdeburger Stadtrecht verlieh. Die Stadt Stettin entstand aus der pommerischen Siedlung Kessin und zwei benachbarten deutschen Siedlungen. Der Herzog erlaubte 1245 den Bau eines Rathauses und als auf dem alten Burgwall 1263 mit dem Bau der Marienkirche begonnen wurde, war das Zusammenwachsen der drei Siedlungen zur Stadt Stettin vollendet. Herzog Barnim I. wurde in der Marienkirche nach seinem Tode im Jahre 1278 beigesetzt. Der Bau des Hafens gab der Stadt einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung und ebnete 1278 den Weg in die Hanse.
- 1243 u. Z. Prußen
- » Der päpstliche Legat Bischof Wilhelm von Modena teilt im Auftrag von Papst Innozenz IV. das Prußenland in die vier Bistümer (Diözesen) Kulm, Pomesanien, Ermland und Samland ein.
- 1245 u. Z. Prußen
- » Papst Innocenz IV. erteilt dem Deutschen Orden für 100 deutsche Ritter, die das Kreuz nehmen und nach Preußen ziehen würden, gleichen Ablass wie für eine Kreuzfahrt nach Palästina. Das Ordensland wird kirchlich dem Bischof von Riga, Nikolaus von Nauen († Ende 1253 vermutlich Riga), unterstellt.
- 1247 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Der Papst Innocenz IV. schickt den Archidiakon Jacob von Lüttich (den späteren Papst Urban IV.) als Legaten ins Ordensgebiet. Zum Dank erhob ihn Innozenz IV. 1251 zum Bischof von Verdun.
- 1248 u. Z. Prußen
- » Der Legat Jacob von Lüttich verhandelt am 24.11.1248 zwischen dem Herzog Swantopolk II. von Pommerellen und dem Deutschen Orden eine Art Stillhaltefrieden aus.
- 1249 u. Z. Prußen
- » Nachdem die letzten prußischen Rebellen in Natangen vom Deutschen Orden besiegt wurden, kam es auf der Ordensburg Christburg am 7. Februar 1249 in Pomesanien zum zweiten Friedensschluss zwischen dem Deutschen Orden und den Prußen. Im Vertrag von Christburg erkennen die pomesanischen, ermländischen und natangischen Prußen die Herrschaft des Ordens an und verpflichten sich, zum Christentum überzutreten. Der Orden bestätigt die persönliche Freiheit der Getauften Person und das Eigentum an beweglichen und unbeweglichen Gütern, einschließlich der Vererbbarkeit. Die Prußen verpflichten sich ihrerseits Kirchen zu bauen, den Zehnten abzuliefern, sowie an den weiteren Kreuzzügen des Ordens teilzunehmen. Prußen die sich taufen ließen, blieben am Leben, die Widerstand leisteten, wurden bekämpft oder vertrieben. Der Orden veranlasst zudem die Kolonisation des pomesanischen, ermländischen und natangischen Gebietes mit deutschen Einwanderern aus Nieder- und Mitteldeutschland, die bis Mitte des 14. Jahrhunderts anhalten wird.
- 1250 u. Z. Reich
- » Kaiser Friedrich II. (* 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona - † 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucero in Apulien) aus dem Adelsgeschlecht der Staufer stirbt am 13. Dezember 1250. Er war ab 1198 König von Sizilien, durch eine Wahl ab 1212 römisch-deutscher König sowie von 1220 bis zu seinem Tod Kaiser des Heiligen Römische Reichs (Sacrum Romanum Imperium), aber als Ehemann von Isabellas II. der Königin von Jerusalem, führte er ab 1225 auch den Titel „König von Jerusalem‟. Sein Sohn Konrad IV. (* 25. April 1228 in Andria, Apulien - † 21. Mai 1254 im Heerlager bei Lavello) wird als König des Heiligen Römischen Reiches der letzte Staufer auf dem Thron sein Nachfolger. Siehe dazu mehr unter Friedrich II. auf Wikipedia.
- 1250 u. Z. Prußen
- » Der Priester Anselm von Meißen (* 1210 - † 1278 in Elbing) wird zum Bischof von Ermland ernannt.
- » Errichtung der Ordensburg Balga. Sie wird Sitz eines Komturs (Geistlicher Befehlshaber) und eines Ritterkonvents.
- 1250 u. Z. Pommern
- » Nach einer Vereinbarung zwischen Pommern und Brandenburg gehört den Markgrafen von Brandenburg die gesamte Uckermark. Die Markgrafen von Brandenburg belehnen die beiden pommerschen Herzöge Barnim I. und Wartislaw III. zur gesamten Hand, womit der Vertrag von Kremmen in der Erbfrage zugunsten der Herzöge korrigiert wird. Barnim musste allerdings die Uckermark an die Markgrafen von Brandenburg abtreten. So konnte Barnim I. nach dem Tod seines Vetters Wartislaw III. im Jahre 1264 auch in dessen Landen die Herrschaft antreten und so das ganze Herzogtum Pommern in seiner Hand vereinigen.
- 1251 u. Z. Prußen
- » Gründung des Fürstbistums Ermland, der Deutschordenspriester Anselm wird erster Bischof.
- 1252 u. Z. Prußen
- » Eberhard von Seyn, Deutschmeister in Livland und Kurland, beurkundet den Bau der Burg Memel auf dem Mümmelsberg. Es wird der Ursprung der Stadt Memel.
- 1253 u. Z. Reich
- » Ottokar II. Přemysl (* um 1232 in Městec Králové, Böhmen - † 26. August 1278 in Dürnkrut, Österreich) aus der tschechischen Dynastie der Přemysliden wird bis zu seinem Tod 1278 König von Böhmen. Er wird in der Geschichte oft auch der Goldene oder Eiserne König genannt. Seit dem 27. März 1247 Markgrafen von Mähren sowie ab 1251 auch Herzog von Österreich, später ab 1261 auch Herzog der Steiermark und ab 1269 auch noch Herzog von Kärnten und Krain. Damit hatte er für einen Herrscher aus der Dynastie der Přemysliden eine Machtfülle erlangt, die weder zuvor und noch weniger später nach ihm je wieder von einem Přemysliden erreicht wurde. Er bewarb sich auch mehrfachen um die Wahl zum König des Heiligen Römischen Reiches, was aber misslang. Siehe dazu mehr unter Ottokar II. Přemysl, der Eiserne König genannt, auf Wikipedia.
- 1253 u. Z. Prußen
- » Die Burg Kreuzburg wurde neu gegründet und in der Folgezeit in Stein und Ziegeln fest ausgebaut. Sie war fortan Sitz des Komturs und Vogts von Natangen.
- 1253 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Johann I. stattet die von ihm gegründete Stadt Frankfurt an der Oder nach der Entsendung eines Lokators mit Berliner Stadtrecht aus.
- 1254 u. Z. Reich
- » Mit dem Tod von Konrad IV. (* 25. April 1228 in Andria, Apulien - † 21. Mai 1254 im Heerlager bei Lavello), Sohn von Kaiser Friedrich II., endet die Herrschaft der Staufer im Heiligen Römischen Reiches und mit der Hinrichtung seines Sohnes Konradin (* 25. März 1252 auf der Burg Wolfstein bei Landshut - † 29. Oktober 1268 in Neapel hingerichtet), den er nie zu Gesicht bekommen hatte, der als Konrad IV. Herzog von Schwaben von 1254 – 1268 und als Konrad II. von 1254 – 1258 König von Sizilien war, stirbt der letzte legitime männliche Erbe aus der Dynastie der Staufer. Siehe dazu mehr unter Konradin oder unter Konrad IV. auf Wikipedia.
- 1254 u. Z. Prußen
- » Die Siedlung Braunsberg (polnisch Braniewo) entstand um die Ordensburg Braunsberg des ermländischen Domkapitels am Ufer des Flusses Passarge (polnisch Pasleka) und wurde von Johannes Fleming, dem Sohn eines Lübecker Ratsherrn, gegründet. Bischof Anselm von Meißen (* 1210 - † 1278 in Elbing) der Bischof von Ermland gab der Siedlung Braunsberg (früher Brusberg, auch Brunsberg) 1254 das Stadtrecht nach dem Lübischem Recht.
- 1254 - 1260 u. Z. Prußen
- » Ottokar II. König von Böhmen und Markgraf von Mähren, etwa 24 Jahre alt, kommt dem Orden mit einem starken Heer zu Hilfe. Das Samland wird erobert. Dem Böhmen-König zu Ehren wurde die Burg, die der Orden 1255 oberhalb der Pregelmündung erbaute, nun Königsberg genannt.
- 1255 u. Z. Prußen
- » Eroberung des Samlandes, nachdem Versuche des Deutschen Ordens und des Königs Ottokar von Böhmen gescheitert waren, die Einwohner auf friedliche Weise zur Annahme des Christentums zu bewegen, werden Ihnen keine Rechte mehr zugestanden.
- 1255 u. Z. Pommern
- » Der Camminer Bischof Hermann von Gleichen († 1289) gründet 1255 gemeinsam mit Herzog Wartislaw III. (* um 1210 - † 17. Mai 1264) Herzog des Teilherzogtums Pommern-Demmin, bei der Burg Kolberg eine deutsche Siedlung und verlieh ihr Lübisches Recht. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung ließen sich viele deutsche Siedler und Händler in der Stadt Kolberg nieder. Seit 1361 ist auch die Zugehörigkeit zur Hanse urkundlich nachgewiesen.
- 1256 - 1257 u. Z. Reich
- » Mit dem Tod von Konrad IV. (* 25. April 1228 in Andria, Apulien - † 21. Mai 1254 im Heerlager bei Lavello) wurde Wilhelm von Holland (* um Februar 1228 - † 28. Januar 1256 bei Hoogwoud, Niederlande), er war von 1234 bis 1256 als Wilhelm II. Graf von Holland und bereits seit 1248 Gegenkönig im Heiligen Römischen Reich, aber nun von 1254 bis zu seinem Tode 1256 im Kampf gegen die Friesen, allgemein anerkannter römisch-deutscher König. Siehe dazu mehr unter Wilhelm von Holland auf Wikipedia.
Da aufgrund ihres jungen Alters weder Konrads erst vierjähriger Sohn Konradin noch sein gerade einmal zweijähriger Sohn Florens als mögliche Nachfolger infrage kamen, kam es zur Doppelwahl von 1256/57, bei der sich der Engländer Richard von Cornwall und Alfons X., König von Kastilien bei der Wahl zum deutschen König gegenüber standen. Richard von Cornwall wurde am 17. Mai 1257 auf dem Thron Karls des Großen sitzend zusammen mit seiner Frau Sancha von der Provence gekrönt und empfing so in Aachen das Zepter und die Reichskrone, die er bis 1272 trug. Durch die von Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln, „am rechten Ort“ durchgeführte Krönung besaß Richard eigentlich alles, was für die Herrschaftsausübung eines deutschen Königs im Heiligen Römischen Reich an Macht nötig war. Sein Konkurrent und Gegenkönig Alfons X. von Kastilien wurde weder gekrönt noch hat er jemals Deutschland betreten. Siehe dazu mehr unter Doppelwahl von 1256/57 auf Wikipedia. - 1245 - 1273 u. Z. Reich
- » In der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches wird die Periode zwischen der Absetzung Kaiser Friedrichs II. im Jahre 1245 durch Papst Innozenz IV. und der Wahl Rudolfs I. im Jahre 1273 als die Epoche des Interregnums (Übergangszeitraum) bezeichnet. In diesem Zeitraum wurden zwar mit Heinrich Raspe, Wilhelm von Holland, Alfons von Kastilien und Richard von Cornwall Königen gewählt, doch diese vermochten es nicht, ihre Herrschergewalt auszuüben. Erst 1273 einigten sich die drei geistlichen Kurfürsten und der Pfalzgraf bei Rhein auf Graf Rudolf IV. von Habsburg als Kandidaten und dessen Wahl erfolgte dann am 1. Oktober 1273 in Frankfurt auch mit den Stimmen des Herzogs von Sachsen und des Markgrafen von Brandenburg aber gegen den Widerstand von Ottokar II. Přemysl. Mit der traditionellen Salbung und Krönung des Gewählten als Rudolf I. am 24. Oktober 1273 im Aachener Münster zum König des Heiligen Römischen Reich fand das Interregnum sein Ende. Siehe dazu mehr unter Interregnum auf Wikipedia.
- 1256 u. Z. Prußen
- » Anno von Sangerhausen († 8. Juli 1273) war von 1256 bis 1273 der 10. Hochmeister des Deutschen Ordens.
- 1257 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Alexander IV. erteilt den wider die Ungläubigen in Preußen streitenden Rittern denselben Ablass, welchen diejenigen erhalten, die sich in den Kreuzzügen in das gelobte Land hatten gebrauchen lassen.
- 1258 u. Z. Prußen
- » Memel erhält Lübisches Stadtrecht. Burg und Stadt gingen 1328 an den Deutschen Orden über, wodurch Memel Teil des preußischen Ordensstaates wurde.
- 1258 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Alexander IV. ermahnt die Bischöfe und Erzbischöfe, den Brüdern des Deutschen Ordens beim Einziehen ihrer Zehnten und sonstigen Einkünfte behilflich zu sein.
- 1258 u. Z. Brandenburg
- » Teilung der Mark und Gründung des Zisterzienserklosters Mariensee-Chorin.
- 1260 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Alexander IV. erteilt dem Orden die Erlaubnis, die unterjochten Preußen zu Kriegszügen gegen die Ungläubigen und zur Erbauung von Burgen und Befestigungen mit Gewalt anzuhalten und nimmt alle Gebiete, die der Deutsche Orden den Händen der Heiden entreißen werde, in seinen Schutz.
- 1260 u. Z. Prußen
- » Der Orden verliert am 13.07.1260 bei Libau in Kurland eine Schlacht gegen ins Ordensland eingedrungene heidnische Litauer. Die Niederlage des Deutschen Ordens am Fluss Durbin nahe der Ordensburg Durben, daher auch genannt die „Schlacht an der Durbe“, ist eine schwere Niederlage, was die „Gärung“ unter den Prußen fördert und so kommt es unter der Führung von Herkus Monte zum Ausbruch des zweiten prußischen Aufstandes gegen den Deutschen Orden.
- 1261 - 1273 u. Z. Prußen
- » Der Brandmord auf der Lenzenburg am Frischen Haff, bei dem 50 Natanger Adelige vom Ordensvogt von Warmien und Natangen, Walrod Mirabilis heimtückisch durch eine in Brand gesetzte Kammer getötet werden, wirkte wie ein Signal. Mit Ausnahme von Pomesanien und dem Kulmer Land brach in allen anderen vom Orden kontrollierten Gauen der „Große allgemeine Aufruhr“ der Prußen und Kuren los. Im ersten Sturm fielen die Ordensburgen Braunsberg, Heilsberg, Rössel, Kreuzburg und als letzte Burg 1264 in Natangen Bartenstein. Die deutschen Bürger von Heilsberg zum Beispiel verlassen die Burg und Stadt und steckten alles selbst in Brand, da sie von den Prußen bedrängt wurden. Der Orden konnte mit viel Mühe nur seine großen Burgen Königsberg, Elbing und Balga halten. Die Prußen Erobern 1263 ganz Natangen zurück. Von den Prußen gefangene Ritter und abtrünnig Prußen (Vitten) wurden den Göttern geopfert oder zu Tode gefoltert. Bei Pokarben in Natangen überfielen die Prußen unter Hercus Monte die Kreuzfahrer und bereiteten ihnen eine schwere Niederlage. Ein zweites Ordensheer wurde 1263 von den Samländern unter der Führung von Richard Glande eine schwere Niederlage zugefügt und aufgerieben. Bei Löbau erlitt der Orden eine weitere empfindliche Niederlage gegen Hercus Monte. Die Ordensherrschaft in Prußengebiet geriet ins Wanken. Mit Hilfe der Livländer und dem Orden treuen Prußen, die mit bevorrechtigten Orten "sogenannten Vitten" belohnt wurden, eroberte der Orden 1264 das Samland zurück, aber Natangen bleib bis 1272 in den Händen der prußischen Rebellen. Aber am Ende kommt die totale endgültige Unterwerfung: Die Prußen in den rebellischen Prußengebieten erhalten ein vermindertes Recht, das sie deutlich von den Deutschen und dem Orden treuen Prußen unterscheidet.
- 1264 u. Z. Reich
- » Die Sorbische Bevölkerung, die zwischen der Schwarzen Elster-Pulsnitz-Linie und der Bober-Queis-Linie lebten, bildeten zu Beginn des 13. Jahrhunderts noch immer über 90 % der Einwohner des Landes, aber die herrschende Schicht rekrutiert sich ausschließlich aus dem Adel und den Rittern der deutschen Eroberer. Das eroberte sorbische Gebiet wurde in Markgrafschaften eingeteilt. Die deutschen Siedler, die ins Land geholt wurden, erhielten ihre Bauerngüter als Erbe und Sie mussten nur einen geringen Zins an ihre Grundherren zahlen.
- 1264 u. Z. Pommern
- » Nach dem Tod des Herzogs von Pommern Wartislaw III. (* um 1210 - † 17. Mai 1264) wurden das pommersche Teilherzogtum Pommern-Demmin mit dem Teilherzogtum Pommern-Stettin unter Barnim I. vereinigt. Er hatte nun das ganze Herzogtum Pommern in seiner Hand.
- 1265 u. Z. Rom, Papstpalast
- » Papst Clemens IV. verordnete, dass die, … welche für Preußen das Kreuz genommen haben oder nehmen wollen, innerhalb von drei Jahren in Betreff ihrer Besitzungen nicht vor Gericht geladen werden sollen.
- 1266 u. Z. Prußen
- » Der Markgraf Otto III. von Brandenburg lässt zwischen Balga und Königsberg die Zwingburg Brandenburg errichten, eine Burg, welche die Prußen nicht mehr erstürmen können.
- 1266 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Johann I. (* um 1213 - † um dem 3. Juni 1266) stirbt und wird in seinem Hauskloster Mariensee (später Zisterzienser-Kloster Chorin) beigesetzt. Er war gemeinsam mit seinem Bruder Otto III. genannt der Fromme Markgraf der Mark Brandenburg.
- 1267 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Otto III., genannt der Fromme (* 1215 - † 9. Oktober 1267 in Brandenburg an der Havel) stirbt und wird im Dominikanerkloster in Strausberg beigesetzt. Danach gibt es 6 regierende Markgrafen in Brandenburg. Erst nach dem Aussterben der Ottonischen Linie 1317 kamen alle Landesteile unter Markgraf Waldemar der Große (* um 1280 - † 14. August 1319 in Bärwalde) wieder in einer Hand zusammen, aber nur drei Jahre später war auch die Johanneische Linie ausgestorben und so war 1320 die Herrschaft der Askanier in der Mark Brandenburg beendet.
- 1267 u. Z. Prußen
- » Der König von Böhmen Ottokar II. Premysl (* um 1232 - † 26. August 1278 in der Schlacht auf dem Marchfeld) geht mit einem Kreuzheer auf seinen dritten Kreuzzug gegen die Prußen über Warmien und Natangen diesmal nach Litauen.
- 1270 u. Z. Prußen
- » Beginn des Baus der Marienburg (polnisch Zamek w Malborku) am Ufer der Nogat, die Burg wurde im Wesentlichen um 1300 fertiggestellt. Bis 1398 wurde die Burg nach und nach für die Repräsentationszwecke des Ordens zum Schloss ausgebaut. Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen verlegte im September 1309 seinen Sitz von Venedig in die Marienburg. Die weiträumige Burganlage der Marienburg ist der größte Backsteinbau der Backsteingotik in Europa.
- 1272 u. Z. Prußen
- » Der Markgraf Dietrich von Meißen zieht mit einem Kreuzheer nach Warmien (Ermland) und Natangen. Der Markgraf erzwang den Einbruch in Warmien.
- 1273 u. Z. Prußen
- » Im Herbst wurde der Rebell Monte durch Verrat vom Komtur von Christburg, der sich mit seinem Gefolge auf der Jagd befand, gefangen genommen und kurzerhand am Ast einer Eiche gehängt. Der letzte prußische Widerstand erlischt nun in Natangen.
- 1273 - 1637 u. Z. Pommern
- » Immer wieder gibt es Fehden (Krieg), Frieden und Bündnisse zwischen Brandenburg und Pommern um Land, Burgen und Städte, die erst mit dem Tode Bogislaws XIV. (* 31. März 1580 in Barth - † 10. März 1637 in Stettin) im Jahre 1637 aufhören. Das Greifenhaus erlosch in der männlichen Linie und das Herzogtum Pommern wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg zwischen dem Königreich Schweden (Schwedisch-Pommern, heute Vorpommern) und Brandenburg (Hinterpommern) aufgeteilt.
- 1274 - 1275 u. Z. Prußen
- » Der Orden unterwirft die letzten aufständischen Stämme der Prußen in Pogesanien und Barten und erobert die Burg Heilsberg zurück. Die Ordensherrschaft war nun in diesen Gebieten überall endgültig gefestigt.
-
Der Deutsche Orden wurde vor allem als eine geistliche Gemeinschaft gegründet, dessen Mitglieder nach den Regeln der Augustiner lebten und hauptsächlich Krankenpflege betrieben aber schon bald kam der Kampf gegen die Heiden dazu. Die Statuten des Ordens waren auf eine mönchische klösterliche Lebensweise zugeschnitten. Der Kampf als Ritter gegen die Ungläubigen spielte darin nur eine untergeordnete Rolle genauso wie staatsbildende Aufgaben, doch das alles sollte sich schnell ändern. Die Errichtung des Ordens geschah ganz nach klösterlicher Art, indem sich die Brüder gemeinsam mit einem Meister an der Spitze oder einem Stellvertreter des Meisters, dem Komtur in einem Konventshaus niederließen und zusammenlebten.
Als der Orden aber immer mehr große und reiche Schenkungen in allen europäischen und vor allem in den deutschen Ländern erhielt, besetzte er diese Gebiete mit Komtureien, um diese Besitzungen besser verwalten zu können. Die Größe dieser Komtureibezirke war allerdings von vornherein beschränkt, denn die Mitglieder des Konvents mussten die Höfe und Ländereien, die sie verwalten sollten, auch leicht erreichen können.
So eine Komturei war eine in sich geschlossene wirtschaftliche Einheit, die für die damalige Zeit verhältnismäßig ziemlich unabhängig und selbstständig arbeitete. Komtureibezirke, die innerhalb einer Provinz lagen, bildeten eine Ballei, an deren Spitze ein Ordensbeamter stand, der den Titel Landkomtur oder Landvogt führte.
Den Balleien eines Landes stand ein Meister vor, ein Landmeister wie z. B. der Landmeister von Deutschland, daher auch Deutschmeister genannt, oder der Landmeister von Preußen, aber an der Spitze des ganzen Ordens stand der Hochmeister. Das ritterliche Element erlangte schon bald in der Ordensgemeinschaft eine alles überragende Bedeutung und der Hochmeister selbst wurde Fürst und der Orden wurde ein Staat.
Um nicht das Schicksal des Templerordens zu erleiden, versuchte der Hochmeister Hermann von Salza, der am Hofe seines kaiserlichen Freundes Friedrichs II. als Berater in die Diplomatie und Staatskunst eingeweiht war, für den Orden einen eigenen Staat zu gründen, und setzte es durch, dass das Kulmerland in Preußen mit allen Rechten eines Reichsfürsten dem Orden 1226 verliehen wurde. Nach christlicher Überzeugung war das heidnische Land der Prussen ja herrenlos und konnte somit in Besitz genommen werden.
Bis 1280 war aus der geistlichen Ordensgenossenschaft ein veritabler Staat geworden. Der Sitz des Hochmeisters wurde 1309 von Venedig nach Preußen auf die Marienburg verlegt, den hier in Preußen hatte der Orden die unbeschränkte Staatsgewalt. Hier in Preußen konnte sich durch die Zentralisation der politischen Macht der Orden zu einer weltlichen Großmacht an der Ostsee entwickeln. Der nun entstehende Staat des Deutschen Ordens war durch seine strenge Aufsicht über und durch die Ordensbeamten in einem hervorragenden ökonomischen Zustand und dadurch konnte der Ausbau des Landes vorangetrieben werden. Die anderen Balleien in Europa leisteten ebenfalls ihren Beitrag zum Gelingen. Doch der Orden vergaß, es rechtzeitig Reformen durchzuführen und die Bürger an der Macht zu beteiligen, was langfristig zum Untergang führte. - 1276 u. Z. Prußen
- » Beginn des Baus der Marienburg am 2. April 1276, was in der Handfeste der Stadt festgehalten wurde. Erster Komtur der Marienburg ist Heinrich von Wilnowe.
- 1277 u. Z. Prußen
- » Der Landmeister Konrad von Thierberg der ältere und Vogt Theoderich von Samland greift mit etlichen Ritterbrüdern und 1000 Gewappneten und Fußknechten die Schalauer Hauptburg Raganita an und erobert sie.
- 1277 - 1283 u. Z. Prußen
- » Das Land Schalauen am Unterlauf des Flusses Memel wird als der nördlichsten der zwölf prußischen Stämme bis 1283 Erobert.
- 1278 u. Z. Pommern
- » Die Stadt Stettin wird Mitglied des Hansebundes.
- 1279 u. Z. Litauer
- » Die „Schlacht von Ascheraden‟ (Aizkraukle) am 5. März 1279 war eine Schlacht, die zwischen dem Großfürstentum Litauen und dem Livländischen Orden, der ein eigenständiger Teil des Deutschen Ordens im Baltikum war, im heutigen Lettland ausgetragen. Die Litauer Siegen und der Großmeister des Livländischen Ordens sowie 71 Ritter fallen. Als Folge der Niederlage verzichtete der Livländische Orden auf einen eigenen Großmeister und so wurde gemeinsamen mit dem Deutschen Orden ein Großmeister gewählt um zukünftige gleichzeitig von Westen und von Norden Angriffe ausführen zu können.
- 1279 u. Z. Prußen
- » Amtseinführung von Heinrich Fleming als Bischof von Ermland. Er ist neben seinem Nachfolger Eberhard ein großer Kolonisator.
- 1280-1300 u. Z. Prußen
- » Es beginnt die Erste größere Einwanderungswelle von deutschen Bauern, Handwerkern und Händlern ins Kulmerland und nach Pomesanien.
- 1280 u. Z. Brandenburg
- » Der erste urkundlich nachweisbare märkische Adelstag (Landtag), bei dem sich der Adel der Altmark, Prignitz und Mittelmark versammelt, findet am 18. 08 1280 in Berlin statt. Die regierenden Markgrafen von Brandenburg, Otto V. (* um 1246 - † 1298), Albrecht III. (* um 1250 - † Dezember 1300) und Otto VI. (* um 1255 - † Juli 1303) schließen auf dem ersten märkischen Adelstag in Berlin mit ihren Vasallen und Untertanen einen Vergleich über die Abschaffung der Bede (Sondersteuer).
- » Die Brandenburger Markgrafen kaufen 1280 vom Camminer Bischof Hermann von Gleichen († 1289) das Land Schifelbein (Schivelbein) und stoßen damit fast bis zur Ostsee vor.
- 1283 u. Z. Prußen
- » Die Prußen sind vollständig besiegt, unterworfen und christianisiert. Nach der Taufe des letzten Sudauerfürsten Skomand von Sudauen (* um 1225 - † um 1285) ist die Eroberung des Prußenlandes durch den Deutschen Orden vollständige vollendet. Je nach Gau war die prußische Bevölkerung in Folge von Krieg und Umsiedlung um ca. 20 - 30 % dezimiert worden, doch der Pest sollten noch mehr zum Opfer fallen. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten förderte der vom Deutschen Ritterorden gegründete Ordenstaat den Zustrom deutscher Siedler. Der Orden ruft deutsche Bauern aus dem Reich zur Besiedelung seiner "terra prussia" auf. Freie Bauern erhielt im Schnitt zwei "flämische Hufen" auf freier Scholle für eine Neubauernstelle zugewiesen. Das waren nach heutigen Begriffen etwa 33 Hektar. Der Deutsche Orden hatte 53 Jahre gebraucht, den einheimischen Widerstand endgültig niederzuwerfen. Wer nicht Christ werden wollte, musste das Land verlassen, doch es gab in Europa kaum noch Heidnische Gebiete. Wer leben wollte, musste früher oder später zum Christen werden, daher auch die zutreffende Bezeichnung „Zwangschristianisierung“.
- 1286 u. Z. Prußen
- » Die zu Ehren des Königs von Böhmen, Ottokar II. Premysl (* um 1232 - † 26. August 1278 in Dürnkrut) Königsberg (Kaliningrad) genannten Stadt, erhält durch Landmeister Konrad d. J. von Thierberg († um 1288) das Kulmer Stadtrecht. Seit 1340 ist es auch Mitglied der Hanse. Ab 1330 residierte der Ordensmarschall in Königsberg und nach dem Verlust der Marienburg 1457 Verlegt auch der Hochmeister des Deutschen Ordens seinen Sitz hier her. Seit 1724 war Königsberg die Königliche Haupt- und Residenzstadt von Preußen.
- 1287 u. Z. Reich
- » Vom 13. auf dem 14. Dezember 1287 brach in Europa die Luciaflut über die gesamte Nordseeküste herein. Die Chroniken sprechen allein für die deutsche Nordseeküste von ca. 50.000 Toten und schwersten Verwüstungen sowie vielen in den Fluten versunkenen Dörfern. In Ostfriesland allein sollen es über 30 Dörfer mit viel Land gewesen sein, das in der Nordsee versank und so bildete sich langsam der spätere Dollart heraus. Infolge der großen Landverluste und der relativen Schutzlosigkeit der Menschen vor dem Meer zogen nun viele Menschen von der Marsch (Schwemmland) auf die fast unfruchtbare Geest (Sandmoränen). Da sich die Flut am Gedenktag (13. Dezember) der heiligen Lucia von Syrakus ereignete, nennt man die Katastrophe Luciaflut.
- » In den Niederlanden machte die Luciaflut aus den vorherigen Binnensee Almere endgültig die Nordseebucht Zuiderzee, aus der erst 1932 durch Eindeichung wieder der Süßwassersee IJsselmeer hervorging.
- 1289 u. Z. Prußen
- » Die Holzburg Landeshut wird an der Memel errichtet, aber kurze Zeit später in den alten prussischen Namen „Burg Ragnit“ (Neman) umbenannt. Die Komturei von Labiau (Polessk) wurde nach Ragnit verlegt. Von 1397 bis 1409 erbaute der Orden ganz aus Backsteinen westlich der alten Burganlage die neue Burg Ragnit.
- 1290 u. Z. Prußen
- » Beginn der Besiedlung des Bistums Ermland. Konrad von Feuchtwangen (* vor 1230 - † 4. Juli 1296 in Prag) wird der 13. Hochmeister des Deutschen Ordens von 1290 bis 1296.
- 1291 u. Z. Reich
- » Rudolf I. (* 1. Mai 1218; † 15. Juli 1291 in Speyer) er war als Rudolf IV. ab etwa 1240 Graf von Habsburg und von 1273 bis zu seinem Tod 1291 der erste König des Heiligen Römischen Reich aus dem Geschlecht der Habsburger, dem bis zum Ende des Reichs 1806 noch viele folgen sollten. Siehe dazu mehr unter Rudolf I. auf Wikipedia.
- 1291 u. Z. Palästina
- » Eroberung der Stadtfestung Akkon durch die Mamelucken. Ende der Kreuzzüge (seit 1096). Der Orden verlegt daraufhin seine Residenz (Sitz) nach Venedig.
- 1293 u. Z. Prußen
- » Auf einer Halbinsel der Memel im Samland errichtet der Deutschen Orden die „Schalauerburg“. Die Burg sicherte das Ordensland bis 1365 nach Norden hin ab und war ein wichtiger Stützpunkt für die zum Ende des 13. Jahrhunderts begonnenen Litauerkriege des Deutschen Ordens.
- 1294 u. Z. Pommerellen
- » Mit Mestwin II. (* vor 1220 - † 25. Dezember 1294) stirbt der letzte souveräne Herzog von Pommerellen. Das pommerellische Herrscherhaus aus dem Geschlecht der Samboriden erlosch im Mannesstamm.
- 1294 u. Z. Reich
- » Lübeck, die „Mutter der Hanse“, gründet die Städte-Hanse als Vereinigungen von hauptsächlich norddeutschen Kaufleuten. Ziel war die Sicherung der Überfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland. Seit 1161 gab es schon die Kaufmannshanse, eine Genossenschaft der nach Gotland fahrenden deutschen Kaufleute und aus dieser Keimzelle ging die Städte-Hanse hervor.
- 1295 u. Z. Pommern
- » Pommern wird in die Herzogtümer Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast geteilt. Damit wurde das Herrschaftsgebiet der Greifendynastie in die Linien Stettin und Wolgast aufgeteilt.
- 1295 u. Z. Polen
- » In Polen gelang es Przemysław II. (* 14. Oktober 1257 in Posen - † 8. Februar 1296 in Rogoźno) aus dem Adelsgeschlecht der Piasten war ab 1273 Herzog von Großpolen in Posen und nach dem Tod seines Onkels Herzog Bolesław VI. der Fromme (* 1224/27 - † 13./14. April 1279 in Kalisz) konnte er die Landesteile Großpolen und Kleinpolen wieder vereinen und sich selbst 1295 zum König von Polen krönen zu lassen. Er entstammte der polnischen Linie der Piasten, wurde jedoch bereits schon im Folgejahr ermordet, womit die polnische Königskrone an die böhmischen Přemysliden Wenzel I. und Wenzel II. fiel. Nachdem Wenzel III. auf der Fahrt zur Krönung 1306 in Krakau ermordet wurde, starb das böhmische Königsgeschlecht der Přemysliden im erbberechtigten Mannesstamm nach über 400-jähriger Herrschaft über Böhmen aus. Nun wurde Władysław I. Ellenlang (polnisch Władysław I Łokietek, * 1260 - † 2. März 1333 in Krakau, Polen) aus der Dynastie der kujawischen Piasten, er war als Władysław IV. ab 1306 Herzog von Polen wurde nach vielen Kämpfen im Jahr 1320 als Władysław I. Ellenlang König von Polen.
- 1297 u. Z. Prußen
- » Deichbauexperten aus Holland kommen 1288 zur Eindeichung des Weichseldeltas ins Land und gründen eine Siedlung mit dem Namen Holland, aus der sich später die Stadt Preußisch-Holland entwickelte. Bereits 1297 hatte Meinhard von Querfurt, der Landmeister des Ordens, dem Ort der holländischen Einwanderer mit einer Handfeste das Stadtrecht nach dem Kulmer Recht verleihen.
- 1299 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Albrecht III. von Brandenburg gründet die Zisterze Himmelpfort bei Lychen. Ein Kloster für Mönche des Zisterzienserordens in der Uckermark, doch es hat aber nie so eine Bedeutung erlangen können wie die Klöster Lehnin oder Zinna.
14. Jhd. u. Z.
- 1300 u. Z. Brandenburg
- » Markgraf Albrecht III. von Brandenburg (* um 1250 - † zwischen den 19. November und 4. Dezember 1300) aus der Ottonische Linie der Askanier stirbt.
- 1303 - 1311 u. Z. Prußen
- » Siegfried von Feuchtwangen († 3. Mai 1311) wurde am 18. Oktober 1303 zum 15. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt.
- 1308 u. Z. Pommerellen
- » Heinrich von Plötzke, Landmeister von Preußen, hatte eine starke Streitmacht aufgestellt und belagerte Danzig. In der Nacht vom 12. auf den 13. November 1308 erstürmten die Deutschen Ordensritter die Stadt. Pommerellen wurde, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, im Auftrag des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen besetzten.
- 1309 u. Z. Pommerellen
- » Markgraf Waldemar von Brandenburg erwirbt im Vertrag von Soldin die pommerellischen Ländereien um Stolp, Schlawe, Rügenwalde und Bütow. Der größere Rest von Pommerellen mit der Hauptfeste Danzig ging an den Deutschen Orden.
- 1309 u. Z. Prußen
- » Der Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen verlegt den Hauptsitz des Hochmeisters des Deutschen Ritterordens von Venedig (Italien) auf die Marienburg in Preußen. Es ist die Zeit der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte des Ordenslandes und Seine Städte Danzig, Thorn, Elbing sowie auch Königsberg sind Mitglied der Hanse.
Die Blütezeit des Ordensstaates unter:
- 1311-1324 Karl Bessart von Trier - 16. Hochmeister
- 1324-1330 Werner von Orseln - 17. Hochmeister
- 1331-1335 Luther von Braunschweig - 18. Hochmeister
- 1335-1341 Dietrich von Altenburg - 19. Hochmeister
- 1351-1382 Winrich von Kniprode - 22. Hochmeister
- 1393-1407 Konrad von Jungingen - 25. Hochmeister
- 1441-1449 Konrad von Erlichshausen - 30. Hochmeister
- » Nach dem Tode des letzten Landmeisters von Preußen Heinrich von Plötzkes 1309 wurde das Amt des Landmeisters mit dem Amt des nun in der Marienburg residierenden Hochmeisters vereint. Der Landmeister von Preußen war ein von 1230 bis 1309 bestehendes Amt im Deutschen Orden zur Verwaltung der Kommenden des Deutschen Ordens im Prussenland. Das Amt des Landmeisters als Stellvertreter des Hochmeisters wurde gleich zu Beginn der Eroberung und Missionierung des Prussenlandes im Sommer 1230 geschaffen, da der Hochmeister seinen Sitz noch in Palästina hatte.
- 1315 u. Z. Schweiz
- » Am 15. November 1315 kommt es zur Schlacht am Morgarten zwischen Herzog Leopold I. von Habsburg und den Schwyzer Urkantonen, der Waldstätte, bestehend aus den Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden. Es ist die erste kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem jungen eidgenössischen Bund und Österreich den die Waldstatt gewannen. Herzog Leopold I. von Habsburg erlitt mit seinen Rittern eine vernichtende Niederlage gegen Bauern mit Hellebarden.
- 1317 u. Z. Pommern
- » Brandenburg verzichtet zugunsten Wartislaw IV. (* vor 1290 - † 1. August 1326) Herzog von Pommern-Wolgast auf das Land Stolp sowie auf Schlawe. Schlawe bekommt das Stadtrecht nach Lübischem Recht verliehen.
- 1320 u. Z. Pommern
- » Nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier gewinnt Pommern große Teile der Uckermark zurück.
- 1320 u. Z. Polen
- » Władysław I. Ellenlang (polnisch Władysław I Łokietek, * 1260 - † 2. März 1333 in Krakau, Polen) aus der Dynastie der kujawischen Piasten war als Władysław IV. seit 1306 Seniorherzog von Polen und ab 1320 als Władysław I. König von Polen. Er hinterließ seinem Sohn und Nachfolger Kasimir im Grunde nur die zwei alten Regionen Großpolen und Kleinpolen als Herrschaftsgebiet der Piasten mit der Hauptstadt Krakau.
- 1323 u. Z. Brandenburg
- » Die Markgrafschaft Brandenburg fällt bis 1373 an das aus Bayern stammende Adelshaus Wittelsbach.
- 1325 u. Z. Prußen
- » Der Ordenschronist Peter von Dusburg schreibt seine "Chronicon terrae Prussiae", das erste Geschichtswerk des Prußenlandes.
- 1328 u. Z. Prußen
- » Burg und die Stadt Memel gingen vom Schwertbrüderorden an den Deutschen Orden über, wodurch Memel Teil des preußischen Ordensstaates wurde.
- 1333 u. Z. Polen
- » Kasimir III. der Große (* 30. April 1310 in Kowal - † 5. November 1370 in Krakau) wird 1333 als Kasimir I. der Große König von Polen. Mit seinem Tod 1370 starb die kujawischen königliche Linie der Piasten aus. Die Linie der masowischen Piasten starb erst 1526 und die schlesische Linie der Piasten sogar erst 1707 aus. Kasimir III. schuf durch Reformen im Staat die Grundlagen für den Aufstieg des Königreichs Polen unter der Dynastie der Jagiellonen zu einer mittel- und osteuropäischen Macht. Da Kasimir keine männlichen Nachkommen hatte, ging der polnische Thron über Ludwig von Anjou (Ludwig der Große * 5. März 1326 in Visegrád - † 10. September 1382 in Trnava) König von Ungarn aus dem Haus Anjou, war seit 1370 in Personalunion auch König von Polen, an seine jüngere Tochter Hedwig von Anjou über.
- 1337 - 1343 u. Z. Prußen
- » Ludwig IV. (auch Ludwig der Bayer genannt * 1282 oder 1286 in München - † 11. Oktober 1347 bei Fürstenfeldbruck) aus dem Haus Wittelsbach, er war ab 1314 römisch-deutscher König und ab 1328 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches obwohl er seit 1324 exkommuniziert war. Er vermählte Seinen jüngeren Sohn Ludwig VI., genannt der Römer, mit der polnischen Königstochter Kunigunde um Polen noch enger an das Reich zubinden. Im November 1337 übertrug der Kaiser dem Deutschen Orden das Land Litauen, das nicht zum Reich gehörte und Falls die Kriegszüge des Ordens Erfolg hätten, würde der Gewinn an den Orden fallen aber die Oberhoheit über Litauen dem Reich zufallen. Im März 1339 forderte Ludwig den Deutschordensmeister auf, Stadt und Bistum Reval sowie Estland einzunehmen. Im Frieden von Kalisch 1343 konnten Polen und der Deutsche Orden ihre Streitigkeiten beilegen.
- 1337 - 1453 u. Z. Europa
- » Der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England beginnt, weil die englischen Könige versuchten, ihre vagen Ansprüche auf den französischen Thron mit Waffengewalt durchzusetzen. Jedoch bestand dieser Konflikt aus mehreren Phasen und vielen einzelnen Kriegen, denn die Chronisten erst später als Streit um die Thronfolge in Frankreich zu einem einzigen Komplex zusammenfasste. Vor allem auf französischer Seit kämpften auch einige Ritter mit Gefolge aus dem Heiliges Römisches Reich wie Johann von Luxemburg (* 10. August 1296 in Luxemburg - † 26. August 1346 in der Schlacht bei Crécy) auch Johann von Böhmen oder der Blinde Johann genannt, er war seit 1311 – 1346 König von Böhmen.
- 1338 u. Z. Pommern
- » Herzog Otto I. (* 1279 - † 30. oder 31. Dezember 1344) von Pommern-Stettin und Mitregent Barnim III. (* vor 1300 - † 24. August 1368) gelingt es, die Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit für Pommern-Stettins durch König Ludwig IV. zu erreichen. Auf dem Reichstag 1338 in Frankfurt am Main entließ König Ludwig IV. die Herzöge von Pommern-Stettin aus der Lehnsherrschaft Brandenburgs und erkannte ihre Reichsunmittelbarkeit an und somit unterstand Pommern-Stettin direkt und unmittelbar nur noch dem Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Brandenburg erhielt dafür im Gegenzug das Heimfallsrecht, beim Aussterben der Stettiner Linie des Greifengeschlechts Pommern-Stettin sollte Brandenburg erben.
- 1340 u. Z. Prußen
- » Nicolaus von Jeroschin schreibt 1340 die "Kronike von Pruziland", eine freie Übersetzung von Dusburgs lateinischer "Chronicon".
- 1343 u. Z. Prußen
- » Im Friede zu Kalisch entsagt Polen endgültig all seinen Ansprüchen auf Pommerellen und das Kulmerland. Kasimir der Große (* 30. April 1310 in Kowal - † 5. November 1370 in Krakau) König von Polen überlässt dem Orden Pommerellen und das Kulmerland. Dafür gab der Orden das von ihm besetzte Kujawien und das Dobriner Land an das Königreich Polen zurück.
- 1346 u. Z. Europa
- » Auf französischen Boden fand am 26. August 1346 "Die Schlacht bei Crécy" statt, als Teil des Hundertjährigen Krieges auf dem europäischen Festland. Das kleinere Heere von Eduard III. von England siegte beim heutigen Ort Crécy-en-Ponthieu im Département Somme entscheidend über das größere Heer von Philipp VI. von Frankreich und seinen Verbündeten, wie z. B. dem blinden böhmischen König Johann von Luxemburg. Die enormen Verluste der französischen Seite bei Crécy waren ausschlaggebend für die weitere französische Geschichte da die Blüte der Ritterschaft auf dem Feld blieb. Siehe dazu mehr unter ➥ Hundertjähriger Krieg auf Wikipedia.
- 1346 - 1351 u. Z. Reich
- » Der Schwarze Tod, auch Pest genannt, erreichte 1346 Europa und wütete ab 1348 auch im ganzen Heiligen Römischen Reichs. Im Laufe des 14. Jahrhunderts fordert der Schwarze Tod ca. 26 bis 35 Millionen Todesopfer in ganz Europa. Im ganzen Reich setzten Judenverfolgungen ein, da diese angeblich Schuld waren an der Pest.
- » In Pommern werden durch die Pest etwa ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung hinweggerafft.
- 1348 u. Z. Pommern
- » Herzog Barnim III. (* vor 1300 - † 24. August 1368) von Pommern-Stettin erhält am 4. Juni 1348 persönlich die Bestätigung der Reichsunmittelbarkeit Pommerns durch König Karl I. (* 14. Mai 1316 in Prag - † 29. November 1378 in Prag) von Böhmen, dem späteren Kaiser Karl IV., und die Belehnung mit allen pommerschen Teilherrschaften zur gesamten Hand.
- 1348 u. Z. Mecklenburg
- » König Karl I. (* 14. Mai 1316 in Prag - † 29. November 1378 in Prag) von Böhmen erhebt auch Mecklenburg ebenfalls in den Reichsfürstenstand.
- 1353 u. Z. Prußen
- » Die Siedlung Allenstein (polnisch Olsztyn) am Fluss Aller im preußischen Ermland erhält vom ermländischen Domkapitel am 31. Dezember 1353 das Stadtrecht (Handfeste).
- 1354 u. Z. Pommern
- » Bei Stendell (heute ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder) in der Uckermark werden die Brandenburger von den Pommern geschlagen und treten daher im Vertrag von Oderberg Teile der östlichen Uckermark an die Pommern ab.
- 1356 u. Z. Brandenburg
- » Die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. (* 14. Mai 1316 in Prag - † 29. November 1378 in Prag) verkündet auf dem Nürnberger und Metzer Hoftag ist ein in Urkundenform verfasstes kaiserliches Gesetzbuch, das den Markgrafen von Brandenburg in seiner Eigenschaft als Erzkämmerer des Reiches zu den vier weltlichen Kurfürsten zählt, die zusammen mit den drei geistlichen Kurfürsten den Deutschen König wählen. Das Kurfürstentum ist unteilbar und ein Kurfürst darf keine zwei Kurstimmen haben. Die Rechte und Pflichten der Kurfürsten bei der Königswahl wurden umfassend und auf Dauer besiegelt. Die Markgrafschaft von Brandenburg ist unlöslich mit dem Amt des Erzkämmerers und der Kurstimme verbunden.
Die Stimmabgabe der 7 Kurfürsten erfolgte nach Rang:- Der Erzbischof von Trier als Kanzler für Burgund.
- Der Erzbischof von Köln als Kanzler für Reichsitalien. Er hatte als Bischof von Köln den König zu krönen.
- Der König von Böhmen als gekrönter weltlicher Fürst und Erzschenk des Reiches.
- Der Pfalzgraf bei Rhein als Erztruchsess und Reichsverweser in allen Ländern, in denen kein sächsisches Recht galt.
- Der Herzog von Sachsen als Erzmarschall und Reichsverweser in allen Ländern, in denen sächsisches Recht galt.
- Der Markgraf von Brandenburg als Erzkämmerer.
- Der Erzbischof von Mainz als Kanzler für Deutschland hatte den höchsten Rang und stimmte daher als Letzter ab, wegen der Möglichkeit des Stichentscheides seiner Stimme.
- 1356 u. Z. Prußen
- » Die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. weist auch die Bischöfe von Ermland als Reichsfürsten in ihrer Eigenschaft als Fürsten des Ermlands innerhalb des Deutschordensstaats aus. Der Kaiser bestätigt alle Besitzungen, Lehen, die höhere und niedere Gerichtsbarkeit sowie die landesherrlichen Rechte.
- 1362 u. Z. Reich
- » Die Zweite Marcellusflut oder die Grote Mandränke (Große Manntränke) ist die Bezeichnung für eine verheerende Sturmflut, die am 15. Januar 1362 begann und erst am 17. Januar endete. Der 16. Januar ist der Tag des heiliggesprochenen Papstes Marcellus I. († 309), nach welchem die Sturmflut ihren Namen erhielt. Es gingen ca. 100.000 Hektar bestes Kulturland verloren und es sollen bis zu ca. 200.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Rungholt, eine Stadt im nordfriesischen Wattenmeer, der damals größte Handelsort des Nordens, ist in dieser Sturmflut untergegangen. Die Erste Marcellusflut ereignete sich am 16. Januar 1219.
- 1362 u. Z. Litauen
- » Ein Ordensheer erobert und zerstört die Burg von Kaunas der Litauer die an der Mündung der Neris in die Memel liegt.
- 1367 u. Z. Hanse
- » Auf dem Hansetag am 19. November 1367 in Köln wird mit den drei nicht der Hanse zugehörigen Städte Amsterdam (Holland), Brielle (Seeland) und Harderwijk (Gelderland) die Kölner Konföderation als Bündnis im Krieg gegen Dänemark beschlossen. Die preußischen Hansestädte sind Mitglied der Kölner Konföderation. Um den Kampf zu finanzieren wird das Pfundzolls (Gewichtsabgabe) für Ein- und Ausfuhr von Waren beschlossen und die Anzahl der aufzustellenden und auszurüstenden Kriegsschiffe festgelegt.
- 1368 u. Z. Brandenburg
- » Der brandenburgische Markgraf Otto der Faule (* 1346 - † 15. November 1379 auf Burg Wolfstein an der Isar, Bayern) verkauft die Stadt Deutsch Krone und das dazu gehörige Kroner Land an den polnischen König Kasimir den Großen.
- 1370 u. Z. Prußen
- » Die ins Samland eingefallenen Litauer werden bei Rudau von Ordensmarschall Henning Johann Schindekopf (* um 1330 in Westfalen - † 17. Februar 1370 in der Schlacht bei Rudau) geschlagen und vollkommen besiegt. Das litauische Heer wird vollkommen vernichtet. Die litauischen Großfürsten Algirdas und Kestutis konnten sich gerade so mit nur noch wenige kampffähige Männer nach Litauen retten.
- 1370 u. Z. Hanse
- » Im Frieden zu Stralsund am 24. Mai 1370 setzen die verbündeten Hansestädte der Kölner Konföderation gegen König Waldemar IV. von Dänemark Handelsfreiheiten und ein Mitspracherecht bei der dänischen Thronfolge durch. Die Hanse ist auf dem Höhepunkt ihrer Macht.
- 1373 u. Z. Brandenburg
- » Im Vertrag von Fürstenwalde verzichtet Markgraf Otto der Faule zugunsten von Kaiser Karl IV. am 18. August 1373 auf Brandenburg. Er erhielt 500 000 Goldgulden und einige Schlösser und Städte in der Oberpfalz. Damit endete die Herrschaft der Wittelsbacher in der Mark Brandenburg und es beginnt die Herrschaft der böhmischen Luxemburger bis 1415. Tangermünde wird zur Residenz ausgebaut. Es herrscht nun Kaiser Karl IV. nebst dem Kurrecht über die Mark Brandenburg. Ihm sind die ersten Aufzeichnungen zu den Orten der Mark zu verdanken. Er ließ ein Verzeichnis aller Abgaben anlegen, aus dem später das "Landbuch der Mark Brandenburg" entstand.
- 1378 u. Z. Brandenburg
- » Kaiser Karl IV. stirbt in Prag. Sein ältester Sohn Wenzel (* 26. Februar 1361 in Nürnberg - † 16. August 1419 in Prag) der Faule wird König von Deutschland und sein jüngerer Bruder Sigismund von Luxemburg (* 15. Februar 1368 in Nürnberg - † 9. Dezember 1437 in Znaim, Mähren) wird Kurfürst von Brandenburg.
- 1383 u. Z. Brandenburg
- » Als der Ritter Heinrich von Bülow am 15. August 1383 den Ort Wilsnack und seine Kirche niederbrennen ließ, fand man danach auf dem Altar Blutwunderhostien. Das sogenannte "Hostienwunder" von Wilsnack. Papst Urban VI. stellte Wilsnack am 20. Februar 1384 einen Ablassbrief zum Wiederaufbau der Kirche als Wallfahrtskirche aus. Wilsnack wurde dadurch für die Gläubigen ein Wallfahrtsort in der ganzen Region und darüber hinaus.
- 1384 u. Z. Polen
- » Hedwig von Anjou (auch heilige Hedwig von Polen, * 1373 oder 1374 in Buda - † 17. Juli 1399 in Krakau) wurde am 15. Oktober 1384 im Alter von nur elf Jahren in Krakau als Jadwiga zum „König“ von Polen gekrönt. Ihr Verlöbnis mit Herzog Wilhelm von Österreich wurde aufgelöst und nur zwei Jahre später wird die nunmehr 13-jährige Königin im Rahmen der Union von Krewo mit dem litauischen Großfürsten Jogaila (* vor 1362 - † 1. Juni 1434 in Gródek) vermählt, der sich extra taufen ließ und sein heidnisch gebliebene litauische Kernland christianisieren ließ. Im März 1386 wurde Hedwig zusammen mit Władysław II. Jagiełło, wie er jetzt genannt wurde, nochmals zusammen gekrönt, um zu zeigen, dass sich zwei rechtlich gleichgestellte und miteinander verheiratete Herrscher nun die Macht über Polen-Litauen teilten. Hedwig starb allerdings am 17. Juli 1399 im Wochenbett nach der Geburt ihres ersten Kindes, das ebenfalls nicht überlebte. Władysław II. Jagiełło verblieb so als Alleinherrscher auf dem polnischen Thron bis 1434 und wurde über die Söhne aus seiner vierten, 1422 geschlossenen Ehe zum Stammvater der Dynastie der Jagiellonen Könige. Sein Sohn Władysław III. von Warna (* 31. Oktober 1424 in Krakau - † 10. November 1444 bei Warna, heute in Bulgarien), war ab 1434 nun König von Polen und ihm folgte 1447 Kasimir IV. Andreas (* 30. November 1427 in Krakau - † 7. Juni 1492 in Grodno) als König von Polen.
- 1386 u. Z. Schweiz
- » Am 9. Juli 1386 fand bei Sempach (Kanton Luzern) die entscheidende Schlacht im Sempacherkrieg zwischen der sich entwickelnden Eidgenossenschaft und dem Herzogtum Österreich statt. Hier zeigten die schweizerischen Fußtruppen wieder einmal, dass sie selbst einem zahlenmäßig größeren Ritterheer überlegen sind. Leopold III. von Habsburg genannt der Gerechte (* 1. November 1351 in Wien - † 9. Juli 1386 in Sempach) war Herzog von Österreich, Steiermark, Kärnten und Krain versuchte offenbar als er sah, dass die Habsburger die Schlacht zu verlieren drohten, noch die Schlacht herumzureißen, doch der Versuch war vergeblich und kostete ihm das Leben. Der Konflikt dauerte von 1385 bis 1389 und endete mit der Festigung des eidgenössischen Bündnisses und dem Zusammenbruch der Macht des Hauses Habsburg in den habsburgischen Vorlanden. Durch die Niederlagen von Sempach gingen den Habsburgern ihre eigentlichen Stammlande, die habsburgischen Vorlanden nun an die Eidgenossen verloren. Die Eidgenossenschaft konnten ihr Territorium erweitern, aber vor allem sicherte der Sieg den Fortbestand der Eidgenossenschaft und ermöglichte ihr ein weiteres Wachstum zur Eidgenossenschaft der Dreizehn Orte der frühen Neuzeit. Siehe dazu mehr unter Schlacht bei Sempach auf Wikipedia.
- 1388 u. Z. Brandenburg
- » Sigismund von Luxemburg (* 15. Februar 1368 in Nürnberg - † 9. Dezember 1437 in Znaim, Mähren) der Kurfürst von Brandenburg verpfändete die Mark Brandenburg an seinen Vetter, den Markgrafen Jost von Mähren, um seine Militärausgaben in Ungarn zu decken.
- 1389 u. Z. Pommern
- » Herzog Erich von Pommern wird zum dänischen König gewählt und ist bis 1434/1442 zugleich auch König von Schweden und Norwegen. Mit ihm wird Pommern in die nordische Politik verwickelt, aber seine Vertreibung vom nordischen Thronen lässt den einzigen Versuch eines pommerschen Fürsten scheitern, auch Außenpolitik im größeren Stil zu betreiben.
- 1393 u. Z. Brandenburg
- » Die märkischen Städte schließen einen Vertrag zur gemeinsamen Bekämpfung von Räubern und Raubrittern im Lande.
- 1393 u. Z. Prußen
- » Konrad von Jungingen wird der 25. Hochmeister. Unter ihm erreichte der Ordensstaat seine größte territoriale Ausdehnung sowie in wirtschaftlicher Hinsicht die höchste Blüte.
- » Wigand von Marburg, Herold des Deutschen Ordens in Preußen, schreibt eine gereimte Ordenschronik.
- 1397 u. Z. Prußen
- » Der Adelsbund der Eidechse wird als Rittergesellschaft zur Wahrung ihrer ständischen Rechte gegenüber den großen Städten und dem Deutschen Orden in Rehden im Kulmer Land gegründet. Die Eidechsengesellschaft ist unter den Landrittern sehr aktiv und hält auch Kontakt zum Adel des polnischen Reiches. Im Jahre 1410 verweigerte der Eidechsenbund dem Deutschen Orden in der Schlacht bei Tannenberg die Gefolgschaft und 1440 trat der Eidechsenbund dem sezessionistischen Preußischen Bund bei, um ihm im Konflikt mit dem Deutschen Orden zu unterstützten.
- 1398 u. Z. Prußen
- » Durch den Vertrag von Sallinwerder erhält der Orden das litauische Stammland Schamaiten aber im Frieden von Melnosee im September 1422 verliert er es offiziell wieder.
- 1398 u. Z. Hanse
- » Die seit 1361 durch Eroberung von Dänemark annektierte Insel Gotland in der Mitte der Ostsee war ein wichtiger Stützpunkt für den Handel der Hanse, die eine Niederlassung in Wisby unterhielt. Im Krieg Dänemarks gegen Schweden besetzten der Hauptmann Albrecht von Pecatel im Jahr 1394 für Mecklenburg mithilfe der Vitalienbrüder 1394 die Insel Gotland als Operationsbasis im Kampf gegen Dänemark. Allmählich verselbstständigten sich die Seeräuber und entwickelten sich zu gefürchteten Freibeutern unter der Losung „Gottes Freunde und aller Welt Feinde!“. Die Insel diente den Vitalienbrüdern (Likedeelern) in den nächsten Jahren als Operationsbasis. Im selben Jahr wurden Klaus Störtebeker und Gödeke Michels zum ersten Mal in einer englischen Klageakte als Hauptleute der Vitalienbrüder benannt. Von diesem zentralen Punkt in der Ostsee schädigten sie nun den Seehandel der Hanse durch Piraterie, versenkten deren Schiffe und brachten den Schiffsverkehr zeitweise sogar zum Erliegen. Das war für den Deutschen Orden ein günstiger Anlass, durch Besetzung der Insel Gotland die Vitalienbrüder zu bekämpfen und zu vertreiben, zugleich aber auch mit derselben logistisch und militärisch hervorragend geplanten amphibischen Unternehmung seine strategische Lage im Norden zu verbessern und die Beziehungen zu den deutschen Handelsmetropolen zu verbessern. Im Frühjahr 1398 wurden die Insel Gotland vom Orden besetzt und die Seeräuber vertrieben. Schifffahrt und Handel auf der Ostsee waren wieder frei.
- 1399 - 1415 u. Z. Brandenburg
- » Das Vakuum nach dem Tode Kaisers Karl IV. ausnutzend, den für die Mark Brandenburg interessierten sich König Sigismund erst einmal nicht, blühte das Raubrittertum in Brandenburg, allen voran die Brüder von Quitzow Brandschatzen und Plündern die Städte und Dörfer aus, die dann Schutzgeld an diese zu zahlen hatten. Im Jahre 1409 beherrschen die Quitzows das Havelland, den Barnim, den Teltow und Köpenick, sowie alle Zugänge nach Berlin/Cölln. Die Quitzow sind ein uraltes Adelsgeschlecht von slawischem Ursprung aus der Mark Brandenburg und sie besaßen mehrere Burgen. Mit dem Eintreffen der Hohenzollern in der Mark Brandenburg 1412 wurde das Fehden Treiben der Raubritter aus dem Landadel ziemlich schnell bis 1415 endgültig eingeschränkt.
15. Jhd. u. Z.
- 1400 u. Z. Prußen
- » Es setzt eine Rückwanderung der Kuren aus Kurland ins nördliche Samland und auf die Nehrung ein.
- 1402 Prußen
- » Der Deutsche Orden kauft von König Sigismund, der auch gleichzeitig Kurfürst von Brandenburg ist, die Neumark und das kleine Ländchen Driesen (polnisch Drezdenko) für 63.200 ungarische Gulden ab. Damit hat der Ordensstaat seine größte räumliche Ausdehnung erreicht.
- 1403 Prußen
- » Als der Orden der Forderung der Dänenkönigin auf Räumung der Insel Gotland nicht nachkam und selber Besitzansprüche stellte, landete 1403 ein starkes dänisch-schwedisches Heer auf Gotland. Es konnte erst im folgenden Frühjahr von einem gelandeten Ordensheer unter dem kriegserfahrenen Marschall Ulrich v. Jungingen, dem Bruder und späteren Nachfolger Konrads, besiegt und zum Abzug gezwungen werden. Nach langen strittigen Verhandlungen vereinbarten die Parteien im Frieden von Helsingborg von 1407 gegen Zahlung einer Ablösesumme für die Kriegs- und Besatzungskosten an den Orden den Abzug der Ordenstruppen.
- 1407 Prußen
- » Ulrich von Jungingen wird am 26. Juni 1407 einstimmig zum 26. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Am 6. August 1409 ließ Ulrich von Jungingen dem König von Polen durch den offiziellen Herold des Ordens die Kriegserklärung überbringen.
- 1410 Prußen
- » Der Orden erleidet in der Schlacht bei Tannenberg (polnisch Grunwald) eine schwere Niederlage gegen ein polnisch-litauisches Heer des polnischen Königs. Der Hochmeister Ulrich von Jungingen und mit ihm fast sämtliche "Großgebietige" fielen im Kampf, 11 von 28 Komturen und 203 Ritterbrüder blieben auf dem Schlachtfeld infolge einer ungeschickten Führung in der Schlacht. Der gefangene Komtur von Brandenburg, Markward von Salzbach, sowie der Vogt des Samlandes, Heinrich Schaumburg, wurden durch Vytautas noch auf dem Schlachtfeld hingerichtet. Der Komtur von Schwetz, Heinrich von Plauen (* 1370 - † 1429 Königsberg), kann die Marienburg in der darauffolgenden Belagerung der Marienburg erfolgreich verteidigen und im Gegenschlag, dass durch eine Typhus-Epidemie geschwächte polnisch-litauische Heer vernichten. Der „Retter des Deutschen Ordens“ wird zum Dank dafür am 9. November 1410 zum 27. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt.
- 1410 Pommern
- » Kasimir von Pommern-Stettin nimmt im Auftrag seines Vaters Herzog Swantibor III. (* 1351 - † 1413) als Führer eines pommerschen Kontingents von 600 Reitern auf der Seite des Ordens an der Schlacht von Tannenberg teil. Er wurde von den polnischen Siegern gefangen genommen, aber bald wieder gegen Lösegeld freigelassen.
- 1411 Prußen
- » Am 1. Februar 1411 wird in Thorn der 1. Friede von Thorn zwischen dem Deutschen Orden einerseits sowie dem polnischen König Wladyslaw II. Jagiello und dem mit ihm verbündeten Großfürsten Vytautas von Litauen andererseits abgeschlossen. Der Orden behält sein gesamtes Gebiet außer Schamaiten (Szamaiten) und das Dobriner Landes darauf verzichtet er allerdings nur auf Lebenszeit des Großfürsten Vytautas und Königs Jagiello. Mit dem Tod von Vytautas und Jagiello sollte Schamaiten (Szamaiten) und das Dobriner Land wieder dem Orden übereignet werden. Verpflichtung des Ordens zur Zahlung von Kontributionen zur Auslösung der Gefangenen.
- » Nicolaus von Renys (* um 1360 - † Mai 1411 in Graudenz) der Führer des Eidechsenbundes und Bannerträger in der Schlacht bei Tannenberg, wird wegen Hochverrats in der Schlacht bei Tannenberg 1411 in Graudenz hingerichtet.
- 1411 Brandenburg
- » Markgraf Jobst von Mähren (* 1351 - † 18. Januar 1411 in Brünn), der seit 1410 römisch-deutscher König und der Kurfürst von Brandenburg ist, stirbt unter ungeklärten Umständen. Eine brandenburgische Gesandtschaft beklagt sich beim neuen König Sigismund über die Unruhen, Missstände und das Raubrittertum in der Mark. König Sigismund ernennt daraufhin den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern zum rechten Obristen, gemeinsamen Verweser und Hauptmann der Mark, damit er die märkischen Verhältnisse wieder in Ordnung bringe.
- 1412 - 1413 Brandenburg
- » Die Städte und die Bischöfe von Brandenburg, Havelberg und Lebus leisten Friedrich IV. von Nürnberg den Huldigungseid. Der Adel und die Quitzows müssen allerdings mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden. Bis 1486 ist die Mark Brandenburg für die Burggrafen von Nürnberg nur eine Nebenherrschaft.
- 1413 Prußen
- » Hochmeister Heinrich von Plauen (ca. 1370 bis † 1429) wird nach Versuchen, den Orden zu reformieren und die mit seiner Herrschaft unzufriedenen Stände zu versöhnen, gestürzt. Er wurde des Hochverrats beschuldigt und obwohl ihm nichts nachzuweisen war, ein Jahrzehnt in Haft gehalten, so dass ihm nur noch wenige Jahre in Freiheit verblieben, ehe er am 9. November 1429 in Lochstädt (Pawlowo) starb.
- 1414 Prußen
- » Im Sommer 1414 fielen polnisch-litauische Truppen in den Deutschordensstaat ein und verwüsteten das Ermland, der Orden fiel nun seinerseits in das polnische Kujawien ein und verwüstete es. Das polnische Heer wurde durch Kampf, Seuchen wie der Ruhr und Hunger wieder besiegt. Doch der Kampf zwischen dem Ordensstaat und den Polen-Litauern wurde ohne greifbare Ergebnisse bis 1422 fortgeführt. Durch verschiedene Vermittler wurden mehrfach Waffenstillstände ausgehandelt und immer wieder verlängert. Für den Orden war das äußerst kostspielig und durch die vergangenen Kriege war man zugleich immer noch geschwächt.
- 1414 - 1418 Prußen
- » Auf dem Konzil zu Konstanz, das vom 5. November 1414 bis 22. April 1418 andauerte, erlangen die Bischöfe zu Cammin für das Hochstift Cammin die Anerkennung als selbstständige Reichsfürsten, was seinen Ausdruck darin fand das es 1422 offiziell in der Reichsmatrikel verzeichnet wurde. König Sigismund (* 15. Februar 1368 in Nürnberg - † 9. Dezember 1437 in Znaim, Mähren) bestätigte die Selbstständigkeit des Hochstiftsgebiets von Cammin und belehnte den Bischof von Cammin damit.
- » Das größte Problem jener Zeit stellte die Kirchenspaltung dar, das Abendländische Schisma und so ist die größte Leistung des römisch-deutschen Königs Sigismunds (* 15. Februar 1368 in Nürnberg - † 9. Dezember 1437 in Znaim, Mähren) die Wiederherstellung der Einheit der römischen Kirche auf dem Konzil von Konstanz (1414 bis 1418), das auf sein Betreiben hin stattfand. Papst Johannes XXIII. (Pisa) wurde am 29. Mai 1415 vom Konzil für abgesetzt erklärt und Papst Gregor XII. (Rom) hatte während des Konzils am 4. Juli 1415 abgedankt. Papst Benedikt XIII. wurde am 26. Juli 1417 ebenfalls durch das Konzil für abgesetzt erklärt, aber er weigerte sich, abzudanken und floh auf die Burgfestung Peãíscola (Peníscola) am Nordende des Golfes von Valencia im Königreich Aragonien auf der iberischen Halbinsel, wo er bis zu seinem Tod 1423 weiter residierte. Jetzt konnte man endlich zur Wahl eines neuen Papstes schreiten. Bereits im zweiten Wahlgang während des Konzils von Konstanz am 11. November, dem Martinstag, 1417 erreichte Kardinal Oddo di Colonna die Mehrheit der Stimmen und wurde zum neuen Papst Martin V. gewählt und am 21. November 1417 erhielt er offiziell die Papstkrone (Tiara). Einer der Mörder von Jan Hus (* um 1370 - † 6. Juli 1415 in Konstanz) war nun Pabst und das Abendländische Schisma beendet.
- 1415 Brandenburg
- » Es beginnt der Hohenzollernherrschaft. König Sigismund verleiht auf dem Konstanzer Konzil am 30. April 1415 dem Burggrafen Friedrich IV. die Würde eines Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Am 18. April 1417 vollzieht König Sigismund in Konstanz die förmliche Belehnung des Markgrafen Friedrich I. von Brandenburg mit der Kurmark und die Verleihung der Würde des Erzkämmerers des Heiligen Römischen Reiches. Damit wird die Mark Brandenburg als Lehen ein erblicher Besitz der Hohenzollern und Friedrich VI. von Nürnberg wird zu Friedrich I. von Brandenburg (* um 1371 in Nürnberg - † 20. September 1440 auf der Cadolzburg).
- 1415 Reich
- » Während des Konzils von Konstanz wurde Jan Hus (* um 1370 Husinec, Böhmen - † 6. Juli 1415 in Konstanz), ein böhmischer christlicher Theologe, Prediger und Reformator, am Nachmittag des 6. Juli 1415 zusammen mit seinen Schriften, bei lebendigen Leibes verbrannt. Er war zeitweise Rektor der Karls-Universität in Prag und sollte während des Konzils von Konstanz seine Lehre widerrufen was er aber nicht tat, daher wurde er als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die nach ihm benannte Hussiten Bewegung geht auf sein Wirken zurück. In Tschechien gilt Jan Hus bis heute als Nationale Symbolfigur.
- 1415 u. Z. Europa
- » Auf französischen Boden fand am 25. Oktober 1415 "Die Schlacht von Azincourt" statt, als Teil des Hundertjährigen Krieges auf französischen Boden. Das kleinere Heer von König Heinrich V. von England kämpfte und siegte bei Arras im heutigen nordfranzösischen Département Pas-de-Calais gegen das größere Heer König Karls VI. von Frankreich. Es war einer der größten militärischen Siege der Engländer über die Franzosen während des Hundertjährigen Kriegs. Dank der Englische Langbogenschützen war es eine verheerende Niederlage und wieder ein Beweis dafür das Zeit der Ritterheere zu Ende ging. Siehe dazu mehr unter ➥ Schlacht von Azincourt auf Wikipedia.
- 1419 - 1436 Reich
- » Die Zeit der Hussitenkriege. So wird eine Reihe von Kreuzzügen und Schlachten bezeichnet, die ausgehend vom Gebiet des Königreichs Böhmen sich ab 1415 nach der Verbrennung des Theologen und Reformators Jan Hus auf dem Konzil von Konstanz, was zu einem reformatorischen und revolutionären Aufstand seiner Anhänger in Böhmen führte. Die Anhänger von Jan Hus nannte man Hussiten.
- 1420 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg musste im Frühjahr 1420 in Brandenburg gegen die pommerschen Herzöge Kasimir und Otto von Pommern-Stettin vorrücken, die seine Länder bedrohten. Er besiegte die Herzöge in der Schlacht von Angermünde im März und konnte so das 1354 abgegebene Angermünde von Pommern zurückgewinnen und die Räumung der Uckermark erzwingen aber es kommt erst 1427 zum Frieden von Neustadt-Eberswalde.
- 1422 Prußen
- » Festlegung der Grenze im preußisch-polnisch-litauischen Raum durch den Frieden von Melnosee (Meldensee). Der deutsche Ritterorden beherrscht in Zukunft nur noch ausschließlich Gebiete, die einst den Prussen gehörten. Polen verzichtete auf seine angeblichen Ansprüche auf Pommerellen, das Kulmer Land und das Michelauer Land.
- 1425-1478 Pommern
- » Durch zahlreiche weitere Erbteilungen erlebt Pommern die Zeit seiner größten dynastischen Zersplitterung.
- 1426 Brandenburg
- » Friedrich I. überträgt die Regentschaft seinem ältesten Sohn Johann I. (* 1406 - † 16. November 1464 in Baiersdorf) dem Alchimisten, Markgraf des Markgraftums Brandenburg-Kulmbach, der sich mit Politik, Wissenschaft und Literatur beschäftigt. Als großer Verdienst Friedrich I. blieb der Gewinn der Unterstützung des Landadels für die Landesherrschaft. Seitdem gab es keine nennenswerten Fehden mehr zwischen den neuen Landesherren und dem einflussreichen Landadel. Die großen Familien des Landes verbanden sich fortan immer enger mit den neuen Landesherren, traten in seine Dienste und verhielten sich weitgehend loyal.
- 1427 Pommern
- » Pommern verliert im Frieden von Neustadt-Eberswalde einen Teil der Uckermark mit Angermünde an Brandenburg. Unter der Leitung von Bischof Stephan von Brandenburg schließen Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg und die Herzöge Casimir und Otto von Pommern Frieden.
- 1430 Reich
- » Der Deutsche König Siegmund überträgt dem Deutschen Orden wegen seiner Verdienste die Neumark zum Besitz.
- 1431 Prußen
- » Papst Eugen IV. forderte 1431 in einer Bulle zu Wallfahrten nach Tenkitten auf, wo Bischof Adalbert von Prag durch die Prußen ermordet wurde und gewährte für den Besuch der Wallfahrtskapelle einen Ablass (Indulgenz) von 100 Tagen.
- 1432 Prußen
- » Nach dem Tode von Großfürst Vytautas 1430 unterstützte der Orden den litauischen Großfürsten Boleslaw Swidrygiello (* um 1370 - † 10. Februar 1452), der mit ihm ein Bündnis geschlossen hatte, im Kampf um die Macht in Litauen. Swidrygiello wollte sich von Polen trennen und Litauen in die Unabhängigkeit führen. Paul von Rusdorf (* um 1385 in Roisdorf bei Bonn - † 9. Januar 1441 in der Ordensburg Marienburg) der 29. Hochmeister des Deutschen Ordens erklärte im Herbst 1431 dem König Wladyslaw II. Jagiello (* vor 1362 - † 1. Juni 1434 in Gródek) von Polen den Krieg und fiel sofort in Polen ein. Der Dritte für den Orden unglückliche Krieg gegen das Großreich Polen nahm nun seinen Lauf. Großfürsten Boleslaw Swidrygiello wurde 1435 durch den vom neuen polnischen König Kasimir IV. Jagiello neu ernannten Großfürsten Sigismund Kestutaitis von Litauen besiegt und musste ins damalige Galizien (rumänisch-ukrainischen Grenzgebiet) fliehen. Der Einbruch der in polnischem Solde stehenden Hussiten, sowie die Verwüstung Pommerellens, wie auch die Absetzung und Vertreibung von Swidrygiello machte den Orden nun bereit zum Frieden. Aber auch der offen ausbrechende Unwille der Untertanen des Ordens, die sogar mit Abfall drohten, zwang ihn, auf ein für den Orden sehr günstigen Frieden mit Polen im Dezember 1435 einzugehen, den sogenannten "Ewiger Friede" zu Brest (Brzesc).
- 1432 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich I. führt das Reichsheer gegen die Böhmischen Hussiten an. Diese fallen daraufhin in die Mark ein, Plündern und Brandschatzen in der Umgebung Berlins, bei Fürstenwalde, in Strausberg und Bernau, wo die Hussiten vergeblich versuchen, die Stadt mit Stadtmauer einzunehmen und sich schließlich wieder zurückziehen.
- » Die beiden Nachbar Städte Berlin und Cölln schließen sich zusammen und bilden einen gemeinsamen Rat.
- 1433 Brandenburg
- » Die Hussiten ziehen Plündernd, verwüstend und mordend durch große Teile der Neumark und des Schlochauer Landes.
- 1435 Prußen
- » Der "ewige Friede" zu Brest (Brzesc) wird von den Ständen dem Hochmeister abgetrotzt. Der Orden schließt den „Ewiger Frieden“ von Brest mit dem neuen polnischen König Wladyslaw III. (* 31. Oktober 1424 in Krakau - † 10. November 1444 bei Warna) ab.
- 1439 Polen
- » Das bisher dem Johanniterorden gehörende Land Tempelburg wird die polnische Starostei Draheim die bis 1668 zu Polen gehörte. Im Vertrag von Bromberg verpfändete Polen für 120.000 Taler die Starostei Draheim 1657 an Brandenburg-Preußen unter Kurfürst Friedrich Wilhelm. Polen hat das Pfand nie wieder eingelöst.
- 1440 Prußen
- » In Marienwerder wird unter der Leitung von Hans von Baisen am 14.03.1440 der "Preußische Bund" durch 53 preußische Edelleute und 19 Städte zur Sicherstellung ihrer Rechte gegenüber dem Orden gegründet. Es ist ein Bündnis von Stadtbürgern und Landadel bei führender Rolle der Ritter, darunter auch die Ritter des Eidechsenbundes aus dem Kulmerland.
- 1440 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich I. stirbt auf der Cadolzburg, Friedrich II. der Eiserne, auch „Eisenzahn“ (* 19. November 1413 in Tangermünde - † 10. Februar 1471 in Neustadt an der Aisch) genannt wird nun Kurfürst von Brandenburg. Mitregent ist sein Bruder "Friedrich der Fette", der nach einer Landesteilung die Altmark erhielt. Friedrich II. der Eiserne, übernahm als regierender Markgraf von Brandenburg schon 1437 die Regierungsgeschäfte bis 1470 in Brandenburg. Sein älterer Bruder Johann von Brandenburg, genannt der Alchimist, (* 1406 - † 16. November 1464 in Baiersdorf) wurde Markgraf von Brandenburg-Kulmbach.
- 1440 Reich
- » Johannes Gutenberg erfindet den Druck mit beweglichen Lettern neu, gabs schon mal vor 1000 Jahren in China, revolutioniert so die Druckkunst und bricht dadurch das Informationsmonopol der Kirche.
- » Friedrich III. (* 21. September 1415 in Innsbruck - † 19. August 1493 in Linz) aus dem Hause Habsburg wird einstimmig zum Deutschen König gewählt.
- 1441 Prußen
- » Bauernunruhen im Ermland, Verweigerung gegen die Forderungen nach ungewöhnlich hoher Fronarbeitsleistung (Scharwerk) und anderer Verpflichtungen gegenüber dem Orden und dem Domkapitel vom Ermland.
- 1442 Prußen
- » Der Fürstbischof von Ermland, Franz Kuhschmalz († 10. Juni 1457 in Breslau), kommt dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Konrad von Erlichshausen in auswegloser Lage zu Hilfe, indem er 46 Bauern und Schulzen, darunter Rädelsführer, festnehmen und einkerkern lässt. Eine größere Bauernmenge belagert daraufhin den Bischofssitz, zu dessen Schutz die Ordensbrüder von überall her zu Hilfe eilten. Die führungslose Bauernschaft gibt schließlich auf und unterwirft sich harten Restriktionen. Die Probleme werden nicht gelöst und so gärt der Geist der Auflehnung auch unter den Bauern.
- 1443 Brandenburg
- » Kurfürsten Friedrich II. legt in Cölln an der Spree den Grundstein zum Bau seines Schlosses. Die Cöllner Bürger behindern den Bau, wo sie nur können, aber sie können ihn nicht letztendlich nicht verhindern. Der Kurfürst verzichtet gegenüber dem Deutschen Orden auf die Neumark und schließt ein gegenseitiges Schutzbündnis ab.
- 1446 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich II. vertreibt alle Juden aus der Mark Brandenburg, aber Markgraf Friedrich der Jüngere von Brandenburg, auch der Fette genannt, (* 1422 oder 1424 - † 6. Oktober 1463 in Tangermünde) siedelt sie als Herr der Altmark wieder in seinen altmärkischen Städten an.
- 1450 Prußen
- » Einwanderung von Litauern ins Memelland. Der Kaiser und der Papst sprechen sich gegen den "Preußischen Bund" aus.
- 1451 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich II. hat die Spreestadt Cölln zu seiner Residenz auserkoren und bezieht das neue Schloss. Auch das kurfürstliche Hofgericht wird von Tangermünde nach Cölln verlegt.
- 1452 Reich
- » Deutschen König Friedrich III. (* 21. September 1415 in Innsbruck - † 19. August 1493 in Linz) aus dem Hause Habsburg wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er war der letzte römisch-deutsche Kaiser, der vom Papst in Rom gekrönt wurde und seine Herrschaftszeit war die längste aller römisch-deutschen Herrscher.
- 1453 Prußen
- » Hans von Baysen (* etwa 1390 - † 9. November 1459 in Marienburg) war ein unermüdlicher Agitator gegen den Orden und wird daher 1453 Oberhaupt des Preußischen Bundes. Am 9. März 1554 ernannte der polnischen König Kasimir IV. Hans von Baysen zum Gouverneur (Gubernator) des Landes Preußen Königlichen Anteils, was später mal die Provinz Westpreußen werden sollte.
- 1453-1466 Prußen
- » Am 1. Dezember 1453 wurde der Preußische Bund durch Kaiser Friedrich III. (* 21. 09 1415 in Innsbruck - † 19. 08 1493 in Linz) für rechtswidrig erklärt und seine sofortige Auflösung befohlen. Der Bund kündigte daraufhin am 4. Februar 1454 dem Orden den Gehorsam auf und begann einen wohlvorbereiteten "Dreizehnjähriger Krieg" mit dem Orden, den der Bund hatte sich dem Schutz des Königs von Polen unterstellt. Am 14. Februar. 1454 tritt das Ermländischen Domkapitel dem Bund bei. Der polnische König kann sich nun auf 53 Adlige und 19 Städte des Ordensgebietes stützen, die mit dem harten Regiment der Ordensritter und den wachsenden Steuerlasten nicht mehr unzufrieden sind. Sie tragen dem polnischen König Kasimir IV. die Herrschaft über Preußen an. Der König erklärte am 22. Februar dem Orden den Krieg und am 6. März übernahm er die Herrschaft über das Ordensland. Das nunmehr sezessionistische Bündnis führte zum Dreizehnjährigen Krieg gegen den Orden, der 1466 mit dem Zweiten Frieden von Thorn beendet wurde. Der Teil des Preußischen Bundes, der sich der Ordensherrschaft entziehen konnte, wurde als „Ständestaat Preußen Königlichen Anteils“ mit dem Königreich Polen verbunden.
- 1454 Brandenburg
- » Der Deutsche Orden muss die Neumark für 40 000 Rheinische Gulden an den Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg verpfänden.
- 1454 Deutschland
- » Johannes Gutenberg alias Johannes Gensfleisch bringt in Mainz die Bibel als das erste gedruckte Buch in der westlichen Welt heraus. Er gilt allgemein als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern, der ersten Druckfarbe und der Druckerpresse.
- 1454 Prußen
- » Am 18. September 1454 siegt der Deutsche Orden in der Schlacht bei Konitz in Pommerellen über die Polen. Es ist der letzte glorreiche Sieg des Deutschen Ordens. Den weniger als 100 Toten auf der Seite des Deutschen Ordens standen ca. 3.500 auf polnischer Seite gegenüber. Dazu kamen noch ca. 2000 Gefangene, darunter viele hochrangige polnische Würdenträger und die reiche Beute des Trosses von ca. 400 Wagen voller Geld, Proviant und Waffen des polnischen Feldlagers. Die polnische Reichsfahne sowie alle schweren Geschütze wurden erbeutet. König Kasimir IV. Andreas (* 30. November 1427 in Krakau - † 7. Juni 1492 in Grodno) entging nur knapp der Festnahme und entkam nach Thorn. Nach dieser Niederlage griff danach der polnische König kaum noch aktiv in den Krieg, den Dreizehnjährige Krieg zwischen dem Preußischen Bund und dem Deutschen Orden ein. Kasimirs IV. von Polen wird allerdings die Früchte des Krieges ernten, die dann wiederum Jahre später zum Untergang von Polen führen werden.
- 1457 Prußen
- » Als die vereinbarten Zahlungen des Ordens nicht kommen, verkaufen die vor allem böhmischen Söldnerhauptleute des Ordens die als Pfand für ihre Soldforderungen 1455 überlassene Marienburg an den Polenkönig. Heinrich Reuß von Plauen, der Komtur von Elbing, hatte zwar ein Teil der Söldner durch eine Anzahlung zum Einlenken bewegen können, aber dennoch verkauften die übrigen Söldnerführer am 16. August 1456 für 190.000 ungarischen Gulden (304.000 Mark) die Marienburg, Dirschau und Deutsch Eylau an Polen. Nachdem der polnische König mit Hilfe der wohlhabenden Städte des Preußischen Bundes das Geld zusammen hatte, um die finanziellen Forderungen der Söldner zu erfüllen, fand im Juni des Jahres 1457 die Übergabe statt. Wobei Danzig allein fast die Hälfte der Summe von 90.000 ungarischen Gulden (144.000 Mark) aufbrachte. Einige Söldnerführer haben den Verkauf der Burgen an den Feind als äußerst ehrenrührig angesehen. Der Orden verlegte seinen Hauptsitz, die Residenz des Hochmeisters von der Marienburg nach Königsberg. Die Marienburg wird ab 1466 ein Schloss der polnischen Könige.
- 1458 Rom
- » Enea Silvio Piccolomini (* 18. Oktober 1405 bei Siena - † 14. August 1464 in Ancona), wird 1457 zum Fürstbischof des Ermlands erhoben, aber schon am 19. August 1458 wird er in einem dreitägigen Konklave in Rom zum Papst Pius II., von 1458 bis 1464, gewählt und am 3. September 1458 inthronisiert.
- 1462 Prußen
- » Der Orden unterliegt in der Schlacht bei Zarnowitz, die oft auch als Schlacht bei Schwetzin oder Schlacht im Putziger Winkel bezeichnet wird. Der Deutschordensstaat ist 1462 finanziell ausgelaugt und unfähig, noch große Söldnerheere aufzustellen oder die bereits rekrutierten zu bezahlen, dennoch schien es, als könne er die Oberhand gewinnen. Der Preußische Bund und seine Schutzmacht, das Königreich Polen, siegten in der Schlacht und eroberten im gegnerischen Lager rund 200 Wagen mit allerlei Vorräten und Rüstungsgütern sowie 15 Geschütze mit Zubehör. Die Verluste waren in etwa gleich groß, doch der Orden konnte sie nicht mehr kompensieren, er war finanziell am Ende. Der Deutsche Orden konnte angesichts dieser Verluste den Kampf westlich der Weichsel nicht mehr aktiv zu führen. Es fehlten sowohl an den nötigen Offizieren, Mannschaften und Finanzmitteln aus dem Reich und dennoch zieht sich der Krieg noch bis 1466 hin.
- 1464 Prußen
- » Paul Stange von Legendorf (* um 1415 wohl in Legendorf bei Rehden - † 23. Juli 1467 in Braunsberg;) auch Paul von Legendorf genannt, unterstellt als Fürstbischof des Ermlands das Ermland der Schutzherrschaft des polnischen Königs Kasimirs IV. von Polen. Dazu schloss er einen Waffenstillstand mit dem Preußischen Bund und nahm den polnischen König anstelle des Ordens als neuen Lehensherrn an. Der Kardinal Enea Silvio Piccolomini, Fürstbischof des Ermlands, ernannte nach dem er als Pius II. 1458 Papst geworden war Paul Stange von Legendorf zum Administrator des Fürstbistums Ermland, das er ab 1459 als vom Domkapitel gewählter Bischof verwaltete, was 1461 vom Papst Pius II. bestätigt wurde. Der 2. Thorner Frieden am 19. Oktober 1466 bestätigt den Sonderfrieden mit der neuen Schutzmacht Polen und der Erzbischof von Gnesen verlieh ihm nun auch offiziell die Bischofsweihe, die wegen des Krieges unterblieben war. Leider verstarb Fürstbischof Paul Stange von Legendorf bereits im darauffolgenden Jahr an den Folgen einer Seuche.
- 1464-1472 Pommern
- » Otto III. (* 29. Mai 1444 - † 7. September 1464) war der letzte Herzog von Pommern-Stettin aus dem Greifenhaus. Mit dem Aussterben der Stettiner Linie im Jahre 1464 beginnt der sogenannte Stettiner Erbfolgestreit zwischen den Herzögen von Pommern-Wolgast Erich II. und Wartislaw X. und den Kurfürsten von Brandenburg Friedrich II. und Albrecht Achilles (ab 1470) auf der anderen Seite. Albrecht III. Achilles, seit 1470 Kurfürsten von Brandenburg, erreichen beim Kaiser Friedrich III. die Anerkennung ihrer Ansprüche auf Pommern. Dieser belehnt ihn schließlich im Dezember 1471 mit Pommern-Stettin und befahl Erich II. und Wartislaw X., die Lehnshoheit Brandenburgs anzuerkennen und so kam es Ende Mai 1472 in Prenzlau durch die Vermittlung von Herzog Heinrich von Mecklenburg zum Friedensschluss. Die pommerschen Herzöge und Stände mussten dem Kurfürsten Albrecht III. Achilles von Brandenburg huldigen, der außerdem die eroberten Gebiete einbehielt.
- 1466 Prußen
- » Letztendlich endete der Krieg 1466 zugunsten des Bundes und somit auch des Königs von Polen. Der 2. Thorner Frieden beendigt am 19. Oktober den Dreizehnjährigen Krieg (1454-1466). Der Westteil Preußens mit Danzig, Thorn und Kulm sowie den Bistümern Kulm und Ermland werden aus dem Verband des Ordensstaates herausgerissen und bilden fortan das Gebiet „königliches Preußen“. Das östliche Preußen verbleibt als „herzogliches Preußen" beim Hochmeister, der nun als Vasall Polens dafür dem polnischen König den Treueeid leisten muss. Papst und Kaiser verweigern 1467 die Anerkennung des 2. Thorner Friedens. Dieser Friedensvertrag bestimmte bis 1525 das gesamte wirtschaftliche und politische Leben des Deutschen Ordens in Preußen. Das oberste Ziel des Ordens war nun, den Vertrag irgendwann zu revidieren. Der Papst und der Kaiser Friedrich III. (* 21. September 1415 in Innsbruck - † 19. August 1493 in Linz) des Heiligen Römischen Reiches erkannten den Friedensvertrag nicht an.
- 1470 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg tritt die Markgrafschaft Brandenburg mit der Kur- und Erzkämmerwürde an seinen Bruder Albrecht III. Achilles (* 9. November 1414 in Tangermünde - † 11. März 1486 in Frankfurt am Main) ab und stirbt ein Jahr später, am 10. Februar 1471 in Neustadt an der Aisch.
- » Die Doppelstadt Berlin-Cölln wird zur ständigen Residenz sowie zum Sitz der obersten Landesbehörden und Gerichte erhoben.
- 1472 - 1479 Pommern
- » Kurfürst Albrecht III. Achilles konnte 1472 im Frieden von Prenzlau die Anerkennung der Lehnshoheit Brandenburgs über Pommern durchsetzen. In den Verträgen zum Frieden von Prenzlau zwischen Brandenburg und Pommern verliert Pommern endgültig die Uckermark an Brandenburg.
- 1473 Brandenburg
- » Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg regelt in einem Hausgesetz der Hohenzollern die Erbfolge der Hohenzollern in Brandenburg neu. In der „Dispositio Achillea“ wurde 1473 festgelegt, dass die Kurmark Brandenburg unteilbar ist und jeweils dem ältesten lebenden Sohn des verstorbenen Kurfürsten als Ganzes erbe zu fällt. Nachdem das geregelt war, übergab er noch im gleichen Jahr die Regierungsgeschäfte in Brandenburg an Johann Cicero (* 2. August 1455 in Ansbach - † 9. Januar 1499 in Arneburg, Altmark), seinen ältesten Sohn aus erster Ehe.
- 1473 - 1543 Prußen
- » Der spätere Astronom und Arzt Niklas Koppernigk, latinisiert Nikolaus Kopernikus, († 24. Mai 1543 in Frauenburg) kommt am 19. Februar 1473 in Thorn zur Welt. Er war Administrator, Kanzler und Domherr des Fürstbistums Ermland in Preußen und beschäftigte sich sein ganzes Leben lang mit der Mathematik und Kartografie. Er beschreibt als einer der ersten ein heliozentrisches Weltbild, nach dem sich die Erde um ihre eigene Achse drehe und ein Planet sei, der sich wie alle anderen Planeten um die Sonne bewege. Die Erde und damit auch der Mensch haben im Universum keine zentrale Position inne. Das war die Abkehr vom geozentrischen Weltbild, wo alle anderen Himmelskörper die Erde umkreisen und der Mensch im Universum die zentrale Position innehatte.
- 1474 Pommern
- » Regierungsantritt von Herzog Bogislaw X. der Große (* 1454 in Rügenwalde - † 5. Oktober 1523 in Stettin) von Pommern aus der Dynastie der Greifen, der 1478 ganz Pommern wieder als Herrscher in seiner Hand vereint und den Erbfolgestreit mit Brandenburg beendet.
- 1474 - 1477 Burgund
- » Karl I. der Kühne (* 10. November 1433 in Dijon - † 5. Januar 1477 bei Nancy) seit 15. Juni 1467 Herzog von Burgund wird zwischen 1474 und 1477 mit seinen Rittern im sogenannten Burgunderkriege in vier Schlachten hauptsächlich von Schweizer Fußsoldaten geschlagen, was zu seinem Untergang führte. Die erste Niederlage gegen die Eidgenossen, der aufstrebende neue Militärmacht, erlitt das burgundische Heer am 13. November 1474 bei Héricourt. Am 2. März 1476 wurde er in der Schlacht bei Grandson am Neuenburgersee (Lac de Neuchâtel) von einer eidgenössischen Armee angegriffen, wobei er eine schwere Niederlage erlitt und die Burgunder panikartig die Flucht vom Schlachtfeld ergriffen, so dass die Eidgenossen im zurückgelassenen Lager reiche Beute machten. Karl I. der Kühne konnte gerade so mit einer Handvoll Gefolgsleuten nach Lausanne fliehen, wo er sein Heer wieder sammeln konnte und mit dem verbündeten Savoyen eine neue Armee von 20.000 Mann aufstellte, um erneut gegen die Eidgenossen zu ziehen. Am 22. Juni 1476 fand zwischen den Truppen der Eidgenossenschaft und Burgund die Schlacht bei Murten im Kanton Freiburg statt. Durch die Wucht der eidgenössischen Infanterie wurde Karl erneut vernichtend geschlagen. Mitten im Winter, am 5. Januar 1477, kam es vor den Toren der Stadt Nancy zur Schlacht bei Nancy, das eidgenössisch-lothringische Heer war mit 15.000 bis 20.000 Mann dem Heer Karls zahlenmäßig klar überlegen, doch stellte sich der Burgunderherzog trotz des ungünstigen Kräfteverhältnisses zur Schlacht, die in einer katastrophalen Niederlage für die Burgunder endete. Karl der Kühne wurde im Laufe der Schlacht mehrfach verwundet und starb letztendlich an einem Halbartenhieb, der ihm den Schädel spaltete. Seine geplünderte und entstellte Leiche wurde erst zwei Tage nach der Schlacht gefunden.
- 1477 Burgund
- » Das Erbe Karls des Kühnen fiel, da er keinen männlichen Erben hinterlassen hatte, an seine 19-jährige Tochter Maria von Burgund (* 13. Februar 1457 in Brüssel - † 27. März 1482 in Brügge), als Alleinerbin war Sie mit diesem riesigen Erbe die beste Partie in ganz Europa. Margareta von York, die Witwe Karls, führte als Beschützer und Beraterin Marias Heiratsverhandlungen mit dem römisch-deutschen Kaiser. Die Ehe zwischen Erzherzog Maximilian von Österreich (* 22. März 1459 auf der Burg Wiener Neustadt - † 12. Januar 1519 auf Burg Wels, Oberösterreich) und Maria von Burgund war zwar schon am 6. Mai 1476 abgesprochen, aber noch nicht vollzogen worden. Am 21. April fand die Trauung per Stellvertreter statt und am 19. August 1477 heirateten Maximilian und Maria in Gent offiziell. Auf diese Weise konnte Maximilian nach dem Tod seines Vaters die Erbschaft Karls mit der Hausmacht der Habsburger vereinen und wurde damit zum mächtigsten Fürsten im damaligen Europa. Die burgundische Erbschaft war einer der entscheidenden Schritte beim Aufstieg des Hauses Habsburg zur Weltmacht.
- 1477 Brandenburg
- » Der Bischof von Havelberg unternimmt mit dem Landeshauptmann der Prignitz, Wedigo Gans Edler von Putlitz und dem Landeshauptmann der Altmark, Wilhelm von Pappenheim, einen Feldzug gegen die Straßenräuber und Wegelagerer, um die Wilsnackpilger auf dem weg nach Wilsnack zu schützen. Dabei werden in der Prignitz allein 14 Burgen zerstört und eine Vielzahl von Räubern geköpft.
- 1478 - 1479 Polen
- » Nikolaus von Tüngen wird am 10. August 1467 vom Domkapitel zum neuen Bischof im Ermland gewählt, aber der polnische König Kasimir IV. Andreas (* 30. November 1427 in Krakau - † 7. Juni 1492 in Grodno) verweigerte seine Zustimmung zur Wahl. Papst Paul II. bestätigt am 4. November 1468 die Wahl und setzte von Tüngen in Rom mit allen Insignien des neuen Amtes als Fürstbischof von Ermland ein. König Kasimir IV. wollte unbedingt einen polen als Fürstbischof, und so Kamm es zu einem Investiturstreit, der 1478 militärisch eskalierte und erst 1479 beigelegt wurde. Dieser sogenannte Pfaffenkrieg um die Besetzung des Ermländischen Bischofsstuhls geht für Nikolaus von Tüngen siegreich aus, der polnische König musste von Tüngen als Fürstbischof von Ermland bestätigen. Das Ermland wurde zwar vom polnischen Heer zeitweise besetzt, doch von Tüngen hatte die Unterstützung des Deutschen Ordens und die Hilfe des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Daraufhin fand sich der polnische König von mehreren Seiten bedroht und zu Kompromissen bereit. Der Hochmeister leistete am 9. Oktober 1479 dem polnischen König den Huldigungseid und von Tüngen als Fürstbischof von Ermland ebenfalls.
- 1480 Reich
- » Erzherzog Maximilian von Österreich (* 22. März 1459 auf der Burg Wiener Neustadt - † 12. Januar 1519 auf Burg Wels, Oberösterreich) ab 1477 Herzog von Burgund lässt um 1480 nach Schweizer Vorbild eine Fußtruppe aus vor allem deutschen Söldnern errichten. Es ist die Geburtsstunde der Landsknechte, daher nannte man Maximilian auch den Schöpfer der Landsknechte.
- 1483 Brandenburg
- » Martin Luther wird am 10. November 1483 in Eisleben († 18. Februar 1546 ebenda) geboren. Später wird er als deutscher Augustinermönch und Theologieprofessor zum Urheber und Vater der Reformation werden. Die evangelisch-lutherische Kirche und alle anderen Konfessionen des Protestantismus gehen auf ihn zurück.
- 1485 Brandenburg
- » Kurfürst Albrecht III. Achilles hält für seinen Sohn Markgraf Johannes II. eine Strafpredigt wegen seiner Verschwendungssucht.
- 1486 Brandenburg
- » Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg stirbt am 11. März in Frankfurt am Main auf dem Reichstag der Maximilian I. zum König wählt. Er wollte trotz schwerer Krankheit an der Wahl des römisch-deutschen Königs teilnehmen. Sein ältester Sohn Johann „Cicero“ von Brandenburg (* 2. August 1455 in Ansbach - † 9. Januar 1499 in Arneburg, Altmark) wird neuer Kurfürst von Brandenburg.
- 1486 Reich
- » Kaiser Friedrich III. (* 21. September 1415 in Innsbruck - † 19. August 1493 in Linz) aus dem Hause Habsburg erreichte, dass sein Sohn Maximilian (* 22. März 1459 auf der Burg Wiener Neustadt - † 12. Januar 1519 auf Burg Wels, Oberösterreich) auf dem Reichstag in Frankfurt am Main am 16. Februar 1486 durch die sechs anwesenden Kurfürsten, der Kurfürst von Böhmen fehlte, einstimmig zum römisch-deutschen König gewählt wurde und schon am 9. April des gleichen Jahres fand im Kaiserdom zu Aachen die feierliche Krönung statt.
- 1488 Brandenburg
- » Der Landtag bewilligt die ”Bierziese”, eine Steuer auf Bier, je Tonne Bier werden 12 Pfennig Steuer bezahlt, 8 Pfennig an die fürstliche Kasse und 4 Pfennig an die Kasse der Stadt.
- 1492 Prußen
- » Als erstes in Preußen gedrucktes Buch erscheint die Lebensbeschreibung der "Heiligen Dorothea von Montau" in Marienburg.
- 1492 Welt
- » Auf der Suche nach einen westlichen Seeweg nach Indien entdeckte Christoph Kolumbus 1492 auf seiner Entdeckungsreise eine Insel der Bahamas. Anstatt Indien zu finden war dies die Entdeckung Amerikas aber erst Amerigo Vespucci, nach dem die Neue Welt schließlich Amerika genannt wurde erkannt, dass es sich um einen bis dahin unbekannten Kontinent handelte.
- 1493 Pommern
- » Herzog Bogislaw X., der Große von Pommern erreicht mit dem Vertrag von Pyritz eine Abmilderung der Lehnshoheit Brandenburgs über Pommern. Gegen die Gewährung der Erbfolge durch die regierenden Hohenzollern in Brandenburg für den Fall, dass das pommersche Herzoghaus der Greifen ausstirbt, wurde ihm und seinen Nachkommen die Lehnshuldigung erlassen. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 erwirkte Bogislaw X. vom Kaiser Karl V. die Ausstellung eines kaiserlichen Lehnbriefes und die Anerkennung Pommerns als Reichsfürstentum durch Aufnahme in die Reichsmatrikel. Auf dem Nürnberger Reichstag, zwei Jahre später, hat er die Rechte Pommerns gegen die brandenburgischen Ansprüche verteidigt. In einigen Dokumenten wird Herzog Bogislaw X. von Pommern auch als Herzog Buslaus von Pommern bezeichnet, so auch in den Matrikeln.
- 1497 Reich
- » Kaiser Maximilian I. (* 22. März 1459 auf der Burg Wiener Neustadt - † 12. Januar 1519 auf Burg Wels, Oberösterreich) erhebt am 20. Juli 1497 Leipzig zur Reichsmessestadt. Durch den Kaiser wird nur zehn Jahre später das verliehene kaiserliche Privileg des Stapelrechts für Leipzig auf einen Umkreis von 115 Kilometer ausgedehnt. Dadurch wird Leipzig zu einer Messestadt von europäischem Rang und Namen sowie zum wichtigsten deutschen Handelsplatz für den Warenaustausch zwischen Ost- und Westeuropa. Leipzig wird nach und nach ein Zentrum des Fell- und Pelzhandels sowie auch für das Kürschnerhandwerk und die Herstellung der zugehörigen Werkzeuge und Maschinen in Europa.
- 1499 Brandenburg
- » Kurfürst Johann „Cicero“ von Brandenburg (* 2. August 1455 in Ansbach - † 9. Januar 1499 in Arneburg, Altmark) stirbt am 9. Januar 1499 in der Stadt Arneburg. Er ist der erste Fürst aus dem Haus der Hohenzollern, der in der Mark Brandenburg, und zwar im Kloster Lehnin beigesetzt wird. Sein Enkel Joachim II. hat seine sterblichen Überreste später in den Berliner Dom überführen lassen. Nachfolger als Kurfürst wird sein erst 15-jähriger Sohn Joachim I. von Brandenburg, genannt Nestor (* 21. Februar 1484 Cölln an der Spree - † 11. Juli 1535 in Stendal), der sich vor allen um die Rechtspflege in der Mark bemühte.
- 1499 Reich
- » Der Schwabenkrieg, der aber auch als Schweizerkrieg oder als Engadiner Krieg in der Geschichtsschreibung bezeichnet wird, ereignete sich von Januar bis September 1499 und brachte für die Schweizerischen Eidgenossenschaft die den Krieg gewann, durch den Frieden zu Basel, faktisch die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich. Es war hauptsächlich ein kriegerischer Konflikt zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Haus Habsburg, sowie den jeweiligen Verbündeten. Als unmittelbare Folge des Schwabenkrieges wurde Basels und Schaffhausens 1501 als vollberechtigte Mitglieder in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Der krieg stärkte allerdings auch das Selbstbewusstsein der Eidgenossen und förderte die weitere Entwicklung zu einer selbstständigen militärischen Macht in Mitteleuropa. Siehe dazu mehr unter Schwabenkrieg auf Wikipedia.
16. Jhd. u. Z.
- 1501 Reich
- » Im Sommer wurde durch lange anhaltende Regenfälle erst an den norddeutschen Flüssen, dann wiederholt im Alpenraum ein historisches Hochwasser in mehreren Ländern Mitteleuropas verursacht. An der oberen Donau kam es am 15. August zu Maria Himmelfahrt, daher auch als "Himmelfahrtsgieß" bekannt, zur verheerendsten Flutwelle, wo z. B. wie in Passau der Wasserstand durch die Donau auf 13 Meter laut Chronisten über Normalwert steig. Die Stadt war wohl zehn Tage lang eine Insel. Viele zeitgenössische Chroniken vermerken für das Jahr 1501 mehrfache Flussausuferungen der Isar, Donau, Inn, Salzach sowie der Elbe, Havel, Spree, Neiße oder der Oder. Viele Häuser und Bauernhöfe wurden vernichtet und die Böden waren durch Schlamm und Morast wüst, die Ernte ruiniert, was für die ärmere Bevölkerung wieder Hunger bedeutete. Der Verlust an Menschen Leben lag bei ca. 6.000 - 10.000 Personen. Der ökonomische Schaden war hingegen enorm und konnte nur langsam ersetzt werden.
- 1506 Brandenburg
- » Am 26. April 1506 wurde durch Kurfürst Joachim I. von Brandenburg, genannt Nestor und seinem Bruder Albrecht von Brandenburg (* 28. Juni 1490 in Cölln an der Spree - † 24. September 1545 auf der Martinsburg zu Mainz) die Universität Frankfurt (Oder) als erste Universität in der Mark Brandenburg gegründet. Albrecht von Brandenburg studierte sogleich an der Universität und trat in den geistlichen Stand ein.
- » Kurfürst Joachim I. Nestor kämpfte sehr entschlossen, teilweise sogar rücksichtslos und ohne Nachsicht gegen das Raubrittertum, wodurch er zugleich auch seine Macht und die Macht der Hohenzollern insgesamt gegen die einheimischen Adelsgeschlechter stärkte. Er ließ z. B. 1506 siebzig Raubritter, darunter vierzig Adlige, hängen. Joachim I. war zutiefst katholisch und daher ein erbitterter Gegner der Reformation. Seine Ehefrau, die dänische Prinzessin Elisabeth, war der lutherischen Lehre zugetan und floh 1528 sogar vor ihrem Mann nach Wittenberg. Er ließ auch die Juden brutal verfolgen sowie 1503 auf Drängen der Landstände alle Juden aus der Mark ausweisen.
- 1511 Prußen
- » Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach (* 17. Mai 1490 in Ansbach - † 20. März 1568 auf Burg Tapiau in Preußen) aus der fränkischen Linie der Hohenzollern wird mit nur 21. Lebensjahren zum 37. Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen gewählt. Er ist der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen. Seine Mutter Sofia Jagiellonka war eine Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Andreas, daher erschien dem Ordenskapitel die Wahl von Albrecht als Neffen des polnischen Königs Sigismund I. für das Hochmeisteramt eine besonders gute Idee zu sein.
- 1513 Brandenburg
- » Der Bruder des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg Albrecht von Brandenburg (* 28. Juni 1490 in Cölln an der Spree - † 24. September 1545 auf der Martinsburg zu Mainz) wurde 1513 als Albrecht IV. Erzbischof von Magdeburg mit nur 23 Jahren und für das vakante Bistum Halberstadt als Albrecht V. Apostolischer Administrator. Nur ein Jahr später wurde er 1514 Erzbischof und somit auch Kurfürst von Mainz. Als Kurfürst von Mainz war er auch Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches. Schon 1518 erlangte er die Würde eines Kardinals, obwohl es kirchenrechtlich Verboten war, zu viele Ämter von einer Person ausüben zu lassen. Er war ein eifriger Förderer des Ablasshandels und als ranghöchster geistlicher Würdenträger des Heiligen Römischen Reiches einer der bekanntesten Gegenspieler von Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld - † 18. Februar 1546 in Eisleben).
- 1514 Brandenburg
- » Die Brüder Joachim I. von Brandenburg, genannt Nestor und seinem Bruder Albrecht von Brandenburg führen jetzt als Kurfürst von Brandenburg und Kurfürst von Mainz damit entgegen den Bestimmungen der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 nun eine zweite Kurstimme für Brandenburg. Die obersten Hofämter des Heiligen Römischen Reiches, Erzkämmerer und Erzkanzler, waren nun in der Hand Brandenburgs.
- 1517 Reich
- » Der Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld - † 18. Februar 1546 in Eisleben) veröffentlicht in Wittenberg seine 95 Thesen über kirchliche Missstände und kritisiert vor allem den Ablass-Handel. Die Reformation nimmt ihren Anfang und am 31. Oktober werden am Hauptportal der Schlosskirche in Wittenberg die 95 Thesen öffentlich angeschlagen. Der Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Albrecht von Brandenburg, ist der ranghöchste geistliche Würdenträger im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und somit war er auch einer der Hauptadressaten der 95 Thesen, die Luther gegen den Ablasshandel ausgearbeitet hatte, den Albrecht zog den Gläubigen durch den Dominikaner-Prediger Johannes Tetzel selbst das Geld aus der Tasche und so konnte er seine Schulden bei den Fuggern begleichen.
- 1518 Reich
- » Der Dominikanermönch und Ablasshändler Johann Tetzel weist am 20. Januar 1518 an der Frankfurter Universität in einer Disputation zu Martin Luthers 95 Thesen dessen Ausführungen zu Buße und Ablass zurück.
- 1518 Brandenburg
- » Die brandenburgischen Städte Berlin, Brandenburg, Frankfurt (Oder), Salzwedel und Stendal traten gemeinsam aus der Hanse aus.
- 1519 Reich
- » Kaiser Maximilian I. (* 22. März 1459 auf der Burg Wiener Neustadt - † 12. Januar 1519 auf Burg Wels, Oberösterreich) aus dem Haus Habsburg stirbt am 12. Januar 1519, er war ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König und seit 4. Februar 1508 römisch-deutscher Kaiser im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Sein Engel Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent, Burgundische Niederlande - † 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) aus dem Haus Habsburg wurde sein Nachfolger.
- 1520 Reich
- » Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent, Burgundische Niederlande - † 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) aus dem Haus Habsburg war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als Karl I. König von Spanien. Unter Karl wurden nun die bisher eigenständigen Territorien der Habsburger in seiner Person in einer Erblinie vereinigt. Er erbte das Erzherzogtum Österreich von Maximilian I., das Herzogtum Burgund und die burgundischen Niederlande von Maria von Burgund, die Länder der Krone von Aragonien einschließlich Neapel, Sizilien und Sardinien von Ferdinand II. und die Länder der Krone von Kastilien mit den eroberten Überseegebieten nach der Entdeckung Amerikas kamen von Isabella I. von Kastilien. Zum römisch-deutschen König wurde er aber mit dem Geld der Fugger gewählt und 1520 im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied (* 14. Januar 1477 - † 15. August 1552) zum König gekrönt. Bis zu seiner Krönung durch Papst Clemens VII. (* 26. Mai 1478 in Florenz - † 25. September 1534 in Rom) am 24. Februar 1530 in der Basilika San Petronio in Bologna, also nicht in Rom wie es eigentlich üblich war trug er den Titel „erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches“. Karl V. meinte das ihm als Kaiser der Vorrang vor allen anderen Königen zukam. Er verstand sich zuallererst als Beschützer, Verteidiger und Erneuerer der römisch-katholischen Kirche. Siehe dazu mehr unter Karl V. auf Wikipedia.
- 1519 - 1521 Preußen
- » Der noch junge Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach beginnt mit Polen den sogenannten Reiterkrieg, um die polnische Oberhoheit über Preußen abzuschütteln. Dies misslingt aber und danach sind ca. 44 % der Zinshufen verwüstet. Da keine Seite wirklich gewinnt, wird durch den römisch-deutschen Kaiser Karl V. und dem böhmisch-ungarischen König Ludwig II. zur Befriedung der Region in das Geschehen eingegriffen und am 21.03.1521 kommt es zu einem vierjährigen Waffenstillstand zwischen dem Ordensstaat und Polen.
- 1521 Reich
- » Durch die Erbteilung von 1521 wurde die Teilung des Hauses Habsburg in eine spanische und eine österreichische Linie festgelegt. Ferdinand I. (* 10. März 1503 in Alcalá de Henares bei Madrid; † 25. Juli 1564 in Wien) erhielt die niederösterreichischen Länder (das Erzherzogtum Österreich) einschließlich der (ehemals) innerösterreichischen (Steiermark, Kärnten, Krain und andere) sowie die oberösterreichischen Länder (Tirol und die Vorlande), während Karl V. die spanischen Besitzungen und die burgundischen Niederlande bekam. Man teilte untereinander auch die Schulden auf, die Kaiser Maximilian hinterlassen hatte.
- 1521 - 1522 Sachsen
- » Auf der Wartburg übersetzt Martin Luther vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 als Junker Jörg die Bibel ins Deutsche.
- 1521 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim I. Nestor beteiligt sich maßgeblich an der Abfassung des Wormser Ediktes gegen Luther und verbietet in Brandenburg den Kauf oder Besitz der neuen verdeutschten Bibel.
- 1523 Preußen
- » Martin Luther empfahl dem Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach 1523, den Doktor der Theologie Johannes Brießmann (* 31. Dezember 1488 in Cottbus - † 1. Oktober 1549 in Königsberg an der Pest) als Prediger am Dom in Königsberg. Mit dem Einverständnis Georg von Polentz (* 1478 in Gärtitz, Kurfürstentum Sachsen - † 1550 in Balga, Herzogtum Preußen) begann er Ende Juni seine Reise in das preußische Königsberg und hielt schon am 27. September 1523 dort seine erste Predigt im reformatorischen evangelischen Sinne und erlangte das volle Vertrauen von Polentz. Der Theologie Johannes Brießmann kann mit recht als der Vater der Reformation in Preußen, Riga und Livland genannt werden.
- 1523 Pommern
- » Pommern wird wieder mal in zwei Herzogtümer: Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast geteilt. Auf dem Landtag in Treptow an der Rega führten die beiden Herzogtümer am 13. Dezember 1534 gemeinsam die lutherische Reformation im Lande ein.
- 1524 - 1526 Reich
- » Die Geschichtsschreibung spricht zwar vom "Bauernkrieg" doch eigentlich war es ehr die „Revolution des gemeinen Mannes“ und umfasst die Gesamtheit aller Aufstände von Bauern, Städtern und Bergleuten die 1524 in Süd- und Mitteldeutschland beginnen und 1526 in Tirol endet. Der Adel und der Klerus will jedoch weder seine Macht noch seine Privilegien verlieren und wehrt sich gewaltsam so, dass die Kämpfe zwischen den Herrschenden und den Bauern eskalieren. Für die Fürsten zieht daher der Feldherr Georg III. von Waldburg-Zeil, besser bekannt als Georg Truchsess von Waldburg der später Bauernjörg genannt wurde. Er zieht mit einem gut ausgerüsteten Heer von Landsknechten durch das Land, um den großen Bauernaufstand mit allen Mitteln niederzuschlagen. Die Aufständischen sind zwar in der Überzahl und haben anfangs auch erfolge aber es fehlt ihnen an militärischer Einigkeit, Erfahrung und Führung. Da jeder Bauernhaufen für sich Kämpfte wurden sie einer nach dem anderen zerschlagen. Tausende von ihnen werden erschlagen oder erstochen, selbst Fliehende auf der Flucht. Gefangene aufständische werden gefoltert, gehenkt, verbrannt oder gevierteilt. Man schätzt, dass durch diese Brutale Niederschlagung des Aufstandes im Bauernkrieg zwischen 75.000 und 100.000 Menschen ums Leben kamen.
- 1525 Preußen
- » Der Frieden zu Krakau vom 8. April 1525 beendet den Reiterkrieg. Martin Luther forderte den Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach aus der fränkischen Linie der Hohenzollern auf, sich von der römisch-katholischen Kirche und vom Orden zu lösen und ein weltliches lutherisches Fürstentum zu gründen, was der Hochmeister dann auch ernsthaft durchzog. Er nimmt als letzte Hochmeister des Ordens in Preußen den Ordensstaat als erbliches Herzogtum Preußen vom König Sigismunds I. von Polen zum Lehen. Er nimmt als Herzog den lutherischen Glauben an und führt am 6. Juli 1525 die Reformation in Preußen ein. Die Bischöfe von Samland und Pomesanien, die von der Leitung ihrer Hochstifte zurücktraten, nahmen ebenfalls den lutherischen Glauben an. Die Preußen im Bistum Ermland (Warmien), das zum Herrschaftsbereich der Krone von Polen-Litauen gehörte, folgten ihrem geistlichen Oberhirten und blieben katholisch.
- » Der Bauernaufstand im Samland nahm im September 1525 in Kaymen (Saretschje) seinen Anfang, aber er hatte überhaupt keinen Bezug zu den Bauernaufständen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im Samland bildeten die preußisch freien Bauern, die im Grunde dem Herzog gegenüber loyal gesinnt waren, aber nach der Säkularisation wirtschaftlich schwer in Not waren, stellten die Masse der Aufrührer. Es ging vor allem um die Abwertung des Geldes und das rigide Verhalten von so manchen Amtsverwalters, die entgegen den Handfesten auch von den freien Bauern Scharwerkleistungen verlangten. Die Bauern wollten lediglich ihre Unzufriedenheit damit demonstrieren und haben auch sonst keine größeren Ausschreitungen verübt, aber am Ende wurden dennoch drei Rädelsführer hingerichtet, was im Vergleich zu den vielen grausamen Urteilen im Reich aber sehr milde war. Im Reich von Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen” aufgestachelt, begannen die Bauern gegen die Obrigkeit zu rebellieren, doch am Ende kostete der Aufstand etwa 100 000 Bauern das Leben.
- 1526 Pommern
- » Die Pommernherzöge Georg I. und Barnim IX., werden durch den polnischen König Sigismund I. Endgültige mit den Landen Lauenburg und Bütow belehnt. Damit wird der Rechtstitel eines bloßen Pfandbesitzes in den viel stärkeren Rechtstitel eines erblichen Lehens der polnischen Krone umgewandelt. Von den üblichen Lehnspflichten waren die Herzöge befreit, aber im Fall des Aussterbens des pommerschen Herzogshauses sollte alles wieder an das Königreich Polen anheimfallen. Bei jedem neuen polnischen König mussten sie sich eine Bestätigung des Lehens einholen.
- 1526 Reich
- » Von 1526 - 1555 tobt im Reich und hier vor allem in den Erblanden der Habsburger der erste Türkenkrieg.
- 1529 Reich
- » Von 27.09. - 14.10.1529 wird in den Habsburger Erblanden die Stadt Wien das erste Mal durch die Türken belagert und hält dank der Landsknechte erfolgreich stand. Der Winter zwingt die Türken zum Rückzug. Sultan Süleyman I., genannt „der Prächtige“ belagerte erfolglos mit 100 000 osmanische Soldaten Wien.
- 1529 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim I. Nestor verzichtet für die brandenburgischen Hohenzollern im Vertrag von Grimnitz endgültig auf ihre Lehnshoheit über die pommerschen Herzöge zugunsten des Rechtes der Erbfolge im Herzogtum Pommern im Falle des Erlöschens der Greifen Linie im Mannesstamm.
- 1530 Reich
- » Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent, Burgundische Niederlande - † 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) aus dem Haus Habsburg wird an seinem Geburtstag am 24. Februar 1530 in der Basilika San Petronio in Bologna, also nicht in Rom wie es eigentlich üblich war von Papst Clemens VII. (* 26. Mai 1478 in Florenz - † 25. September 1534 in Rom) zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Siehe dazu mehr unter Karl V. auf Wikipedia.
- 1531 Reich
- » Der Bruder von Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent, Burgundische Niederlande - † 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) Ferdinand I. (* 10. März 1503 in Madrid - † 25. Juli 1564 in Wien) wurde bereits zu Lebzeiten des Kaisers am 5. Januar 1531 in Köln von den deutschen Kurfürsten mit fünf Stimmen gegen den Protest des sächsischen Kurfürsten Johann zum König gewählt und von Erzbischof Hermann V. von Wied in Aachen gesalbt und zum römisch-deutschen König gekrönt. Er war der letzte deutsche König der in Aachen gekrönt wurde.
- » Am 27. Februar 1531 schlossen protestantische Fürsten und Städte unter Führung von Kursachsen und Hessen ein defensiv ausgerichtetes Verteidigungsbündnis gegen die Politik des katholischen Kaisers Karl V., der im Heiligen Römischen Reich den Protestantismus vernichten oder zumindest zurückdrängen wollte. Der Schmalkaldische Bund (auch Schmalkaldische Liga oder Liga von Schmalkalden genannt) war ein defensiv ausgerichtetes Militärbündnis mit Verpflichtung zu gegenseitiger Hilfe im Falle eines katholischen Angriffs.
- 1534 Pommern
- » Der Reformator und Weggefährte von Martin Luther, Johannes Bugenhagen (* 24. Juni 1485 in Wollin - † 20. April 1558 in Wittenberg) lässt in Lübeck seine niederdeutsche Bibel drucken. Auf dem Landtag zu Treptow legt Bugenhagen eine neue "Pommersche Kirchenordnung" vor und daraufhin wird die Einführung der Reformation in ganz Pommern beschlossen. Klöster und Stifte werden säkularisiert und eingezogen.
- 1535 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim I. Nestor stirbt am 11. Juli 1535 in Stendal. Innenpolitisch wollte er in Brandenburg unbedingt die alte Ordnung wahren und wies seine Erben in seinem 1534 verfassten Testament an, für alle Zeiten am katholischen Glauben in der Mark Brandenburg festzuhalten. Unter Verstoß gegen das aufgestellte Hausgesetz bestimmte er, dass Teile der Neumark an seinen zweiten Sohn Johann fallen sollten, aber in der Kurwürde sollte ihm sein ältester Sohn Joachim II. folgen. Der jüngere Sohn Johann von Brandenburg-Küstrin, auch Hans von Küstrin (* 3. August 1513 - † 13. Januar 1571) genannt, wird Markgraf der Markgrafschaft Brandenburg-Küstrin zu der auch die schlesisch-lausitzischen Gebiete gehören und der ältere Sohn Joachim II. Hector (* 13. Januar 1505 in Cölln - † 3. Januar 1571 in Köpenick) wird Markgraf von Brandenburg sowie Kurfürst und Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reiches. Da Johann von Brandenburg-Küstrin jedoch ohne erbberechtigte männliche Nachkommen starb, konnte das Land unter dem Enkel Joachims I. Nestor, dem Kurfürst Johann Georg von Brandenburg (* 11. September 1525 in Cölln - † 18. Januar 1598 in Cölln) wiedervereinigt werden.
- 1539 Brandenburg
- » Der neue Kurfürst Joachim II. Hektor tritt zum lutherischen Glauben über und wählt Berlin-Cölln zu seiner ständigen Residenz aus, dafür lässt er das Berliner Schloss ausbauen. Offizielle Einführung der Reformation im ganzen Kurfürstentum Brandenburg.
- 1540 Preußen
- » Herzog Albrecht von Preußen (Albrecht von Brandenburg-Ansbach) ließ eine höhere Schule, die der Vorbereitung auf ein Universitätsstudium dienen sollte, in Königsberg als protestantisches Gymnasium Einrichten, an das viele Lehrer nur auf Empfehlung von Philipp Melanchthons berufen wurden.
- 1540 Rom
- » Der von dem Spanier Ignatius von Loyõla 1534 gestiftet Jesuiten-Orden zur Verbreitung der katholischen Lehre wird von Papst Paul III. bestätigt.
- 1542 Preußen
- » Der Kartograf und Astronom Heinrich Zell († 1564) veröffentlichte die erste gedruckte Karte von Preußen der 1560 noch eine Deutschlandkarte in vier Holzschnitten folgte. Seine Karten Bauten auf Vorarbeiten von Alexander Scultetus, Nikolaus Kopernikus und Georg Joachim Rheticus auf. Er hat auch Nikolaus Kopernikus bei dessen Herausgabe der Narratio prima, die in Danzig erfolgte, unterstützt. Ab 1555 stand er im Dienst von Herzog Albrechts von Preußen und 1557 übernahm er das Amt des herzoglichen Schlossbibliothekars bis zu seinem Tod. In seinen Publikationen benutzte er viele latinisierte Namen wie z. B. Henricus Zellius, Heilrichus Zeellius oder andere Vornamen wie z. B. Heilrich oder Agrippinus.
- 1543 Brandenburg
- » Alleine in Brandenburg werden 10 Dominikaner-, 11 Franziskaner- und 17 Frauenklöster säkularisiert. Fast der gesamte geistliche Grundbesitz geht als Besitz an den Landesherrn, dem Kurfürsten von Brandenburg und ein kleiner Teil an die Städte. Den Mönchen wurde oft ein lebenslanges Aufenthaltsrecht (Wohnrecht) in den aufgelösten Klöstern gewährt und daher zog sich der Prozess der Säkularisierung und Auflösung der Klöster über Jahre hin. Erste Siedlungswelle der von Karl V ausgewiesenen Holländer trifft ein. Die aus ihrer Heimat vertriebene Protestanten siedeln sich in Preußen und Pommern an.
- 1543 Preußen
- » Nikolaus Kopernikus (* 19. Februar 1473 in Thorn, West-Preußen, heute Polen - † 24. Mai 1543 in Frauenburg, Fürstbistums Ermland, heute Polen) war eigentlich ein Domherr des Fürstbistums Ermland in Preußen, aber nebenbei auch Astronom und Arzt. Er widmete sich auch sehr der Mathematik und Kartografie, und so schuf bzw. formulierte er in seinem Hauptwerk "De revolutionibus orbium coelestium", das 1543 erschien ein neues heliozentrisches Weltbild, wo die Erde nur ein Planet ist, der sich um die eigene Achse dreht und sich genau wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt. Diese in der Geschichtswissenschaft als „kopernikanische Wende“ bezeichnete Erkenntnis stellt eine Zäsur im Denken jener Zeit dar und markiert daher den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.
- 1544 Pommern
- » Der letzte katholische Bischof von Cammin, Erasmus von Manteuffel-Arnhausen (* um 1475 in Arnhausen in Pommern - † 27. Januar 1544 in Bast) stirbt und damit wird Cammin ein evangelisches Bistum. Bartholomaeus Suawe (Swawe) (* August 1494 in Stolp - † 1566 in Bütow) war ab 12. April 1545 erster evangelischer Bischof von Cammin.
- 1544 Preußen
- » Am 20. Juli 1544 lässt Herzog Albrecht von Preußen durch ein Stiftungsdiplom eine "lutherische Universität" in Königsberg gründen, die dann am 17. August 1544 eingeweiht wurde und den Namen des Stifters erhielt. Der Schwiegersohn Philipp Melanchthons, Georg Sabinus wurde zum Gründungsrektor berufen. Die Albertus-Universität Königsberg war von Anfang an durch die vier Fakultäten Theologie, Rechtswissenschaft, Heilkunde und Philosophie eine Volluniversität. Von 1701 bis 1918 hieß sie offiziell Königliche Albertus-Universität zu Königsberg in Preußen.
- 1546 - 1547 Reich
- » Um im Heiligen Römischen Reich den Protestantismus zurückzudrängen und seine kaiserliche Macht gegenüber den Reichsständen zu stärken, beginnt Kaiser Karl V. damit Truppen zu sammeln, wo rauf hin der Schmalkaldische Bund seine Truppen mobilisierte den man wollte nicht darauf warten, dass der Kaiser los schlägt. am 20. Juli 1546 verhängte der Kaiser wegen "schmählichen Hochverrats an Kaiser und Reich" die Reichsacht gegen Johann Friedrich von Sachsen und Philipp von Hessen, womit die beiden wichtigsten Führer des Bundes im ganzen Reich als rechtlos galten. Der Krieg wurde zunächst in Süddeutschland geführt, verlagerte sich dann aber in den sächsisch-thüringischen Raum. Nach der Gefangennahme des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich und des hessischen Landgrafen Philipp, der beiden Anführer des Schmalkaldischen Bundes, endete der Krieg für den Kaiser erfolgreich. Der Schmalkaldische Bund löste sich nach seiner Niederlage auf. Siehe dazu mehr unter Schmalkaldischer Krieg auf Wikipedia.
- 1547 Reich
- » In der Schlacht bei Mühlberg besiegte das Heer von Kaiser Karl V. am 24. April 1547 die Truppen des Schmalkaldischen Bundes. Der Führer der Protestanten, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, gerät dabei in Gefangenschaft, womit der Schmalkaldische Krieg für den Kaiser gewonnen war. Mit der Unterzeichnung der Kapitulation der Stadt Wittenberg am 19. Mai 1547 im kaiserlichen Feldlager vor Wittenberg endete den Schmalkaldischen Krieg. Siehe dazu mehr unter Schmalkaldischer Krieg auf Wikipedia.
- 1550 Pommern
- » Die "Cosmographia" des Baseler Humanisten Sebastian Münster (* 20. Januar 1488 in Nieder-Ingelheim - † 26. Mai 1552 in Basel) legt quantitativ und qualitativ ein neuer Standard für die Ausstattung von Städtebüchern fest. Hier in der "Cosmographia" erscheint auch die erste Landesbeschreibung und Landkarte von Pommern. Sebastian Münster zierte auch die Vorderseite der alten 100-Deutsche Mark (DM)-Banknote.
- 1550 Brandenburg
- » Um 1550 wird das Eisenhüttenwerk Peitz in der Regierungszeit von Markgraf Johann von Küstrin gegründet. Hier wurde das einheimische Raseneisenstein aus der Region zu Guss- und Schmiedeeisen verarbeitet, aus denen dann neben Haushalts- und Ackergeräten auch militärische Ausrüstung hergestellt wurden. Ein künstlicher Kanal liefert über Wasserräder die nötige Energie. Schon 1658 wurde hier der erste Hochofen der Mark Brandenburg errichtet, der dann auch Ausrüstung für die neu geschaffene brandenburgisch-preußische Armee herstellte.
- 1552 Preußen
- » Mit Genehmigung des Herzogs Albrecht von Preußen findet die Besiedlung des Memelgebiets durch Litauer statt. Albrecht, der Herzog von Preußen, beschließt die Umwandlung der Burg Tilsit durch Verleihung des Stadtrechts in die Stadt Tilsit. Die Stadt Tilsit wurde somit erst in der herzoglichen Zeit begründet. Die Stadt trägt heute den russischen Namen Sowetsk und liegt im russischen Oblast Kaliningrad.
- 1555 Reich
- » Durch den Augsburger Religionsfrieden wird den Anhängern des lutherischen Glaubens die freie Religionsausübung dauerhaft zugestanden. Dies wird in einem Reichsgesetz des Heiligen Römischen Reichs am 25. September 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg zwischen Ferdinand I., der seinen Bruder Kaiser Karl V. vertrat, und den Reichsständen beschlossen. Als Augsburger Reichs- und Religionsfrieden (kurz Augsburger Religionsfrieden) wird es bekannt. Es garantiert den lutherischen Reichsständen ihre Besitzstände und die freie Religionsausübung. Der Religionsfrieden leitete eine der längsten Friedensperioden im Reich ein, von 1555 bis 1618, aber einige Probleme bestanden unterschwellig fort. Unklarheiten und Widersprüche sowie auch politischen Ursachen trugen zur Vergrößerung des konfessionellen Konfliktpotenzials bei, was dann 1618 zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges führte.
- 1558 Reich
- » Ferdinand I. (* 10. März 1503 in Alcalá de Henares bei Madrid; † 25. Juli 1564 in Wien) aus dem Geschlecht der Habsburger wird von 1558 bis 1564 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
- 1560 Pommern
- » Der Landadel in Pommern geht in verstärktem Maße zur gutsherrlichen Eigenwirtschaft über, in deren Folge die bäuerlichen Hintersassen in immer stärkerem Maße vom Gutsherrn abhängig werden und zu einem großen Teil ihre Höfe verlieren. Das große "Bauernlegen" beginnt.
- 1564 Brandenburg
- » Laut einer Erhebung leben in den Städten der Mark Brandenburg rund 100.000 Einwohner und in den Dörfern der Mark rd. 165.000 Einwohner.
- 1568 Preußen
- » Herzogs Albrecht von Preußen stirbt am 20. März 1568 auf Schloss Tapiau in Preußen an der Pest und es beginnt die Herrschaft des erst 14-jährigen Albrecht Friedrich von Preußen (* 29. April 1553 in Königsberg - † 27. August 1618 in Fischhausen) der, aber schon 1573 an einer Geisteskrankheit (Geistiger Schwachsinn) erkrankt. Für den geistig schwachsinnigen Albrecht Friedrich übernehmen die vier sogenannten Oberräte die Regierungsgeschäfte. Der Oberrat setzte sich aus dem Oberburggrafen, dem Obermarschall, dem Landhofmeister und dem Kanzler des Herzogtums Preußens zusammen.
- 1569 Preußen
- » Herzog Albrecht Friedrich von Preußen huldigt in Lublin König Sigismund II. von Polen. Es findet auch eine Mitbelehnung des Kurfürsten Joachim II. Hector von Brandenburg mit dem Herzogtum Preußen durch den polnischen König statt.
- 1570 Pommern
- » Die Abwanderung zahlreiche Bauern vor dem wachsenden Druck der Leibeigenschaft beginnt etwa ab diesen Zeitpunkt aus den ostpommerschen Grenzgebieten ins benachbarte Polen. Sie besiedeln große Teile des bisher weitgehend menschenleeren Grenzsaumes zwischen Pommern und Polen. Evangelische polnische Adlige weisen ihnen Land zu und fördern in den zum Teil neu entstehenden Städten die Tuchmacherei.
- 1571 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim II. Hector stirbt am 3. Januar und nur 10 Tage später stirbt auch Markgraf Johann von Küstrin aber ohne männliche Erben. Sein Fürstentum fällt an das Kurfürstentum Brandenburg zurück und wird unter dem Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg (* 11. September 1525 in Cölln - † 18. Januar 1598 in Cölln) wieder vereint. Als Kurprinz lebte er hauptsächlich in der Burg Zechlin (Ostprignitz).
- 1572 Polen
- » Mit Sigismund II. August (* 1. August 1520 in Krakau, Polen - † 7. Juli 1572 in Knyszyn-Zamek, Polen), seit 1530 König von Polen und seit 1529 Großfürst von Litauen, stirbt das Geschlecht der Jagiellonen 1572 im Mannesstamm aus da er in seinen drei Ehen kinderlos blieb. Die Nachfolge wurde daher schon in der Lubliner Union 1569 geregelt, indem die Realunion zwischen dem Königreich Polen und dem Großfürstentum Litauen zur Rzeczpospolita beschlossen wurde. Er war ab 1569 der erste Regent des zusammen geschlossenen Staates Polen-Litauen und mit seinem Tod, sein Leichnam wurden in der Wawel-Kathedrale in Krakau beigesetzt, wurde die Wahlmonarchie, eine Art Aristokratische Republik eingeführt.
- 1572 Frankreich
- » Die Bartholomäusnacht bezeichnet die Nacht zum 24. August 1572, in der die Führer der Hugenotten zusammen mit Tausenden von Glaubensgenossen auf Befehl Katharinas von Medici in den Straßen von Paris (Frankreich) ermordet wurden. Siehe mehr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bartholomäusnacht auf Wikipedia.
- 1573 Brandenburg
- » Die brandenburgische Kirche richtet sich streng an der lutherischen Lehre aus.
- 1574 Brandenburg
- » Kurfürst Johann Georg von Brandenburg gründet am 13. Juli 1574 die erste allgemeine Landesschule als Gelehrtenschule, die schon bald 600 Schüler hat. Das Berlinische Gymnasium „Zum Grauen Kloster“ wurde als höchste Berliner Bildungseinrichtung und als erste Landesschule der Mark Brandenburg im "Grauen Kloster" der Franziskaner gegründet. Es entwickelte sich in Berlin zur bürgerlichen Bildungsanstalt ersten Ranges. Die Bezeichnung "Graues Kloster" bezieht sich dabei auf das graue Gewand der Franziskaner.
- » Leonhard Thurneysser aus Basel ist um diese Zeit der einzige Wissenschaftler in Brandenburg und erstellt eine Landkarte von der Mark Brandenburg. Er richtet im Berliner Franziskanerkloster ein Laboratorium, eine Bibliothek und ein Naturalienkabinett sowie eine Schriftgießerei mit Druckerei ein.
- 1575 Brandenburg
- » Die Herrschaft Beeskow-Storkow kommt endgültig in den erblichen Besitz des Kurfürstentums Brandenburg, aber die böhmische Oberlehensherrschaft bliebt noch nominell bis 1742 bestehen.
- 1577 Preußen
- » Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach wird vom polnischen König Stephan Báthory (* 27. September 1533 in Szilágysomlyó - † 12. Dezember 1586 in Grodno), dem damaligen Lehnsherrn über Preußen, 1577 zum Administrator des Herzogtums Preußen bestellt und obwohl die preußischen Stände dagegen waren 1578 sogar mit dem Herzogtum belehnt. Er ist ein Vetter von Herzogs Albrecht Friedrich von Preußen, der Wegen der fortschreitenden Geisteskrankheit (Geistiger Schwachsinn) die Regierungsgeschäfte in Preußen nicht mehr alleine führen kann. Als Regent übernimmt er die Regierungsgeschäfte in Preußen und kehrt erst 1586 nach Ansbach zurück. Er war dem ewigen Streit mit den Ständen und den Regimentsräten müde und überließ daher fortan den Regimentsräten in Preußens die Führung der Regierungsgeschäfte.
- 1582 Vatikan
- » Papst Gregor XIII., mit bürgerlichem Namen Ugo Boncompagni, (* 7. Januar 1502 in Bologna - † 10. April 1585 in Rom) war von 1572 bis 1585 Papst der römisch-katholischen Kirche und erließ am 24. Februar 1582 mit seiner Bulle "Inter gravissimas" den noch heute gültig nach ihm benannten Gregorianischen Kalender. Es wurde festgelegt, dass auf den 04. Oktober 1582 direkt sofort der 15. Oktober 1582 folgen sollte, um den Kalender wieder mit den astronomischen Ereignissen in Einklang zubringen wurden zehn Kalendertage ausgelassen bzw. übersprungen.
- 1587 Polen
- » In Polen Beginn die Gegenreformation, die viele Polen ins Ausland vertreibt, so auch nach Preußen.
- 1598 Brandenburg
- » Kurfürst Johann Georg von Brandenburg stirbt am 18. Januar 1598 in Cölln, sein Nachfolger Joachim Friedrich von Brandenburg (* 27. Januar 1546 in Cölln - † 18. Juli 1608 bei Köpenick) ist von 1598 bis 1608 Kurfürst von Brandenburg und ab 1603 Administrator des Herzogtums Preußen. Er lässt nach seinem Regierungsantritt in Brandenburg die drei brandenburgischen Bistümer Brandenburg, Havelberg und Lebus auch formell aufheben.
- 1599 Brandenburg
- » Im sogenannten Geraer Hausvertrag wird die Erbfolge in der Mark Brandenburg und in den fränkischen Gebieten der Hohenzollern zum Ende des 16. Jahrhunderts verbindlich geregelt. Es ist eine Art Hohenzollernsches Hausgesetz, das am 29. April 1599 in Magdeburg von allen Beteiligten ratifiziert wurde und in dem die Unteilbarkeit der Mark Brandenburg als verbindliches Erbfolgeprinzip festgelegt worden.
17. Jhd. u. Z.
- 1600 Europa
- » Die Renaissance wird in diesem Jahrhundert immer mehr von dem Barock abgelöst, das jetzt die neue Stilrichtung vorgibt.
- 1601 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg lässt am Grimnitzsee beim Ort Joachimsthal die erste Glashütte der Mark Brandenburg bauen. Sie wird von böhmischen Glasmachern betrieben, die der Kurfürst ansiedelte.
- 1603 Preußen
- » Georg Friedrich I., genannt der Ältere (* 5. April 1539 in Ansbach - † 5. Mai 1603 in Ansbach) stirbt ohne männliche Nachkommen und damit erlosch die Ansbach-Jägerndorfer Linie der fränkischen Hohenzollern. Als Administrator für das Herzogtum Preußen folgt ihm 1603 Joachim Friedrich von Brandenburg (* 27. Januar 1546 in Cölln - † 18. Juli 1608 bei Köpenick), der auch Kurfürst von Brandenburg war.
- 1604 Brandenburg
- » Kurfürst Joachim Friedrich verleiht dem Ort Joachimsthal in der Schorfheide am 1. Januar 1604 das Stadtrecht. Hier wird am 24. August 1607 im Jagdschloss Joachimsthall eine Fürstenschule für begabte Knaben das „Joachimsthalsches Gymnasium“ eröffnet, das junge Adlige auf den Besuch der brandenburgischen Landesuniversität in Frankfurt an der Oder und die Beamtenlaufbahn vorbereiten soll. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde am 6. Januar 1636 das Schulgebäude zerstört, alle Schüler und Lehrer flohen nach Berlin, wo der Lehrbetrieb 1647 wiederaufgenommen wurde.
- » Kurfürst Joachim Friedrich gründet 1604 ein fürstliches Ratskollegium, den sogenannten "Geheimen Rat", der, frei von allen ständischem und provinziellem zwängen, den Fürsten beratend unterstützen sollte. Dieser geheime Staatsrat wurde schnell zur ersten Zentralbehörde des brandenburgisch-preußischen Staates.
- 1605 Preußen
- » Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg wird mit seinem Sohn Johann Sigismund (* 8. November 1572 in Halle an der Saale - † 2. Januar 1620 in Berlin) zum Mitregenten des Herzogtums Preußen bestellt.
- 1608 Preußen
- » Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg wird zum Administrator des Herzogtums Preußen bestellt. König Sigismund III. von Polen überträgt 1612 das Herzogtum als polnisches Lehen nach hohen Geldzahlungen und erheblichen Zugeständnissen für die Katholiken in Preußen an Johann Sigismund von Brandenburg. Nach dem Tod von Albrecht Friedrich von Preußen am 27. August 1618 starben die fränkisch-preußischen Hohenzollern aus, jetzt wird er alleiniger regierender Herzog von Preußen.
- 1613 Preußen
- » Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg tritt am 4. Januar 1614 im Berliner Dom vom lutherischen zum reformierten Bekenntnis, dem Calvinismus über. Hohe Beamte und Offiziere müssen zur calvinistischen Kirche überträten, aber die brandenburgische Bevölkerung durfte beim lutherischen Bekenntnis bleiben.
- 1614 Preußen
- » Im Vertrag von Xanten wurde Johann Sigismund von Brandenburg vorläufig die alleinige Regierung im Herzogtum Kleve, sowie in den Grafschaften Mark und Ravensberg zugesprochen. Johann Sigismund hatte als Vormund seiner Ehefrau Anna von Preußen Anspruch auf das alleinige Erbe an den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg. Anna wurde als Nichte des letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg, Johann Wilhelm, von den preußischen Hohenzollern als Erbin der Herzogtümer Kleve, Jülich und Berg, der Grafschaften Mark und Ravensberg sowie der Herrschaft Ravenstein angesehen.
Am Ende des Erbfolgestreits mussten sich die Hohenzollern nur mit dem Pfalzgrafen von Neuburg einigen. Das Herzogtum Kleve und die Grafschaften Mark und Ravensberg fielen aufgrund des Vertrags von Xanten 1614 an das Kurfürstentum Brandenburg, aber Jülich und Berg an den Pfalzgrafen von Neuburg. Brandenburg-Preußen gelangte somit erstmals in den Besitz von Gebieten im Rheinland und in Westfalen. - 1616 Pommern
- » Eine neue Bauernordnung in Pommern erkennt das Bauernlegen an, die Bauern geraten in der Folgezeit dadurch in eine immer stärkere Leibeigenschaft.
- 1618 Preußen
- » Albrecht Friedrich von Preußen stirbt am 27. August 1618 in völliger geistiger Verwirrtheit in Fischhausen (Primorsk), ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, und daher fällt durch Erbvertrag sein Herzogtum nun als Lehen der polnischen Krone an die brandenburgische Linie der Hohenzollern, die auch die Kurwürde in Brandenburg innehaben. Kurfürst Johann Sigismund (* 08.11.1572 - † 23.12.1619) von Brandenburg wird erster regierender Herzog von Preußen aus der brandenburgischen Linie. In Personalunion werden nun das Kurfürstentum Brandenburg und des Herzogtum Preußen vereinigt, dieser Gebietszuwachs für die Hohenzollern in Brandenburg hat in der folgenden Zeit weitreichende Bedeutung.
- » In Deutsch Krone (Walcz) errichten die Jesuiten eine Residenz, die zu einem Zentrum der katholischen Gegenreformation in der späteren Grenzmark wird.
- 1618 Pommern
- » Eilhardus Lubinus, ein Mathematikprofessor aus Rostock, bring im Auftrag des pommerschen Herzogs Philipp II. von Pommern-Stettin die nach ihm benannte "Große Lubinsche Karte von Pommern" in 12 Blättern heraus. Es ist ein zeitloses künstlerisches Prachtwerk und es ist die erste wirklich vollständige Karte vom Herzogtum Pommern.
- 1618 - 1648 Reich
- » Der Dreißigjährige Krieg tobt in Europa. Neben den eigentlichen Kämpfen und Plünderungen hatten im 30-jährigen Krieg vor allem Hungersnöte, Pestseuchen und die Pocken einen starken Rückgang der Bevölkerung vor allem in Deutschland zur Folge. Der Krieg endete auch nicht, weil eine Seite gewonnen hatte, sondern weil keine Kriegsparteien noch Ressourcen hatte, die völlige Erschöpfung war erreicht.
Entstanden aus den religiösen Gegensätzen zwischen Protestanten und Katholiken sowie dem Machtkampf zwischen dem Kaiser und den nach Selbstständigkeit strebenden deutschen Landesfürsten, entwickelte sich nach und nach ein europäischer Krieg, der aber hauptsächlich auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation stattfand. Feldzüge und durchs Land ziehende Truppen verursachten sehr großes Leid unter der Bevölkerung, die verarmt und durch Hungersnöte sowie allerlei Seuchen stark dezimiert wird. Dabei hatte sich das Land gerade erst von den Verlusten des Bauernkriegs (1524 - 1526), heute auch als "Revolution des gemeinen Mannes" bezeichnet, erholt.
Die wirtschaftlichen Schäden des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wirkten sich in vielen Gegenden bis weit ins 18. Jahrhundert aus. Das hing, abgesehen von den unmittelbaren Zerstörungen in der Landwirtschaft und an der Bausubstanz der Städte und Dörfer, dem Niedergang des Handwerks und Handel sowie der zerschlagenen Gesellschaftsstrukturen, vor allem mit den Verlusten an Menschenleben zusammen. Wie nach der großen Pest um 1350 gab es wieder Landschaften, die praktisch entvölkert waren, sodass der Wiederaufbau von den überlebenden kaum zu bewerkstelligen war. In großen Teilen Schwabens, der Pfalz, Thüringens, Sachsens, Brandenburgs und Pommerns war die Bevölkerung zu mehr als zwei Dritteln ausgerottet. So werden z. B. in Neuruppin im Jahre 1642 von ehemals 3500 Einwohnern noch ganze 600 Einwohner gezählt. Magdeburg hatte von einstmals rund 35.000 Einwohnern nach der Magdeburger Bluthochzeit vom 10. Mai 1631 und der kriegsbedingten Seuchen (Pest) um 1639 nur noch 450 Einwohner.
Die Kerngebiete Brandenburgs und Sachsens verloren etwa die Hälfte ihrer Einwohner, aber Pommern sogar bis zu 70 %, daher auch der Spruch "Pommernland ist abgebrannt". Insgesamt, so ist errechnet worden, ging die Einwohnerzahl Deutschlands in den 30 Kriegsjahren von 1618 bis 1648 um 8 Millionen von 21 Millionen auf rund 13 Millionen Menschen zurück, das entspricht einem Rückgang der Bevölkerung von etwa ca. 40 %. Als dann endlich am 24. Oktober 1648 der "Westfälische Friede" in Münster abgeschlossen wird, erhält der Kurfürst von Brandenburg die verwüsteten Gebiete Hinterpommern und das säkularisierte Bistum Cammin, die Stifte Halberstadt und Minden sowie die Anwartschaft auf das Herzogtum Magdeburg, das aber erst 1680 endgültig zu Brandenburg gelangt. - 1620 Brandenburg
- » Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg stirbt am 2. Januar 1620 in Berlin und sein Sohn Georg Wilhelm (* 13. November 1595 in Cölln an der Spree - † 1. Dezember 1640 in Königsberg) wird der neue Kurfürst von Brandenburg und Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reichs. Er ist gleichzeitig Herzog in Preußen, Herzog von Kleve und Graf von Mark sowie Markgraf von Brandenburg. Unter der Protektion des Schwedenkönigs tritt Georg Wilhelm die Herrschaft am Beginn des Dreißigjährigen Krieges an.
Für Georg Wilhelm, einen calvinistischen Kurfürsten, war die Sicherung der territorialen Erwerbungen seines Vaters Johann Sigismund ein vorrangiges Regierungsziel und das gelang ihm. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hatten Brandenburg und Pommern einen sehr großen Teil ihrer Bevölkerung verloren und gehörten zu den Regionen mit den höchsten Bevölkerungsverlusten und Zerstörungen. Die Folgen des Krieges waren in Brandenburg noch gut 100 Jahre nach dem Ende des Krieges fühl und spürbar. - 1620 Preußen
- » Das Landrecht des Herzogtums Preußen wurde von Levin Buchius (* 1550 in Werdau, Kurfürstentum Sachsen - † 23. August 1613 in Königsberg), dem ersten Professor der Rechte an der Albertus-Universität Königsberg auf Drängen der ostpreußischen Stände und des Herzogs Johann Sigismund von Preußen hin ausgearbeitet und nach dessen Tod von seinem Sohn Georg Wilhelm dem neuen Herzog als erstes einheitliches Gesetzbuch veröffentlicht.
- 1625 Pommern
- » Unter Herzog Bogislaw XIV. von Pommern-Stettin (* 31. März 1580 in Barth - † 10. März 1637 in Stettin) wird Pommern 1625 nach dem kinderlosen Tod seines Cousins Philipp Julius, der das Teilherzogtum Pommern-Wolgast regiert hatte, wieder in einer Hand vereint. Auch Herzog Bogislaw XIV. von Pommern wird am 10. März 1637 kinderlosen sterben und Georg Wilhelm erbt das erledigte Herzogtum Pommern. Kaiser Ferdinand III. belehnte ihn gemäß dem Vertrag von Grimnitz mit dem erledigten Herzogtum. Der Herzog Bogislaw XIV. hatte 1632 dem Kurfürsten von Brandenburg nochmals das Erbfolgerecht bestätigt, doch nach dem Westfälischen Frieden im Jahre 1648 musste als Folge des Friedens das Herzogtum Pommern zwischen Schweden (Schwedisch-Pommern, heute Vorpommern) und Brandenburg (Hinterpommern) aufgeteilt werden.
- 1626 - 1629 Preußen
- » König Gustav Adolf von Schweden erscheint nach dem Auslaufen eines Waffenstillstandes am 6. Juli 1626 mit einer Landungsflotte von 37 Schiffen vor dem preußischen Pillau (Baltijsk), er überrumpelt und besetzt den Hafen Pillau für die nächsten zehn Jahre und baut ihn zur Festung aus. Anschließend fährt er in das Frische Haff und landet Truppen in der Passargemündung um gegen Polen Krieg zu führen. Er erobert das Ermland und Pomesanien und richtet in Elbing sein Hauptquartier ein. Die Einnahme der Hafenstadt Danzig gelang den Schweden allerdings nicht und sie erlitten in der Seeschlacht von Oliwa vor Danzig am 28. November 1627 eine herbe Niederlage. An Land lief es nicht so gut für die Polen und so kam es am 26. Oktober 1629 zum Waffenstillstand von Altmark, der für die nächsten sechs Jahre abgeschlossen wurde. Der größte Teil von Livland mit der Stadt Riga sowie die preußischen Städte Elbing, Memel, Fischhausen, Braunsberg und Frauenburg blieben unter schwedischer Kontrolle. Die erheblichen Einkünfte aus dem Seehandel und den Seezöllen erlaubten dem König Gustav II. Adolf schon im darauffolgenden Jahr in Deutschland in den Dreißigjährigen Krieg einzugreifen.
- 1627 Pommern
- » Der 30-jährige Krieg erreicht nun auch Pommern. Kaiserliche Truppen unter dem Kommando von Wallenstein rücken ins Land ein und belagern ab dem 13. Mai bis zum 21. Juli 1628 vergeblich Stralsund. Gemeinsam mit König Christian IV. von Dänemark und Norwegen (* 12. April 1577 auf Schloss Frederiksborg - † 28. Februar 1648 Kopenhagen) hatte König Gustav II. Adolf von Schweden (* 19. Dezember 1594 in Stockholm - † 16. November 1632 bei Lützen in Sachsen) Soldaten zur Unterstützung in die Stadt entsandt, die unter dem Kommando von Heinrich Holk Stralsund erfolgreich verteidigen. Für Stralsund war der Preis hoch, es verlor damit seine Eigenständigkeit und war für die nächsten zweihundert Jahre unter schwedischer Herrschaft.
- 1630 Pommern
- » Mit der Landung im Hafen Peenemünde auf der Insel Usedom greifen die Schweden unter Gustav II. Adolf jetzt offen in den 30-jährigen Krieg ein und besetzen ganz Pommern. In den Kämpfen gegen die kaiserlichen Truppen werden die Bewohner und das Land von beiden Seiten furchtbar gequält und verwüstet, so das am Ende 50 - 70 % seiner Bewohner umkommen. Der Spruch "Pommer Land ist abgebrannt", macht die Runde.
- 1631 Reich
- » Am 20. Mai 1631 hat der katholische Feldherr Tilly mit seinen Truppen die protestantische Hochburg Magdeburg, eine der größten und bedeutendsten Städte Deutschlands im Sturmangriff eingenommen. Es folgen Gewalt, Plünderung und Mord an der Stadt Bevölkerung, durch die Sieger kommen ca. 26 000 Menschen um. Selbst Kirchen boten keinen Schutz vor dem kaiserlichen Söldner Mopp. Die nachfolgende Feuersbrunst verwüstet endgültig die ganze Stadt. Als Folge der sogenannten Magdeburger Bluthochzeit schlossen sich in den Wochen danach einige protestantische Reichsfürsten König Gustav Adolf von Schweden an. Zu jener Zeit nutzten die gegnerischen Kriegsparteien noch verschiedene Kalendersysteme. Während die katholischen Truppen schon den neuen gregorianischen Kalender nutzten, haben die protestantischen Truppen immer noch den alten Julianischen Kalender genutzt, denn sie lehnten den katholischen Kalender ab. Aus diesem Grunde benutzen verschiedene Quellen auch verschiedenen Datumsangaben, 20. Mai (gregorianisch) oder 10. Mai (julianisch).
- » Am 17. September gewinnt der schwedische König Gustav Adolf bei Breitenfeld nördlich von Leipzig eine der größten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges. Er führt ca. 45 000 Soldaten, darunter auch Soldaten seines neuen Verbündeten, des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen, doch die Sachsen flohen schon zu Beginn der Schlacht vom Schlachtfeld, obwohl die kaiserlich-katholische Armee nur ca. 32 000 Soldaten stark war. Dank seiner neuartigen Taktik des beweglich geführten Gefechts, was eine völlig neue Art der Organisation und eine weitgefächerte Aufstellung der Truppen erforderlich machte, schlägt Gustav Adolf General Tilly vernichtend in die Flucht. Die hohen Verluste der kaiserlichen Armee auf dem Schlachtfeld erhöhten sich noch im Laufe der Flucht der überlebenden Reste dadurch das eine große Anzahl von flüchtenden und desertierten Söldnern des katholischen Tilly-Heeres, der Schlächter von Magdeburg, nun von der sächsischen Bevölkerung und von Bauerngruppen gejagt und erschlagen wurde. Die Bevölkerung rächte sich auf diese Weise für alle im Laufe der Vorjahre erlittenen Gräueltaten durch diese Armee. Im 100 km entfernten Halberstadt versammelten sich einige Tage später noch ganze 13 000 Überlebende, mit denen Tilly sofort begann, ein neues Heer zusammenstellte, um das nun von den Schweden bedrohte Bayern zu schützen.
- 1632 Reich
- » In der bedeutenden Schlacht bei Rain am Lech in Bayern vom 14./15. April 1632 erzwingt Gustav Adolf gegen Tilly, der hier tödlich verwundet wird und am 30. April 1632 in Ingolstadt seiner Verletzung erlag, den Übergang über den Lech. Ohne Gegenwehr rückt die Schweden nach Nürnberg und Augsburg weiter vor, um begleitet vom böhmischen „Winterkönig“ Friedrich V. die bayerischen Residenzstädte München und Landshut kampflos zu besetzen. Schon Mitte Mai zieht Gustav Adolf triumphierend in die bayerische Residenzstadt München ein, das gegen Zahlungen von Kontributionen weitgehend von Plünderungen verschont bleibt. Das umliegende Land hatte jedoch nicht so ein Glück und wurde mit ausdrücklicher Billigung des schwedischen Königs geplündert und verheert.
- » Am 18. September 1632 marschiert Gustav Adolf da im schwedischen Heerlager Krankheit und Hunger herrschte und viele Soldaten sowie auch Tausende Pferde starben ab in Richtung Westen, in Gebiete, wo sich die Truppen erholen sollten. Wallenstein ist wieder Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres, lässt ihn aber ungestört abziehen, in der Absicht, mit den eigenen Truppen Winterquartiere bei Leipzig in Sachsen zu beziehen. Doch es sollte anders kommen.
- » Am 16. November 1632 kommt es nur 20 Kilometer südöstlich von Leipzig zur großen Schlacht bei Lützen. Die schwedische Armee greift überraschend noch vor dem Winter die Truppen Wallensteins an. Da das alte Schlachtfeld von Breitenfeld sich in der Nähe befindet, ist den schwedischen Truppen das Gelände vertraut und gegen den zähen Widerstand der Kaiserlichen beginnt man langsam an Boden zu gewinnen. Gustav II. Adolf, der als Heerführer oft selbst persönliche Gefahren auf dem Schlachtfeld in Kauf nahm, wurde bei einem Reiterangriff getötet, als er bei Nebel und Pulverdampf den Kontakt zu seinen Reitern verlor und mit einem Trupp kaiserlicher Soldaten konfrontiert wurde. Er wurde von einer Musketenkugel oberhalb des linken Ellenbogens in den Arm getroffen. Seine Begleiter versuchten, ihn aus dem Kampfgebiet herauszubringen, doch das misslang, da man im Nebel und Qualm den Kontakt zu den eigenen Truppen verlor, gerieten sie deshalb in den Angriff eines feindlichen Trupps von Kürassieren. Einem dieser Kürassiere schoss Gustav Adolf aus kurzer Distanz mit einer Pistole in den Rücken unter dem rechten Schulterblatt. Der König stürzte aus dem Sattel, da die Kugel in die Lunge eingedrungen war und wurde daraufhin mit einem Fuß im Steigbügel hängend von seinem Pferd mitgeschleift, bevor er schließlich auf dem Boden liegen blieb. Kaiserlichen Kürassieren fügten ihm nun noch viele weitere Stichverletzungen zu und zuletzt schoss man ihm noch in den Kopf, raubten ihm aus und entwendete alles Wertvolle vom Leichnam des Königs. Die daran beteiligten kaiserlichen Soldaten wussten noch nicht mal, dass sie den Leichnam eines Königs ausplünderten und auf dem Schlachtfeld zurückließen. So gehörte auch der schwedische König Gustav II. Adolf zu den ca. 6000 Menschen, die in der Schlacht von Lützen an nur einem Tag umkamen.
- 1634 Reich
- » Der berühmteste und erfolgreichste Feldherr des Dreißigjährigen Krieges, Albrecht von Waldstein genannt Wallenstein, wird am 25. Februar 1634 auf der Festung Eger im Auftrag des Kaisers von seinen Offizieren ermordet, da er im Verdacht stand, insgeheim mit den Feinden des Kaisers über ein Ende des Krieges verhandelt zu haben. Der Krieg geht weiter und es folgen noch viele weitere Schlacht.
- » Am 5. September beginnt die Schlacht bei Nördlingen, die über zwei Tage dauert und mit einer großen Niederlage der Schweden endet. Diese zweitägige Schlacht gehört zu den großen Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges, in der ein ca. 26 000 Mann starkes schwedischen Heer auf ein doppelt so großes kaiserliches Heer von ca. 50 000 Mann trafen. Als Folge der vernichtenden Niederlage verloren die Schweden ihre bisherige territoriale und strategische Machtstellung in Deutschland und mussten nun nach Verbündeten suchen und so verbündete man sich mit Frankreich, das nun auch aktiv in den Dreißigjährigen Krieg eingriff.
- 1635 Reich
- » Am 30. Mai wurde in Prag der Prager Frieden zwischen Kaiser Ferdinand II. im Verbund mit der katholischen Liga einerseits und den protestantischen Reichsständen andererseits mit dem Ziel geschlossen, die fremden europäischen Mächte aus dem Reichsgebiet zu vertreiben bzw. fernzuhalten. Der Friedensvertrag wurde zwar von fast allen Reichsständen ratifiziert, aber er blieb erfolglos, den die Auseinandersetzungen im Heiligen Römischen Reich gingen weiter, weil man die Interessen von Frankreich und Schweden übergangen hatte. Da sie im Vertrag nicht berücksichtigt wurden, führten sie den Krieg gegen den katholischen Kaiser im Reichsgebiet und die spanischen Habsburger um die Spanischen Niederlanden weiter fort. Bis zum Abschluss des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 sollten für die Menschen im Reich aber noch 13 extreme schlimme Jahre vergehen.
- » Am 22. Oktober 1635 findet eine Schlacht bei Dömitz zwischen Schweden und Sachsen statt, die mit einer großen Niederlage der Sachsen endet. Am 6. Oktober erklärte Kurfürst Johann Georg von Sachsen den ehemals verbündeten Schweden förmlich den Krieg und einige Tage später ging ein sächsisches Heer von 26.000 Mann zum Angriff gegen die Schweden vor. Die Reste des sächsischen Heeres, die sich wieder gesammelt hatten, wurden am 7. Dezember 1635 bei Kyritz geschlagen.
- 1635 Preußen
- » Der Waffenstillstand von Stuhmsdorf verlängerte den zunächst auf sechs Jahre begrenzten Waffenstillstand von Altmark zwischen der Republik Polen-Litauen und dem Königreich Schweden um weiter 26 Jahre. Schwedisch-Livland mit Riga bleibt im Besitz von Schweden, aber auf die schwedischen Eroberungen im Königlichen- und Herzoglichen Preußen verzichtete König Gustav Adolf. Der Vertrag von Stuhmsdorf wurde erst mit Beginn des Zweiten Nordischen Krieges 1655 durch die Schweden gebrochen.
- 1636 Reich
- » Bei Wittstock in der Prignitz findet am 4. Oktober 1636 eine der größten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges statt. Bei Wittstock am Scharfenberg treffen ca. 16.500 schwedische Soldaten unter dem schwedischen Feldmarschall Johan Banér und dem schottischen Feldmarschall Alexander Leslie auf das ca. 22.500 Mann starke kaiserlich-kursächsische Heer unter Melchior Graf von Hatzfeldt und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen und besiegen es in der Schlacht bei Wittstock. Teile der siegreichen Schweden setzten den Fliehenden nach und erbeuteten einen Großteil der 150 Geschütze, den Tross mit Waffen und Vorräten sowie die sächsische Kriegskasse. Durch den Sieg der Schweden konnten die Länder des hilflosen Kurfürsten von Brandenburg schnell wieder von den Schweden besetzt werden, um sie als Basis für Angriffe gegen Sachsen, Schlesien und Thüringen zu benutzen. Schlachtentscheidend war der verspätete, aber doch noch erfolgreiche Einsatz schwedisch-schottischer Einheiten, die die rechte Flanke des kaiserlich-kursächsische Heeres angriffen und den Feind dadurch zum Rückzug zwangen, der jedoch bald in eine ungeordnete Flucht überging.
Im Museum „Alten Bischofsburg“ in Wittstock befindet sich auf sieben Etagen ein Museum des Dreißigjährigen Krieges, das modern eingerichtet und mit Akustik-Guide-System Museum des Dreißigjährigen Krieges erlebt werden kann. - 1637 Pommern
- » In Stettin stirbt mit Herzog Bogislaw XIV. das pommersche Fürstenhaus der Greifen im Mannesstamm aus. Schweden weigert sich, den erbberechtigten brandenburgischen Kurfürsten das Land zu übergeben. Die Lande Lauenburg und Bütow fallen als erledigtes Lehen an die polnische Krone zurück und werden 1641 mit dem Polnisch Königlichen Preußen vereinigt.
- 1640 Brandenburg
- » Kurfürst Georg Wilhelm stirbt am 1. Dezember 1640 in Königsberg und sein erst 20-jähriger Sohn Friedrich Wilhelm (* 16. Februar 1620 in Cölln - † 9. Mai 1688 in Potsdam), der einmal später der "Große Kurfürst" genannt werden wird, tritt die Nachfolge als neuer Kurfürst an. Er war bestens vorbereitet auf sein neues Amt. Während Brandenburg selbst von kaiserlichen und schwedischen Truppen verwüstet wurde, wurde der 14-jährige Kurprinz in den sicheren Niederlanden am Hof des Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien, des Onkels seiner Mutter, in Politik, Wirtschaft und Regierungsführung von 1634 bis 1638 gut ausgebildet. Er besuchte Lehrveranstaltungen an der Universität von Leiden. Diese Erfahrungen aus den Niederlanden übten später einen sehr großen Einfluss auf den Kurfürsten aus, denn er hatte ein hoch entwickeltes Staatswesen und eine effiziente Handelsmacht kennengelernt. Für sein verarmtes Brandenburg sollten die Niederlande in vielen Bereichen als Vorbild dienen.
- 1640 Reich
- » Am 13. September eröffnet der Kaiser nach 27 Jahren in Regensburg einen Reichstag, auf dem das Forum der Kurfürsten, Fürsten und Vertreter der Reichsstädte über den Fortgang des Krieges und über gemeinsame Friedensbedingungen erstmals nach 27 Jahren wieder miteinander verhandelten. Nach fast einjährigen Gesprächen, die hin und her gingen, bekunden die Teilnehmer zumindest den festen Willen, mit allen kriegführenden Parteien einen gemeinsamen Frieden zu schließen. Doch es sollte noch einige Jahre dauern und viele weitere Opfer verlangen, da die hier nicht vertretenen Mächten Frankreich und Schweden noch nicht an Frieden dachten, doch nur mit ihnen war ein Friedensschluss überhaupt erst möglich.
- 1641 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich Wilhelm schließt mit den Schweden am 14. Juli 1641 einen Waffenstillstand ab und beginnt einen eigenständigen brandenburgischen Kurs im Dreißigjährige Krieg einzuleiten, der noch bis 1648 fortdauern sollte. Brandenburg blieb aber durch schwedische Truppen weiterhin besetzt. Als Herzog von Preußen huldigt er am 7. Oktober 1641 dem König von Polen Wladislaw IV. Wasa (* 9. Juni 1595 in Krakau - † 20. Mai 1648 in Merecz) der seit 1632 gewählter König von Polen und Großfürst von Litauen ist.
- 1641 Reich
- » Am 27. März besiegen kaiserlichen Truppen unter dem Kommando von Octavio Piccolomini die Truppen Schwedens unter dem Kommando von Feldmarschall Johan Banér in der Schlacht bei Preßnitz im Erzgebirge. Der schwedische Feldmarschall Johan Banér verstarb wenige Tage später in einem Feldlager bei Halberstadt. Nach weiteren Scharmützeln bezogen die schwedischen Truppen Winterquartiere im Kurfürstentum Brandenburg, das 1641 seine Neutralität erklärt hatte und da Brandenburg den Kaiserlichen Truppen den militärischen Zugang verweigerte, konnten sie die Schweden im Februar 1642 auch nicht wie geplant in ihren Quartieren überfallen. Der neue schwedische Befehlshaber Torstensson plante 1642 bereits selbst eine Großoffensive, um in die habsburgischen Gebiete vorzustoßen, was er dann auch tat.
- 1642 Reich
- » Am 2. November (23. Oktober nach julianischen Kalender) findet im Dreißigjährigen Krieg bei Breitenfeld bereits die zweite große militärische Auseinandersetzung statt. Das schwedische Heer belagerte zunähst Leipzig, doch als Truppen unter dem Kommando des kaiserlichen Bruders Leopold Wilhelm von Österreich zum Entsatz von Leipzig heranrücken, ziehen sich die Schweden nach Breitenfeld bei Leipzig zurück. Am 2. November 1642 kommt es dann dort zur Schlacht zwischen der eigentlich überlegenen Kaiserlich-katholischen Allianz und der schwedisch-protestantischen Allianz, die die Letztere für sich entscheiden kann. Das schwedische Heer von ca. 20 000 Soldaten unter der Führung von Lennart Torstensson besiegte ein kaiserlich-sächsisches Heer von ca. 26.000 Soldaten unter der Führung von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich und Octavio Piccolomini. Darauf hin muss sich Leopold Wilhelm mit den Resten seiner Armee nach Böhmen zurückziehen, wo er, um von seinem Versagen abzulenken zur Strafe alle seine höheren Offiziere köpfen und die unteren Ränge hängen ließ. Im Regiment von Marlo und Des Fours wurde die Strafe der Dezimation angewandt, bei der per gezogen Los jeder 10. Soldat des Regiments sowie 5 Offiziere am nächsten Tag hingerichtet wurden. Ein Jahr später folgten auch ihre Regimentskommandeure Obrist Johann Des Fours und Oberst Marlo, die ebenfalls hingerichtet wurden.
- » Torstensson nahm nach der Schlacht die Belagerung von Leipzig wieder auf, die bis zum Fall der Stadt am 7. Dezember andauerte. Das verschaffte den Schweden eine sichere Basis in Sachsen und ein Winterquartier, sowie eine enorme Kontribution von 150.000 Talern.
- » Am 25. Dezember unterzeichnen kaiserliche Gesandte in Hamburg einen Vertrag über den Beginn von Friedensverhandlungen im folgenden Jahr in Münster und Osnabrück stattfinden sollen, doch da der Kaiser es versäumt, das Abkommen sogleich zu ratifizieren, verzögern sich die Gespräche weiterhin.
- 1643 Brandenburg
- » Die Erbhuldigung der märkischen Städte für den neuen Kurfürsten findet erstmals nicht in der Stadt Brandenburg, sondern in der neuen Residenz Berlin-Cölln statt.
- 1643 - 1645 Dänemark
- » Von 1643 - 1645 fand der sogenannte Torstenssonkrieg, benannt nach dem schwedischen Feldherrn Lennart Torstensson, zwischen den Ostseemächten Schweden und Dänemark-Norwegen statt. Er war ebenfalls ein Teil des Dreißigjährigen Krieges und endete mit der Niederlage Dänemarks, das als Strafe die Inseln Gotland und Ösel an die Schweden abtreten musste. Es musste auch Schweden vom Sundzoll (Schiffszoll) befreien, damit verlor Dänemark seine dominante Machtposition, die es seit der Auflösung der Kalmarer Union in der Ostsee hatte, an die Schweden. Siehe dazu mehr unter Torstenssonkrieg auf Wikipedia.
- 1644 Brandenburg
- » Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg beginnt, nach dem der Geheimen Rat in seiner Sitzung am 5. Juni 1644 die Aufstellung eines stehenden Heeres beschlossen hatte, noch 1644 mit dem Aufbau einer eigenen Armee zur Landesverteidigung, die nicht mehr auf den Kaiser, sondern auf den brandenburgischen Landesherrn vereidigt wird. Das Verfahren, im Kriegsfall ein bezahltes Söldnerheer aufzustellen, war für Brandenburg nicht mehr zeitgemäß, das hatte der Verlauf des Dreißigjährigen Krieges überdeutlich gezeigt. Doch um ein stehendes Heer aufzustellen, mussten massive Rekrutenaushebungen in Brandenburg-Preußen durchgeführt werden. Die vorgesehenen Rekrutenzahlen konnten dabei oft nur mit Zwangsmaßnahmen erreicht werden. Die Rekrutierungen (Werbungen) ergaben in Kleve 4.000 Mann, im Herzogtum Preußen 1.200 Mann und in der Kurmark Brandenburg 2.400 Mann, plus der Leibgarde des Kurfürsten von ca. 500 Musketieren. Um 1646 war das Heer damit schon ca. 8.000 Mann stark, doch bis 1655 wuchs das Heer auf ca. 26.000 Mann an. Im Herzogtum Preußen kamen noch 6.000 Männer der berittenen Cöllmischen Miliz hinzu. Doch ein stehendes Heer kostet Geld und Brandenburg-Preußen war ehr ein armes Land.
Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm selbst legte schon am Anfang des Aufbaus der Armee die wesentlichen Prinzipien der späteren preußischen Armee fest. Selbst die Idee der Dienstpflicht der einheimischen Bauernsöhne und diese Dienstpflicht mit dem Rekruten Anwerbesystem zu verbinden sowie die Offiziere aus dem einheimischen Adel zu rekrutieren, geht auf ihn zurück. Auch die Armee durch die kurfürstlichen Domäneneinkünfte zu finanzieren ist eine Idee von ihm. Im schwedisch-brandenburgischen Krieg 1675 schlugen der Kurfürst Friedrich Wilhelm und sein Feldmarschall Derfflinger am 29. Juni 1675 die schwedische Armee in der Schlacht in und um Fehrbellin vernichtend. Es war der erste eigenständige Kampf und Sieg der Brandenburger Armee und der stärkte das Staatsbewusstsein der Bevölkerung von Brandenburg-Preußens enorm. - 1645 Reich
- » Am 6. März erleiden südlich von Prag bei Jankau (daher auch: Schlacht bei Jankowitz) die kaiserlich-katholichen Truppen unter den Feldmarschällen Melchior Graf von Hatzfeldt und Johann von Götzen und dem bayerischen General Johann von Werth erneut eine vernichtende Niederlage gegen ein schwedisch-protestantisches Heer unter dem Feldmarschall Lennart Torstensson der wieder auf deutschem Boden zurück ist. Die siegreichen Schweden rücken zwar nun auf Wien vor, doch erschöpft und ohne Nachschub müssen sie sich bald wieder zurückziehen. Der Krieg ist festgefahren und keine Seite ist wirklich im Vorteil, das muss auch Kaiser Ferdinand III., der kaum noch auf einen Gesamtsieg hoffen kann, einsehen. Die kaiserliche Armee ist nach der vollständigen Niederlage bei Jankau praktisch vernichtet und der Kaiser militärisch wehrlos.
- » Am 29. August wurden durch den Kaiser alle Reichsstände zu den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück eingeladen. Es waren allerdings die Königreiche Frankreich und Schweden, die die Beteiligung der Reichsstände gegen den langanhaltenden kaiserlichen Widerstand durchsetzten. Aufgrund der militärischen Lage muss Kaiser Ferdinand III. endgültig seinen Anspruch aufgeben, das römisch-deutsche Reich allein ohne die Reichsstände in allen außenpolitischen Angelegenheiten zu vertreten. Jetzt erst konnten mit großer Verspätung die Friedensverhandlungen unter allen Kriegsparteien wirklich richtig beginnen. Insgesamt nahmen am Kongress ca. 110 Gesandtschaften (Delegationen) teil, die 16 verschiedene europäische Staaten repräsentierten sowie über 140 Vertreter der Reichsstände. Doch es wird auch immer noch bis 1648 weitergekämpft.
- 1646 Brandenburg
- » Friedrich Wilhelm heiratet am 7. Dezember 1646 in Den Haag die älteste Tochter des Statthalters der Niederlande, Friedrich Heinrich von Oranien, Luise Henriette von Oranien, mit der er sechs Kinder hatte. Neben der üppigen Mitgift der Braut von 120.000 Reichstalern in bar und Schmuck folgten dem neuen Paar auch holländische Künstler, Handwerker, Baumeister, Landwirte und Kaufleute nach Brandenburg. Man sprach schon bald von der „Verholländerung“ der Mark Brandenburg.
- 1647 Brandenburg
- » Als Wiederaufbaumaßnahme wurden in Brandenburg neue Siedlungen für ausländische Kolonisten angelegt und Wüste Flecken (Orte) wiederbelebt. Zu den ersten ins Land geholten Kolonisten zählten eben holländische und friesische Bauern, die mit weitreichenden Privilegien ausgestattet wurden.
- 1647 Bayern
- » Am 14. März schließt Kurfürst Maximilian von Bayern mit Königin Christine von Schweden und dem neuen französischen Monarchen Ludwig XIV. (Sonnenkönig) einen Waffenstillstand ab. Nach fast drei Jahrzehnten der Waffenallianz weicht Maximilian nun von der Seite des Kaisers ab, um seine bislang erzielten Kriegsgewinne zu schützen doch schon sechs Monate später schließt sich Maximilian wieder dem Kaiser an und setzt die Kämpfe fort, da der Waffenstillstand nicht die erhoffte Sicherheit brachte.
- 1648 Niederlande
- » Schon am 30. Januar schließen in Münster Spanien und die Republik der Vereinigten Niederlande einen Friedensvertrag ab. Nach 80 Jahren Unabhängigkeitskampf erringt die niederländische Republik endgültig ihre völkerrechtliche Souveränität und Eigenständigkeit anerkannt und schied damit aus dem Verbund des Heiligen Römischen Reich aus. Der spanische König kann sich dadurch nun voll und ganz auf den noch andauernden Krieg mit Frankreich konzentrieren, aber die Allianz der beiden habsburgischen Linien zerfällt, da der deutsche Herrscher den Frieden mit Frankreich sucht.
- 17. Mai 1648 Reich
- » Am 17. Mai findet bei Zusmarshausen in Bayern die letzte große Feldschlacht des Dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) auf deutschem Boden statt. Die Truppen des Kaisers und des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. wurden von der vereinten französischen und schwedischen Armee geschlagen und zum Rückzug gezwungen, was zur Folge hatte, dass Bayern nun von den französischen und schwedischen Truppen verwüstet wurde.
- 1648 Polen
- » Wladislaw IV. Wasa (* 9. Juni 1595 in Krakau - † 20. Mai 1648 in Merecz) war seit 1632 gewählter König von Polen und Großfürst von Litauen, entstammte aus der Dynastie der schwedischen Wasa, stirbt am 20. Mai 1648 in Merecz. Sein Nachfolger wird sein Halbbruder Johann II. Kasimir (* 21. März 1609 in Krakau - † 16. Dezember 1672 in Nevers) aus der schwedischen Dynastie der Wasa, aber er wird erst am 20. November 1648 der gewählte König von Polen und Großfürst von Litauen und somit Herrscher des Staates Polen-Litauen.
- 1648 Hessen
- » Am 14. Juni findet bei Wevelinghoven (auch Schlacht bei Grevenbroich - liegt heute in Nordrhein-Westfalen) die letzte Schlacht im Dreißigjährigen Krieg statt. Es war eine Schlacht, die zwischen kaiserlichen Truppen geführt von General Guillaume de Lamboy und hessischen Truppen geführt von General Johann von Geyso stattfand. Da bei mussten sich trotz der fast doppelten Überlegenheit der Kaiserlichen Truppen diese sich nach fünfstündigem Gefecht unter hohen Verlusten zurückziehen. Für die Hessen war es ein großer Sieg mit minimalen Verlusten von ca. 168 Toten und 180 verwundeten Soldaten. Ende Oktober kam die Nachricht vom Abschluss des Westfälischen Friedens und beendete alle Kampfhandlungen in diesem Landstrich. Zu diesen Zeitpunkt gegen Ende Oktober standen die Kaiserlichen Truppen bei Höxter und die Hessen bei Brakel.
- 25. Juli 1648 Reich
- » Vom 25. Juli bis zum 1. November fand die Belagerung von Prag statt. Sie gilt allgemein als die letzte militärische Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Kriegs zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen. Die Schweden unter der Führung von Hans Christoph von Königsmarck hatten in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli die links der Moldau gelegene Prager Burg und die am linken Ufer liegenden Stadtteile (Kleinseite) im Handstreich erobert. Sie begannen sofort mit der Belagerung der rechts der Moldau liegenden Stadtteile von Prag, aber die durch Rudolf von Colloredo geführten kaiserlichen Soldaten verteidigten mit Unterstützung einer großen Prager Bürgermiliz erfolgreich das rechte Ufer. Trotz großen Verstärkungen gelang es den Schweden bis zur Verkündung des Westfälischen Friedens nicht Prag einzunehmen. Am 1. November begannen die Schweden mit der Aufhebung der Belagerung und zogen sich zurück, den ein kaiserliches Entsatzheer unter Martin Maximilian von der Goltz und Sigismund Mislik war auf dem Weg und traf am 4. November vor Prag ein. Mittlerweile waren die ersten nur sehr wagen, Nachrichten über den bereits am 24. Oktober unterzeichneten Westfälischen Frieden bestätigt wurden, so das am 29. November ein endgültiger Waffenstillstand vor Prag vereinbart wurde. Aber bis zum 30. September 1649 verblieb am linken Ufer der Stadt noch eine schwedische Garnison.
- 5. Oktober 1648 Reich
- » Am 5. Oktober 1648 fand bei Dachau (Bayern) ein kleines Scharmützel als letzte militärische Konfrontation des Dreißigjährigen Krieges statt. Das Scharmützeln kam ehr zufällig zwischen kaiserlich-bayerischen Truppen unter dem Oberkommando des Generalfeldmarschalls Octavio Piccolomini und französisch-schwedischen Truppen unter dem Oberkommando von Feldmarschall Carl Gustaf Wrangel zustande, weil die sich auf einer groß angelegten Jagd in den Wäldern zwischen Dachau und München befanden. Das Gefecht endete mit einem Sieg der kaiserlich-bayerischen Truppen. Wrangel musste sich mit seinen Truppen überstürzt nach Franken zurückziehen. In der fränkischen Kleinstadt Feuchtwangen erreichte ihn dann die Nachricht vom Abschluss des Westfälischen Friedens.
- 1648 Reich
- » Nach langen Verhandlungen in Münster und Osnabrück beenden Diplomaten aus ganz Europa den Dreißigjährige Krieg am 24. Oktober 1648 in Europa mit der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens im Namen von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich sowie Königin Christina von Schweden. Seit 1644 wurde in Münster und Osnabrück über einen Friedensschluss verhandelt, aber während der Verhandlungen ging der Krieg munter weiter und im Verlauf dieser vier Jahre bis zum Friedensschluss wurde Deutschland erheblich mehr verwüstet als in den ganzen 26 Jahren davor. Es musste erst schlimmer werden, bevor es besser werden konnte. Der Krieg endete nicht, weil eine Seite gewonnen hat, sondern weil keine Kriegsparteien noch Ressourcen hatte, die völlige Erschöpfung war erreicht. Der Friedenskongress aller Kriegsparteien brauchte fünf Jahre bis zum Frieden, der eigentlich ehr ein Waffenstillstandsvertrag war. Es gibt nicht nur einen Friedensvertrag, sondern eine ganze Reihe von Friedensverträgen, da alle Verbündeten und Anhänger der jeweiligen Parteien mit einbezogen wurden. So wird z. B. der Dreißigjährige Krieg in Deutschland und der achtzigjährige Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendet. Die Eidgenossenschaft und die Niederlande wurden unabhängig und schieden im Frieden von Münster, einem Teil des Westfälischen Friedens, formell aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aus. Die Verhandlungen der Diplomaten in Münster und Osnabrück war der erste internationale Friedenskongress, auf dem nahezu alle großen und kleinen europäischen Mächte vertreten waren und schuf so auch die Grundlage für eine neue Ordnung des Zusammenlebens in Europa, das nun im Idealfall auf dem Prinzip gleichberechtigter, souveräner Staaten beruhte.
Ein sehr wichtiger Punkt des Friedens war die alle und alles umfassende unbeschränkte Amnestie für all das, was seit 1618 geschehen war. Durch den "Westfälischen Frieden" erhält der Kurfürst von Brandenburg die verwüsteten Gebiete Hinterpommern und das säkularisierte Bistum Cammin, die Stifte Halberstadt und Minden sowie die Anwartschaft auf das Herzogtum Magdeburg, das aber erst 1680 endgültig zu Brandenburg gelangt, als Entschädigung. Der Gebietszuwachs für den Kurfürsten beträgt ca. 1/3 des bisherigen Staatsgebietes. Der Augsburger Religionsfriede wird bestätigt und auf die Reformierten ausgedehnt.
Bei aller Freude über den Abschluss des Friedensvertrags darf das unsägliche Leid, das der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 verursacht hat, nicht vergessen werden, den es war gewaltig und Deutschland kommt nur sehr langsam wieder auf die Beine. Allein im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sind mehr als ein Drittel der Bevölkerung im Kampf gefallen oder durch Plünderung und Verwüstung an Hunger und Seuchen gestorben. Im Grunde hat der Krieg nur ein Ende gefunden, weil das Land den Krieg nicht mehr ernähren konnte. Das Deutsche Reich ist nach außen ohnmächtig und im Innern durch die Selbstständigkeit der vielen kleinen Staaten geschwächt. Der einst mächtige Hansebund ist endgültig aufgelöst. Aber der brandenburgisch-preußische Staat beginnt sich nun langsam zu entfalten, auch durch die Übernahme des Schutzes der vom Kurfürsten von Sachsen preisgegebenen protestantischen Sache im Deutschen Reich. - 1649 - 1650 Reich
- » Von April 1649 und Juli 1650 fand in Nürnberg der Friedensexekutionskongress statt, der die in Osnabrück und Münster noch offengeblieben Fragen nach der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges durch den Westfälischen Frieden klären sollte. Das Ergebnis wurde im Nürnberger Reichs-Friedens-Rezess vom 26. Juli 1650 niedergelegt. Es ging vor allem um Probleme der Entschädigung, Demobilisierung und des Truppenabzuges aus den besetzten Gebieten. Der Friedens-Rezess wurde als Durchführungsbestimmung des Westfälischen Friedens aufgrund seiner wichtigen Ergänzungen und Präzisierungen als Reichsgrundgesetz behandelt und im vollen Wortlaut in den Reichsabschied des Reichstages vom 17. Mai 1654 aufgenommen. Dieser Friedens-Rezess bestimmte mehr als über hundert Jahre lang die politische Ordnung in Mitteleuropa und wurden zu einem wesentlichen Bestandteil der Verfassungsordnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Ende im Jahr 1806. Die kaiserliche Macht des Kaisers, des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ war nach dem Dreißigjährigen Krieg schwächer als vor dem Krieg. Die Reichsstände waren somit die großen Gewinner der Verhandlungen, denn sie konnten erhebliche Rechte gegen über dem Kaiser durchsetzen. So zum Beispiel das Recht, eigenmächtig Bündnisse mit auswärtigen Mächten abzuschließen, sofern diese nicht gegen Kaiser und Reich gerichtet waren. Spätere Friedensschlüsse orientierten sich bis zur Französischen Revolution immer wieder an die Art und Weise der Verhandlungen zum Westfälischen Friedensschlusses.
- 1650 Brandenburg
- » Das nördlich von Berlin gelegene Amt Bötzow wird zur Residenz ausgebaut, aber Kurfürst Friedrich Wilhelm übergibt die Siedlung seiner Gemahlin Luise Henriette, die sich dort ein Schloss errichten lässt. Schloss und Siedlung werden nach Ihrem Heimatort (Nassau-Oranien) in Oranienburg umbenannt. Im neu errichteten Lustgarten beim Berliner Schloss werden erstmals in der Mark Kartoffeln angebaut, allerdings als Blumen.
- 1652 Brandenburg
- » Eine Landesaufnahme im Jahre 1652 in der Mark Brandenburg ergibt, dass der Bevölkerungsverlust Kriegs- und Pest bedingt im Durchschnitt ca. 50 % ausmachte, davon aber in einigen Regionen wie in der Prignitz, Uckermark und Barnim zum Teil bis zu 90 %. Allgemein sind die Verluste an Menschen mit ca. 40 -45 % auf dem Land etwas höher als die in den Städten, wo der Verlust nur ca. 25 - 35 % an Menschenleben ausmachte. Neben den direkten Folgen des Krieges waren vor allem Hunger, Seuchen und Gräueltaten aller Kriegsparteien für das Massensterben der Bevölkerung verantwortlich. Es kam zu einem starken wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Niedergang im Reich und es sollte 100 Jahre dauern, bis die Folgen halbwegs beseitigt waren. In Brandenburg-Preußen sollte es bis 1720 dauern, da immer wieder mal Kriege dazwischenfunkten und so Erreichte erfolge, zunichtemachten. Zahlreiche Dörfer lagen wüst, Grund und Boden waren jahrelang nicht bewirtschaftet, verunkrautet und mit Gestrüpp und Bäumen bewachsen. Dämme und Gräben waren verfallen, dass Zug und Nutzvieh kriegsbedingt entwendet, verschleppt oder einfach nur verhungert. Das Land musste erst einmal einer grundlegenden Wiederurbarmachung und Rekultivierung unterzogen werden.
- 1653 Pommern
- » Brandenburg übernimmt die Verwaltung in Hinterpommern. Stargard wurde die Hauptstadt und Sitz der Verwaltungsbehörden von Hinterpommern.
- » Nach langen Verhandlungen während der Ständeversammlungen (Landtage) 1653 erreichte der Kurfürst von Brandenburg die Zusage der Stände, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre ca. 530.000 Taler an Steuern zur Finanzierung des Aufbaus eines stehenden Heeres aufbringen wollen. Der Landadel sollte 41 % und die Städte 59 % der Steuersumme aufbringen. Im Gegenzug bestätigte der Kurfürst dem Landadel und den Ständen ihre Privilegien, was zu Lasten vor allem der Bauern ging. Unerträgliche Frondienste, eine Verschärfung der Leibeigenschaft und das Ausplündern und anschließende Aufkaufen von Bauernhöfen waren die Folge. Am Ende sammelte er in den Jahren 1655 bis 1661 insgesamt 12,5 Millionen Taler von den Ständen ein und das Herzogtum Preußen stellte mit 7 Millionen Talern den größten Teil der Summe.
- 1655 - 1661 Polen
- » Der 2. Nordische Krieg oder auch 2. Polnisch-Schwedischer Krieg genannt. In Polen auch als „Schwedische Sintflut“ (polnisch Potop Szwedzki) bezeichnet wegen der Gesamtheit der militärischen Auseinandersetzungen und der Invasionen vieler fremder Heere in dieser Zeit. Der 2. Nordische Krieg gehört auch zu den schwedisch-polnischen Erbfolgekriegen.
- 1656 Brandenburg
- » Der Kurfürst von Brandenburg nimmt am 17. Januar 1656 im Königsberger Vertrag das Herzogtum Preußen als schwedisches Lehen an, da schwedische Truppe Preußen Bedrohen. Er muss den durchziehenden schwedischen Truppen Preußen öffnen und die Häfen für alle schwedischen Schiffen sowie die Hälfte der einträglichen Seezölle abtreten. Dafür erhielt er allerdings das Bistum Ermland ebenfalls als schwedisches Lehen. Für die Schweden unter Karl X. Gustav entsteht eine bedrohliche Entwicklung in Polen und man brauchte den Kurfürsten von Brandenburg als verbündeten, daher wurde Brandenburg-Preußen am 23. Juni 1656 im Vertrag von Marienburg ein Bündnispartner der Schweden. Für den Kurfürsten von Brandenburg kommt es noch besser, im Vertrag von Labiau (Polessk) am 20. November 1656 erhält der Kurfürst von Schweden die volle Souveränität über Preußen und Ermland zugesichert.
- 1656 - 1657 Preußen
- » Die polnischen Lipka-Tataren und die Krimtataren fallen in Preußen ein und plündern Pasewalk, Stettin, Anklam, Stolp und Stargard. Gartz wird abgebrannt. Auch in Masuren und in die angrenzenden Ämter fallen die Tartaren ein. Schwere Schäden bei der Zivilbevölkerung sind die Folge. Es werden ca. 23.000 Menschen getötet und ca. 3.400 Menschen von den Tataren in die Sklaverei verschleppt. Aber es kommt noch schlimmer, denn die Tataren schleppten die Pest ein, was weitere Opfer forderte. Infolge von Hunger, Krankheiten und Seuchen sterben nochmals ca. 80.000 Menschen in ganz Preußen.
- » Am 1. Juli 1657 erklärt der König von Dänemark-Norwegen, Friedrich III., (* 18. März 1609 in Haderslev - † 9. Februar 1670 in Kopenhagen) Schweden den Krieg. Karl X. verließ daraufhin rasch den polnischen Kriegsschauplatz und warf sich gegen seinen dänischen Gegner. Brandenburg-Preußen blieb allein im Krieg gegen Polen auf den polnischen Kriegsschauplatz verlassen zurück.
- » Daraufhin wechselt Brandenburg-Preußen schließlich die Fronten, nachdem Polen im Vertrag von Wehlau (Snamensk) am 19. September 1657 dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Aufhebung der polnischen Lehnshoheit über das Herzogtum Preußen und so die volle Souveränität und Unabhängigkeit im Herzogtum Preußen aber ohne das Ermland zugesichert hatte. So wird Ostpreußen das Stammland für das spätere Königreich Preußen.
- » Am 6. November 1657 schließt der polnische König Johann II. Kasimir mit dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen den Bromberger Vertrag ab. Als Dank für seinen Übertritt auf die polnische Seite im schwedisch-polnischen Krieg erhält der Kurfürst von polnischer Seite die Lande Lauenburg und Bütow als erbliches polnisches Lehen sowie das Land Draheim als Pfandbesitz.
- 1657 Brandenburg
- » Der Kurfürst Friedrich Wilhelm lässt mit dem Ausbau Potsdams zu seiner zweiten Residenzstadt neben Berlin beginnen.
- 1658 Brandenburg
- » In Peitz wird der erste Hochofen zur Erzeugung von Eisen in der Mark Brandenburg errichtet. Das Werk liefert das erzeugte Eisen vor allen nach Berlin, Magdeburg und Schlesien.
- 1659 Brandenburg
- » Am 21. Januar 1659 schloss Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ein Schutz- und Trutzbündnis mit Dänemark ab und rückte mit brandenburgischen und österreichischen Truppen nach Holstein vor.
- 1660 Preußen
- » Der 2. Nordische Krieg wurde am 3. Mai 1660 durch den Vertrag von Oliva beendet. Der polnische König Johann II. Kasimir verzichtete darin auf alle Ansprüche auf den schwedischen Thron und die Schweden behielten Livland und Estland. Der Friede von Oliva, ein kleines Kloster in der Nähe von Danzig, bestätigt dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Bestimmungen des Bromberger Vertrages und legt die Souveränität Preußens fest. Alle europäischen Mächte verbürgen im Vertrag von Oliva dem Großen Kurfürst die Souveränität über Preußen. Brandenburg musste sich aber aus den besetzten schwedischen Gebieten in Pommern, Holstein und Schleswig wieder zurückziehen doch es hat sich während des Krieges als politischer und militärischer Machtfaktor erwies. Die Garantie für die Einhaltung des Friedens übernahm Frankreich.
- 1661 Brandenburg-Preußen
- » Es beginnt eine neue Phase der Einwanderungspolitik in Brandenburg-Preußen. Durch das gezielte Anwerben ausländischer Siedler und hier vor allen Hugenotten, Pfälzer und Schweizer, versucht der Große Kurfürst die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
- 1663 Preußen
- » Die preußischen Stände Huldigen dem Kurfürsten am 17./18. Oktober 1663 im Königsberger Schloss nach der Gefangennahme des Schöffenmeisters (Richter) Hieronymus Roth aus Kneiphof, der den Königsberger Ungehorsam angeführt hatte. Als die Königsberger Bürger 1662 Kurfürst Friedrich Wilhelm die Akzise verweigerten, gab er den Befehl, die Kanonen der Festung Groß Friedrichsburg, die vor den Toren der Stadt Königsberg stand, auf die Stadt zu richten. Er selbst erschien am 18. Oktober 1662 mit 2.000 Leibgardisten in Pillau, dem Kriegshafen in Preußen. Gegen die Soldaten des Kurfürsten konnten und wollten die Königsberger Bürger nichts ausrichten und unterwarfen sich daher schließlich ihren neuen Herrscher. Der Hochverräter und Unruhestifter Hieronymus Roth wurde zu lebenslanger Festungshaft verurteilt, die er bis zu seinem Tod 1678 in der Festung Peitz in der Lausitz absitzen musste.
- 1663 Brandenburg-Preußen
- » Nach dem Aussterben der Grafen von Eberstein am 3. Dezember 1663 im Mannesstamm fällt die Grafschaft Eberstein-Naugard an Brandenburg. Mit der Grafschaft Eberstein-Naugard wurde 1665 Ernst Bogislaw von Croy, der ehemalige evangelische Bischof von Cammin, belehnt.
- 1664 Brandenburg-Preußen
- » Am 16. September 1664 erließ der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. ein Toleranzedikt, das die Beziehungen der lutherischen und reformierten Konfessionen in Brandenburg regelte. Bei Strafe der Amtsenthebung war jede Polemik, öffentliche Kritik von der Kanzel an den Lehren der jeweils Andersgläubigen untersagt.
- » Die Stadt Zehdenick an der Havel wird durch die Errichtung eines Hochofens bis zum 18. Jahrhundert ein Zentrum der brandenburgischen Waffen- und Munitionsproduktion.
- 1665 Brandenburg-Preußen
- » Durch Kurfürstin Luise Henriette wird in Oranienburg das erste Waisenhaus der Mark Brandenburg eröffnet.
- 1667 Brandenburg-Preußen
- » Der Kurfürst braucht Geld, daher wird in Brandenburg eine neue städtische Verbrauchssteuer auf die Güter des täglichen Bedarfs, wie z. B. Salz, Getreide und Fleisch eingeführt.
- 1668 Pommern
- » Das Land Draheim wird als erledigtes Pfand endgültig an Pommern angeschlossen.
- 1669 Brandenburg-Preußen
- » Die Stände lehnen die Forderungen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach Geldmitteln für Rüstungszwecke ab. Daraufhin Erhebung der Mahl-, Schlacht- und Brausteuer in allen Provinzen. Dies versetzt den Kurfürsten in die Lage, ein stehendes Heer zu unterhalten, das im Fall eines Kriegs schon auf 20.000 Mann aufgestockt werden kann. Friedrich Wilhelm beginnt die Wirtschaft zu fördern, indem er die Einwanderung von Handwerkern und Bauern unterstützt. Er befreite das Gewerbe und den Verkehr von Beschränkungen, förderte den Binnen- und den Seehandel, ließ den Müllroser Kanal bauen und richtete einen eigenen Postdienst ein. Auch der angelegte Friedrich-Wilhelm-Kanal, der nach nur 6 Jahren Bauzeit ab 1669 die wirtschaftliche Stellung Berlins enorm stärkte, ist sein Werk.
- 1673 Brandenburg-Preußen
- » Brandenburg-Preußen und Schweden Schließen 1673 ein auf 10 Jahre gültiges Schutzbündnis ab.
- 1674 Preußen
- » Am 10. Januar 1674 verwüsten wieder einmal Deichbrüche an der Weichsel und der Nogat die Heimat vieler Familien. Von Danzig bis Elbing hatte die Überschwemmung das Land in eine Wasserwüste verwandelt und viele Bauern, die in den tiefgelegenen Niederungen der Deltas wohnten, besaßen bis 1678 nur Wasserhufen, so dass manch ein Bauer voller Verzweiflung seinen Hof aufgab.
- 1674 Reich
- » Da Frankreich die Kurpfalz verwüstet, wird es zum Reichsfeind erklärt. Am 23. August setzte sich deshalb ein 20.000 Mann starkes brandenburgisches Heer in Marsch nach Straßburg, wo es sich wenige Tage später mit den Kaiserlichen Truppen vereinigt. Am 26. Dezember 1674 siegten die Franzosen unter Marschall Turenne zwar in der Schlacht bei Türkheim über die Kaiserlichen und Brandenburger Truppen, erlitten dabei aber so hohe Verluste, dass sich das Reichsheer ungehindert in die Winterquartiere zurückziehen konnte. Die Brandenburger nahmen ihr Winterquartiere in der Gegend von Schweinfurt.
- 1674 -1679 Brandenburg-Preußen
- » Am 25. Dezember 1674 fällt ohne Kriegserklärung eine ca. 16.000 Mann starke schwedische Armee mit 30 Geschützen über Pasewalk kommend in die Uckermark ein und löst damit den „Schwedisch-Brandenburgischen Krieg“ aus. Eben noch hatten Brandenburg-Preußen und Schweden ein auf 10 Jahre gültiges Schutzbündnis abgeschlossen. Die schwedische Armee unter dem Befehl des Generalleutnants Wolmar von Wrangel schlugen ihr Hauptquartier in Prenzlau auf und verblieb zunächst passiv, um dann im Februar 1675 wieder vorzurücken und die Uckermark, die Prignitz, die Neumark sowie Hinterpommern bis auf Lauenburg und einige kleinere Orte zu besetzte. Die schwedische Besatzung soll durch ihr Ausmaß an Brutalität, schweren Ausschreitungen, Gewalt und Plünderungen gegen die Zivilbevölkerung schlimmer als zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges gewesen sein. Nach diesem Anfangserfolg ging das schwedische Heer in seine Winterquartiere, um dann im Mai 1675 den Frühjahrsfeldzug zu starten mit dem Ziel an die Elbe zu gelangen.
- 1675 Brandenburg-Preußen
- » Vernichtender Sieg des Kurfürsten Friedrich Wilhelm gegen die Schweden in der „Schlacht bei Fehrbellin“ am 28. Juni 1675.
Die Brandenburger Armee brach unter Führung des Kurfürsten Anfang Juni 1675 aus ihrem Lager am Main in Richtung Heimat auf und erreichte Magdeburg am 21. Juni. Schon am 25. Juni kommt es zum Gefecht von Rathenow unter der Führung des Generalfeldmarschalls Georg von Derfflinger, drangen die Brandenburger Reiter und Dragoner in den Ort ein und überwältigten nach zähem Kampf die sechs Kompanien schwedischer Dragoner, die Rathenow Verteidigen sollten. Die gesamte schwedische Besatzung wurde getötet oder gefangen genommen, nur 10 Schweden gelang die Flucht.
Am 27. Juni 1675 kommt es zum Gefecht bei Nauen mit der schwedischen Nachhut, dass mit der Einnahme der Stadt Nauen durch die Brandenburger Truppen endete. Der nächste Tag sollte nun die endgültige militärische Entscheidung zugunsten der Brandenburger durch die Schlacht bei Fehrbellin bringen.
Auf dem Rückzug stellte sich Wrangel etwas südlich von Fehrbellin (Hakenberg) mit ca. 7000 Mann und 7 Geschützen in Schlachtordnung auf. Auf der brandenburgischen Seite standen ungefähr ca. 5000 Kürassiere und 600 Dragoner mit 13 Geschützen. Die brandenburgische Infanterie lag noch einen Tagesmarsch zurück. Im Schutz von Regen und Frühnebel besetzten die Brandenburger die Hügel unter der Deckung von zwei Dragonerregimentern mit Artillerie und eröffnen um 8 Uhr morgens das Artilleriefeuer auf die schwedischen Linien. Nach langem und für beide Seiten verlustreichem Kampf gewannen die Brandenburger die Oberhand und schlugen die schwedischen Soldaten in die Flucht. Die Schweden hatten ca. 2100 Tote, noch mehr Verwundete und 60 bis 70 Gefangene zu beklagen, während auf brandenburgischer Seite nur 218 Mann starben und 280 schwer verwundet wurden. Innerhalb von nur einer Woche wurden die Schweden von der Brandenburgischen Armee unter empfindlichen Verlusten, in einer immer schnelleren und chaotischer werdenden Verfolgungsjagd durch die Mark Brandenburg, zurück nach Schwedisch-Pommern vertreiben. Die brandenburgische Armee rückte nach der Schlacht in das neutrale Mecklenburg ein und ging dort in Quartier. Viele versprengte schwedische Soldaten fanden nun durch wütende bewaffnete Bauern den verdienten Tod. Der Rückzug Wrangels nach Schwedisch-Pommern wurde so zu einer Katastrophe für die Schweden, es kamen nur noch ca. 4.000 Mann an. Die Schlacht bei Fehrbellin war der erste eigenständige Sieg der Brandenburger Armee über die Truppen einer fremden Großmacht und stärkte das Selbstbewusstsein Brandenburg-Preußens enorm und erregte in ganz Europa großes Aufsehen.
Nach der Schlacht bei Fehrbellin erhielt Oberstleutnant Joachim Henniges noch auf dem Schlachtfeld am 28. Juni 1675 vom brandenburgischen Kurfürsten das Regiment des gefallenen Obersten Berend Joachim von Mörner verliehen und beförderte ihn zum Oberst. Im Jahr darauf adelte er ihn mit einem auf den Tag von Fehrbellin datierten Adelsbrief auf den Namen Hennigs von Treffenfeld. Damit war er der erste, den der Große Kurfürst in den Adelsstand erhoben hatte. Während der Jagd über das Kurische Haff und durch Preußen wurde er als Anführer der Vorhut für seine Leistung zum Generalmajor befördert. Vom Bauernsohn aus Klinke bei der Stadt Bismark in der Altmark bis zum Generalmajor befördert und geadelt. Joachim Henniges von Treffenfeld war zu Lebzeiten und darüber hinaus als Reiterführer und Kriegsheld eine populäre Gestalt seiner Zeit der durch Heinrich von Kleists in dem ”Drama Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin” ein literarisches Denkmal gesetzt wurde. - 1675 Schwedisch-Pommern
- » Am 9. September hatte sich der brandenburgische Kurfürst wieder mit seiner Armee in Bewegung gesetzt und rückte nun seinerseits schnell in Schwedisch-Pommern ein. Die Schweden verließen aus Angst, noch bevor der Kurfürst den Angriff begonnen hatte, ihre Stellung bei der Stadt Wolgast und öffnete dadurch den Brandenburgern und Dänen den Weg nach Pommern. Die Städte Wollin und Wolgast wurden noch 1675 erobert.
- 1676 Schwedisch-Pommern
- » Ein Jahr später, am 29. August, wurden Anklam und am 20. Oktober die Festung Demmin von den Brandenburgern erobert. Vom 16. September bis 16. November 1676 wurde auch die Stadt Stettin durch brandenburgische Truppen erstmals belagert, allerdings vergeblich.
- 1677 Schwedisch-Pommern
- » Belagerung und Eroberung Stettins (Szczecin) durch den Kurfürsten von Brandenburg. Unter dem persönlichen Kommando von Kurfürst Friedrich Wilhelm I. rückten im Juli 1677 eine brandenburgische Armee aus 9 Kavallerieregimenter und 16 Infanterieregimenter mit über 200 Kanonen und großen Mengen von Munition gegen die Stadt Stettin vor. Es ist ein alliiertes Heer, das aus ca. 16.500 brandenburgischen Soldaten und ca. 4.000 - 6.000 lüneburgischen Soldaten, zu denen später noch eine Abteilung von 2.000 dänischen und 300 Kroatischen Soldaten als Verstärkung des Belagerungsheeres hinzukamen. Die Stadt hatte eine schwedische Garnison, die unter dem Befehl des Generalleutnants Jacob Johann von Wulffen stand, mit ca. 3.200 - 3.400 Soldaten, die durch eine ca. 2.000 Mann starke Stadtmiliz verstärkt wurde. Die Garnison der Stadt Stettin verteidigte sich entschlossen vier Monate lang von August bis Dezember im Zusammenwirken mit den Bürgern der Stadt, doch als die alliierten eine große Bresche in den Hauptwall sprengten, kapitulierte am 16. Dezember Generalleutnant von Wulffen mit seinen letzten ca. 300 Soldaten. Sie erhielten ein freies Abzugsrecht durch Preußen nach Livland. Die Bürger der Stadt hatten ca. 2.450 Tote zu beklagen und der intensive Beschuss der alliierten Artillerie ließ nur ca. 20 Häuser unbeschädigt. Der Verlust der brandenburgischen Armee bei der Belagerung von Stettin betrug ca. 7.000 Soldaten.
- 1678 Schwedisch-Pommern
- » Erst im August 1678 wurde der Feldzug in Pommern wieder aufgenommen mit Vorbereitungen zur Invasion und endgültige Eroberung der Insel Rügen durch die Alliierten. Brandenburgische Truppen sollten vom Süden und dänische Truppen vom Norden her die Insel in Richtung Stralsund Angreifen und erobern. Die Invasion begann am 22. September mit ca. 9.000 Mann und war schon am 24. September mit der Eroberung der Insel fertig. Es wurden ca. 2.700 schwedische Soldaten gefangen genommen, viele Soldaten sind auf der Flucht mit ihren überfüllten Booten bei der Überfahrt nach Stralsund gesunken und ertrunken, nur ein paar wenige konnten entkommen. Schon am 5. Oktober konnten die Brandenburger Truppen mit der Belagerung der schwedischen Stadt Stralsund beginnen. Nach Hinzukommen der anmarschierenden Truppen aus Pommern war Stralsund von allen Seiten eingeschlossen. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. hatte jetzt ca. 21.500 Mann und 80 Geschütze für die Belagerung der Stadt zur Verfügung und nach schwerem Bombardement, wobei die Hälfte der Stadt in Flammen aufging, kapitulierte die Stadt bereits am 22. Oktober 1678. Wie in Stettin durften die überlebenden 2.543 schwedischen Soldaten die Stadt mit allen militärischen Ehren am 25. Oktober verlassen und wurden nach Schweden eingeschifft. Das nächste Ziel der brandenburgischen Armee war jetzt das stark befestigte Greifswald, das aber schon nach kurzer Belagerung am 7. November erobert wurde, also nur 14 Tage später. Auch hier durften die überlebenden der schwedischen Besatzung mit allen militärischen Ehren in die Heimat abziehen. Jetzt war ganz Schwedisch-Pommern brandenburgisch besetzt.
- 1678 - 1679 Brandenburg-Preußen
- » Erneuter Einfall der Schweden in Brandenburg-Preußen, aber diesmal von Kurland aus nach Preußen. Eine in Livland aufgestellte schwedische Armee unter dem Feldmarschall Henrik Horn, ca. 12.000 bis 16.000 Mann stark überschritt am 15. November 1678 nördlich von Memel die preußische Grenze. Der preußische Widerstand war gering, sodass die Schweden ohne Probleme vorrücken konnten und fast alle befestigten Orte besetzten. Zweck der schwedischen Unternehmung in Preußen war der Entsatz von Schwedisch-Pommern, doch mit dem Fall von Stralsund war das hinfällig und so wollte die schwedische Armee in Preußen passiv Winterquartier beziehen. Ein kleines brandenburgisches Entsatz Heer von 9.000 Elite Soldaten, ca. 5.500 Reiter und ca. 3.500 Infanteristen sowie 30 Geschützen setzte sich von Berlin aus Mitte Dezember in Richtung Preußen in Bewegung. Der Kurfürst brach am 30. Dezember 1678 in Berlin auf und trafen am 10. Januar 1679 am Sammelplatz der Truppen in Marienwerder ein, wo er eine Musterung der Armee durchführte. Von hier aus bereitete der Kurfürst seine berühmt gewordene „Große Schlittenfahrt“ vor. Kurfürst Friedrich Wilhelm liebte es, mit dem Schlitten bei Frost und Schneegestöber durch die Landschaft zu fahren, daher kannte er auch die Vor- und Nachteile eines Schlittens. Er befahl von Marienwerder aus, den Statthalter von Preußen in Königsberg, für die Ankunft der Armee ca. 1.100 Schlitten und ca. 700 Pferde sowie Verpflegung für 8 Tage bereitzustellen. Die Fahrt im Schlitten über das "Frische Haff" sparte der Infanterie zehn Tage Fußmarsch ein und über das "Kurische Haff" nochmals zehn Tage. Den in Königsberg stehenden Kavallerietruppen unter dem Kommando von General Joachim Ernst von Görzke, der mit ca. 3.000 Reiter die preußische Hauptstadt Königsberg deckte den Befehl zur sofortigen Verfolgung der fliehenden Schweden. Die brandenburgische Kavallerie versuchte wie befohlen die Schweden einzuholen, doch diese hatten, nachdem sie die Nachricht von der Ankunft des Kurfürsten erhalten hatten, den Rückzug nach Livland angetreten und erreichten am 29. Januar 1679 Tilsit, wo sie erst einmal Halt gemacht hatten. Der Kurfürst überschritt in Eilmärschen mit seiner Armee die Weichsel und kam am 16. Januar 1679 in Königsberg an, wo man einen eintägigen Ruhetag einlegte. Am 17. Januar 1679 verfolgte man die Schweden in drei Abteilungen, die teilweise auf Schlitten schnell dem Feind hinterher Jagden. Die Angriffsspitze bestand aus ca. 1.000 Mann Reiterei unter Joachim Henniges von Treffenfeld, die Avantgarde von ca. 3.000 Mann unter Joachim Ernst von Görzke, sowie das Gros von ca. 5.000 Mann unter der Führung des Kurfürsten selbst und Feldmarschall Georg von Derfflinger. Ohne auf Verstärkung zuwarten hatte Oberst von Treffenfeld mit seiner Angriffsspitze am 30. Januar die bei Tilsit untergebrachte schwedische Regimenter angegriffen und sie in alle Winde zersprengt, die Schweden verloren dabei einige Hundert Mann. Am 31. Januar Griffen der zum Generalmajor beförderte von Treffenfeld mit seiner Angriffsspitze und der Avantgarde unter Generalleutnant Joachim Ernst von Görzke, insgesamt ca. 4.000 Mann der brandenburgischen Kavallerie die sich weiter zurückziehenden Schweden erneut an und bei dem Ort Splitter wurden weitere ca. 1.000 Schweden getötet, 300 gefangen genommen sowie fünf Kanonen erobert. Wieder einen Tag darauf, am 1. Februar, griff bei Heydekrug die brandenburgische Kavallerie unter Görzke die feindliche Nachhut an und vernichtete sie im Gefecht zur Hälfte. Am 2. Februar ließ der Kurfürst die Verfolgung einstellen, da sich Versorgungsmangel, Kälte und Krankheit auch bei seinen Truppen bemerkbar machten und die Schweden ihren Rückzug nun über litauisches Gebiet fortsetzten. Die Truppen des Kurfürsten bezogen daraufhin Unterkunft in Preußen, aber er sandte den Schweden noch ein kleines, ca. 1.500 Mann starkes Kontingent Kavallerie unter dem Kommando des Generalmajors von Schöning hinterher, dass sich noch das ein oder andere Gefecht mit der schwedischen Nachhut lieferte, aber acht Meilen vor Riga stellte dieses Kontingent seine Verfolgung ein und trat am 12. Februar den Rückmarsch nach Memel an. Die Schweden wurden auch diesmal wieder durch den Kurfürsten zu einem sehr verlustreichen Rückzug gezwungen und erlitten eine entscheidende Niederlage. Feldmarschall Horn brachten von ca. 16.000 Mann nur noch ca. 1.500 Mann, 1.000 Reiter und 500 Infanteristen, auf schwedisches Gebiet zurück nach Livland. Dieser kühne Feldzug des Kurfürsten, den Allgemeinen hielt man Feldzüge und Schlachten im Winter für unmöglich, wurde schon von seinen Zeitgenossen bewundert und brachte ihm den Namenszusatz der „Großen Kurfürst“. Es folgte der Friede von Saint Germain.
- 1679 Brandenburg-Preußen
- » Der Frieden von Saint-Germain beendete am 29. Juni 1679 den Schwedisch-Brandenburgischen Krieg. Es war ein Friedensvertrag zwischen Frankreich, Schweden und Brandenburg. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm musste Vorpommern wieder an die Schweden abtreten, aber er bekam einen kleinen Landstreifen östlich der Oder mit den Orten Kammin, Greifenhagen und Bahn sowie 300.000 Taler Entschädigung.
- 1683 Brandenburg-Preußen
- » Die ostfriesischen Stände und vor allem die Stadt Emden riefen den Großen Kurfürsten als Vorsitzenden des westfälischen Reichskreises zur Hilfe im Konflikt mit der Christine Charlotte von Württemberg, der Regentin von Ostfriesland. Im November 1682 landeten im Auftrag des Großen Kurfürsten brandenburgische Truppen unter Wilhelm von Brandt vor Greetsiel. Am 6. November erfolgte nach nur sechstägiger Belagerung durch 300 Mann der regulären preußischen Armee die Einnahme der Burg Greetsiel, nachdem die nur 16 Mann starke Garnison im Einvernehmen kapitulierte. Die Garnison wurde fortan von 200 Mann aus der preußischen Armee besetzt, die gemäß vertraglicher Vereinbarung von den Ständen und dem Ort Greetsiel getragen werden sollte, aber 1692 wurde die Stationierung der preußischen Truppen in Greetsiel bereits wieder aufgegeben. Am 22. April 1683 wurde ein Handels- und Schifffahrtsvertrag mit den Ständen Emdens ausgehandelt. Fortan wurde Emden zum Stammsitz der Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie und Vorposten Brandenburg-Preußens. Doch die Bedeutung der Compagnie ging ab 1700 rasch zurück. Die Stadt Emden war die treibende Kraft hinter dem Erwerb Ostfrieslands durch das Königreich Preußen im Jahre 1744, als der letzte ostfriesische Graf kinderlos gestorben war. Die preußischen Jahre brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung.
- 1683 Reich
- » Von 1683 - 1699 tobt im Reich und hier vor allem in den Erblanden der Habsburger der zweite Türkenkrieg.
- » Von 14.07. - 12.09.1683 wird in den Habsburger Erblanden die Stadt Wien das zweite Mal durch die Türken belagert und hält stand. Ein deutsch-polnisches Entsatzheer unter der Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski schlug die osmanische Armee am 12. September 1683 vernichtend in der Schlacht am Kahlenberg und beendete so die Zweite Wiener Türkenbelagerung erfolgreich. Denn Türken, gelang es auch dieses Mal mit 120 000 osmanische Soldaten nicht, Wien einzunehmen.
- 1685 Brandenburg-Preußen
- » Am 8. November 1685 erlässt der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Edikt von Potsdam und gewährt damit den französischen Hugenotten als Glaubensflüchtlinge Glaubensfreiheit und Hilfe bei der Ansiedlung in Brandenburg-Preußen. Im Laufe der Zeit folgen ca. 20.000 Menschen dem Angebot des Kurfürstens nach Brandenburg. Die Hugenotten gehörten wie der Große Kurfürst selbst zur reformierten Religion, zum Calvinismus, ganz im Gegensatz zur evangelisch-lutherischen Bevölkerungsmehrheit in Brandenburg-Preußen. Grund für das Edikt des Kurfürsten war die starke Verfolgung und die Fluchtwelle durch das von König Ludwig XIV. am 18. Oktober 1685 auf Schloss Fontainebleau bekannt gegebene Edikt von Fontainebleau, worin den Hugenotten ab 1685 alle Rechte zur Glaubensausübung genommen wurden. Daraufhin verließen eine Viertelmillion Hugenotten Frankreich und gingen in protestantisch dominierte Gebiete in ganz Europa und Übersee. Der Große Kurfürst gewährte seinen verfolgten Glaubensgenossen, die nun besitzlos geworden waren großzügige Kredite, Privilegien wie freie und sichere Niederlassung, Befreiung von Steuern und Zöllen, Bezahlung der Pfarrer und Subventionen und Baumaterial für die Gründung von Wirtschaftsunternehmen. Die Hugenotten sorgten in den Ländern, in die sie immigrierten, für eine Blüte der Wirtschaft und des Handwerks sowie des Gewerbes aber maßgeblich entwickelten Sie die Landwirtschaft in ihrer neuen Heimat weiter. So wurde die Uckermark ein Zentrum des Tabakanbaus in Brandenburg, aber man führte auch z. B. die Seidenraupenzucht ein für die Textil- und Seidenmanufakturen. Die Hugenotten verstärkten auch die preußische Armee und so bildete sich das Regiment zu Fuß Varenne unter Generalleutnant von Varenne in Soest in der Grafschaft Mark sowie etwas später um 1688 das Regiment zu Fuß von Wylich unter Generalfeldmarschall von Wylich in Wesel, das später König Friedrich II. zum Regiment Garde mit dem I. Bataillon Garde am Standort Potsdam machte. Alles im allen kann man sagen, die hugenottischen Flüchtlingen waren eine Bereicherung und Segen für Brandenburg. Das Edikt von Potsdam zog auch Flüchtlinge aus anderen Ländern nach Brandenburg.
- 1688 Brandenburg-Preußen
- » Am 9. Mai 1688 starb der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg im Potsdamer Stadtschloss und wurde in der Hohernzollerngruft des Berliner Doms zur letzten Ruhe gebettet. Nachfolger wird am 9. Mai 1688 sein dritter Sohn Friedrich III. (* 11. Juli 1657 in Königsberg - † 25. Februar 1713 in Berlin) als Kurfürst von Brandenburg und Herzog in Preußen, der sich 1701 als Friedrich I. selbst zum ersten König in Preußen Krönte.
- » Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg legte den Grundstein für den Aufstieg von Brandenburg-Preußen zur europäischen Großmacht durch die Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen für einen beispiellosen Bevölkerungszuwachs. Die Zunahme der Binnenkolonisation war zwar nach dem 30-jährigen Krieg eine gesamteuropäische Erscheinung, doch in Brandenburg-Preußen wurde wegen bzw. gerade, weil das Land so arm war, die Zuwanderung gezielt geplant und unterstützt. Die Zuwanderer stärkten das Steueraufkommen enorm durch neu Wirtschaftszweige oder besserer Qualität der Produkte. Die Entwicklung von Stadt und Land erhielt dadurch neue Impulse und das setzte sich bis zum Ende der Regierungszeit von Friedrich II. fort. Doch um 1700 ist Brandenburg-Preußen immer noch ein Agrarland, aber mit ein paar Manufakturen als Farbtupfer.
18. Jhd. u. Z.
- 1700-1721 Brandenburg-Preußen
- » Der Große Nordische Krieg war ein Krieg, der in den Jahren 1700 bis 1721 um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt wurde. In diesen Nordischen Krieg zwischen Schweden und Russland werden auch Brandenburg-Preußen und Polen hineingezogen. Pommern und Pommerellen sind vielfach Kriegsschauplatz. Am 1. Mai 1715 erklärte Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Cölln - † 31. Mai 1740 in Potsdam) der König in Preußen (Soldatenkönig) nach der schwedischen Inbesitznahme der Insel Usedoms Schweden den Krieg. Damit trat Brandenburg-Preußens 1715 aktiv in den Nordischen Krieg ein, was der Anti Schweden Koalition endgültig die militärische Oberhand brachte. Dieser kurze Feldzug von 1715, stand am Beginn seiner Regierungszeit, blieb aber auch der einzige Einsatz der preußischen Armee im Kriege in der ganzen langen Regierungszeit des Soldatenkönigs. Am 21. Januar 1720 muss Schweden den Frieden von Stockholm mit Brandenburg-Preußen abschließen, in dem König Friedrich Wilhelm I. die Stadt Stettin mit allem Gebiet zwischen den Flüssen Oder und Peene, die Inseln Wollin und Usedom sowie das Oderhaff und die Mündungen der Swine und Dievenow gewinnt.
- 1701 Preußen
- » Friedrich III. (* 11. Juli 1657 in Königsberg - † 25. Februar 1713 in Berlin) Kurfürst von Brandenburg und Herzog in Preußen wird in Königsberg am 18. Januar 1701 als Friedrich I. zum König in Preußen gekrönt. Preußen wird damit ein Königreich, sein Name kommt zunehmend für den Gesamtstaat Brandenburg-Preußen der Hohenzollern in Gebrauch, denn erst der Erwerb der Königskrone ließ die über das ganze römisch-deutsche Reich verstreuten Territorien von Brandenburg-Preußens nach außen wahrnehmbar zu einer staatlichen Einheit werden. Leopold I. (* 9. Juni 1640 in Wien - † 5. Mai 1705 in Wien) Kaiser des Heiligen Römischen Reiches hatte sich schon 1700 durch die Zusage, die bevorstehenden Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg, ihn als König in Preußen inner- und außerhalb des Reiches anzuerkennen, die Unterstützung der beachtlichen brandenburgischen Armee für den Spanischen Erbfolgekrieg gesichert.
- 1707 Preußen
- » Am 3. November 1707 wird Friedrich I., König in Preußen, auch noch Fürst von Neuenburg (Neuchâtel). Ein Fürstentum, das als zugewandter Ort auch zur Schweiz gehörte. Mit dem Tod der kinderlosen Fürstin Marie de Nemours am 16. Juni 1707 erlosch die über zwei Jahrhunderte währende Regentschaft des Hauses Orléans-Longueville über Neuenburg. Unter den 15 Bewerbern um die fürstliche Herrschaft in Neuenburg wurde nicht der Prinz Conti, ein Günstling Ludwig IV. ausgewählt, sondern Friedrich I. von Hohenzollern, Kurfürst von Brandenburg und König «in» Preußen, am 3. November 1707 erfolgte die förmliche Anerkennung der Rechte Friedrichs I. an Neuenburg, der fortan den Titel «souveräner Fürst von Oranien, Neuchâtel und Valangin» neben seinen weiteren Titeln führte. Ludwig XIV. erkannte ihn 1712 im Frieden von Utrecht ebenfalls als Fürsten von Neuenburg an. Die preußischen Könige regierten das Fürstentum durch Gouverneure, die ihren Sitz im Schloss von Neuenburg hatten. In der Folge wurde das Fürstentum Neuenburg auf Basis des Bundesvertrages vom 9. September 1814, der am 7. August 1815 in Kraft getreten ist, als Kanton in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Vom Wiener Kongress (1815) wurde Neuenburg als „Schweizer Kanton und preußisches Fürstentum“ anerkannt.
Mehr dazu unter » Neuenburg auf Wikipedia. - 1709 - 1710 Brandenburg-Preußen
- » Die Große Pest in Ostpreußen ist ein Teil der Großen Pest von 1708 bis 1714, die sich während des Großen Nordischen Kriegs in Nord- und Osteuropa ausbreitete. Sie vernichtet mehr als ein Drittel der Bevölkerung, ca. 236.000 Menschen werden ein Opfer der Pest und die Wirtschaft liegt am Boden, die Bevölkerung verelendet und dabei war das Königreich Preußen gerade erst etwas zur Ruhe und Wohlstand gekommen. Es liegen ca. 11.000 Bauernhöfe Wüst in der Landschaft rum. In Berlin gründet die Regierung daraufhin eine Kommission zur Wiederbesiedlung des preußischen Königreiches. "Preußen ruiniert mich total, das frißt mir auf", stöhnte Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in den Dreißigerjahren des 18. Jahrhunderts. Was ihm so viel Sorge bereitete und die Staatskasse erschöpfte, waren der Wiederaufbau und die Wiederbesiedlung Ostpreußens nach der großen Pest-Epidemie der Jahre 1709 bis 1710, die das Land weitgehend entvölkert und überall „wüste Dörfer“ zurückgelassen hatte. Im Laufe der Jahrhunderte war die Pest schon mehrfach über Ostpreußen hinweggezogen, aber niemals zufuhr zeigten sich so furchtbare Auswirkungen wie bei ihrem letzten Auftreten im frühen 18. Jahrhundert, als in den kalten und langen Wintern von 1706 bis 1708 die Wintersaat erfror und bitterer Hunger die Ausbreitung der Pest begünstigte.
Sie ist wahrscheinlich von Polen hereingeschleppt worden, wo Soldaten Karls XII. möglicherweise für ihre Ausbreitung sorgten. Seit 1707 wütete sie bereits in Warschau. Auf preußischer Seite sperrten Pestwachen die polnische Grenze ab, und einzelne Dörfer in Masuren sicherten sich zusätzlich durch hohe Zäune, die den ganzen Ort umgaben, gegen ungebetene Gäste ab. Dennoch ließ sich das Übergreifen der Pest auf Ostpreußen nicht verhindern. In der Folge verliert Preußen etwa einem Drittel seiner der Bevölkerung. - » Die Städte Cölln, Berlin, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt werden 1709 zur Gesamtgemeinde Berlin zusammengefasst. Diese hat nunmehr 55 000 Einwohner.
- 1711 Brandenburg-Preußen
- » Am 20. September 1711 erlässt der preußische König Friedrich I. ein Patent, um besonders Schweizer Siedler herbeizurufen. Die Schweizer sind im Gegensatz zu den Hugenotten, die aus Glaubensgründen ins Land kamen, allerdings mehr aus wirtschaftlichen Gründen nach Preußen eingewandert. Die Schweizer Siedler kommen mehrheitlich als reformierte Gläubige in ein rein lutherisches Land. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Versorgung mit reformierten Predigern und Gotteshäusern existenziell wichtig ist.
- 1712 Brandenburg-Preußen
- » Friedrich der Große wurde am 24. Januar 1712 im Berliner Schloss als dritter Sohn des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I. und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover geboren. Seine zwei Brüder vor ihm hatten das Säuglingsalter nicht überlebt und so wurde er zum Kronprinzen.
- 1713 Reich
- » Die Pragmatische Sanktion ist eine von Kaiser Karl VI. am 19. April 1713 veröffentlichte Urkunde in Österreich, ein habsburgisches Hausgesetz, das die Unteilbarkeit und Untrennbarkeit aller habsburgischen Erbkönigreiche und Länder festlegte. Zu diesem Zweck schuf es eine einheitliche Erbfolgeordnung, in der nach dem vollständigen Aussterben des Hauses im Mannesstamm auch die weibliche Nachkommenschaft thronfolgeberechtigt ist. Diese ermöglichte seiner Tochter Maria Theresia, die erst 1717 geboren wurde, später die Thronfolge in den habsburgischen Ländern.
- 1713 Brandenburg-Preußen
- » Friedrich I. König in Preußen stirbt am 25. Februar 1713 in Berlin. Nachfolger wird am 25. Februar 1713 sein Sohn Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Cölln - † 31. Mai 1740 in Potsdam) als König in Preußen und Kurfürst von Brandenburg. Friedrich Wilhelm I. verstand sich als absolutistisch regierender Herrscher und übernahm daher die Leitung der Staatsgeschäfte selbst. Der Aufbau eines starken Heeres, mit dem er aber nur zu Beginn seiner Regierungszeit einmal Krieg führte, brachte ihm den Beinamen der Soldatenkönig ein. Der preußische Offizier und Beamte sind seine Schöpfungen. Das preußische Beamtentum ist im Wesentlichen durch ihn geschaffen worden, um die Landstände, die früher den größten Einfluss auf die Regierung ausgeübt hatten, zu entmachten. Er durchbrach auch die adlige Steuerfreiheit und versuchte die Bauernschaft gegen den Ritterstand zu schützten. Durch das geordnete und einer strengen Kontrolle unterstellte Finanzwesen beseitigte er mit seinen Beamten die Misswirtschaft der städtischen Magistrate im ganzen Land. In der Innern Verwaltung machte er Preußen so zum deutschen Musterstaat des 18. Jahrhunderts.
Das von seinem Vater begonnene "Retablissement", die Wiederbesiedlung des zwischen 1709 - 1710 verödeten Ostpreußens, ist sein persönliches Werk. Er festigt das Staatswesen und lässt Preußen von Kommissionen bereisen, die das Land Vermessen und den Boden bewerten, um so die steuerliche Ertragskraft festzustellen. Dazu wurde vom ganzen Königreich Preußen ein erstes umfangreiches Hufen Kataster von Äckern, Feldern und Wiesen erstellt. Von 1716 - 1719 werden so die "Hufenschossprotokolle" erstellt, die den "Hufenschoß" als Steuer (vergleichbar mit der heutigen Grundsteuer) festlegen. Unter Friedrich Wilhelm I. besteht das Offizierskorps der Armee zu einem Drittel aus Hugenotten. Tatsächlich hat Friedrich Wilhelm I. nach anfänglicher Aversion gegen alles Französische bald die Zuverlässigkeit seiner hugenottischen Untertanen erkannt, die nicht nur nach mehr Gelderwerb strebten. - 1713 Pommern
- » Am 23. Juli 1713 begannen die Belagerung der schwedisch-pommerschen Festung Stettin durch ca. 24.000 Russen unter dem Oberkommando von Fürst Alexander Danilowitsch Menschikow und am 29. September eroberten russische und sächsische Truppen Stettin. Die Schweden räumen die Festung und übergeben sie laut „Vertrag von Schwedt“ dem König Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Die Stadt Stettin, der vorpommersche Distrikt bis zur Peene, die Stadt Wolgast, die Insel Usedom sowie die Stadt Wollin wurden unter neutrale preußische Zwangsverwaltung (Sequestration) gestellt. Dazu zahlte Preußen den Bündnispartnern Russland und Sachsen-Polen 400.000 Taler als Ersatz für die Kriegskosten. Die Zwangsverwaltung (Sequestration) der Ländereien sollten wieder aufgehoben werden, wenn Schweden die 400.000 Taler an Entschädigungen an Preußen zurückgezahlt hatte.
- 1715 Pommern
- » Preußen tritt am 1. Mai 1715 aktiv auf der seit der Koalition gegen Schweden in den Großen Nordischen Krieg ein. Im Januar 1715 besetzte Karl XII. von Schweden zur Sicherung der Stralsunder Festung Rügen, nahm am 23. Februar Wolgast ein und besetzte die Insel Usedom. Das war für König Friedrich Wilhelm I. zu viel des Guten und er gab Anweisung, den geplanten Pommernfeldzug zu beginnen. Noch am 1. Mai 1715 bezog das preußische Heer unter dem Oberbefehl Friedrich Wilhelms I. bei Stettin ein Feldlager. Am 12. Juli 1715 vereinigten sich die Preußischen, Dänischen und Sächsischen alliierten Heere vor Stralsund und begannen mit der Belagerung der schwedischen Festung Stralsund. Am 17. November gelingt den Alliierten die Eroberung Rügens und am 23. Dezember 1715 Kapituliert die Festung Stralsund. Mit Wismar fiel der letzte schwedische Besitz in Norddeutschland am 19. April 1716 in alliierte Hände.
- 1717 Brandenburg-Preußen
- » Am 28. September 1717 verfügte Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig in Brandenburg-Preußen, die allgemeine Einführung der Schul- und Unterrichtspflicht der Untertanen. Mit dem Anspruch auf allgemeiner Volksbildung war Preußen den anderen europäischen Staaten weit voraus. Nach der Maxime „Die klugen Köpfe studieren die übrigen lernen, rechnen und schreiben oder werden auf das Handwerk sowie auf das Militär geschult“ förderte der Soldatenkönig die Bildung. Die berühmten Franckeschen Stiftungen des evangelischen Theologen, Pädagogen und Pfarrers August Hermann Francke wurden zum Vorbild genommen. Der Soldatenkönig müsste eigentlich viel treffender Schulkönig genannt werden.
- 1717 Polen
- » Der "Stumme Reichstag" Polens zu Warschau beschließt das Niederreißen aller seit 1632 erbauten evangelischen Kirchen im Lande. Besonders hart betroffen sind die vielen evangelischen Deutschen in der späteren Grenzmark. Viele fliehen zu dieser Zeit der Glaubenskämpfe nach Preußen und Pommern.
- 1719 Brandenburg-Preußen
- » Friedrich Wilhelm I. ordnet die Aufhebung der Leibeigenschaft auf den königlichen Domänen an. Er verbietet auch das Bauernlegen, was aber ohne größeren Erfolg bleibt.
- » Seit dem 1. November 1719 wird im ganzen Königreich Preußen der neue General-Hufenschoß als Steuer erhoben.
- 1720 Brandenburg-Preußen
- » Nach dem Nordischen Krieg erhielt am 1. Februar 1720 im Frieden von Stockholm Preußen Stettin, die Inseln Usedom und Wollin sowie das Land bis zur Peene (genannt Alt-Vorpommern) gegen eine finanzielle Entschädigung von 2 Millionen Reichstalern an Schweden, dass das Gebiet nördlich der Peene und Rügen behielt, das später Neuvorpommern genannt wurde.
- 1721 Brandenburg-Preußen
- » Das Ostpreußische Kriegskommissariat wird in Königsberg gegründet, aus der bei der Reorganisation der Verwaltung im Jahre 1723 später die Ostpreußische Kriegs- und Domänenkammern wird. Das Kriegskommissariat war als Behörde verantwortlich für die zu erhebenden Steuern und Abgaben, die zum Unterhalt der Armee bestimmt waren.
- 1722 Brandenburg-Preußen
- » Die Wiederbesiedlung der Wüsten Bauernhöfe erreicht unter König Friedrich Wilhelm I. den Höhepunkt. Durch die Ansiedlung von Nassauern, Pfälzern, Magdeburgern, Halberstädtern, Litauern und Siedlern aus anderen deutschen Ländern ist der Wiederaufbau (Rétablissement) des Landes nach der Großen Pest gut vorangekommen. Zwischen 1713 und 1740 wuchs die ostpreußische Bevölkerung durch siedlungswillige Einwanderer, die eine starke persönliche Bindung an ihren fürstlichen Gönner entwickelten, um ca. 160.000 Menschen. Beim Ableben des Soldatenkönigs 1740 ist die Bevölkerung Ostpreußens auf ca. 600.000 Einwohner gestiegen.
- 1723 Brandenburg-Preußen
- » Durch die Zusammenlegung der Kriegskommissariate mit den Amts- bzw. Domänenkammern kam es 1723 zu einer Reorganisation der Verwaltung in Preußen. Die neuen Kriegs- und Domänenkammern standen unter der Leitung des General-Oberfinanz-Kriegs- und Domänendirektoriums oder kurz Generaldirektorium in Berlin, das bis 1808 bestand hatte.
- 1724 Brandenburg-Preußen
- » Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. wurden am 13. Juni die drei Städte Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zur Stadt Königsberg vereinigt und er ernannt diese dann zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Königsberg in Preußen.
- » Der Philosoph Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg - † 12. Februar 1804 in Königsberg) wird am 22. April 1724 in Königsberg geboren. Durch ihn wurde die Königsberger Universität zu einem Zentrum der Philosophie.
- 1729 Russland
- » In Stettin wird die Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst (* 2. Mai 1729 in Stettin - † 17. November 1796 in Sankt Petersburg) die spätere Kaiserin von Russland, Katharina II., genannt Katharina die Große geboren.
- 1730 Brandenburg-Preußen
- » Im Juli 1730, musste der Kronprinz seinen Vater auf eine diplomatische Reise nach Ansbach, Ludwigsburg und Mannheim begleiten. Dies war seine Chance, aus der Erziehungsgewalt seines Vaters Friedrich Wilhelm I. mit Unterstützung seines Freundes Hans Hermann von Katte in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1730 in das nicht allzu weit entfernte französische Elsass zu fliehen. Der Fluchtversuch des preußischen Kronprinzen Friedrich misslingt, und beide werden verhaftet und in der Festung Küstrin in der Neumark interniert.
- » Am 06. November 1730 wird Hans Hermann von Katte, der Freund des Kronprinzen Friedrich von Preußen, in Küstrin durch Enthauptung hingerichtet. Friedrich Wilhelm I. sorgte dafür, dass der Kronprinz Friedrich durchs Gefängnisgitter die Hinrichtung miterleben musste.
- 1732 Brandenburg-Preußen
- » Es beginnt die Ansiedlung von weiteren ca. 17.000 evangelischen Salzburgern in Preußen durch Friedrich Wilhelm I.
- » In Stettin wird das erste preußische Lehrerseminar als Küster- und Schulmeisterseminar zur Ausbildung von Lehrern errichtet.
- 1733 Brandenburg-Preußen
- » Der Soldatenkönig macht am 01. Mai 1733 Schluss mit dem oftmals gewaltsamen Pressen bzw. Anwerben von Soldaten und führt 1733 das erste gesetzliche Rekrutierungssystem, das Kantonsreglement ein. Das Land wurde in Kantone unterteilt und jeden Kanton wurde ein bestimmtes Regiment der Armee zugeteilt, aus dem es dann die Wehrpflichtigen rekrutierte. Für das Kantonsreglement wurden aller männlichen Kinder eines Kantons für den Militärdienst in einer Registrierung erfasst. Die Dienstzeit eines Kantonisten (Wehrpflichtiger) betrug in der Regel aber nur zwei bis drei Monate im Jahr. Somit waren die Soldaten nur ein viertel Jahr der preußischen Wirtschaft entzogen und konnten für den Rest des Jahres auf ihre Höfe zurückkehren. Städtische Bürger waren meistens vom Militärdienst befreit, hatten aber für die Soldaten in den Städten Quartiere bereitzustellen. Dadurch konnte der Soldatenkönig sein Heer bis 1739 schrittweise auf ca. 80.000 Mann vergrößern. Das Kantonssystem hatte bis 1814 Bestand.
- 1734 Brandenburg-Preußen
- » Baubeginn der neuen, 14,5 Kilometer langen Stadtmauer um Berlin. Der nur zwei Jahre später fertiggestellte Wall dient als Zollgrenze und soll die Desertion der meist in die Armee gepressten Soldaten verhindern. Berlin beherbergt die bei Weitem größte Garnison Preußens. Deren etwa 16 000 Soldaten sind mit ihren Angehörigen fast ausschließlich in Berliner Bürgerhäusern einquartiert, Kasernen gibt es noch nicht.
- 1736 Brandenburg-Preußen
- » In Preußen wird am 30. Juli 1736 durch König Friedrich Wilhelm I. die allgemeine Unterrichtspflicht eingeführt. Der reformorientierte Theologe und Pädagoge Johann Julius Hecker wurde 1735 zum Prediger, Lehrer und Inspektor des Militärwaisenhauses in Potsdam berufen und erarbeitete für König Friedrich Wilhelm I. die „Principia regulativa“ als Generallandschulreglement mit aus. Schon am 28. September 1717 hatte Friedrich Wilhelms I., ein erstes Schuledikt erlassen, den ihm war an einer allgemeinen Bildung für Jungen und Mädchen gelegen. Auch sein Nachfolger Friedrich der Große Unterstützte Hecker weiterhin bei seiner Gründung der ersten praxisorientierten Ökonomisch-mathematischen Realschule im Jahr 1747 in Berlin und des ersten preußischen Lehrerseminars im Jahr 1748, dem auch noch ein Küster- und Schulmeisterseminar angegliedert wurde. Johann Julius Hecker verdanken wir auch die Idee des Schulgartens. Das von Friedrich dem Großen am 12. August 1763 erlassen Generallandschulreglement wurde maßgeblich von Hecker auf der Grundlage der Minden-Ravensberger Schulordnung von 1748 vorbereitet und fünf Jahre vor seinem Tod verabschiedet. Es bildete die Grundlage für die Entwicklung des preußischen Volksschulwesens.
- 1740 Preußen
- » Regierungsantritt von König Friedrich II. der Große, (* 24. Januar 1712 in Berlin - † 17. August 1786 in Potsdam), der Preußen zur europäischen Großmacht erhebt. Ab 1740 war er „König in" und ab 1772 war er „König von" Preußen sowie ab 1740 auch Markgraf von Brandenburg und somit einer der Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Nur Sechs Monate nach seiner Thronbesteigung nutzt er den Tod des habsburgischen römisch-deutschen Kaiser Karls VI. zur Annexion des bisher österreichischen Schlesiens am 16. Dezember und verteidigt es im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763). In der Regierungszeit dieses größten preußischen Königs werden im Zuge der "Friderizianischen Kolonisation" allein in Pommern 159 Dörfer für 26 500 Siedler aus Schwedisch-Vorpommern, Mecklenburg, Sachsen, Schwaben und der Pfalz angelegt und zahlreiche Sümpfe und Brüche trockengelegt. Er setzte tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems. Er hebt den Stettiner Binnenhandel durch die Aufhebung der Oderzölle und fördert den Außenhandel durch die Anlage des Hafens Swinemünde.
- 1740 - 1742 Preußen
- » Der Erste Schlesische Krieg begann damit, dass Friedrich II. am 16. Dezember 1740 eine Armee von 27.000 Soldaten nach Schlesien hineinführte. Der protestantische Teil der Bevölkerung begrüßte, die Preußen als Befreier von religiöser Unterdrückung. Friedrich II. nutzt die schwierige politische Situation Österreichs unter Kaiserin Maria Theresia (Erbfolgekrieg) aus, um Schlesien zu besetzen. Dieser erste schlesische Krieg (1740 - 1742) war einerseits Teil des österreichischen Erbfolgekrieges, andererseits ein Krieg, der zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Schlesien geführt wurde. Im Separatfrieden von Breslau wurde 1742 Friedrich II. sein begrenztes Kriegsziel durch die Abtretung Schlesiens als „souveränen Besitz“ von Österreich bestätigt und er schied aus der antipragmatischen Koalition aus. Damit war der erste schlesische Krieg endgültig mit dem Frieden von Berlin am 28. Juli 1742 zu Ende. Mehr dazu unter Erster Schlesischer Krieg auf Wikipedia.
- 1744 Ostfriesland
- » Als Carl Edzard (* 18. Juni 1716 in Aurich - † 25. Mai 1744 in Aurich) der letzte ostfriesische Fürst aus dem Hause Cirksena starb, machte König Friedrich II. von Preußen sein nachfolgerecht auf die Grafschaft Ostfriesland geltend. König Friedrich II. von Preußen ließ Ostfriesland von der Stadt Emden ausgehend ohne Widerstand besetzen, worauf am 23. Juni 1744 die ganze Grafschaft Ostfriesland der preußischen Krone huldigte. Für die Grafschaft Ostfriesland brachte die preußische Herrschaft einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung und die Stadt Emden profitierte von der Einrichtung eines Freihafens im Jahr 1751.
- 1744 Preußen
- » Der Zweite Schlesische Krieg wurde am 15. August 1744 mit dem Einfall in Böhmen durch Friedrich II. eröffnete, er kam dadurch den Österreichern zuvorkam. Nach mehreren siegreichen Schlachten 1745 gegen Österreich (u. a. bei Kesselsdorf) und deren Bündnispartnern musste Österreich den Friedensvertrag von Dresden schließen. Österreich bestätigt Preußen den Besitz Schlesiens gegen die Unterstützung von Maria Theresias Gemahl Franz Stephan von Lothringen-Toskana bei der Wahl zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Mehr dazu unter Zweite Schlesische Krieg auf Wikipedia.
- » Im ostpreußischen Ort Mohrungen wird der Dichter, Theologe und Philosoph Johann Gottfried Herder am 25. August 1744 geboren. Der Kurfürst von Bayern, Maximilian Joseph, verlieh ihm 1802 ein Adelsdiplom. Nachlanger Krankheit starb er am 18. Dezember 1803 in Weimar.
- 1746 Preußen
- » Aus Anlass einer Hungersnot in Pommern erlässt Friedrichs II. von Preußen eine erste Tartoffelverordnung (Kartoffelverordnung) für die Domänenämter zum feldmäßigen Anbau der Kartoffeln mit einer Anleitung über das Anbauverfahren. Auch seine Pastoren nutzte er zur Weitergabe neuer Erkenntnisse zum Knollenanbau als „Knollenprediger“, was ebenfalls zur Verbreitung der Kartoffel beitrug.
- 1747 Preußen
- » Swinemünde wird ein preußischer Seehafen. Schon König Friedrich Wilhelm I. hatte 1729 zur Umgehung der Zölle und Abgaben, die im schwedischen Wolgast anfielen, versucht die Swine wieder schiffbar zu machen. Sie wurde ausgebaggert und in der Nähe des kleinen Dorfes Westswine Endstand ein Kleiner nutzbarer Hafen, der aber oft wegen ungenügender Befestigungen bei Herbststürmen versandete. Sein Nachfolger Friedrich der Große, setzte die Arbeiten fort und vollendet das Werk, was Friedrich Wilhelm I. begonnen hatte bei seinem Regierungsantritt 1740 energisch fort und so konnte 1746 der Hafen Swinemünde offiziell für den Seehandel eröffnet werden. Die kleinen Orte Westswine und Ostswine sind mit dem Bau und dem Betrieb des neuen Hafens in der neu entstandenen Stadt Swinemünde, die 1765 zur Immediatstadt (kreisfreie Stadt) erklärt wurde, aufgegangen.
- 1748 Preußen
- » Laut veranlasster Zählung leben in Preußisch-Pommern wieder ca. 310.000 Einwohner.
- 1748 Reich
- » Der Österreichische Erbfolgekrieg (1740–1748), der nach dem Tod Kaiser Karls VI. (und damit dem Aussterben des Hauses Habsburg im Mannesstamm) ausbrach, als seine Tochter Maria Theresia den österreichischen Erzherzogthron bestieg und mehrere europäische Fürsten eigene Ansprüche auf die habsburgischen Erblande erhoben, endete am 18. Oktober 1748 mit dem Frieden von Aachen. Der Konflikt umfasst u. a. die ersten beiden Schlesischen Kriege und wuchs sich im Laufe der Zeit zu einem weltumspannenden Krieg aus. Mehr dazu unter Österreichischer Erbfolgekrieg auf Wikipedia.
- 1750 Preußen
- » Am 17. April 1750 erlässt König Friedrich II. von Preußen ein „Revidiertes General-Privilegium und Reglement, vor die Judenschaft im Königreiche, Preußen, der Chur- und Marck, Brandenburg, den Herzogthümern u.s.w.‟. Die Zahl der tolerierten jüdischen Familien erhöhte sich schnell und die reichsten unter ihnen wurde die Ansiedlung und der Aufenthalt in Städten gestattete. Allein in Berlin lebten ca. 2500 brandenburgische Juden. Dieses Reglement entfaltete aber seine Wirkung erst so richtig nach der Teilung Polens, als die Zahl von Personen mit jüdischem Glauben im Königreich Preußen extrem von ca. 8.000 auf ca. 220.000 anstieg.
- 1751 Preußen
- » Samuel Graf von Schmettau (* 24. März 1684 bei Berlin - † 18. August 1751 Berlin), Offizier in österreichischen Dienst aber ab 1741 als Generalfeldmarschall in preußischen Dienst, stirbt in Berlin. Er bildete sich und seinen Sohn Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau als Kartograf weiter und erstellte den ersten guten Stadtplan von Berlin sowie 1751 eine Karte von Ostfriesland. Seinen Sohn Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau (* 13. April 1743 in Berlin - † 18. Oktober 1806 in Weimar) führte das Werk fort und erstellte von 1767 bis 1787 das Schmettausche Kartenwerk im Maßstab 1:50.000 vom damaligen preußischen Staatsgebiet ab östlich der Weser. Leider wurde Generalleutnant Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau in der Schlacht bei Auerstedt am 14. Oktober 1806 verwundet und erlag im Stadtschloss von Weimar seinen Verwundungen. Er wurde auf dem Jacobsfriedhof in Weimar von den Franzosen mit allen militärischen Ehren begraben.
- 1756 - 1763 Preußen
- » Der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763 ist eher ein Weltkrieg als ein regionaler Krieg zwischen Österreich und Preußen. Die „Schlacht am Monongahela River‟ (Pennsylvania) in Nordamerika am 9. Juli 1755 zwischen Briten und Franzosen gilt allgemein als Vorspiel zum Siebenjährigen Krieg und endete mit einer schweren Niederlage der Briten, bei der 877 Briten gefallen sind. Es kämpfen ab 1756 Preußen, Großbritannien und Kurhannover auf der einen Seite und auf der anderen Seite Österreich, Frankreich, Russland sowie das Heiligen Römischen Reich, also die europäischen Großmächte jener Zeit gegeneinander. Man kämpft in Europa, Nordamerika, Indien und auf allen Weltmeeren, wo bei Preußen, Österreich und Russland vor allem um die Vorherrschaft in Mitteleuropa kämpfen, ging es Großbritannien und Frankreich primer um die Vorherrschaft in Nordamerika und Indien. Am Ende sind aber alle mittlere wie auch kleinere Staaten in Europa an den Auseinandersetzungen direkt oder indirekt beteiligt. Der Krieg endete 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg, in dem Österreich und Preußen den Status quo ante festschrieben, aber der große Sieger ist Friedrich II. der Große, den er und sein Staat Leben noch. Frankreich ist der große Verlierer und die Staatsverschuldung in Folge des Siebenjährigen Kriegs wird in die Französischen Revolution führen. Großbritannien ist zwar in Nordamerika und Indien der große Sieger, aber auch sie bekommen mit dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg die Rechnung für die hohen Kosten des Krieges präsentiert. Mehr dazu unter Siebenjährige Krieg auf Wikipedia.
- 1756 Preußen
- » Am 24. März 1756 verordnete Friedrichs II. per Rundschreiben für Schlesien den ersten Tartoffelerlass (Kartoffelerlass), dem schon am 5. April 1757 der zweit folgte. Siehe dazu mehr unter Kartoffelbefehl auf Wikipedia.
- 1758 Preußen
- » Nach der verlorenen „Schlacht von Jägersdorf‟ wird Ostpreußen von den Russen kampflos bis Mitte 1762 besetzt. Alle Einwohner müssen der russischen Zarin Elisabeth den Huldigungseid leisten.
- 1760 Preußen
- » Sieg der preußischen Armee am 3.11.1760 in der „Schlacht von Torgau‟ gegen österreichische Kräfte unter Daun auf den Süptitzer Höhen. Aber insgesamt war die Lage Preußens katastrophal, die Gegner hatten unter anderem Ostpreußen, Sachsen und Schlesien in der Hand.
- 1762 Preußen
- » Nach dem Tod der Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762, das zweite „Mirakel des Hauses Brandenburg‟, folgte auf den Zarenthron ein Bewunderer Friedrichs, ihr Neffe, als Zar Peter III. und der schloss schon am 5. Mai mit Preußen den Frieden von Sankt Petersburg ab, dem am 1. Juni sogar einen Bündnisvertrag mit Preußen folgte. Friedrich II. erhielt, ohne dafür auch nur eine Gegenleistung erbringen zu müssen, dass durch Russland bereits annektierte Ostpreußen (Königreich Preußen) sowie die russisch besetzten Gebiete Hinterpommern und die Neumark zurück.
Das Bündnis mit Preußen war zu viel und so wurde Zar Peter III. am 17. Juli von russischen Offizieren ermordet und seine Frau als Nachfolgerin, Katharina II. Zarin. Sie beendete das Bündnis, beließ aber den Friedensvertrag mit Preußen in Kraft.
Durch die freiwerdenden Kräfte erstarkt, eilte nun die preußische Armee 1762 von Sieg zu Sieg, was dazu führte, dass auf allen Seiten eine große Willigkeit zum Friedensschluss aufkam. Die Österreicher wurden aus Schlesien und Sachsen verjagt. Die Schlacht bei Freiberg in Sachsen, in der die Preußen unter Prinz Heinrich siegten, war am 29. Oktober 1762, das letzte große Gefecht im Siebenjährigen Krieg. - 1763 Preußen
- » Der Siebenjährigen Krieg endeten durch die Friedensverträge von Paris und von Hubertusburg endgültig. Preußen steigt als Ergebnis des Friedens in Europa zur fünften europäischen Großmacht auf, was aber längerfristig den Dualismus mit Österreich vertiefte.
- 1766 Preußen
- » Friedrich II. gründet mit französischen Spezialisten eine neue Steuerbehörde, die sogenannte "Regie". Sie sollte mit einem ausgefeilten System und einer für die wohlhabenden Stadt- und Landbewohner unerträglichen Besteuerung fasst aller Waren und Genussmittel des täglichen Bedarfs dafür sorgen, dass die vom Krieg ausgeplünderten Kassen schnell wieder aufgefüllt werden. Die einfachen Stadt- und Landbewohner betraf das kaum, die konnten sich sowieso kein Luxus leisten.
- 1767 Preußen
- » Die Bevölkerungsverluste wurden in Preußen nach dem Siebenjährigen Krieg rasch ausgeglichen, 1767 lag die Einwohnerzahl bereits um 111.000 höher als vor dem Krieg. Grund hierfür waren die hohe Geburtenrate, die Rückkehr von Kriegsgefangenen, Kriegsflüchtlingen und Verschleppten sowie der weitere Zuzug aus dem Ausland, der von der Regierung im Rahmen ihrer Peuplierungspolitik (Ansiedlung) stark gefördert wurde.
- 1772 Preußen
- » In der 1. Teilung Polens kann Friedrich II., entsprechend dem Vertrag zur Aufteilung Polens zwischen Österreich, Preußen und Russland wird bis auf die Städte Danzig und Thorn das gesamte Gebiet des „Preußen Königlichen Anteils“ (Westpreußen) sowie der sogenannte Netzedistrikt zur preußischen Monarchie zugeschlagen, was die Fläche Preußens um 74 000 Quadratkilometer vergrößert und so eine Brücke zwischen Brandenburg und Preußen geschlagen. Die Kernländer Brandenburg, Preußen und Schlesien sind nun miteinander verbunden. Das Heer wird auf eine Friedensstärke von 188 000 Mann gebracht. Durch die Wirtschaftsförderung im Sinn des Merkantilismus wird das in den Kriegen verwüstete Preußen wiederaufgebaut. Die preußische Justizreform schuf die modernste Justiz Europas ("Allg. Preuß. Landrecht"). Überdies wird volle Glaubensfreiheit gewährt. Friedrich II. nennt sich fortan nur noch "König von Preußen".
- 1773 Preußen
- » Aus der Leibeigenschaft der Bauern wird Erbuntertänigkeit. Im Grunde war es nur eine mildere Form der Leibeigenschaft, aber privatrechtlich war der Bauer jetzt nicht mehr Eigentum des Grundherrn.
- » Friedrich II bestimmt, dass die alten preußischen Besitzungen (das ehemalige Herzogtum Preußen) "Ostpreußen" und das neuerworbene Gebiet "Westpreußen" genannt werden.
- 1776 Preußen
- » Die Virginia Bill of Rights (Virginia Declaration of Rights), die Grundrechteerklärung von Virginia, ist ein historisches Dokument, das hauptsächlich von George Mason formuliert wurde, den Virginia hatte sich im Mai 1776 für unabhängig erklärt. Es entstand im Zuge der Abnabelung Virginias vom Königreich Großbritannien und wurde vom Konvent von Virginia am 12. Juni 1776 einstimmig verabschiedet. Die Unabhängigkeitserklärung der USA fußt auf der Virginia Bill of Rights und wurde am 7. Juni 1776 von Richard Henry Lee, dem Delegierten von Virginia und dem Vorsitzenden des Kongresses, John Hancock geschrieben. Da Lee zu seiner kranken Frau reiste, blieb sie ein paar Wochen liegen, bis Thomas Jefferson sich schließlich ihrer annahm und sie in die heute noch bekannte elegante Form brachte. Am 2. Juli 1776 unterschrieben 12 von 13 Kolonialstaaten als Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika die Unabhängigkeitserklärung, mit der sich die USA von England lossagten. Weil ein Punkt aus der Erklärung aber entfernt werden musste, wurde am 4. Juli 1776 ein leicht geänderter Text noch einmal unterzeichnet und dieser Tag, der 4. Juli somit zum Independence Day erklärt. Der allerdings erst seit 1870 in den USA ein Feiertag ist. Die Unabhängigkeit von England wurde aber erst nach zähem Kampf und der Niederlage Englands 1787 erreicht. England erkannte die Unabhängigkeit der 13 Kolonialstaaten, also der USA aber erst 1814 an.
- 1786 Preußen
- » Friedrich der Große stirbt am 17. August 1786 in Potsdam, im Schloss Sanssouci, aber gegen seinen Wunsch wird er nicht auf der Terrasse von Sanssouci neben seinen Windspielen (Windhunde) beerdigt, sondern in der Potsdamer Garnisonkirche, in der sich hinter dem Altar befindlichen königlichen Gruft an der Seite seines Vaters Friedrich Wilhelm I. wird er beigesetzt. Am 17. August 1991 wurde der letzte Wille des Königs an seinem 205. Todestag endgültig erfüllt. Er hinterließ dem neuen König, seinem Neffen Friedrich Wilhelm II. der ihm nachfolgte ein Staatsgebiet von über 198 000 qkm und ca. 5 ½ Millionen Einwohner, ein Heer von 195 000 Mann sowie einen Staatsschatz von über 50 Millionen Thalern. Friedrich Wilhelm II. regiert von 1786 - 1797. Friedrich Wilhelm II. (* 25. September 1744 in Berlin; † 16. November 1797 im Marmorpalais in Potsdam) war von 1786 bis zu seinem Tod König von Preußen, Markgraf von Brandenburg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches.
- 1789 Frankreich
- » Mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 beginnt die Französische Revolution. Ziel ist die Abschaffung des feudal-absolutistischen Ständestaats und die Umsetzung grundlegender Werte der Aufklärung wie z. B. allgemeine Freiheitliche Bürgerrechte sowie allgemein für alle geltende Menschenrechte. Die französische Gesellschaft sollte komplett einer revolutionären Umgestaltung unterzogen werden. Die Revolution ging dabei über drei Phasen von 1789 bis 1799 und gehört zu den folgenschwersten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte am Ende des 18. Jahrhunderts. Man teilt den Prozess zur revolutionären Umgestaltung der französischen Gesellschaft zu einer Nation grob in drei Phasen ihrer Entwicklung ein:
1. Phase von 1789 - 1791: Kampfes für bürgerliche Rechte und Schaffung einer konstitutionellen Monarchie.
2. Phase von 1792 - 1794: Kampf gegen innere wie äußere Feinde der Revolution. Errichtung einer Republik mit einer radikaldemokratischen Revolutionsregierung, die mit allen Mitteln des Terrors und der Hilfe der Guillotine alle „Feinde der Revolution“ verfolgte.
3. Phase von 1795 - 1799: Eine von besitzbürgerlichen Interessen bestimmte politische Direktorial Führung behauptet die Macht sehr mühsam gegen Volksinitiativen für soziale Gleichheit und Gerechtigkeit einerseits sowie gegen monarchistische Restaurationsbestrebungen andererseits.
Am Ende übernahm der einzig ausschlaggebende Ordnungs- und Machtfaktor, die in den Revolutionskriegen entstandene Bürgerarmee unter der Führung von Napoleon Bonaparte die Macht. Napoleon Bonaparte verdankt seinen Aufstieg in der französischen Gesellschaft dem Bürgerheer, dieses gab ihn bei der Verwirklichung seiner sich über Frankreich hinaus erstreckenden politischen Ambitionen den nötigen Rückhalt. - 1793 Preußen
- » Die 2. Teilung Polens durch Preußen und Russland bringen für das Königsreich Preußen weitere Gebietsgewinne. Die Städte Danzig, Thorn und Posen, sowie die Distrikte Gnesen und Kalisch die die neue Provinz Südpreußen Bilden kommen zu Preußen.
- 1793 Frankreich
- » Am 21. Januar wird der französische König Ludwig XVI. von der Französischen Republik durch die Guillotine hingerichtet.
- 1794 Preußen
- » Mit dem "Allgemeinen Landrecht für die preußischen Staaten" wurde 1794 ein einheitliches Gesetzbuch geschaffen. Es sollte die Unabhängigkeit der Justiz, die Rechtssicherheit und Gleichheit vor dem Gesetz sowie den Schutz der Person und des Eigentums sichergestellt werden. Das Militärrecht blieb allerdings in dieser Reform ausgeklammert. Das allgemeine preußische Landrecht fixiert auch die Familiennamen und weist die Kirchen an, Zweitschriften der Geburts-, Trau- und Totenregister jährlich bei den Gerichten zu hinterlegen, wovon bis heute kriegsbedingt leider nur noch ein Bruchteil überlebt haben. In der Städteordnung von 1808 wurden dann auch gemeindliche und staatliche Aufgaben klar voneinander getrennt sowie Polizei und Justiz königlichen Behörden unterstellt.
- 1795 Preußen
- » Mit der 3. Teilung Polens erhielt Preußen die Gebiete westlich von Bug und Memel mit Warschau, die zusammen die neue Provinz Neuostpreußen bilden, und das nördlich von Krakau gelegene Neuschlesien. Damit erweitert sich das preußische Staatsgebiet um weitere 43.000 km². Die dritte Teilung endet mit der völligen Auflösung Polens durch Russland, Österreich und Preußen. Insgesamt betrug der Flächen Zuwachs für Preußen ca. 136.300 km² mit einer Bevölkerung von 2.534.000 Einwohner.
- 1795
- » Am 9. November 1799 (18. Brumaire VIII) fand in Frankreich ein Staatsstreich unter Führung von Napoleon Bonaparte statt. Mit diesem Staatsstreich wird die Französische Revolution und das Direktorium beendet. Napoleon Bonaparte wurde als erster Konsul zum Alleinherrscher ernannt.
- 1797-1840
- » Im Alter von nur 53 Jahren stirbt König Friedrich Wilhelm II. am 16. November 1797 im Potsdamer Marmorpalais. Sein Sohn, Kronprinz Friedrich Wilhelm, wurde nun zu König Friedrich Wilhelm III. (* 3. August 1770 in Potsdam - † 7. Juni 1840 in Berlin) aus dem Haus Hohenzollern. Friedrich Wilhelm III. war nun König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg.
- 1799
- » Einleitung der Bauernbefreiung auf den königlichen Domänen aber die Befreiung der Domänenbauern von Hand- und Spanndiensten erfolgt erst 1804. Beseitigung der Erbuntertänigkeit, Ablösung der feudalen Verpflichtungen. Die Bauernstellen werden in freies Eigentum umgewandelt. Der adlige Grundbesitz bleibt aber bestehen.
19. Jhd. u. Z.
- 1800 Pommern
- » Nach einer Erhebung leben in Preußisch-Pommern um 1800 schon wieder 480 000 Einwohner.
- 1803 Preußen
- » Im Reichsdeputationshauptschluss tritt Preußen seine linksrheinischen Gebiete an Frankreich ab und erhält als Entschädigung Teile der aufgelösten (Säkularisierten) geistlichen (kirchlichen) Herrschaften sowie durch Mediatisierung kleinerer weltlicher Herrschaften aus dem unmittelbaren Reichsbesitz des Kaisers rechts des Rheins. Preußen erzielte dadurch weitere Gebietszugewinne. Es werden insgesamt 45.000 km² Land, das sind 2 Kurfürstentümer, 9 Hochstifte, 44 Reichsabteien und 45 Reichsstädte rechts des Rheins neue verteilt und ca. 5 Millionen Menschen erhalten somit einen neuen Landesherrn.
- 1804 Preußen
- »Der Philosoph Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg - † 12. Februar 1804 ebenda) stirbt am 12.02.1804 im Alter von 80 Jahren in Königsberg. Er war seit 1770 Ordinarius an der Königsberger Universität. Er war der bedeutendste deutscher Philosoph der Aufklärung seiner Zeit und zählt zu den berühmtesten Vertretern der abendländischen Philosophie. Neben der Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie befasste er sich auch mit Astronomie und den Geowissenschaften. Kant schuf so eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis heute maßgeblich beeinflusst. Dazu gehört nicht nur sein Einfluss auf die Erkenntnistheorie und Metaphysik mit der Kritik der reinen Vernunft, sondern auch auf die Ethik mit der Kritik der praktischen Vernunft und die Ästhetik mit der Kritik der Urteilskraft.
- 1804 Frankreich
- » Am 2. Dezember krönte sich Napoleon Bonaparte (* 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika im Mittelmeer - † 5. Mai 1821 in Longwood House auf St. Helena im Südatlantik) zum Kaiser Napoleon I. der Franzosen, nachdem ihm durch eine Volksabstimmung und vom Senat der Republik die Kaiserwürde angetragen worden war. Während der Zeremonie in der Kathedrale Notre Dame de Paris krönte er sich und seine Frau Joséphine de Beauharnais (* 23. Juni 1763 als Marie Josèphe Rose de Tascher de la Pagerie in Les Trois-Îlets auf Martinique - † 29. Mai 1814 in Rueil-Malmaison in der Region Île-de-France, Frankreich) in Anwesenheit von Papst Pius VII. selbst zum Kaiser und zur Kaiserin. Siehe dazu mehr unter Napoleon Bonaparte, auf Wikipedia.
- 1806 Preußen
- » Abschaffung des Mahlzwangs (Mühlen-Consignationen), der die Bauern zwang, ihr Getreide ausschließlich nur bei einem von ihrem Grundherrn festgelegten Mühlenberechtigten unter Androhung einer Geldstrafe mahlen zu lassen. Im Zuge der Stein-Hardenbergschen Reformen 1810 in Preußen wurde mit der Einführung der Gewerbefreiheit auch der Mahlzwang und das Mahlbannrecht zu beginnen des 19. Jahrhunderts abgeschafft.
- 1806/07 Preußen
- » Im 4. Koalitionskrieg gegen Frankreich verlor Preußen 1806 die Doppelschlacht von Jena und Auerstedt. Der unentschiedenen Schlacht bei Preußisch-Eylau (7.2.1807) folgte nach der Eroberung Danzigs durch die Franzosen der Sieg Napoleons bei Friedland über die Russen. Er zwang Alexander I. von Russland zum Frieden von Tilsit (7.7.1807), dem sich Preußen anschloss (9.7.1807). Preußen verliert im Frieden von Tilsit über die Hälfte seines Territoriums. Es verliert alle westelbischen Gebiete und alle Erwerbungen der zweiten und dritten polnischen Teilung. Preußen wird auf seine Kernprovinzen Brandenburg, Pommern, Preußen und Schlesien reduziert und muss hohe Kontributionen an Frankreich zahlen. Das Großherzogtum Warschau wird gegründet und Danzig wird ein Freistaat.
- 1807 Preußen
- » Beginn der Reformen Steins, Hardenbergs und Scharnhorsts: Heeresreform (1807 bis 1813, allgemeine Wehrpflicht ab 1814), Bauernbefreiung und Städteordnung (1808), Humboldt'sche Bildungsreform seit 1809, Gewerbefreiheit (1810/11), Judenemanzipation (1812). 1807 Steinsche Agrarreform (Bauernbefreiung): Entschädigungslose Abschaffung der Gutsuntertänigkeit. Die Bauern werden persönlich frei, die Dienst- und Abgabeverpflichtungen an den Gutsherrn bleiben aber noch bestehen.
- 1808 Preußen
- » Im April 1808 Gründung des „Tugendbundes“ zu Königsberg, der aber zuerst ”Sittlich-Wissenschaftlicher-Verein” zu Königsberg genannt wurde. Es ist ein reiner Männerbund, der unter dem Eindruck der verheerenden Niederlage Preußens im Krieg mit Frankreich und dem drückenden Frieden von Tilsit in Königsberg i. Pr. entstand. Von Friedrich Wilhelm III. am 30. Juni 1808 genehmigt, war er die Keimzelle der preußischen Reformen und Wegbereiter des Befreiungskrieges. Karl Alexander von Bardeleben, Ludwig von Baczko und Wilhelm Traugott Krug gründeten den Verein mit dem Ziel, die durch das Unglück verzweifelten Gemüter wieder aufzurichten, das physische und moralische Elend zu lindern, für eine volkstümliche Jugenderziehung zu sorgen, die Reorganisation des Heeres zu betreiben und Patriotismus und Anhänglichkeit an die Dynastie zu pflegen. Diesen offenen Bestrebungen lag die geheime Absicht zugrunde, in naher Zukunft die französische Fremdherrschaft zu bekämpfen.
- 1809 Deutschland
- » Napoleon hebt bzw. löst am 24. April 1809 den Deutschen Orden in den Rheinbundstaaten auf. Der gesamte Ordensbesitz wurde an die Fürsten des Rheinbundes abgetreten.
- 1809 Preußen
- » Ferdinand Baptista von Schill (* 6. Januar 1776 in Wilmsdorf bei Dresden - † 31. Mai 1809 in Stralsund) war ein preußischer Offizier und national Held, der als Freikorpsführer in den Kriegen mit Frankreich von 1806/07 und 1809 bekannt wurde. Der Spruch „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ geht auf von Schill zurück. Am 10. Dezember 1808 ritt Schill nach dem Abzug der französischen Besatzer im Triumph mit seinem Husarenregiment an der Spitze der zurückkehrenden preußischen Truppen in Berlin ein. Mehr zu Schill unter Ferdinand Baptista von Schill.
- 1812 Preußen
- » Aufgrund seiner erzwungenen Bündnisverpflichtungen gegenüber Napoleon im Russlandfeldzug von 1812 musste Preußen ein Truppenkontingent von ca. 20.000 Mann stellen, das im Rahmen des 10. Korps des französischen Marschalls Jacques MacDonald die Nordflanke der in Richtung Moskau vorstoßenden ”Grande Armée” sichern soll. Die Führung des preußischen Hilfskorps hatte seit dem 20. August 1812 General Yorck.
- » Konvention von Tauroggen. Am 30.12.1812 unterzeichnete Generalleutnant von Yorck in der Mühle von Poschau ohne Ermächtigung des Königs einen preußisch-russischen Waffenstillstand für das preußische Hilfskorps der Franzosen im Russlandfeldzug und löste so sein Korps am 31.12. aus der Allianz mit Frankreich. Dieser Vertragsbruch wurde in Preußen als Signal zum allgemeinen Aufstand gegen die Franzosen verstanden. Dies erst ermöglichte die Koalition Preußens und Russlands gegen Napoleon. Yorck von Wartenburg und Freiherr vom Stein rufen die Ostpreußen zur Volksbewaffnung auf, noch bevor König Friedrich Wilhelm III. dazu eine Entscheidung getroffen hatte. Johann David Ludwig von Yorck, ab 1814 Graf Yorck von Wartenburg (* 26. September 1759 in Potsdam - † 4. Oktober 1830 in Klein Öls bei Breslau) war ab dem 5. Mai 1821 ein preußischer Generalfeldmarschall. In der „Schlacht an der Katzbach“ und bei Möckern am 16. Oktober in der „Völkerschlacht bei Leipzig“ 1813 trug er entscheidend zum Sieg über Napoleon bei. Seine letzte Schlacht war die um Paris am 30. März 1814. Yorck gehört zu den bedeutendsten Feldherren der Befreiungskriege und war bei den Mannschaften wegen seines Bemühens um das Wohl der Truppe sehr beliebt, aber er galt als überaus unzugänglicher, eigenwilliger Truppenführer und schwieriger Befehlsempfänger, daher nannten Zeitgenossen ihn auch den „alten Isegrim“. Am 4. Oktober 1830 starb Yorck auf seinem Gut Klein Öls im Landkreis Ohlau bei Breslau, das ihm für seine Dienste vom König verliehen wurde. Er wurde in der von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Familiengruft des Mausoleums im Schlosspark von Klein Öls bestattet.
- 1813 - 15 Preußen
- » Abfall Preußens von Napoleon, Militärbündnis mit Russland im Vertrag von Kalisch, daher Kriegserklärung Preußens an Frankreich. Es beginnt der Befreiungskrieg gegen Frankreich, an dessen Ende die Völkerschlacht bei Leipzig für Napoleon mit einer schweren Niederlage endet. Gegen das französische Kaiserreich bildete sich im Jahr 1813 nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug von 1812 erneut eine Allianz. Dieser gehörten zunächst nur Russland und Preußen, später schlossen sich aber Schweden, Österreich und noch andere Staaten dem antifranzösischen Bündnis an. Nach einem wechselhaften Kriegsverlauf wurde Napoleon im Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig entscheidend geschlagen. Nach dieser Niederlage musste er sich über den Rhein zurückziehen und der Rheinbund löste sich auf. Mit dem Rückzug Napoleons endete die französische Herrschaft über große Teile Deutschlands (Franzosenzeit). In der Neujahrsnacht 1813/14 drangen mit Blüchers Rheinübergang bei Kaub Preußen und Russen in Frankreich ein. Nach mehreren Abwehrschlachten wurde Napoleon im März in der „Schlacht bei Arcis-sur-Aube‟ geschlagen. Die Sieger Russland, Preußen, Großbritannien und Österreich marschierten in Paris ein, zwangen Napoleon zur Abdankung und restaurierten die Königsherrschaft. Über die Neugestaltung Europas sollte der Wiener Kongress entscheiden. Während dieser noch tagte, kehrte Napoleon von der Insel Elba zurück, übernahm eine Herrschaft der Hundert Tage, ehe er in der „Schlacht bei Waterloo‟ (Belle-Alliance) von Preußen und Großbritannien endgültig geschlagen wurde. Die Hoffnungen auf ein geeintes Deutschland wurden vom Wiener Kongress bei der Regelung der Friedensordnung hingegen nicht erfüllt. Es waren noch drei innerdeutsche Einigungskriege notwendig, die folgten aber erst ein halbes Jahrhundert später statt.
- 1813 Preußen
- » Die Ständeversammlung zu Königsberg nimmt am 5. Februar 1813 den von Generalleutnant von York erarbeiteten Landwehrplan an und am 7. Februar tritt der Beschluss über die gesetzliche Errichtung einer Landwehr in Preußen in Kraft. Das 1. Königsberger Landwehr-Regiment nahm unter Befehl von Major Friccius an der Völkerschlacht bei Leipzig teil und erstürmte am 19. Oktober 1813 das Grimmaische Tor, wodurch die französische Verteidigung Leipzigs zusammenbrach.
- » Schlachten bei Großgörschen am 2. Mai 1813 und bei Bautzen am 20. und 21. Mai 1813. Die Schlachten enden unentschieden, die Verbündeten mussten sich nach Schlesien und Napoleon I. nach Dresden zurückziehen. Da beide Kriegsgegner sehr erschöpft sind, kommt es am 4. Juni 1813 zum Abschluss eines Waffenstillstandes zwischen Napoleon I. und den Verbündeten. Der Waffenstillstand zu Pläßwitz sollte bis zum 20. Juli 1813 gehen, wurde später aber bis zum 10. August verlängert.
- » Der deutsche Dichter Carl Theodor Körner (* 23. September 1791 in Dresden - † 26. August 1813 in Gadebusch) ist Freiheitskämpfer und Sänger im Lützowschen Freikorps zu Beginn des Befreiungskrieges. Er fällt nach Ablauf des Waffenstillstands am 26. August 1813 im Kampf gegen die Franzosen und wird in Wöbbelin unter einer großen Eiche, genauso wie er es wollte, beigesetzt. Er war dem Volk besonders durch seine antinapoleonischen Lieder wie "Lützows wilde Jagd, das Reiterlied oder das Schwertlied" bekannt. Berühmt wurde er als Dramatiker schon vor dem Befreiungskrieg durch seine Dramen für das Wiener Burgtheater. Sein früher Tod machte ihn als „Sänger und Held“ des Lützowschen Freikorps, in dem er es bis zum Leutnant und Adjutanten von Lützow brachte, zur idealen patriotischen Identifikationsfigur.
- » Das 1. ostpreußische Landwehr-Bataillon, das Königsberger Landwehrbataillon erstürmt am 19. Oktober 1813 unter Major Friccius das Grimmaische Tor von Leipzig, wodurch die französische Verteidigung Leipzigs während der Völkerschlacht zusammenbrach.
- 1814 Fürstentum Neuenburg
- » Der König von Preußen gab dem Fürstentum Neuenburg am 18. Juni 1814 von London aus eine neue Verfassung (Charte constitutionelle) nach dem Vorbild der Verfassung von Genf und erneuerte die Rechte des Fürstentums als einen für sich bestehenden, von preußischen Staatsinteressen ganz abgetrennten Gebietes. In der Folge wurde das Fürstentum Neuenburg auf Basis des Bundesvertrages vom 9. September 1814, der am 7. August 1815 in Kraft getreten ist, als Kanton in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Vom Wiener Kongress (1815) wurde Neuenburg als » Schweizer Kanton und preußisches Fürstentum « anerkannt. Nachdem Neuenburg als Kanton in die Eidgenossenschaft aufgenommen worden war, behielt der preußische König nur die Hoheitsrechte als persönlichen Besitz.
- 1814 Frankreich
- » Am 4. Mai 1814 kam Napoleon auf der Insel Elba, die ihm von den Siegermächten des Befreiungskrieges 1814 als Besitz und Verbannungsort zuerkannt worden war an. Im Vertrag von Fontainebleau vom 11. April 1814 wurde ihm die Insel als souveränes Fürstentum übertragen, dafür das er am selben Tag als Kaiser der Franzosen abdankte. Da König Ludwig XVIII. ihm die zugesagten Finanzmittel verweigerte die nötig gewesen wären, um das für seinen Schutz verantwortliche Kontingent von Soldaten weiter zu finanzieren, wurde seine Sicherheitslage zunehmend schwierig, aber auch das sich Kaiser Franz weigerte, Napoleons Frau Marie-Louise, sowie seinen Sohn nach Elba kommen zu lassen, führte Napoleon zu dem Entschluss, noch einmal zu versuchen, in Frankreich die Macht zu übernehmen.
- 01.03.1815 Frankreich
- » Am 1. März 1815 kehrt Napoleon Bonaparte von seinem Exil auf der Insel Elba, die ihm von den Siegermächten 1814 als Besitz und Verbannungsort zuerkannt worden war, in der Hoffnung, den Kaiserthron zurückzuerobern, nach Frankreich zurück. Am 26. Februar 1815 ging er mit einer Truppe von etwa 1000 Mann an Bord einiger Schiffe und traf am 1. März in Antibes ein. Bei seinem Marsch nach Paris blieb die Unterstützung anfangs gering, aber kurz vor Grenoble traf seine Truppe mit dem 5e régiment d'infanterie de ligne-Angoulême zum ersten Mal auf königliche Truppen. Diese gewann Bonaparte für sich, und auch die Garnison der Stadt stellte sich auf seine Seite. Der weitere Verlauf des Wegs nach Paris wurde zu einem Triumphzug. Mit seinem Einzug in Lyon agierte er wieder als Kaiser der Franzosen und erließ entsprechende Dekrete. Der Versuch des Königs Bonaparte durch dessen ehemaligen Marschall Ney gefangen zu nehmen misslang, da dieser zu Napoleon überlief. Daraufhin floh Ludwig XVIII. aus Paris und Bonaparte übernahm wieder die Macht. Die erneute Machtübernahme in Frankreich durch Napoleon Bonaparte bezeichnet man als die Herrschaft der Hundert Tage und umfasst den Zeitraum vom 1. März bis zum endgültigen Verlust der Macht als Folge der Schlacht bei Waterloo am 22. Juni 1815. Bereits am 25. März verpflichteten sich Preußen, Großbritannien, Russland und Österreich, ihre Armeen zu mobilisieren, um Napoleons Hoffnungen ein schnelles Ende zu bereiten. Napoleon konnte eine ca. 128.000 Mann starke Grande Armée ins Feld führen.
- 18.06.1815 Preußen
- » Schlacht bei Waterloo mit dem endgültigen Sieg der preußischen Armee unter Blücher und der britischen Armee unter Wellington über Napoleon I. Hier tat Wellington auch den bekannten Ausspruch: „Ich wollte es wäre Nacht oder die Preußen kämmen“. Es war die letzte Schlacht von Napoleon Bonaparte und beendete seine „Herrschaft der Hundert Tage“, die mit der endgültigen Abdankung am 22. Juni 1815 zum Ende des 1. Französischen Kaiserreichs führte. Napoleon wurde als Kriegsgefangener der Briten auf die weit entfernte Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb. Das Dorf Waterloo lag damals 15 km südlich von Brüssel im Vereinigten Königreich der Niederlande und gehört heute zum Königreich Belgien. Siehe mehr dazu unter Schlacht bei Waterloo.
- 1815 Preußen
- » Der Wiener Kongress stellt Preußens Großmachtstellung wieder her, durch Gebietsgewinne im Rheinland, in Westfalen, Posen, Sachsen, Vorpommern und Danzig.
- 1816 Europa
- » Das "Jahr ohne Sommer". 1815 brach der Tambora, auf der östlich von Java gelegenen Insel Sumbawa die eine der Kleinen Sundainseln in Indonesien ist, mit einer Intensität von 7 auf dem Vulkanexplosivitätsindex aus, die größte Eruption seit dem Ausbruch des Taupo in Neuseeland vor etwa 26.500 bis 22.500 Jahren. Das durch die Eruption ausgeworfene Material bewirkte globale Klimaveränderungen, die aufgrund der Auswirkungen auf das nordamerikanische und europäische Wetter dem Jahr 1816 die Bezeichnung "Jahr ohne Sommer" einbrachten. In Teilen der nördlichen Hemisphäre kam es durch Missernten und eine erhöhte Sterblichkeit unter Nutztieren zur schlimmsten Hungersnot des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche europäische Staaten erlebten Ernteausfälle, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen, die viele Menschen zur Emigration veranlassten. In Frankreich und England kam es zu Aufständen, in der Schweiz musste der Notstand ausgerufen werden. Wegen der Ernteausfälle kam es zu einem starken Anstieg der Haferpreise und in der Folge zu einem starken Rückgang des Pferdebestandes in Europa, wodurch die Entwicklung der Draisine vorangetrieben wurde.
- 1816-1819 Preußen
- » Verwaltungsreformen in Preußen: Festlegung Neuer Kreisgrenzen in Ost- und Westpreußen. Landratsämter nun zuständig für die Kreisverwaltung. Bezirksregierungen lösen die Kammern ab. Bildung der Regierungsbezirke Königsberg und Gumbinnen für Ostpreußen mit Regierungssitz Königsberg für Ostpreußen, Danzig und Marienwerder (heute Kwidzyn) für Westpreußen mit Regierungssitz Danzig für Westpreußen.
- 1817 Preußen
- » Am 18. Oktober fand das sogenannte „Wartburgfest“ zum 300. Jahrestag der Reformation (Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517) auf der Wartburg bei Eisenach statt. Eine Zusammenrottung von ca. 500 Studenten und Berufsrevoluzzern auf der Wartburg.
- 1818 Preußen
- » Der Geheime Oberbaurat Karl Friedrich Schinkel meldet König Friedrich Wilhelm III. die Fertigstellung der Neuen Wache Unter den Linden in Berlin.
- 1824 Preußen
- » Vereinigung der Provinzen Ost- und Westpreußen zur Provinz Preußen, deren erster Oberpräsident wird von Schön.
- 1828-1834 Deutschland
- » Vorbereitung der Gründung des Dt. Zollvereins, den um 1800 gab es noch etwa ca. 1.800 Zollstellen in Deutschland, doch das sollte nach Preußens Wunsch im Deutschen Bund anderswerden. Zollstellen bedeuteten für den Kaufmann einen immensen Zeit- und Geldverlust, denn er musste an jeder Grenze Halt machen und bezahlen, und das immer in einer anderen Währung, weil fast jeder Staat seine eigene Währung hatte. Dies begann sich erst durch die von Napoleon betriebene Neugliederung Deutschlands zu ändern. Viele Spuren französischen Einflusses sind in den Einzelstaaten nach 1815 übriggeblieben. So hat z. B. Preußen die Leibeigenschaft abgeschafft und innerhalb des eigenen Landes die Zölle aufgehoben. Mit Abschaffung der Zölle wurde Preußen zum Vorreiter für den Deutschen Zollverein. Man war zu der Erkenntnis gekommen, dass Zollschranken ein großes Hindernis für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung sind. Nach zähen Verhandlungen wurde 1834 der Deutsche Zollverein gegründet. Gründungsstaaten waren das Königreich Preußen, die Königreiche Bayern, Württemberg und Sachsen sowie die Thüringischen Staaten.
- 1832 Deutschland
- » Das Hambacher Fest fand vom 27. Mai bis zum 30. Mai 1832 auf den Hambacher Schlossberg in der Pfalz mit ca. 25 bis 30 Tausend Menschen aus ganz Deutschland statt. Sie hatten sich unter den streng verbotenen Farben der schwarz-rot-goldenen Trikolore zur Erringung der deutschen Einheit und Nationalwürde gedrängt. Die Teilnehmer, die vor allem national dachten, kamen aus allen Schichten des Volkes und repräsentierten alle Staaten des Deutschen Bundes. Es kamen nicht nur Studenten, sondern auch Kaufleute, Handwerker, Bauern, Tagelöhner und was außergewöhnlich in dieser Zeit war auch Frauen, die sich politisch eigentlich gar nicht betätigen durften.
- 1834 Österreich
- » Der Deutscher Orden wird durch Kaiser Franz I. von Österreich in Österreich wieder neu belebt.
- 1837 Deutschland
- » Die erste deutsche Eisenbahn Fernstrecke von Leipzig nach Dresden wird in Sachsen eröffnet.
- 1838 Preußen
- » Am 29. Oktober 1838 fuhr die erste Eisenbahn auf der ersten Bahnstrecke in Preußen. Die neue Bahnstrecke wurde zwischen Berlin und Potsdam (Stammbahn) eröffnete und für die 26 Kilometer lange Fahrt wurden 40 Minuten benötigt. Dabei war der König Friedrich Wilhelm III. zunächst der neuen Technik gegen über sehr skeptisch. Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. nahm begeistert an der Eröffnungsfahrt von Berlin nach Potsdam teil und anlässlich der Fahrt soll er sich geäußert haben: „Diesen Karren, der durch die Welt rollt, hält kein menschenarm mehr auf.“ Siehe auch aktuell Neues zur Potsdamer Stammbahn.
- 1840-1861 Preußen
- » Friedrich Wilhelm IV. (* 15. Oktober 1795 in Berlin - † 2. Januar 1861 in Potsdam) war vom 7. Juni 1840 bis zu seinem Tod am 2. Januar 1861 König von Preußen.
- 1840-1905 Preußen
- » Abwanderung aus der Provinz Preußen von ca. 630.000 Personen hauptsächlich in Richtung Ruhrgebiet bis 1905.
- 1841 Deutschland
- » Hoffmann von Fallersleben veröffentlicht am 26. August 1841 das auf der Insel Helgoland gedichtet "Das Lied der Deutschen", auch Deutschlandlied genannt. Die eigenhändige Niederschrift von Hoffmann von Fallersleben in der Staatsbibliothek zu Berlin trägt das Datum 26. August 1841. Am 11. August 1922, also in der Weimarer Republik, wurde das Deutschlandlied mit allen drei Strophen auf Veranlassung des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert zur offiziellen Nationalhymne Deutschlands bestimmt. Heute ist offiziell nur noch die dritte Strophe die Nationalhymne Deutschlands.
Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand -
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland! - 1848 Preußen
- » Die französischen Unruhen, welche die Abdankung des Königs und wie schon 1792 die Ausrufung der Republik zur Folge haben (Februar), greifen auch auf Deutschland und Preußen über. In Demonstrationen und Volksversammlungen wird die Presse- und Vereinsfreiheit gefordert. Auch der Ruf nach einem deutschen Parlament wird lauter. Als Soldaten bei einer Großkundgebung in Berlin am 18. März auf das Volk schießen und die Märzrevolution beginnt mit einem blutigen Straßenkampf. Rund 200 Revolutionäre sind tot, als Friedrich Wilhelm IV. am Morgen des 19. März seine Truppen zum Rückzug ruft. Der König, von den Ereignissen geschockt bewilligt den Preußen eine verfassungsgebende Nationalversammlung zu.
- 1848 Deutschland
- » Die sogenannte Märzrevolution, die sich zwischen März 1848 und Juli 1849 im Deutschen Bund ereignete, stürzte die Herrschaft der Fürsten in eine tiefe Krise und zwang sie vorübergehend zu politischen Reformen. Nationale Einheit und Freiheit waren die Hauptforderungen der Revolution. Nach den blutigen Barrikadenkämpfen in Berlin erklärte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. am 21. März 1848: ”Preußen geht fortan in Deutschland auf”. Damit schien der Weg für die Verwirklichung eines Nationalstaates frei zu sein und ab dem 18. Mai 1848 tagte die erste frei gewählte deutsche Volksvertretung in der Frankfurter Paulskirche.
- 1849 Deutschland
- » Die Frankfurter Nationalversammlung trat in der Paulskirche zusammen, um dem angestrebten gesamtdeutschen Staat eine Verfassung zu geben, und wählte den König von Preußen im März 1849 zum Deutschen Kaiser. Doch als Friedrich Wilhelm IV. die Krone angeboten bekommt, lehnt er sie ab. Zum einen will er nicht „von Volkes Gnaden“ Kaiser werden, zum anderen hieße das Annehmen der Krone auch die demokratische Souveränität der Versammlung und die von ihr beschlossene Verfassung anzuerkennen. Das Nein des Preußen bedeutet das Aus für ein geeintes und demokratisches Deutschland sowie das Ende der Revolution. Schon Mitte Juli 1849 erfolgte die Auflösung der Nationalversammlung in Frankfurter und damit war der erste Versuch, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen, gescheitert.
Noch im Frühjahr 1849 hatte sich der preußische König Friedrich Wilhelm IV. darum bemüht, selbst einen Nationalstaat zu gründen (Erfurter Union). Österreich hingegen betrieb die Wiederherstellung des Bundestags und war damit im Herbst 1850 auch erfolgreich. Das Scheitern eines Deutschen Bundesstaates lag daher hauptsächlich am Widerstand Österreichs.
Nach dem Ausbruch bürgerkriegsähnliche zustanden in der Pfalz, der preußischen Rheinprovinz und vor allem in Großherzogtum Baden wurde die Märzrevolution überwiegend von preußischen und österreichischen Truppen mit militärischer Gewalt niedergeschlagen. Die mit der Niederschlagung der Revolution und der nachfolgenden Reaktionären Verfolgung von Anhängern einer liberalen, vor allem aber einer republikanisch-demokratischen oder sozialistischen Gesinnung veranlasste in den Jahren nach 1848/49 Zehntausende zur Flucht aus den deutschen Staaten. - 1849-1879 Preußen
- » Umbenennung der Gerichte von "Land- und Stadtgericht", in "Kreisgericht" und Abschaffung aller Dienstbarkeiten auf Grundstücken ohne Entschädigung der Grundherrn. Nach 1855 keine Prästationstabellen mehr über die laufenden Abgaben der besitzenden ländlichen Bevölkerung an das Domänenamt. Die Regulierung des Grundbesitzes für erbliche Pächter, Gärtner u. a. ist weitgehend abgeschlossen.
- 1861-1888 Preußen
- » Wilhelm Ⅰ., mit vollem Namen Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen (* 22. März 1797 in Berlin - † 9. März 1888 in Berlin), aus dem Haus Hohenzollern war von 1861 bis zu seinem Tod König von Preußen und seit der Reichsgründung 1871 erster Deutscher Kaiser. Nach der Herrschaftsübernahme für seinen erkrankten Bruder Friedrich Wilhelm IV. wandelte sich Wilhelm ab 1858 vom konservativen „Kartätschenprinz‟ der Märzrevolution zum liberalen Prinzregenten einer neuen Ära. Als König von Preußen überließ er die Regierungsgeschäfte seit 1862 weitgehend seinem Ministerpräsidenten und späteren Reichskanzler Otto von Bismarck. Am 18. Januar 1871 wurde König Wilhelm Ⅰ. im Schloss Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert und in den nun folgenden Jahren gewann er eine sehr große Popularität im noch jungen Deutschen Nationalstaat.
- 1861 Preußen
- » Gründung der Katasterämter zur Vermessung und Erfassung des Grundbesitzes. Die Katasteramtsakten sind nun die Nachfolger der Prästationstabellen.
- 1862 Preußen
- » König Wilhelm Ⅰ. (1861-1888) beruft Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen (Fürst von Bismarck(* 1. April 1815 in Schönhausen (Elbe) - † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Aumühle)) zum Ministerpräsidenten in Preußen, der die Heeresreform des Königs durchsetzt.
- 1864 Deutschland
- » Der Deutsch-Dänische Krieg vom 1. Februar 1864 bis zum 30. Oktober 1864 war ein militärischer Konflikt um die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Er endete mit dem Preußisch-Österreichischen Sieg gegen Dänemark und bildet den Auftakt zum Deutsch-Deutschen Krieg bzw. Preußisch-Österreichischen Krieg. Der Deutsch-Dänische Krieg gilt als der erste der drei Deutschen Einigungskriege. Der Preußisch-Österreichische Krieg von 1866 war die zweite kriegerische Auseinandersetzung im Deutschen Bund. Der dritte dieser Kriege war der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71.
- 1866 Deutschland
- » Sieg gegen Österreich im Deutsch-Deutschen Krieg oder Preußisch-Österreichischen Krieg und Auflösung des Deutschen Bunds. Noch vor dem Abschluss des Prager Friedens vom 23. August 1866 verkündete der König am 16. August 1866 beiden Häusern des preußischen Landtages die Absicht, Hannover, Hessen-Kassel, Nassau und die Stadt Frankfurt am Main auf immer mit der preußischen Monarchie zu vereinigen. Beide Häuser wurden aufgefordert, hierzu ihre verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. Der entsprechende Gesetzentwurf sah vor, dass die preußische Verfassung am 1. Oktober 1867 in den genannten Ländern in Kraft treten sollte. Das von beiden Häusern des preußischen Landtages angenommene Gesetz über die Erweiterung des preußischen Staatsgebietes erhielt unter dem 20. September 1866 die landesherrliche Vollziehung und wurde in der Gesetzsammlung veröffentlicht. Nächster Schritt war die Veröffentlichung der Besitzergreifungspatente, durch welche der König die Angehörigen der neuen Landesteile als neue Bürger des preußischen Staats begrüßte. Nach diesen feierlichen Vorgängen wurden nach und nach Anordnungen getroffen, um die Verwaltung der neuen Landesteile vorläufig zu regeln, bis diese vollständig in den preußischen Staatskörper eingetreten waren.
- 1867 Norddeutsche Bund
- » Gründung des Norddeutschen Bundes unter Führung von Preußen mit eigener Bundesverfassung die am 1. Juli 1867 in Kraft trat und ab 1869 auch mit eigener Gewerbeordnung. Der Norddeutsche Bund war der erste echte deutsche Bundesstaat.
- 1870/71 Deutsches Reich
- » Im Deutsch-Französischer Krieg, Siegt Preußen und seine Verbündeten über Frankreich.
- 1871 Deutsches Reich
- » Ausrufung des Kaiserreichs, Proklamation des preußischen Königs zum Deutschen Kaiser. Der König von Preußen wird am 18.1.1871 in Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt, Preußen ist der führende Bundesstaat im von Bismarck geschaffenen 2. Deutschen Reich. Otto von Bismarck selbst wird erster Reichskanzler.
- 1871-1881 Deutsches Reich
- » Ost- und Westpreußen verlieren weitere ca. 100.000 Personen durch Auswanderung, diesmal allerdings meist in Richtung USA.
- 1872-1889 Deutsches Reich
- » Die Verfassung des Norddeutschen Bundes wurde ohne größere Änderungen als Reichsverfassung auf das Reich übertragen. Damit galt auch hier ein allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht nach dem Mehrheitsprinzip.
Alle deutschen Männer über 25 Jahre besaßen im Allgemeinen das aktive und das passive Wahlrecht. Frauen blieben bis 1918 auch weiterhin vom Wahlrecht ausgeschlossen.
Hier nur ein paar Beispiele für die lebhafte Gesetzgebungstätigkeit:
- 1872 StGB;
- 1872 Maß-, Gewichts-, Münzgesetze
- 1873 Reichsbank
- 1875 Reichsjustizgesetze
- 1879 Zivilehe
- 1878 Sozialistengesetze
- 1883 Krankenversicherung
- 1884 Unfallversicherung
- 1889 Alters- und Invalidenversicherung
- 1876 Deutsches Reich
- » Beginn des zehnjährigen Kulturkampfes zwischen Staat und der römisch-katholischen Kirche. Dem Bischof von Ermland werden die Temporalien entzogen, das Priesterseminar in Braunsberg geschlossen und der Jesuitenorden wird verboten. Es folgt passiver Widerstand beim katholischen Klerus und Volk.
- 1878 Deutsches Reich
- » Die Provinz Preußen wird wieder in die Provinzen Ost- und Westpreußen gespalten.
- 1881 - 1911 Deutsches Reich
- » Abwanderung der Bevölkerung im größeren Stil aus Preußen setzt ein und bis zu 1,3 Millionen Menschen verlassen das Land in Richtung Westen um im Ruhrgebiet in der Industrie zu arbeiten.
- 1886 Deutsches Reich
- » Am 29. Januar 1886 hat Carl Friedrich Benz (* 25. November 1844 in Mühlburg - † 4. April 1929 in Ladenburg) seinen Motorwagen Nummer 1 als erstes praxistaugliches Automobil beim Reichspatentamt unter der Nummer 37435 zum Patent angemeldet. In der Geschichte des Automobils ist es daher das Geburtsjahr.
- 1888-1918 Deutsches Reich
- » Wilhelm II., (* 27. Januar 1859 in Berlin - † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande) mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen aus dem Haus Hohenzollern war von 1888 bis 1918 der letzte Deutscher Kaiser sowie der letzte König von Preußen. Offiziell dankte Wilhelm II. am 28. November 1918 im niederländischen Exil ab, also erst 19 Tage nach der Ausrufung der Republik in Deutschland.
20. Jhd. u. Z.
- 1902 Deutsches Reich
- » Der Bau des Leipzig Hauptbahnhof, ein Kopfbahnhof in Leipzig, beginnt 1902 und endet 1915. Er ist bis heute der größte Kopfbahnhof in Europa.
- 1914 Österreich
- » Attentat eines bosnisch-serbischen Nationalisten am 28.06.1914 auf den österreich-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo, bei dem beide getötet werden. Dieses Attentat führte in der Folge zum Ersten Weltkrieg.
- 23.07.1914 Österreich
- » Das Ultimatum von Österreich-Ungarns an Serbien läuft ab, die Friedensbemühungen des engl. Außenministers Sir Edward Grey sind erfolglos und am 28. Juli 1914 erfolgte daher die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Diese Kriegserklärung von Österreich-Ungarns an Serbien führte durch diverse Bündnisse der Kriegsparteien dazu, das aus einem eigentlich lokalen Konflikt innerhalb weniger Tage ein Weltkrieg wurde. Siehe dazu mehr unter Erster Weltkrieg auf Wikipedia.
- 31.07.1914 Russland
- » Als Schutzmacht Serbiens befiehlt Russland am 31.07.1914 die Mobilmachung seiner Streitkräfte, was am 1. August 1914 zur Kriegserklärung Deutschlands an Russland und am 3. August 1914 an Frankreich führte, woraufhin dan am 4. August 1914 die Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland erfolgte.
- 1914-1919 Erster Weltkrieg
- » Der 1. Weltkrieg beginnt am 28. Juni 1914.
- 01.08.1914 Kriegserklärung Deutschlands an Russland.
- 02.08.1914 Besetzung Luxemburgs durch deutsche Truppen.
- 03.08.1914 Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich.
- 04.08.1914 Einmarsch deutscher Truppen in das neutrale Belgien, daraufhin erklärt England Deutschland den Krieg.
- 16.08.1914 Aufmarsch von 7 deutschen Armeen von Aachen bis Straßburg.
- 17. 08 1914 Gefecht bei Stallupönen
- 19. bis 20. August 1914 Schlacht bei Gumbinnen die unentschieden endete, Rückzug der 8. Armee unter Generaloberst Maximilian von Prittwitz hinter die Weichsel.
- 22.August 1914 Die Russen dringen in Ostpreußen ein und besetzen Memel.
- 26.-30.August 1914 Schlacht bei Tannenberg. Niederlage und Vernichtung der russischen Narew-Armee.
- 08. bis 11. September 1914 Schlacht an den Masurischen Seen. Die Russen werden bei Tauroggen zurückgeschlagen; Rückzug der Russischen Njemen-Armee. Das Zarenreich hatte den Verlust von rund 35.000 Gefallenen und Verwundeten sowie 90.000 gefangene Russen zu verkraften.
- 1915 Erster Weltkrieg
- » In der Masurischen Winterschlacht zwischen dem 7. Februar und dem 22. Februar 1915 wird die russische Armee zur Aufgabe gezwungen. Die Russen beklagen ca. 56.000 Tote, Verwundete und Vermisste und ca. 100.000 gehen in deutsche Gefangenschaft.
- 1916 Erster Weltkrieg
- » Beginn der Ostpreußenhilfe.
- » Am 21. Februar 1916 beginnt die Schlacht um Verdun an der Westfront, die erst am 19. Dezember 1916 endet und auf beiden Seiten ca. 1 Million Soldaten das Leben kostet. Siehe dazu mehr unter Schlacht um Verdun auf Wikipedia.
- » Am 1. Juli 1916 beginnt an der Westfront die Schlacht an der Summe, die erst am 18. November 1916 endet und mit weit über einer Million getöteten, verwundeten oder vermissten Soldaten die verlustreichste Schlacht an der Westfront während des ganzen Ersten Weltkriegs war. Siehe dazu mehr unter Schlacht an der Somme auf Wikipedia.
- » Am 4. Juni 1916 beginnt an der Ostfront die Brussilow-Offensive der russischen Armee, die nach erheblichen russischen Geländegewinnen am 20. September 1916 endete und den größten militärischen Erfolge Russlands im Ersten Weltkrieg darstellt der aber mit weit über einer Million getöteter, verwundeter oder vermisster russischer Soldaten erkauft wurde. Der Erfolg der Brussilow-Offensive führte durch die hohen eigenen Verluste zugleich enorm zur beschleunigten Demoralisierung des russischen Truppen bei. Österreich-Ungarn verlor ca. 320 000 Soldaten die getötet oder verwundet wurden, hinzu kamen noch allein 330.000 Gefangene oder Vermisste Soldaten. Das Deutsches Reich verlor ca. 150.000 Mann (davon ca. 20.000 Gefangene oder Vermisste Soldaten). Siehe dazu mehr unter Brussilow-Offensive auf Wikipedia.
- » Spätestens ab Anfang 1916 wurden der Stellungs- und
Grabenkrieg, sowie die endlosen Materialschlachten mit hohen Verlusten an Menschenleben bei zumeist nur geringfügigen Geländegewinnen auf beiden Seiten zum typischen Merkmal des Kampfgeschehens im Westen (Westfront) bis zum Kriegsende.
Daher auch der Spruch „Im Westen nichts neues.“ - 1917 Erster Weltkrieg
- » Die Februarrevolution begann nach julianischen Kalender am 23. Februar aber nach gregorianischen Kalender am 8. März 1917 und beendete die Zarenherrschaft in Russland. Zunächst bildete sich ein Nebeneinander von Parlament (Duma) und Arbeiter- und Soldatenräten (russ. Sowjet), eine Doppelherrschaft doch die Duma setzte eine provisorische Regierung ein die aber schon im Herbst desselben Jahr durch die Bolschewiki gewaltsam in der Oktoberrevolution entmachtet wurde.
- 1917
- » Die Oktoberrevolution begann nach julianischen Kalender am 25. Oktober aber nach gregorianischen Kalender am 7. November 1917 und war die gewaltsame Machtübernahme in Russland durch die kommunistischen Bolschewiki unter der Führung Wladimir Iljitsch Lenins in Russland. Dies führte in Russland allerdings zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg der erst 1922 unter hohen Verlusten auf allen Seiten mit dem Sieg der Bolschewiki beendet wurde. Am 30. Dezember 1922 wurde die Sowjetunion (kurz SU oder UdSSR, amtliche Bezeichnung: Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) ein von der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) zentralistisch regierter, föderativer Vielvölker- und Einparteienstaat gegründet.
- 1918 Deutschland
- » Ende des 1. Weltkrieges. Preußen wird Freistaat, Gebietsverluste an Polen. Die Novemberrevolution in Deutschland beendet den ersten Weltkrieg, und der deutsche Kaiser Wihelm II. dankt ab. Preußen wird republikanischer Freistaat. Ein unabhängiges Polen entsteht neu.
- 1919 Deutsches Reich (Weimarer Republik)
- » Deutschland wird zu einer Republik aus 18 Bundesländern. Nach dem ersten Tagungsort der verfassungsgebenden Nationalversammlung nennt man die neue parlamentarische Demokratie „Weimarer Republik“. So wird der Abschnitt der deutschen Geschichte von 1918 bis 1933 bezeichnet, in dem erstmals eine parlamentarische Demokratie in Deutschland bestand. Ausrufung der Republik am 9. November 1918 und Sie endete mit der Machtübernahme der NSDAP infolge der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 durch Reichspräsident Paul von Hindenburg.
Die 18 Bundesländer der neuen Republik sind der Freistaat Preußen, der Freistaat Bayern, der Freistaat Sachsen, der Volksstaat Württemberg, die Republik Baden, das Land Thüringen, der Volksstaat Hessen, die Freie und Hansestadt Hamburg, der Freistaat Anhalt, der Freistaat Braunschweig, die Freie Hansestadt Bremen, der Freistaat Lippe, die Hansestadt Lübeck, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz, der Freistaat Oldenburg, der Freistaat Schaumburg-Lippe und der Freistaat Waldeck-Pyrmont. - » Deutschland unterzeichnet am 28.06.1919 den Versailler Vertrag (Friedensvertrag, eigentliches Ende des 1. Weltkriegs). Durch den Versailler Vertrag wird der größte Teil der preußischen Provinzen Posen und Westpreußen an Polen abgetreten und Ostpreußen durch den polnischen Korridor vom Reichskörper abgetrennt. Danzig wird zu einem selbstständigen Stadtstaat gemacht. Das Gebiet um Soldau wird zu Polen geschlagen. Das Memelland kommt unter alliierte Verwaltung und 1923 zu Litauen.
- » Konrad Adenauer, der Zentrumsführer, plädiert schon damals als Antipreuße in einer Ansprache vor linksrheinischen Abgeordneten der Weimarer Nationalversammlung für die Lostrennung des Rheinlandes vom Deutschen Reich, er betonte, dass „namentlich im Westen eine separatistische Strömung auf Loslösung von Preußen besteht“, was er als eine Lehre aus dem 1. Weltkrieg nach dem Ende des 2. Weltkriegs ja dann durchgesetzt hat.
- 1920
- » Volksabstimmung am 11.Juli 1920 in Ostpreußen. Im Bezirk Marienwerder stimmten 92,4 %, im Bezirk Allenstein 97,9 % für Deutschland.
- 1923 Deutsches Reich (Weimarer Republik)
- » Am 10. Januar besetzt Litauen das Memelland und annektierten es. Der Völkerbund erkannte die Annexion des Memelgebiets durch Litauen am 8. Mai 1924 in der Memelkonvention an.
- » Ruhrbesetzung von Januar 1923 - August 1925, Währungszerfall, Einführung der Rentenmark November 1923.
- 1925 Deutsches Reich (Weimarer Republik)
- » Der erster Reichspräsident der Weimarer Republik Friedrich Ebert stirbt am 28. Februar 1925 in Berlin. Paul von Hindenburg wird daraufhin zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.
- 1929 Deutsches Reich (Weimarer Republik)
- » Nach dem Ende des I. Weltkrieges besteht der „priesterliche Zweig“ des Deutschen Ordens weiterhin, allerdings mit neue Regeln als klerikaler Bettelorden.
- »Die Weltwirtschaftskrise greift auch auf Deutschland über bis 1932 gibt es 6 Mio. Arbeitslose.
- 1932 Deutsches Reich (Weimarer Republik)
- » Reichspräsident von Hindenburg setzt die gewählte, von Sozialdemokraten geführte demokratische preußische Regierung am 20. Juli 1932 ab, da sie keine parlamentarische Mehrheit mehr hat. Per Notverordnung gemäß Artikel 48 der Weimarer Verfassung des Reichspräsidenten ging die Staatsgewalt im Freistaat Preußen, dem größten Land des Deutschen Reiches, nun auf die Reichsregierung von Franz von Papen über. Damit endet die Selbstständigkeit des Landes Preußen, dass von nun ab unmittelbar durch das Reich verwaltet wird (sog. Preußenschlag). Der „Preußenschlag“ von Papen beseitigt die demokratische Regierung in Preußen und schränkte die Grundrechte der Bevölkerung stark ein.
- 1933 Deutsches Reich (Ende Weimarer Republik - beginn der NS-Zeit.)
- » Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler.
- » Verordnung vom 4. Februar 1933 des Reichspräsidenten zum „Schutze des Deutschen Volkes“ wird nur wenige Tage nach der Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzler die Versammlungs- und Pressefreiheit weitgehend eingeschränkt.
- » Die preußische Regierung wird mit der des Reiches gleichgeschaltet.
- » Am 27. Februar 1933 steht der Reichstag in Flammen. Egal wer das Feuer gelegt hat aber Hitler erkannte schnell die einmalige Gelegenheit die kommunistischen Reichstagsabgeordneten und Partei-Funktionäre los zu werden und so seine Herrschaft zu festigen. Bis in den April hinein wurden rund 25.000 Menschen festgenommen oder in provisorische Gefängnisse der SA verschleppt wo einige die Folter Torturen der SA-Männer nicht überlebten.
- » Verordnung vom 28. Februar 1933 des Reichspräsidenten von Hindenburg zum „Schutz von Volk und Staat“, auch als „Reichstagsbrandverordnung“ bezeichnet. Es werden diverse Bürgerrechte außer Kraft gesetzt. Tausende von Gegnern der Reichsregierung werden nun verhaftet und in das erste Konzentrationslager bei Dachau gesperrt. Diese Verordnung ebnete den Weg von der Weimarer Republik hin zur totalitären Nazi Diktatur.
- » Nur 5 Tage später fand die Terror Reichstagswahl vom 5. März 1933 zum achten Deutschen Reichstag unter den Bedingungen der Reichstagsbrandverordnung statt. Viele Abgeordnete und Funktionäre von KPD und SPD wurden in sogenannte „Schutzhaft“ genommen.
- » Am 21. März tritt der Reichspräsident mit dem von ihm zum Reichskanzler ernannten Naziführer Hitler am Grabmal des Preußenkönigs Friedrich II. in Potsdam auf, bekundete so die Identifizierung des preußischen Militarismus mit dem neuen Regime.
- » NS-Deutschland (Ende der Weimarer Republik) Nach der Wahl vom 5. März 1933 kommt es am 24. März 1933 zum Ermächtigungsgesetz das offiziell als „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ bezeichnet wird.
- » Am 1. April 1933 einem Samstag, beginnt der Boykott jüdischer Geschäfte (Judenboykott). SA-Männer postierten sich vor jüdischen Geschäften, Anwaltskanzleien, Arztpraxen und Firmen um Potenzielle Kunden von der Nutzung jüdischer Einrichtungen abzuhalten. Sie trugen Schilder mit eindeutig Botschaften wie z. B. "Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!" mit sich herum und andere SA-Männer patrollierten durch die Straßen wo sie Angst und Schrecken verbreiten.
- » Am 7. April 1933 wurde das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ erlassen, das auch kurz als Berufsbeamtengesetz (BBG) bezeichnet wurde. Das Gesetz Diente den Nationalsozialisten im Reich dazu politisch missliebige und jüdische Beamte aus dem Staatsdienst zu entfernen. Im so genannten "Arierparagraphen" (§ 3) wurde festgelegt das man als Beamter arischer Abstammung sein muss.
- » Am 10. Mai 1933 kommt es auf vielen öffentlichen Plätzen in Deutschland zu Bücherverbrennungen von Werken jüdischer und politisch missliebiger Schriftsteller. Auch die Werke von Heinrich Heine brennen, der in einer seiner Schriften bereits 1820 den düsteren Satz schrieb "Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen".
- » Das „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ vom 14. Juli 1933 trat schon am 16. Juli 1933 in Kraft und Verbot bzw. Ordnete die Auflösung aller politischen Parteien und Gewerkschaften an, außer der NSDAP.
- » Gleichschaltung der Länder im Deutschen Reich. Die NSDAP wird Staatspartei des Deutschen Reichs.
- » Am 14. Oktober 1933 erklärte der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. Das war durchaus ein in weiten Teilen Deutschlands sehr populärer Schritt, die Frage nach dem Austritt wurde in einer Volksbefragung am 12. November 1933 von ca. 90 - 95 % mit ja beantwortet.
- 1934 NS-Deutschland
- » Am 30. Januar 1934 wurde das „Gesetz über den Neuaufbau des Reichs“, erlassen das auch als „Reichs-Neuaufbaugesetz“ bezeichnet wurde. Das Gesetz beendete die Souveränität der Länder des Deutschen Reichs da sie nun direkt der Reichsregierung unterstanden. Das Deutsche Reich wandelte sich von einem Bundesstaat endgültig zu einem totalitären ein Parteien Zentralstaat.
- » In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 wurden in der so genannten „Nacht der langen Messer“ die am Tegernsee zusammengerufenen Funktionäre der SA-Führung auf Befehl Hitlers festgenommen und Teilweise noch in derselben Nacht oder wie Ernst Röhm Tage später durch Angehörige der SS ermordet. Es wurden ca. 90 namentlich bekannte SA-Führer Ermordet aber auch Persönlichkeiten die Hitler als potentiell gefährlich oder unliebsame Personen angesehen hatte wie z. B. der Ex-Reichskanzler Kurt von Schleicher, sein Amtsvorgänger, oder der frühere stellvertretende Reichswehrminister Generalmajor Ferdinand von Bredow sowie den früheren Reichspropagandaleiter und Reichsorganisationsleiter der NSDAP Gregor Strasser. Gemäß den Verhaftungslisten wurden ca. 1124 Personen im Verlauf der Aktion in so genannte „Schutzhaft“ genommen, aber nicht getötet.
- » Am 1. August und somit einen Tag vor Hindenburgs Tod wurde das „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs“ erlassen das die Zusammenlegung der Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in der Person Hitlers zum Ziel hatte.
- » Am 2. August 1934 stirbt auf Gut Neudeck der Reichspräsident von Hindenburg, Hitler hat jetzt den Weg frei zur Macht. Das „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs“ trat mit dem Ableben Hindenburgs sofort in Kraft. Auf Anordnung von Reichswehrminister Werner von Blomberg wird am 2. August 1934 die Wehrmacht auf die Person Hitler direkt vereidigt.
- » Am 19. August 1934 fand eine Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs statt bei der sich Adolf Hitler im Nachhinein die Zusammenlegung der Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten in seiner Person als „Führer und Reichskanzler“ sich von der deutschen Bevölkerung bestätigen ließ. Dazu wurde schon am 14. Juli 1933 von der nationalsozialistischen Reichsregierung extra ein Gesetz über Volksabstimmung erlassen.
- 1935 - 1938 NS-Deutschland
- » Der totalitäre Nazi Staat wird weiter ausgebaut, so wird z. B. am 16. März 1935 die allgemeine Wehrpflicht entgegen den Bestimmungen im Versailler Vertrag wiedereingeführt.
- » Am 15. September 1935 wurden die „Nürnberger Gesetzen“ die oft auch als "Nürnberger Rassengesetze" oder "Ariergesetze" bezeichnet wurden. Sie verschärften die Unterdrückung und Verfolgung der Juden was dann 1938 in der „Reichskristallnacht“ einen ersten Höhepunkt erreichte.
- » Deutschland ist 1936 Austragungsort der Olympischen Spiele. Die Nazis können die Welt noch einmal täuschen. Schon im Mai 1931 wurde Deutschland offiziell zum Gastgeberland der Olympischen Spiele von 1936 erklärt.
- » Am 18. Juli 1937 wird von den Nazis die Ausstellung "Entartete Kunst" in München eröffnet. Die Ausstellung gehört zum Kampf gegen die "undeutsche" Kultur die nun endgültig aus den Museen verschwindet. Impressionisten, Expressionisten, Kubisten, Dadaisten, Futuristen und die Neue Sachlichkeit alles Dreck der weg kann, mehr als 20.000 Werke verschwinden aus den Museen und Sammlung da undeutsch.
- » Am 12. März 1938 erfolgte durch den Einmarsch von Wehrmacht-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich der Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich, der am 13. März auch administrativ durch die österreichische Bundesregierung per Bundesverfassungsgesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich abgeschlossen wurde.
- » Das Münchner Abkommen wurde in der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938 von den Regierungschefs Adolf Hitler (Deutschland), Neville Chamberlain (Vereinigtes Königreich) und Édouard Daladier (Frankreich) sowie Benito Mussolini (Italien) in München unterzeichnet. Das Münchner Abkommen gilt als Höhepunkt der britisch-französischen Appeasement-Politik und sollte die Sudetenkrise beenden. Die Tschechoslowakei sollte laut Abkommen das Sudetenland an Deutschland abtreten und binnen zehn Tagen das Gebiet räumen, obwohl die Tschechoslowakei und die mit ihr verbündete Sowjetunion nicht zu der Konferenz eingeladen waren und daher auch kein Mitspracherecht hatten. Daher bezeichnet man das Abkommen auch als Diktat von München. Am 1. Oktober 1938 begann der Einmarsch der Wehrmacht in das Sudetenland, aber unter Bruch des Münchner Abkommens wurde nur Monate später auch die sogenannte „Rest-Tschechei“ vom 15. zum 16. März 1939 ebenfalls besetzt.
- » In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 findet die Reichskristallnacht statt. Die Reichskristallnacht gehört zu den Novemberpogromen die vom 7. bis 13. November 1938 über mehrere Tage gehen und viele jüdische Opfer fordern, allein ca. 300 nahmen sich selbst das Leben, ungefähr ca. 30.000 kamen in Konzentrationslagern wo viele durch Folter und an den Haft Bedingungen starben.
- 1939 NS-Deutschland
- » Am 22. März kehrt das Memelland zum Deutschen Reich zurück.
- 1939 - 1945 NS-Deutschland
- » Hitler beginnt am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen den zweiten Weltkrieg. Er dauert bis zum 2. September 1945, der Kapitulation Japans. Da schweigen in Europa seit dem 8. Mai 1945 nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht offiziell schon lange die Waffen.
- 09.04.1940 NS-Deutschland
- » Mit der Operation Weserübung begann eine Militäroperation Deutschlands zur Besetzung von Dänemark und Norwegen, wo man Truppen anlandete, Narvik einnahm und strategisch wichtige Häfen sicherte.
- 10.05.1940 NS-Deutschland
- » Der Westfeldzug der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg startet mit dem Angriff auf die Beneluxstaaten und Frankreich. Das Fort Eben-Emael in Belgien wird am 11. Mai von deutschen Luftlandetruppen erobert.
- 05.06.1940 NS-Deutschland
- » Mit dem deutschen Großangriff auf die Weygand-Linie startet Adolf Hitler den Angriff auf das französische Kernland. Am 10. Juni erklärte die damalige französische Regierung Paris zur offenen Stadt, womit der Westfeldzug praktisch entschieden war.
- 22.06.1940 NS-Deutschland
- » Der Waffenstillstand von Compiègne, der den Frankreichfeldzug im Zweiten Weltkrieg beendete, wurde am 22. Juni 1940 zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich im nordfranzösischen Compiègne geschlossen, jener Lichtung von Compiègne, auf der 1918 schon das Deutsche Kaiserreich einen Waffenstillstand unterzeichnen musste.
- 06.04.1941 NS-Deutschland
- » Die deutsche Wehrmacht griff zeitgleich Jugoslawien und Griechenland an. Die jugoslawische Armee kapitulierte bereits am 17. April 1941 und wurde zwischen den Achsenmächten Deutschland, Italien, Bulgarien und Ungarn aufgeteilt. Schon am 27. April 1941 besetzten deutsche Truppen Athen. Am 20. Mai begann die Operation „Merkur“, bei der Fallschirmjäger und Luftlandetruppen der Wehrmacht die Insel Kreta angriffen; die Wehrmacht eroberte Kreta innerhalb von zwölf Tagen, allerdings bei hohen Verlusten. Das Unternehmen „Merkur“ war bis dahin die größte Luftlandeoperation der Militärgeschichte. Die auf Kreta stationierten alliierten Verteidiger, britische, griechische, australische und neuseeländische Einheiten, fügten den deutschen Truppen zwar schwere Verluste zu, aber letztendlich mussten die verbleibenden alliierten Soldaten am 1. Juni 1941 kapitulieren und in Kriegsgefangenschaft gehen, womit Kreta erobert war.
- 22.06.1941 NS-Deutschland
- » Mit großangelegten Offensiven von der Ostsee bis zu den Karpaten, eröffnet Adolf Hitler den Krieg gegen die Sowjetunion. Im nationalsozialistischen Deutschland wurde der Angriff auf die Sowjetunion als „Russlandfeldzug“ oder „Ostfeldzug“ bezeichnet. In der Sowjetunion, im heutigen Russland und in einigen Nachfolgestaaten nannte man denselben Krieg den „Großen Vaterländischen Krieg“.
- 1941
- » Der britische Premierminister Churchill in einem Brief an den im 2. Weltkrieg verbündeten sowjetischen Staatsführer Stalin: „Natürlich muss die erste Aufgabe sein, Deutschland und vor allem Preußen daran zu hindern, noch einmal über uns herzufallen.“
- 20. Januar 1942 NS-Deutschland
- » Die Wannsee-Konferenz organisiert den Holocaust, beschließt „Endlösung“ - die gesamte jüdischen Bevölkerung Europas in Vernichtungslager zu Vernichten.
- 1942 NS-Deutschland
- » Vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943 fand die Schlacht von Stalingrad, eine der bekanntesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, statt und endete mit der Vernichtung der deutschen 6. Armee sowie der verbündeten rumänischen und italienischen Truppen. Am 2. Februar 1943 kapitulierten die Reste der deutschen 6. Armee und gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, was als psychologischer Wendepunkt des im Juni 1941 vom Deutschen Reich begonnenen deutsch‑sowjetischen Krieges galt.
- 1943 NS-Deutschland
- » Vom 5. bis zum 16. Juli 1943 fand die Operation „Unternehmen Zitadelle“, was der deutsche Deckname für eine Großoffensive während des Zweiten Weltkrieges war und scheiterte, statt. Ziel war es mit einem Zangenangriff auf den sowjetischen Frontbogen um die Stadt Kursk mehrere Verbände der Roten Armee einzugekesseln und zuvernichten. Für die deutsche Wehrmacht sollte es die letzte großräumige Offensive Angriffsoperation im Krieg gegen die Sowjetunion werden und ging als „Schlacht bei Kursk‟ bzw. „Panzerschlacht um Kursk‟ oder die „Schlacht im Kursker Bogen‟ in die militär Geschichte ein. Nach dieser Schlacht befand sich die Wehrmacht nur noch in der Defensive. Durch eine sowjetische Gegenoffensive konnte die deutsche Wehrmacht mit ihren Panzertruppen unter hohen Verlusten gerade so die Front halten, und als Folge verlor sie endgültig die Initiative. Aber das Scheitern der Offensive war auch eine schwere moralische Niederlage. Ab jetzt wurde die Wehrmacht in zehrende Abwehrkämpfe getrieben, denn das Instrument zu offensiver Kriegführung, die Panzertruppen, war zerstört worden.
- 1943
- » Der britische Premierminister Churchill auf der Dreier-Konferenz der Alliierten in Teheran: „Preußen ist, das möchte ich betonen, die Wurzel allen Übels in Deutschland.“ Die erste Konferenz der Regierungschefs der drei Hauptalliierten der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg fand vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 in Teheran, der Hauptstadt des Irans, statt.
- 1945 NS-Deutschland Ende des 2. Weltkriegs
- » Ernennung von Großadmiral Karl Dönitz (* 16. September 1891 in Grünau bei Berlin - † 24. Dezember 1980 in Aumühle), nach dem Suizid von Hitler am 30. April und von Goebbels am 1. Mai 1945, zum Reichspräsidenten und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht vom 1. Mai bis zur Verhaftung am 23. Mai 1945. Er war damit für nur wenige Tage das letzte Staatsoberhaupt des nationalsozialistischen Deutschen Reichs und in dieser Funktion autorisierte er die Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945. Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wurde er wegen Führens eines Angriffskrieges und angeblichen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen und am 1. Oktober 1946 zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er auch vollständig verbüßte.
- » Die deutsche Wehrmacht kapitulierte am 8. Mai 1945 bedingungslos. In einigen europäischen Ländern ist daher der Tag als Tag der Befreiung oder auch als Tag des Sieges ein Gedenk- oder Feiertag. In den USA sowie den drei Commonwealth-Staaten Vereinigtes Königreich, Kanada und Australien ist die Bezeichnung Victory in Europe Day abgekürzt VE-Day üblich.
- 1945 Potsdamer Konferenz Deutschland
- » Die Potsdamer Konferenz, die offiziell als Dreimächtekonferenz von Berlin bezeichnet wurde, fand vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof bei Potsdam auf höchster Ebene statt. Es wurde über das weitere Vorgehen nach dem Ende der Kampfhandlungen in Europa beraten. Deutschland wurde in 4 Besatzungszonen aufgeteilt und der Alliierte Kontrollrat als das oberste Organ der Viermächteverwaltung eingesetzt.
- 1945 - 1947 Deutschland
- » Durch die Kriegshandlungen wird Deutschland in nie gekanntem Ausmaße zerstört und ein großer Teil der alteingesessenen deutschen Bevölkerung aus Preußen, Schlesien und dem Sudetenland flieht über die Oder nach dem Westen. Jeder vierte Deutsche stirbt auf der Flucht. Durch das Potsdamer Abkommen bekommt Deutschland entlang der Oder-Neiße-Linie eine neue Ostgrenze. Alles was westlich der Oder-Neiße-Linie liegt, kommt zur sowjetischen Besatzungszone, alles was östlich der Oder-Neiße-Linie liegt, wird "unter polnische Verwaltung" gestellt. Die endgültigen Regelungen sollten einem Friedensvertrag vorbehalten bleiben.
- 1946 Deutschland
- » In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Deutschlands Gründen Befürworter der Fusion von KPD und SPD die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Die SED-Gründung war ein „freiwilliger Zusammenschluss“ der einfachen Mitglieder von KPD und SPD als leere aus den schlimmen Folgen des 2. Weltkriegs. Führungskräfte vor allem von der SPD, aber auch von der KPD verloren oft ihre Posten und die sprachen dann von der Zwangsvereinigung. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache, was nicht heißt das es Jahre später nicht auch enttäuschte SED-Mitglieder gab, das ist bei jeder Fusion so der Fall.
- 1947 Deutschland
- » Der Alliierte Kontrollrat, als das oberste Organ der Viermächteverwaltung in Deutschland, verfügt formell am 25. Februar 1947 die Staatsrechtliche Auflösung des Staates Preußen, seiner Zentralregierung und aller nachgeordneten Behörden. Preußen hört geographisch auf zu bestehen. Die Gebiete, die ihm einst den Namen gaben, sowie die im 18. Jahrhundert eroberten östlichen Landesteile werden durch das Potsdamer Abkommen Polen bzw. der Sowjetunion zugesprochen.
- » Der Alliierte Kontrollrat
Der Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört. Geleitet von dem Interesse an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit der Völker und erfüllt von dem Wunsche, die weitere Wiederherstellung des politischen Lebens in Deutschland auf demokratischer Grundlage zu sichern, erlässt der Kontrollrat das folgende Gesetz:
Artikel I. Der Staat Preußen, seine Zentralregierung und alle nachgeordneten Behörden werden hiermit aufgelöst.
Artikel II. Die Gebiete, die ein Teil des Staates Preußen waren und die gegenwärtig der Oberhoheit des Kontrollrats unterstehen, sollen die Rechtsstellung von Ländern erhalten oder Ländern einverleibt werden. Die Bestimmungen dieses Artikels unterliegen jeder Abänderung und anderen Anordnung, welche die Alliierte Kontrollbehörde verfügen oder die zukünftige Verfassung festsetzen sollte.
Artikel III. Staats- und Verwaltungsfunktionen sowie Vermögen und Verbindlichkeiten des früheren Staates Preußen sollen auf die beteiligten Länder übertragen werden, vorbehaltlich etwaiger Abkommen, die sich als notwendig herausstellen sollten und von der Alliierten Kontrollbehörde getroffen werden.
Artikel IV. Dieses Gesetz tritt mit dem Tag seiner Unterzeichnung in Kraft.
Ausgefertigt in Berlin am 25. Februar 1947. - 1949 Deutschland
- » Die Proklamation zweier deutscher Staaten 1949 vollendet die von Adenauer schon nach dem 1. Weltkrieg gewollte deutsche Teilung. Jetzt ist er endlich die Preußen los.
- » BRD Am 23. Mai 1949 wurde in Bonn die Bundesrepublik Deutschland durch Konrad Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln - † 19. April 1967 in Rhöndorf) als Präsident des Parlamentarischen Rates das Grundgesetz verkündete und die neue Staatsgründung erklärt. Konrad Adenauer wurde 73-Jährig der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland bis 1963.
- » DDR Die Deutsche Demokratische Republik wurde am 7. Oktober 1949 als Antwort auf die nur wenige Monate zuvor gegründete Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik wurde an diesen Tag in Kraft gesetzt, aber sie existierte schon bereits seit Oktober 1948. Die provisorische Volkskammer beauftragte den ersten Vorsitzenden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Otto Grotewohl (* 11. März 1894 in Braunschweig - † 21. September 1964 in Ost-Berlin), als ersten Ministerpräsidenten der Deutsche Demokratische Republik mit der Bildung einer Regierung. Der zweite Vorsitzende der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Wilhelm Pieck (* 3. Januar 1876 in Guben - † 7. September 1960 in Ost-Berlin), wurde am 11. Oktober zum ersten Präsident der DDR gewählt. Der 7. Oktober wurde zum Tag der Republik erklärt, ein offizieller Feiertag in der DDR.
- 1950 DDR
- » Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) erkennt die Oder-Neiße-Grenze am 6. Juni 1950 an. Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) erkennt die Oder-Neiße-Grenze erst am 7. Dezember 1970 endlich endgültig an.
- 1955 BRD
- » Am 5. Mai Gründung der Bundeswehr und Beginn der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und beitritt der Bundesrepublik Deutschland (BRD) zum Militärbündnis NATO. Ab dem 12. November 1955 wurde mit der Aufstellung („Wiederbewaffnung“) der Bundeswehr begonnen und am 21. Juli 1956 die Wehrpflicht für alle Männer mit Inkrafttreten des Wehrpflichtgesetzes (WPflG) neu eingeführt. Die Wehrpflicht wurde erst 1968 nachträglich im Grundgesetz (GG) verankert.
- 1956 DDR
- » Am 1. März 1956 wird als Reaktion auf die Gründung der Bundeswehr die Nationale Volksarmee der DDR als eine reine Freiwilligen-Armee gegründet. Als Reaktion auf die Gründung der NATO wurde am 14. Mai 1955 in Warschau das Militärbündnis Warschauer Pakt gegründet, diesem Warschauer Beistandsbündnis trat durch Vertrag auch die DDR aber noch ohne eigene Armee bei.
- 1961 DDR
- » In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 wurde durch Volksarmee, Volkspolizei und Angehörige der Kampfgruppen der Arbeiterklasse der DDR, die Grenze rings um West-Berlin mit Stacheldraht und bewaffneten Kräften abgesperrt und nach und nach der „antifaschistische Schutzwall“ den man später Berliner Mauer nannte, mit Rückendeckung der sowjetischen Führung errichtet. So wurde auch der massenhaften Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen ein Riegel vorgeschoben. Auch die innerdeutsche Grenze wurde entsprechend gesichert und mit Schutz anlagen ausgebaut. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol der Teilung Deutschlands bzw. Europas in Ost und West die erst im November 1989 zu Ende ging.
- 1962 DDR
- » Fünf Monate nach Errichtung der Berliner Mauer erfolgte per Gesetz am 24. Januar 1962 die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für alle Männer zwischen dem 18. und dem vollendeten 50. Lebensjahr in der DDR. Der Grundwehrdienst der Wehrpflichtigen betrug 18 Monate.
- 1973 DDR
- » Vom 28. Juli bis zum 5. August finden in Ost-Berlin die X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten statt. Das "Woodstock des Ostens", wie es wegen der zeitlichen Nähe zum Woodstock-Festival in den USA von westlichen Beobachtern der Weltfestspiele auch genannt wurde, als farbenfrohes Fest der Liebe und Völkerfreundschaft gefeiert. In den neun Veranstaltungstagen kamen etwa acht Millionen Besucher in die Hauptstadt der DDR zu Darbietungen auf 95 Bühnen mit Beat-, Rock- und Folkmusik sowie auch Veranstaltungen von Singeklubs zusammen.
Am 1. August 1973 starb Walter Ulbricht während der Weltfestspiele, doch diese sollten fröhlich ohne Störung weitergehen, was dazu führte das erst am 7. August von der Staatsführung der DDR sowie der Führung der SED im Festsaal des Staatsratsgebäudes in Berlin einen Staatsakt für den langjährigen Vorsitzenden der SED abgehalten wurde. Siehe dazu mehr unter Walter Ulbricht auf Wikipedia. - 1973 UNO
- » Am 18. September 1973 werden die Bundesrepublik Deutschland (BRD) als 133. Mitgliedstaat und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) als 134. Mitgliedstaat in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen. Damit sind gleichzeitig beide deutsche Staaten der UNO beigetreten.
- 1990 Bundesrepublik Deutschland
- » Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) löst sich mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 auf. Die 5 Länder der Deutsche Demokratische Republik (DDR) kommen am 3. Oktober 1990 zu den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland hinzu, die nun nicht mehr aus 11, sondern aus 16 Bundesländern besteht. Wobei auch „Berlin (West)“ und „Berlin (Ost)“ erst 1990 als Land Berlin offizieller Teil der Bundesrepublik Deutschland sind.
- 1993 Bundesrepublik Deutschland
- » Durch den Vertrag von Maastricht wurde am 1. November 1993 die Europäische Union gegründet. Die Europäische Union (EU) ist heute ein Staatenverbund von 27 Staaten sowie einigen Überseegebiete, die aber außerhalb des Europäischen Kontinents liegen. Es sind auch eigentlich nur 26 Länder aus Europa, den Zypern ist geografisch in Asien zu Hause, aber insgesamt leben in der EU damit etwa 450 Millionen Einwohner nach gemeinsam geschaffene Regeln. Die schon vorhandene wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Europäischen Gemeinschaften wurde nun durch eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres ergänzt. Der geschaffene Rechtszustand durch den Vertrag von Maastricht wurde zum 1. Mai 1999 durch den Vertrag von Amsterdam reformiert, aber schon zum 1. Februar 2003 durch den Vertrag von Nizza erneut geändert.
21. Jhd.
- 2002 Bundesrepublik Deutschland / Europa
- » Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld und drei Jahre später am 1. Januar 2002 als Bargeld in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Damit löste der Euro die nationalen Währungen wie die D-Mark als Zahlungsmittel ab. Teilnehmende Gründungsländer bei der Einführung der Euromünzen und Eurobanknoten als offizielle Währung sind am 1. Januar 2002 nur zwölf EU-Staaten - Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien und Griechenland. Durch ein Assoziierungsabkommen gehören auch die europäischen Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat mit jeweils eigenen Euro Zahlungsmitteln zu den Gründungsländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Heute ist der Euro für rund 350 Millionen Menschen in 20 EU-Mitgliedstaaten das alltägliche Zahlungsmittel den mittlerweile sind auch Slowenien (2007), Malta und Zypern (2008), die Slowakei (2009), Estland (2011), Lettland (2014), Litauen (2015) und Kroatien (2023) dem Euroraum beigetreten. Diese 20 Staaten koordinieren im Rahmen der Euro-Gruppe untereinander ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik und von den sieben übrig gebliebenen EU-Staaten, die noch nicht zum Euroraum gehören, haben sich fünf dazu verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die dafür vereinbarten Kriterien erreichen.